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Was beschäftigt dich heute?

Waris07
Zum Thema Dialekt …

Obwohl ich inzwischen seit 30 Jahren im Schwabenländle lebe, hört man mir wohl immer noch deutlich an, dass ich eine "Neigschmeckte" bin und woher ich ursprünglich komme.
Da kann ich mich wohl noch so sehr bemühen, schwäbischer wird das bei mir einfach nicht mehr. 😂

Was die schwäbischen Zeitangaben angeht, brauche ich trotz aller Bemühungen und Erklärungen nach wie vor einen "Dolmetscher". 🙈

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AnnLotta
@Waris07

Gute Besserung für deinen Sohn 🍀🍀🍀

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A


Was beschäftigt dich heute?

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PapaEmeritus
@Ameise_78

Meine Oma war Jahrgang 1917, da war schon der Vater im 1. Weltkrieg gefallen, das kann man sich heute alles gar nicht vorstellen. Sie war quasi schon etwas älter, als dann mein Vater geboren wurde. Als sie starb, hab ich mir einige Andenken mitgenommen. Unter anderem Fotos und Briefe von diesem ersten Mann, der im Krieg fiel. Einer ist von der Front gewesen, weiß allerdings nicht, ob aus Stalingrad oder von woanders. Da steht zB drin: wir sind gar nicht so weit auseinander, wir sehen jeden Abend den gleichen Mond.
Da wird man schon manchmal bisl demütig, wenn man sowas liest.

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Ameise_78
Zitat von PapaEmeritus:
Meine Oma war Jahrgang 1917, da war schon der Vater im 1. Weltkrieg gefallen, das kann man sich heute alles gar nicht vorstellen.

Unglaublich wie lange das alles her ist... mein Opa mütterlicherseits war Jahrgang 1921, meine Oma 1933. (Sie lebt noch und ist jetzt 94.)
Als Kind habe ich es geliebt, wenn mir Geschichten von früher erzählt wurden... habe alles aufgesaugt. (Es wurde mir aber auch kindgerecht erzählt, keine Kriegsgreuel... obwohl ich inzwischen ein großes Mädchen bin, bringe ich es nicht über mich, mir ungeschönte Berichte erzählen zu lassen - wir wurden im Gymnasium so viele Jahre mit dem 2. WK gefoltert... Filme mit allen grausigen Details über Folterungen und Verstümmelungen, da war ich gerade 12/13.😔 und das ging ja so durch bis zum Abitur. Ich hatte Alpträume... das kann ich keinem sagen... verfolgten mich bis weit ins Erwachsenenalter...)

Zitat von PapaEmeritus:
Da steht zB drin: wir sind gar nicht so weit auseinander, wir sehen jeden Abend den gleichen Mond.
Da wird man schon manchmal bisl demütig, wenn man sowas liest.

Oh... das stimmt.
Das macht demütig und wehmütig zugleich.

x 4 #4084


PapaEmeritus
@Ameise_78

Meine Oma hat da immer sehr trocken drüber erzählt. Man hat in ihrem Wohnhaus auch noch Spuren von Bombeneinschlägen gesehen. Da wäre der Postmann dabei gestorben, dem hätte es das Bein… naja, du weißt schon. In der Schule wurde dann natürlich immer nur eine Seite gelehrt, gerade in der DDR. Antifaschistischer Schutzwall usw. Die Geschichten hab ich auch immer gern gehört, es wären bei den Angriffen immer alle Bilder von der Wand gefallen, außer das vom Führer, das blieb hängen. Ob das natürlich immer alles so gestimmt hat 😆

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FoolishHeart
Zitat von PapaEmeritus:
Beziehungen zwischen deutschen und Besatzungssoldaten galten damals wahrscheinlich als sehr tabu.

Das war auch im "Westen" so. Zumindest bis in die späten 70'er.

Meine Familie mütterlicherseits waren Gutsbesitzer in Pommern (heute kurz hinter der polnischen Grenze). Meine Urgroßmutter eine kaiserliche Beamtenwitwe aus Berlin.

Mein Vater war amerikanischer Offizier (den ich nie kennenlernte.) Meine Mutter wuchs bei Tante und Großmutter auf, arbeitete dann nach ihrer Ausbildung als Zivilangestellte in der US-Kaserne, wo sie meinen Vater kennenlernte. Als ich unterwegs war gab es den großen Knall. Sowohl Vaters als auch Mutters Seite gingen auf die Barikaden (Der Grund, warum ich nicht hier geboren bin)

Mein Großvater väterlicherseits - Berufsoffizier - sorgte dafür, das mein Vater vorzeitig in die Staaten zurück versetzt wurde. Meine Mutter zog zu ihrer Mutter, die damals - nach der Flucht - in Westfalen hängen geblieben war. Dort wurde ich geboren.

Ich kann mich noch eine eine Anekdote meiner Mutter erinnern. Nachdem ich auf der Welt war, telefonierte meine Großtante mit ihr und fragte: "Wann kommst du wieder nach Hause?" Mama antwortete: "Wenn, dann kommen wir..."

Uroma und Großtante haben über meinen Vater nie ein Wort verloren. Mama von sich aus auch nicht, obwohl sie meine wenigen Fragen immer ehrlich beantwortet hat.

"Besatzungskinder" sind immer Aussenseiter...

x 4 #4086


Ameise_78
Zitat von PapaEmeritus:
Die Geschichten hab ich auch immer gern gehört, es wären bei den Angriffen immer alle Bilder von der Wand gefallen, außer das vom Führer, das blieb hängen. Ob das natürlich immer alles so gestimmt hat 😆

Ganz bestimmt... 👀
😅
Da kommen mir auch Erinnerungen 😅 Wahnsinn wie anders die Zeiten waren.
Was würde ich dafür geben, für einen Tag in die 80er zurückgehen zu können... nur für einen einzigen.

x 3 #4087


Ameise_78
@FoolishHeart
Oh... wie interessant.
Und krass.

Zitat von FoolishHeart:
"Besatzungskinder" sind immer Aussenseiter...

Es ist gut, dass manche Dinge sich doch geändert haben. Das bin ich wieder gerne in der Gegenwart. 🫤

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PapaEmeritus
@FoolishHeart

Das ist ja rein zeitgeschichtlich auch alles noch nicht so lange her. Ich weiß heute zb auch, dass mein Vater von der stasi angeworben werden sollte, im Westen zu spionieren, er durfte aus familiären Gründen in den Westen. So wie ich weiß, hat er das aber abgelehnt, was eigentlich Konsequenzen gehabt hätte. Aber wahrscheinlich ist das damals in den Wirren der Wende alles untergegangen. Wir haben da schon harte Geschichten in der Vergangenheit unserer Familien. Ich hab da jetzt wieder drüber nachgedacht, weil meine Oma 20. Todestag hatte.

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PapaEmeritus
@Ameise_78

Ich persönlich kann mich an die 80er nicht mehr so erinnern, da war ich zu jung. Ich weiß nur noch, dass im Sommer immer das Wasser im Konsum ausverkauft war, oder dass ich mich mit meiner Mutter mal stundenlang für Bananen und Melone angestellt habe. Durfte dann aber nicht alles auf einmal essen, sonst hätte ich einerseits Verstopfung bekommen, andererseits ständig auf Toilette gemusst 😆 oder es gab nur 1 mal pro Woche Eiscreme im Konsum 😆

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Hola15
Zitat von Ameise_78:
Was würde ich dafür geben, für einen Tag in die 80er zurückgehen zu können... nur für einen einzigen


Die waren jetzt aber auch nicht so viel besser …

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Ameise_78
Zitat von Hola15:
Die waren jetzt aber auch nicht so viel besser …

Für mich & ziemlich viele Leute aus meinem privaten Umfeld schon... generell, in München damals (80er)... schönste Zeit überhaupt. Wir wohnten damals in einem Mehrfamilienhaus wo wir eng mit den Nachbarn befreundet waren... das war alles so gemütlich und eine tolle, fröhliche Zeit... vermisse das sehr.
Heute ist es sehr laut, hektisch und anonym.
Aber gut, hat wahrscheinlich jede/r seine schönen Zeiten zu einem anderen Zeitpunkt.
Für manche ist die beste Zeit vielleicht genau jetzt. Unabhängig von allen gesellschaftlichen, politischen oder anderweitigen Entwicklungen. Wer weiß.

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Ameise_78
Zitat von PapaEmeritus:
Ich persönlich kann mich an die 80er nicht mehr so erinnern, da war ich zu jung.

Du bist doch nur ein Jahr älter als ich, sehe ich gerade.😅

Zitat von PapaEmeritus:
Ich weiß nur noch, dass im Sommer immer das Wasser im Konsum ausverkauft war, oder dass ich mich mit meiner Mutter mal stundenlang für Bananen und Melone angestellt habe. Durfte dann aber nicht alles auf einmal essen, sonst hätte ich einerseits Verstopfung bekommen, andererseits ständig auf Toilette gemusst oder es gab nur 1 mal pro Woche Eiscreme im Konsum

Hach ja, Kindheitserinnerungen. 😁

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PapaEmeritus
Konsum hieß übrigens „Kaufe Ohne Nachzudenken Schnell Unseren Mist“. Da war aber auch Mist dabei. Ich hatte mal Metall in der Schokolade. Hat meine Eltern aber nicht interessiert. Die haben gehofft, dass es an anderer Stelle einfach wieder rauskommt 😆
Naja, ich bin da eher so ein Kind der 90er. Mit Eurodance und sowas 😆

@Ameise_78

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Hola15
Zitat von Ameise_78:
Für mich & ziemlich viele Leute aus meinem privaten Umfeld schon... generell, in München damals (80er)... schönste Zeit überhaupt. Wir ...

Ich verstehe was du meinst, es war halt alles langsamer und weniger reizüberflutend. Das war wirklich nett.

Aber eigentlich war da schon ganz schön was los.

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A


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