Zitat von Worrior: Ich war der andere Mann der ich nie sein wollte, den ich kritisiert hätte.
Aber für einen Moment war ich glücklich, der Preis dafür war hoch, ich werde ihn mit Würde zahlen.
Wieder diese eiskalte Sarkophag um mein Herz.
"Lieber aufrecht sterben als kniend leben" ein Songtext.
Na dann, großer Krieger, vielleicht ist es jetzt einfach an der Zeit für das nächste Level. Ich beziehe das nicht nur auf dein jetziges Thema, sondern auch allgemein darauf, was ich von dir hier im Forum für einen Eindruck gewonnen habe.
Also, dir sind deine Werte und deine Klarheit sehr wichtig, und da scheinst du sehr, sehr gut aufgestellt.
Und dann ist da der Satz mit dem eiskalten Sarkophag, bei dem mir ganz kalt und traurig wird, und dein Songzitat, das zu zeigen scheint, wie existenziell das Thema für dich ist.
Momentan scheinst du dich vor die Wahl gestellt zu sehen, aufrecht mit gefrorenem Herzen tot zu sein, oder lebendig, aber würdelos und deine Werte und Klarheit verratend.
Ich denke, es ist an der Zeit, herauszufinden, wie du deinen Werten treu bleiben kannst, und TROTZDEM mit offenem Herzen und Freude zu leben. Das scheint mir die Sehnsucht, die sich durch die ganze unglückliche Liebesgeschichte ohne Happy End zieht. Aber gab es wirklich kein Happy End?
Was ich mir für dich wünschen würde, und was ich glaube, dass dir helfen würde, wären:
Humor
Akzeptanz
"Menschenliebe" (mir fällt kein sinnvolleres Wort ein)
Dankbarkeit
Humor/Selbstironie, weil ich glaube, dass es besser wäre, das ganze mit einem Augenzwinkern zu sehen, vor allem die eingenen "Fehler": Mei, *grins* die hat mich so dermaßen gekonnt um den Finger gewickelt, und ich alter Dackel hab mich einwickeln lassen wie ein Teenager... Ich glaube, noch 3 Dates, und ich hätte ihr nen Heiratsantrag gemacht... *lach* Das waren aber auch zu schöne Streicheleinheiten für mein Ego... Ein Lehrstückchen wie der alte, abgeklärte Warrior doch auch manchmal nur ein kleiner Junge auf der Suche nach LIebe ist... *ironischer Seufzer* Wer hätte das gedacht. So leicht ist der Panzer also zu knacken. Ich hab ihn Bombensicher gebaut, aber eine Umarmung reicht, um ihn zu brechen.
Akzeptanz: Dass es war wie es war und was es war. Dass es vorbei ist, dass es auf Sand gebaut war, aber trotzdem wunderbar. Dass jetzt Schmerz da ist, dass der aber auch vorübergehen wird. Dass eben auch in dir der kleine Junge steckt, der sich nach Liebe sehnt und der eine Daseinsberechtigung hat. Dass du den kleinen Jungen vielleicht einfach vernachlässigt hast, indem du dein freudsches Über-Ich ein wenig übertrainiert hast. Dass deine Werte und deine Klarheit nur ein Teil von dir sind. Dass es sich für dich echt angefühlt hat, und dass bestimmt einiges davon echt war.
Menschenliebe: Da kommen wir zur "Schl..." die du ihr an den Kopf geworfen hast. Wie du ja sagst, sie ist auch nur ein Mensch, mit menschlichen Eigenschaften. Ich habe den Eindruck, aber das kann auch täuschen, dass du von deinem hohen (Kriegs)ross der Wertetreue und Klarheit ein wenig auf die "gefühlsdusseligen Vernebelten" herabschaust. Es ist ja das eine, sich über seine Werte klar zu sein, und Konsequenzen zu ziehen, wenn man in eine Situation gebracht wird, die den Werten wiederprechen. Aber jemand anderen abzuwerten, weil er andere Entscheidungen trifft, ist verständlich, könnte man aber mit etwas Abstand befrieden. Die meisten von uns haben ihre Gründe zu handeln, wie sie es tun. Ich denke, das könnte auch aus dem Gefühl heraushelfen, verarsch... und ausgenutzt worden zu sein. Und es könnte vielleicht deine Bereitschaft erhöhen, dir Situationen und Menschen auch mal genauer anzuschauen, wo vielleicht der eine oder andere Drama-und-Gedöns-Alarm anspringt.
Dankbarkeit: Für die wunderbaren Stunden. Für das Gefühl, lebendig zu sein. Für das Gefühl, begehrenswert zu sein. Für eine wunderbare, berührende Begegnung. Für das Vor-Augen-führen, dass da noch mehr im Leben ist, als Werte und Klarheit, dass da wichtige Sehnsüchte schlummern. Dankbarkeit dafür, dass du dich auf deinen klaren Wertekompass verlassen kannst, auch wenn die Situationen messy werden. Dankbarkeit, für eine wundervolle Erinnerung.
Ein Buch, das mich in dem Zusammenhang sehr beeinduckt hat war: "Verletzlichkeit macht stark" von Brene Brown. Vielleicht ist das was für dich.
Vielleicht zusammengefasst: Ich denke, dass Klarheit und Werte, und vor allem die wilde Entschlossenheit, danach zu handeln, wenn es anbracht ist, ganz wichtig sind. Ich glaube aber, dass das der Lebendigkeit und Verletzlichkeit und dem offenen Herzen eben nicht entgegensteht, sondern im Gegenteil sogar wichtige Voraussetzungen sind, um Offenheit und Lebendigkeit zu leben. Und diese Offenheit, Lebendigkeit, Wärme wünsche ich dir sehr.