Zitat von lotusbluete_: dass ihm anscheinend nichts wehtut - als wäre ich kein Verlust für ihn, als würde nicht auch bei ihm plötzlich ein Mensch fehlen.
Davon würde ich nicht ausgehen, auch wenn sein rigoroser Abgang sich so deuten lassen könnte.
Es ist vermutlich seine Art, mit der Trauer (und vielleicht auch Schuldgefühlen) umzugehen, eben indem er
nicht reflektiert und sich
nicht damit auseinander setzt.
Und das Kopfkino macht daraus: Es ist ihm egal. Ich habe ihm nie etwas bedeutet.
Ich glaube aber, die wenigstens Menschen sind so abgebrüht, dass sie alles eiskalt hinter sich lassen können. Sie beschäftigen sich meist nur nicht mit ihrer Trauer und wollen auch nicht mit dem Schmerz des Ex-Partners konfrontiert werden -denn dann müssten sie sich ja auch mit ihrem Schmerz auseinandersetzen.
Ob es ihnen damit besser geht, ist fraglich.
Zitat von lotusbluete_: Manchmal wünsche ich mir, mein Ex würde wenigstens einen Tag so leiden, damit er mal sieht was er überhaupt angerichtet hat...
Selbst wenn sie doppelt und dreifach leiden würden, wäre es nicht Genugtuung genug.
Ich habe ja zumindest sporadisch noch Kontakt mit meinem Ex. Tatsächlich kann ich mich nach wie vor an ihn wenden, wenn ich "Fragen" zu unserer Beziehung bzw. Trennung habe. Und ich merke, wie sehr es ihn trifft, wie sehr ich noch leide.
Und wie sehr es ihn trifft, wenn ich ihm in meiner Wut Gemeinheiten und Beleidigungen an den Kopf schmeiße. Dann tut es mir selber leid und auch weh, ihn so zerstört zu sehen und trotzdem bemüht, mir es leichter zu machen.
Aber, ganz tief in mir drin, ist eine leise Stimme, die hämisch lacht und sagt: Yes. Volltreffer! Gibs ihm. Mach weiter so. Das war noch nicht genug. Tritt nach.
Davon abgesehen, dass ich so nicht sein möchte, weil er es nicht verdient hat -ich weiß, dass er mir nicht absichtlich weh tun wollte- und ich wirklich sehr an meiner Impulskontrolle arbeite, könnte ich ihm nie so sehr weh tun, dass es den Schmerz, den er mir angetan hat, wett machen würde.
Selbst wenn ich wollte, er würde nie das fühlen, was ich fühle, es wäre einfach nie genug.