Popp20
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Wir hatten beide davor jeweils eine Beziehung (falls man das so nennen kann, waren beides sehr komische Geschichten) und daher vermutlich auch beide sehr unterschiedliche Einstellungen und Ansichten.
Sie hat Beziehungsangst, verbindet das automatisch mit Schmerz, hat öfter solche Sachen gesagt wie "dann wäre ich lieber für den Rest meines Lebens komplett alleine". Ich wurde von meiner Exfreundin davor immer ziemlich runter gemacht, Beleidigungen waren an der Tagesordnung. Genau so regelmäßiges blockieren, streiten, usw.
Wir hatten beide anfangs große Bedenken ob das mit uns klappen kann (wir waren vorher knapp 1,5 Jahre sehr gute Freunde). Sie wollte es trotzdem versuchen.
Bei ihr geht soetwas allgemein viel langsamer, bei mir eher schnell. (Ich glaube ich bin einer von diesen Typen, die sofort einen Heiratsantrag machen würden - wozu warten?)
Ich wollte ziemlich schnell ziemlich viel, habe sie wohl auch sehr eingeengt. Sie hat allgemein Angst vor Beziehungen, ich wollte so schnell wie möglich offiziell zusammen sein.
Irgendwie kam es dann dazu, dass ich mit der ganzen Situation unzufrieden war. Im Nachhinein sehe ich so viele kleine Anzeichen, dass sie mich sehr geliebt hat, so viele Beweise. Aber irgendwie hat mir das nicht gereicht. Ich kam mir so vor, als wäre ich ihr unwichtig und teilweise auch ungeliebt.
Daraus folgte dann, dass ich sie blockiert habe. Mir war eigentlich schon klar, dass ich das nicht wirklich mache weil ich es beenden will oder es wirklich durchziehen will, sondern eher aus dieser Emotion heraus, und weil ich eine Reaktion erzwingen wollte. Bei meiner vorherigen Ex war sowas an der Tagesordnung.
Ich habe sie auch relativ schnell wieder blockiert, und ich habe auch mitbekommen, dass sie wohl wirklich traurig darüber war, sie hat meinem besten Freund (mit dem hatte ich mich damals kurz zerstritten, andere Geschichte) direkt erzählt, dass ich sie blockiert habe, und war wohl auch sehr traurig deswegen.
Es fühlt sich so unfassbar gemein an, aber ich war wirklich extrem froh darüber. Anscheinend habe ich ihr wohl doch etwas bedeutet.
Sie hat mir heute im Gespräch erzählt, dass sie damals sogar geweint hat. Und danach hatte sie nicht mehr das Gefühl, als ob sie sich auf mich verlassen kann. Sie dachte damals wirklich, es ist jetzt aus mit uns.
Ich fühle mich so unbeschreiblich dumm. Wie konnte ich damals glauben, dass das eine gute Idee war? Folgt wohl der gleichen Logik wie "Durch eine Kontaktsperre kommt der Ex zurück". Dass gerade bei ihr, jemanden, der große Angst vor Beziehungen und dem damit möglicherweise verbunden Schmerz hat, solche Spielchen so viel kaputt machen und nicht helfen, das hätte ich eigentlich wissen können. Aber damals war ich einfach zu sehr auf mich und mein Empfinden bezogen, wahrscheinlich auch noch zu sehr in den Verhaltensmustern der vorherigen Beziehung, dass ich tatsächlich dachte, sie merkt dadurch, dass sie mir wichtig ist, und dass ich ihr auch wichtig bin. (Ja ich weiß, war nicht die beste Idee sie zu blockieren um ihr zu zeigen, dass sie mir wichtig ist. ).
Nach dieser Aktion kamen von ihr auch folgende Nachrichten:
"Ich habe einfach Angst, dass es nicht klappt"
"Es wird immer schlimmer"
"Je tiefer eine Beziehung ist desto mehr tut es weh"
"Ich will dich nicht enttäuschen"
"Ich weiß, dass ich meine Wünsche aufgeben würde um möglichst viel bei dir zu sein"
Solche Vorfälle haben sich aneinandergereiht. Es waren ähnliche Ereignisse, die irgendwann dazu geführt haben, dass es nun komplett aus ist. Sie will mir auch keine Hoffnungen machen und sagt, sie ist sich in ihrer Entscheidung sicher. Ich liebe sie immer noch abgöttisch.