Zitat von Bücherfreundin: die von Betrug und/oder Warmwechsel betroffen sind oder waren
Erst einmal: vielen lieben Dank, dass du dich doch dazu entschieden hast, hier zu schreiben. Du hast mir unheimlich weiter geholfen mit deinen konkreten Fragen. So kann ich mich der Realität besser stellen und in mich gehen. Danke dass du dir so grosse Mühe gegeben hast.
Bevor du geschrieben hast, habe ich mir genau diese Gedanken gemacht. Ich denke, ich triggere hier einige Menschen unabsichtlich. Was ich eigentlich vermeiden wollte.
Zitat von Bücherfreundin: T. – X Jahre Beziehung, erste große Liebe: wer hat sich jetzt getrennt? Gemeinsame Entscheidung oder du von ihm oder er von dir?
Wir hatten ein schwieriges letztes Jahr. Also praktisch ein Jahr lang in dem wir bemerkten, dass es nicht mehr so war wie früher. Ich habe viel in die Beziehung investiert. Da ich merkte, dass wir etwas ändern mussten, entschloss sich T. für den Weg, mich absolut zu kontrollieren. Er kontrollierte mein Handy, lauerte mir auf der Arbeit auf, wollte dass ich ihm alle 10 Minuten schreibe wenn ich mit einer Freundin einen Kaffee trinken gehe und verbot mir den Kontakt zu Männern. Da die Beziehung sowieso bereits am bröckeln war, kam ich seinen Anforderungen entgegen. Er filmte mich heimlich und all solche Dinge. Als ich dann mit P. in Kontakt kam (das war über mehrere Monate, in dem wir uns kannten und ab und zu miteinander sprachen) und P. mich fragte „und, was hast du am Wochenende gemacht, warst du mit deiner Freundin etwas trinken, so wie du es letze Woche erwähnt hast?“ und ich da stand und ihm sagte „ähm, nein. Es ist etwas dazwischen gekommen“ wo in Fakt T. so lange mit mir gestritten hat, bis ich sagte, dass ich zu Hause bleibe, erst da begriff ich es allmählich.
T. bemerkte auch, dass seine Kontrollsucht nicht mehr gesund war. Wir entschieden uns daher, uns zu trennen. Es gab den Moment, in dem er sagte „entweder P. oder ich“, jedoch machte er dies die gesamten 6 Jahre über mit egal welcher Person. Ich musste mich jeweils immer für ihn entscheiden. Ich sagte T., dass ich mich für mich und mein Leben entscheide, und nicht für ihn oder P. oder sonst wer. Wenn ich mich für ihn entscheide, wird einige Monate später die nächste Situation kommen. Und ich spreche hierbei von Freundschaften egal mit welchem Geschlecht.
Zitat von Bücherfreundin: P. – mit ihm bist du ein paar Wochen später zusammengekommen, richtig? Wie viel Zeit war dazwischen? Hast du die Beziehung zu T. in dieser Zeit reflektieren können? Du schreibst nämlich auch, dass du anfangs noch mit T. Kontakt hattest und ihn zurück wolltest
Zusammen gekommen sind wir ein paar Monate nach der Trennung. Ich lenkte mich stark von der Trennung ab. Musste eine neue Wohnung suchen, zügeln und neben bei arbeiten und meine Ausbildung beenden. Gleichzeitig habe ich T. geholfen, seine Ausbildung zu beenden und ihn zu motivieren und unterstützen. T. konnte es jedoch nicht unterlassen, mich weiterhin zu kontrollieren und hinterher spionieren. Er rief mich öfter an und sagte, dass er nicht mehr ohne mich kann und wir sassen mehrere Male zusammen, damit er seine Fragen klären konnte. Irgend wann musste ich ihn jedoch bremsen und erhielt den Rat, den Kontakt zu kappen - zu seinem (und meinem) Wohl.
Ich merkte jedoch ziemlich rasch, dass ich einfach eine Pause benötigte, um wieder in die richtige Spur zu gelangen. Das war ca. nach wenigen Monaten nach der Trennung. Da lernte T. bereits eine andere Frau kennen und wies mich danach ab. Ich bat ihn, mir eine zweite Chance zu geben (bevor ich wusste, dass er jemanden neuen kennen gelernt hat) während dem er mir sagte „vielleicht irgendwann später mal“. Als ich dann versuchte, von ihm los zu kommen, kontaktierte er mich und meinte „ich hätte dich zurück gewollt, jetzt jedoch nicht mehr“. Und so ging das noch 2-3 Mal hin und her.
Zitat von Bücherfreundin: Wie lange warst du mit P. liiert? Hattest du während der Beziehung zu P. dieselben Gedanken wie jetzt in der Beziehung zu deinem aktuellen Freund?
Ich war mit ihm nicht lange zusammen, jedoch hatten wir danach noch eine F+, was wenige Jahre andauerte. Anfangs verglich ich P. mit T.. Mit der Zeit legte sich dies allmählich, weil wir keine Beziehung führten sondern eine platonische F+ führten. Da P. das pure Gegenteil war bemerkte ich, was in der Beziehung mit T. gut und was nicht so gut lief. Auch bemerkte ich, in welchen Punkten ich mich anders verhalten sollte, um eine solide Beziehung führen zu können. Dafür war ich sehr dankbar, ich lernte viel über mich selbst und konnte auch alleine leben. Als ich sehr im reinen mit mir war, lernte ich dann meinen jetzigen Partner kennen und weihte ihn von Anfang an in meine Gefühlswelt ein. Damals war ich bereit, mein Herz wieder zu öffnen und froh, endlich nicht mehr so stark an meinem Ex zu hängen.
Zitat von Bücherfreundin: Danach Pause von 4 Jahren, richtig? Was ist in dieser Zeit passiert? Hattest du da ebenfalls Gedanken an T. und den tollen Sex, der die fehlt? Hast du in dieser Zeit weiterhin sein Social Media Profil beobachtet, Infos über ihn eingeholt oder gar nicht an ihn gedacht?
Nein, ich habe sein Profil nicht besucht. Er hingegen hat meines öfters besucht und mir Nachrichten geschrieben. Wobei, manchmal weiss ich nicht, ob evtl. seine Freundin mir Nachrichten geschrieben hat.
Als ich nämlich mit T. sprechen wollte, sagte er jeweils immer „ja, wir können uns sehen und hören, aber nur wenn meine Freundin dabei sein kann“. Ich wollte damals einfach abschliessen mit allem. Erhielt jedoch die Gelegenheit nicht dazu. Ja, es ist noch so manches gelaufen diesbezüglich.
Zitat von Bücherfreundin: Das finde ich grundsätzlich gut. Aber was genau weiß er über diese Gedanken / Gefühle zu deinem Ex? Inwieweit weiß er z.B. darüber Bescheid:
Von Beginn an war das Sexualleben mit meinem Partner sehr schwierig (von seiner Seite her). Ich habe ihn unterstützt, wo ich nur konnte und wir sind mittlerweile auf einem Level, das er sich niemals hätte vorstellen können, da er Probleme hat. Er hat von sich aus ziemlich zu beginn unserer Beziehung gesagt, dass es für ihn in Ordnung sei, wenn ich mir den Sex noch wo anders einholen möchte, da er sowohl sehr wenig Bedürfnisse empfindet als auch aussließlich im Bett etwas machen kann. Er sagte sogar, dass es für ihn entlasten sein könnte, weil er dann diesen Druck (den ich ihm nicht gebe sondern er sich selbst) nicht mehr so stark empfinden würde. Ich konnte es jedoch bis jetzt nicht machen. Wir sprechen sehr oft darüber, damit wir jeweils wissen, wo die andere Person steht. Ich habe mir überlegt ihn über meine Gedanken einzuweihen bezüglich T. und dem Sex mit ihm. Das empfand ich jedoch als unpassend und verletzend.
Zitat von Bücherfreundin: Warum nicht?
Meinst du SB?
Zitat von Bücherfreundin: Etwas nicht denken zu wollen verstärkt den Gedanken nur noch. Ist das hier das Problem? Du willst nicht an T. denken, tust es aber dennoch? Und je mehr du es nicht willst, desto schlimmer wird es? Wie oft denkst du denn tatsächlich an ihn (T.)?
Du bringst es auf den Punkt! Ich möchte nicht mehr an ihn denken und zack, sind meine Gedanken bei ihm und ich mag das einfach nicht mehr!
Ich denke nicht jeden Tag an ihn, jedoch in letzter Zeit öfter als auch schon. Wir hatten letztens Kontakt (etwas belangloses) was mein Partner im übrigen weiss - was vielleicht mein Gedankenkarussell wieder angetrieben hat…
Zitat von Bücherfreundin: Gedanken kann man auch ganz bewusst ziehen lassen (das braucht aber Übung).
Mit Meditation evtl.? Das könnte ich wieder intensivieren und Übungen machen. Ich merke in mir jedoch eine Art Anker, der nicht weg gehen möchte und mich in die Tiefen zieht…
Zitat von Bücherfreundin: Erst einmal, was ist das denn für ein Gefühl, dass du T. gegenüber empfindest? Kannst du das benennen?
Schwierig, um ehrlich zu sein. Es ist nicht Liebe. Es ist eine Art Sehnsucht. Ich denke manchmal, dass er für mich ein Seelenfreund war. Und dass ich ewig mit ihm verbunden bleibe. In der Beziehung mit ihm haben wir uns beispielsweise oft gleichzeitig angerufen oder geschrieben oder das gleiche Geschenk füreinander gekauft, ohne dass wir es wussten.
Zitat von Bücherfreundin: Das Social Media Profil von T. weiterhin zu verfolgen, führt halt nicht unbedingt dazu, dass deine Gefühle, wie auch immer sie geartet sind, wieder verschwinden
Du hast sehr recht. Ich habe es bis vor 3 Monaten nie wirklich gemacht. Ich frage mich, weshalb ich mich nun fast schon unbewusst dabei erwische, wie ich einfach kurz darauf blicke…
Zitat von Bücherfreundin: Wann hast du diese Liste erstellt? Warst du da schon in einer Beziehung mit deinem Freund oder sozusagen noch in der Kennenlernphase? Ist der eine Punkt der Sex oder gibt es noch einen Punkt?
Wir waren da bereits einige Monate zusammen. Ich wollte wissen, ob ich wirklich bereit für diese Beziehung bin und habe die Liste erstellt. Der Sexuelle Part war der Einzige Punkt, das ist korrekt.
Zitat von Bücherfreundin: Ich denke, hier kommen wir der Sache schon näher. Hattest du dieses Gefühl bei der Beziehung mit T. auch?
Ja! Ich habe dies, seit ich Denken kann. Ich denke, dass hat mit meiner Neurodivergenden Persönlichkeit zu tun. Es ist sehr schwer zu kontrollieren, jedoch nicht unmöglich. Ich spreche sehr offen mit meinem Partner über dieses Thema, seither habe ich mehr über mich und er mehr über die Symptome gelernt, um besser damit umzugehen.
Zitat von Bücherfreundin: Kreisen deine Gedanken eventuell auch darum? Was wäre wenn gewesen?
Jap, absolut… Es zerstört mich praktisch. Ich wollte T. nie verletzen, seine Kontrollsucht hat mich jedoch total eingesperrt. Und „kurze Zeit“ später hat er mich mit einer anderen Frau ausgetauscht (was im übrigen das Umfeld von T. so mir zugetragen hat).
Zitat von Bücherfreundin: die Schuld an der Trennung von T. gibst, denn hätte es keinen P. gegeben, wäre es vielleicht nicht zur Trennung gekommen?
Schaust du dir deshalb sein Profil noch an? Um zu sehen, wo die Reise mit ihm hingegangen wäre und dann festzustellen, dass es eh nicht mehr gepasst hätte weil das was er jetzt hat du doch gar nicht willst?
Ja, absolut. Irgendwie hängt die ganze Last an mir. Die gesamte Schuld. Und trotzdem weiss ich: es war nicht unsere Zeit. Wir hätten es selbstständig nicht auf die Reihe bekommen. Wir haben uns gegenseitig nicht gut getan gegen den Schluss der Beziehung. Heute, mit meinem Wissen wie ich Probleme angehen kann und mit der Erfahrung, weshalb ich in manchen Situationen reagiere wie ich es mache oder denke was ich denke lässt mich - denke ich mal - zurück reisen zu der Zeit mit T., wo ich so vieles anders machen hätte können. So viel Potential, das da gewesen wäre. Ich denke, es ist ein Prozess um mein altes Ich loszulassen. Und Loslassen ist leider nicht meine Stärke.
Ich habe Angst, irgend etwas zu verlieren. Und ich frage mich mittlerweile, weshalb dies so ist. Ich möchte endlich loslassen können.