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Ich kann nicht abschließen

M
Zitat von 123456789:
Ja, so kannte ich ihn zwar all die Jahre nicht... ...wobei ganz zu Beginn unserer Beziehung hatte er auch unangemessen große Angst, mich zu verlieren (Dieses Muster sehe ich in seiner neuen Beziehung jetzt schon wieder), aber später war unsere Beziehung sehr schnell sehr ruhig ohne große Dramen. Das mit der ...

...ich denke wenn die andere Frau Prinzipien gehabt hätte nach dem Motto:
so nötig hab ich keinen Partner dass ich mir n verheirateten Vater von kleinen Kinder krallen muss...
dann hättest Du und Dein Ex die Chance gehabt, das als Weckruf und zum dran arbeiten zu nutzen und
am Ende vielleicht sogar die Beziehung auf ein neues Level heben.

DESHALB finde ich schwesterliche Solidarität bei diesen Spaltungsversuchen SO wichtig...
Nicht wegen Moral oder erhobenem Zeigefinger, sondern um andere Frauen zu schützen und
handfeste Schaden auch bei Kindern zu vermeiden...

...und letztlich hat es auch eine pädagogische Komponente, Menschen, die sich illoyal verhalten,
nicht noch sich selbst als Belohnung dafür anzubieten 😇...nur deshalb "passieren" ja schreckliche
Geschichten so oft...weil denen, die einen Dreck auf Versprechen, Loyalität und Ehrlichkeit bzw Fairness geben keine Grenze gesetzt wird...und sie nicht nur damit durchkommen, sondern noch "belohnt" werden dafür...zumindest vordergründig...früher oder später wird es sicher jedoch auch Deinen Ex einholen und er wird es verarbeiten müssen...eine Dame mit Prinzipien hätte ihn also auch vor sich selbst geschützt...

x 2 #346


@merretich

Grundsätzlich würde ich das unterschreiben. Solange man aktiv entscheiden kann, ob man weiter Kontakt hat, bevor man Gefühle entwickelt hat. Aber was tut man, wenn schon Gefühle da sind (das Kind schon in den Brunnen gefallen ist)? Sowohl mein Mann als auch ich haben mit jeweils anderen Menschen Grenzen überschritten. Er körperlich, ich emotional. Den Sex kann ich gut sein lassen, aber gegen die Gefühle kommt man ja manchmal nicht an, wenn man sich immer wieder sieht.

Dass so eine Entscheidung eine große ist und nicht leichtfertig getroffen werden sollte, sehe ich genauso und es ist mir auch wichtig, das meinen Kindern zu vermitteln.

Und ich kann mich ja nicht gegen jeden Mann entscheiden, der vorher eine andere Beziehung hatte, die nicht mehr funktioniert. Versteh mich nicht falsch. Klar gibt es einen Unterschied, ob man schon länger und aus anderem Grund getrennt ist oder ob man sich wegen einem neuen Partner trennt. Aber was ist mit den Fällen, in denen einem erst anlässlich eines anderen Menschen auffällt, dass man nicht mehr glücklich ist. Man kann ja nicht rückgängig machen, den neuen Menschen vorher kennengelernt zu haben

#347


A


Ich kann nicht abschließen

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Y
Zitat von 123456789:
Aber was tut man, wenn schon Gefühle da sind (das Kind schon in den Brunnen gefallen ist)?

Ich versuche es mal mit einem Vergleich:

Eine Frau, die in der Schwangerschaft weiter raucht, mag dafür verschiedene Gründe haben. Der Hauptgrund, würde ich behaupten, ist der, dass sie den Rauchentzug nicht aushält, nicht aushalten will.

Was passiert dann aber? Das Kind raucht mit. Und das Kind hat nach der Geburt einen Entzug inklusive Entzugssymptomen.

Das was die Frau also nicht aushält, überlässt sie dem schutzlosen, hilflosen Säugling.

Übertragen auf deine Frage:
Jeder wirklich jeder Mensch über spätestens 30 weiß, dass Liebeskummer vorüber geht.

Du verliebst dich, er will nicht, es tut weh, es geht vorbei. Fertig.

Das was nicht so einfach weggeht, sind die tieferen Wunden, die berührt werden. Alte Narben, alte Trigger.

Die haben aber nichts mit dem Liebeskummer als solchem zu tun. Und mit denen sollte sich jeder abseits von Liebeskummer beschäftigen. Denn auch Freunde, Kollegen, Familie können diese Trigger berühren. Es tut also nur gut, sich damit zu befassen.

Wenn ich jetzt aber einen Betrug vornehme, als PartnerIn oder als potentielleR Next, dann entstehen Wunden und Narben, die eben auch tiefer gehen. Und zwar nicht nur bei der betrogenen Person, sondern auch bei betroffenen Kinder.

Vertrauen wird zerstört, Selbstwert wird angeknackst, Leben wird nachhaltig beeinflusst.

Zurück zu den Zig.:
Bin ich wirklich bereit anderen Menschen und Kindern Wunden zuzufügen, weil ich den im Vergleich relativ geringen Liebeskummerzeitraum nicht tragen möchte?

Diese Frage sollte man sich stellen, wenn man betrügt. Vor allem, wenn man es über Monate tut.

Dein Mann war da ja irgendwie schon anders. Ein Betrug, auf den zeitnah eine Entscheidung folgte.

Denn ja, fremdverlieben kann passieren. Und es kann auch richtig sein, dass man sich für die neue Person entscheidet.

Aber monatelanges Aufbauen einer externen Beziehung zueinander, einer Bindung, die immer schwerer zu lösen ist, die Lügen und Betrügen beinhaltet, die jeden Tag neu eine Entscheidung ist, das hinterlässt Narben. Spürbare Verletzungen.

Wenn du also siehst, dass seine Frau seinen Arm abschüttelt, sie dich nicht erträgt, dann bedeutet dass nicht, dass er dir leid tun muss. Sondern in erster Linie, dass ihr verwundet habt. Ihr habt beide verletzt. Und im Vergleich zu ein bisschen Liebeskummer, weil man sich in den Falschen verliebt hat und darüber traurig ist, halte ich das für die deutlich härtere Nummer.

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Zitat von Yoffi:
Ich versuche es mal mit einem Vergleich: Eine Frau, die in der Schwangerschaft weiter raucht, mag dafür verschiedene Gründe haben. Der Hauptgrund, ...

Ja, da hast Du Recht. Und wäre ich in Bestform gewesen, wäre es mir in der Form vermutlich auch nicht passiert. Natürlich gibt einem der Umstand selbst verletzt worden zu sein nicht das Recht, dasselbe mit anderen zu tun, aber vielleicht wird man weniger aufnahmefähig und aufmerksam.

Anders als beim Zig. anzünden gibt es im Zwischenmenschlichen Graubereiche (in dem Fall zwischen Freundschaft und Balzverhalten). Ich bin mit ihn beim Kennenlernen nicht anders umgegangen als mit anderen Menschen. Was dann daraus wurde hat sich zwischen uns beiden entwickelt. Bis wir eben an einem Punkt waren, der (für mich) nicht mehr als platonisch durchging. Wie genau er es gesehen hat, kann ich nur mutmaßen. Ich vermute, dass auch er zumindest die Tendenz Richtung Balz seinerseits schon auch erkannt hat aber zum Selbstschutz leugnet. Kann allerdings sein. Muss nicht

#349


Y
Zitat von 123456789:
Ja, da hast Du Recht. Und wäre ich in Bestform gewesen, wäre es mir in der Form vermutlich auch nicht passiert. Natürlich gibt einem der Umstand ...

Absolut verständlich. Und wie bereits geschrieben, ist das, glaube ich, der Ansatz zur Verarbeitung. Also nochmal genau die Verletzungen aus deiner Trennung anschauen.

Und natürlich ist mein Beispiel nur ein Beispiel und nicht 1:1 übertragbar. Und auch die Frau, die trotz Schwangerschaft raucht wird Gründe und Baustellen mit sich bringen.

Das Leben besteht immer auch daraus Fehler zu machen. Diese bestmöglich zu reflektieren und es neu zu versuchen. Und dann macht man wieder andere Fehler. Und manche davon sind auch wichtig, weil sie uns einen wertvollen Schritt näher zu uns selbst bringen. Wenn man sich die Zeit nimmt mal genau hinzuschauen. Und das machst du ja gerade. 🌻

#350


Zitat von merretich:
...ich denke wenn die andere Frau Prinzipien gehabt hätte nach dem Motto: so nötig hab ich keinen Partner dass ich mir n verheirateten Vater von ...

Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr stört mich der Gedanke, dass man den anderen zu erziehen hat (also in unserem Fall wir Frauen die Männer)

#351


Zitat von Yoffi:
Absolut verständlich. Und wie bereits geschrieben, ist das, glaube ich, der Ansatz zur Verarbeitung. Also nochmal genau die Verletzungen aus deiner ...

Das stimmt natürlich auch wieder. Danke

x 1 #352


M
Zitat von 123456789:
@merretich Grundsätzlich würde ich das unterschreiben. Solange man aktiv entscheiden kann, ob man weiter Kontakt hat, bevor man Gefühle entwickelt hat. Aber was tut man, wenn schon Gefühle da sind (das Kind schon in den Brunnen gefallen ist)? Sowohl mein Mann als auch ich haben mit jeweils anderen Menschen Grenzen ...

Ich finde halt Menschen attraktiv und toll, die Verantwortung für sich übernehmen!
Ich war durchaus mehr als einmal in Beziehungen, die am Ende nicht funktioniert haben oder wo ich aus welchen Gründen auch immer eine falsche Entscheidung getroffen habe.

Aber ich bewundere Menschen, die das dann reflektieren, anstatt einfach blind die nächste grosse Brust zu suchen, an die man/frau sich dranhängen kann in der Hoffnung auf Glück.

Wie oft musste ich mir SELBST nach dem Scheitern von Beziehungen oder auch Freundschaften an die eigene Nase fassen! (nicht auf mein Bauchgefühl gehört, hab mich manipulieren lassen, hab gegen meine Überzeugung gehandelt, hab schlecht oder nicht kommuniziert oder oder).

Solange man aber das Scheitern externalisiert, entwickelt man sich nicht. Und man wird ziemlich sicher mit der nächsten Person die gleiche Schleife ziehen. (Du siehst es selbst an Deinem Ex- er hatte Anfangs Panik Dich zu verlieren, jetzt hat er schnell Dich verlassen aus Panik jemand anderen zu verlieren. Offensichtlich ist er diesem Gefühl nie auf den Grund gegangen ohne es blind auszuagieren!).

Und im Unterschied zu Kindern halte ich Erwachsene durchaus für Impulskontrolle für fähig.
Es sprengt ja auch niemand einen Bankautomat, weil die Gefühle und die Sehnsucht nach Reichtum so stark waren (was durchaus sein kann 😜 ).
Würde jemand das vor Gericht äussern, würde man an seinem Verstand zweifeln.
Nur in erwachsenen romantischen Beziehungen wird oft so getan, als habe man keine Wahl. Was absolut nicht stimmt.
Was ich bei einem Kind total verstehen könnte, finde ich hier unangemessen.

#353


M
Zitat von 123456789:
Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr stört mich der Gedanke, dass man den anderen zu erziehen hat (also in unserem Fall wir Frauen die Männer)

Innerhalb einer Beziehung würde ich mich auch tunlichst davor hüten 😂
Aber schau, wenn man wie die Freundin Deines Ex hier keine gesunden Grenzen hat, zeigt man dem Menschen deutlich, dass er so mit anderen Menschen umgehen kann.
Und das erhöht das Risiko, dass er künftig auch mit anderen Frauen so agiert.
In erster Linie geht es um Selbstschutz und eigene Grenzen.
Es geht aber gesamtgesellschaftlich finde ich durchaus auch darum, destruktiven Charakteren nicht noch was hinterherzutragen! Weil sonst entwickelt sich eine narzisstische Gesellschaft (in Teilen haben wir das schon) wo jeder seinem Ego folgt und die Freundlichen Fairen am Ende die gelackmaierten sind. Darum gehts.
Auch wird dadurch das Vertrauen in Bindungen und Beziehungen insgesamt massiv unterhöhlt was für eine gesunde Gesellschaft und v.a. Kinder einen irreparablen Verlust darstellt. Finde ich zumindest.
Denn die Fähigkeit zu vertrauen, ein echtes Team zu sein, Loyalität, Ehrlichkeit und Fairness sowie Gegenseitigkeit sind die Grundpfeiler von Menschlichkeit und entscheiden uns vom Dschungel wo der Stärkere oder Unempathischere als gewinnt. Und wer in dem Bereich foult, macht sehr viel kaputt. In sich. Aber auch in den anderen Beteiligten.

Ich bin ein totaler Freund von Freiheit und dass man immer gehen können sollte, wenn man zB in missbräuchlicher Beziehung ist. Aber das ist was andres als Menschen gegeneinander auszuspielen, (Eigen)- auch für den Zustand eigener Beziehungen, Loyalität und Fairness und Ehrlichkeit abzulehnen und sich dabei schwammig auf "Gefühle" zu berufen, denen man blind zu folgen habe. Ist wahrscheinlich Folge davon, dass viele keinen gesunden Umgang mit Gefühlen gelernt haben und daher zwischen verdrängen und blind ausagieren schwanken. Was beides sehr destruktiv sein kann. Man kann aber mit eine Gefühl auch einfach sein, es zulassen, reflektieren und auf seinen Stellenwert prüfen. Und DANN handeln. Aber die Mühe und Zeit will sich halt nicht jeder nehmen, was in Anbetracht der Anforderungen heutzutage auch nachvollziehbar ist.

#354


Zitat von merretich:
Innerhalb einer Beziehung würde ich mich auch tunlichst davor hüten 😂 Aber schau, wenn man wie die Freundin Deines Ex hier keine ...

Das ist ein absolut guter Punkt. Tatsächlich habe jch mich auch gefragt, wie "lustig" es bei meinem Ex und seiner Neuen mal zugeht, wenn es schwierig wird. Beide Fremdgänger (sie war auch in Beziehung) und Fernbeziehung. Na Prost Mahlzeit.

Ich war ja auch definitiv an meiner Grenze (eher schon drüber hinaus) bei dem Anderen. Ich hätte so als Ehefrau nicht behandelt werden wollen

x 1 #355


M
Zitat von 123456789:
Das ist ein absolut guter Punkt. Tatsächlich habe jch mich auch gefragt, wie "lustig" es bei meinem Ex und seiner Neuen mal zugeht, wenn es schwierig wird. Beide Fremdgänger (sie war auch in Beziehung) und Fernbeziehung. Na Prost Mahlzeit. Ich war ja auch definitiv an meiner Grenze (eher schon drüber ...

Ich meine manche Menschen haben vielleicht auch kein Bedürfnis nach echter tiefer Verbindung und denen reicht das dann. Man hat die erwünschte Ablenkung vom eigenen selbst oder Bewunderung oder oder. Und dann reicht einem das.
So wie manchen halt Fastfood reicht während andere ihr Essen selbst kochen oder gar selbst anbauen. Weil ihnen Qualität und Nachhaltigkeit wichtiger ist als der schnelle unkomplizierte Kick. Und auch wenn man das nicht verurteilen muss, sollte man denke ich wissen, was einem selbst wichtig ist, und wo man steht bzw. welche Werte für einen verhandelbar sind und welche nicht. Und sich gegen das andere abgrenzen. Weil man sich sonst einfach auch unglücklich macht.

#356


Zitat von merretich:
Ich meine manche Menschen haben vielleicht auch kein Bedürfnis nach echter tiefer Verbindung und denen reicht das dann. Man hat die erwünschte ...

Ja, letztlich ist das jetzt natürlich ihr Problem.
Trotzdem ein Schock, wenn man seinen langjährigen Partner da so ganz anders eingeschätzt hätte.

#357


Zitat von merretich:
Ich meine manche Menschen haben vielleicht auch kein Bedürfnis nach echter tiefer Verbindung und denen reicht das dann. Man hat die erwünschte ...


Ganz falsch habe ich dann vermutlich auch nicht alles gemacht. Meine Grenzen waren in der Anfangszeit nach der Trennung sicher flexibler als davor, aber ich habe sie dann doch bald wieder gefunden

#358


M
Zitat von 123456789:
Ja, letztlich ist das jetzt natürlich ihr Problem. Trotzdem ein Schock, wenn man seinen langjährigen Partner da so ganz anders eingeschätzt hätte.

Das ist total nachvollziehbar. An Deiner Stelle bräuchte ich sicher Jahre um damit klar zu kommen.
So als Vollzeit Mimose 😂
Manche in der Lebensmitte haben halt auch Angst was zu verpassen oder können nicht schätzen was ihnen eh schon so lange zur Verfügung steht und denken dann nicht langfristig. Oder sie können einem garnicht genau sagen warum sie sowas machen, weil sie nie gelernt haben sich zu reflektieren, immer beschäftigt mit Kohle machen, Haus und Kindern und so...

#359


M
Zitat von 123456789:
Ganz falsch habe ich dann vermutlich auch nicht alles gemacht. Meine Grenzen waren in der Anfangszeit nach der Trennung sicher flexibler als davor, aber ich habe sie dann doch bald wieder gefunden

Die Versuchung ist ja auch enorm zu sagen: okay, wenn sich die anderen schon nicht an die Regeln halten, warum soll ich mich dann drum scheren...das ist ja auch schwer dagegen anzukämpfen weil das ist menschlich..
und hilft vorübergehend sicher auch gegen die riesige Machtlosigkeit...
Aber am Ende entsteht so eine Kettenreaktion von Verletzungen und Fouls...und das ist gesellschaftlich und für Familien eine Katastrophe...

#360


A


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