Angel08
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Ich bin 25 Jahre alt, er ist 28.
Fast sieben Jahre sind wir zusammen. Sieben Jahre, die sich anfühlen wie ein ganzes Leben. Wenn ich daran denke, wie jung ich war, als wir uns kennengelernt haben, wird mir klar, wie sehr meine Geschichte mit seiner verwoben ist. Es gibt kein „Davor“ ohne ihn, kein Erwachsenwerden, das nicht auch ihn einschließt.
Am Anfang war alles gut. Wirklich gut. Ich habe gelacht, mich sicher gefühlt, geliebt. Ich habe geglaubt, wir wachsen gemeinsam. Dass wir alles schaffen können, solange wir uns haben.
Heute weine ich fast jeden Tag.
Manchmal leise, nachts, wenn er schläft. Manchmal laut, verzweifelt, weil ich es nicht mehr zurückhalten kann. Die Tränen kommen einfach. Aus Erschöpfung. Aus Hilflosigkeit. Aus dem Gefühl, langsam innerlich zu zerbrechen.
Unsere Beziehung ist toxisch geworden, auch wenn es mir lange schwerfiel, dieses Wort überhaupt auszusprechen. Es wird beleidigt, herabgewürdigt, verletzt. Worte fallen, die man nicht mehr zurücknehmen kann. Und jedes Mal bleibt etwas in mir zurück, das ein bisschen mehr kaputtgeht.
Wir streiten ständig. Es gibt kaum noch ruhige Gespräche, kaum noch Nähe. Alles eskaliert. Besonders dann, wenn es um die Zukunft geht. Um Ehe, Kinder, Verantwortung. Um meinen Glauben. Ich bin katholisch, mein Glaube ist mein Halt – und gleichzeitig einer der größten Streitpunkte zwischen uns. Er ist Atheist und lässt mich spüren, dass er nichts davon ernst nimmt. Dass er mich dafür nicht ernst nimmt.
Wenn ich über Gott spreche, fühle ich mich dumm gemacht. Wenn ich über Werte spreche, werde ich ausgelacht oder als rückständig bezeichnet. Ich habe angefangen, meinen Glauben zu verschweigen, nur um Streit zu vermeiden. Aber jedes Mal verliere ich dabei ein Stück von mir selbst.
Ich lebe in ständiger Anspannung. Ich weiß nie, welches Wort den nächsten Streit auslöst. Ich laufe auf Eierschalen, versuche, alles richtig zu machen – und scheitere trotzdem. Am Ende bin ich die, die weint. Immer ich.
Und trotzdem… gehe ich nicht.
Sieben Jahre lassen sich nicht einfach abschneiden. Da sind Erinnerungen, gemeinsame Pläne, Gewohnheiten, Hoffnung. Da ist diese Stimme in mir, die sagt: Vielleicht wird es wieder wie früher. Vielleicht wird es besser. Vielleicht bin ich einfach zu schwach.
Die Angst vor der Trennung ist fast genauso groß wie der Schmerz des Bleibens. Ich habe Angst vor der Leere danach, vor dem Alleinsein, vor dem Gefühl, versagt zu haben. Angst davor, dass all diese Jahre umsonst gewesen sein könnten.
Aber während ich bleibe, verliere ich mich immer mehr.
Ich weine, ich zweifle, ich halte aus.
Und irgendwo tief in mir weiß ich: Liebe sollte nicht so aussehen. Liebe sollte nicht nur aus Tränen bestehen.
Doch loszulassen nach sieben Jahren fühlt sich an, als müsste ich mir selbst das Herz aus der Brust reißen.
Meinungen, Ratschläge und Anregungen sind gewünscht. Danke im Voraus!
