Miri20
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ich lese hier schon einige Zeit mit und konnte hier schon so viel hilfreiches rausziehen aber heute brauche ich zu meinem konkreten Fall eure Hilfe. Ich bin 32 und mein Expartner 36. Die absolute Kurzform, sonst würde es den Rahmen sprengen: Ich habe mich im Februar von meinem Freund getrennt. Wir waren sechs Jahre zusammen. Das Hauptproblem war seine aggressive Art, seine Überforderung mit jeglichen Themen des Lebens und die fehlende Fähigkeit zu kommunizieren. Letztendlich wurde ich die letzten drei Jahre hingehalten, was den Kinderwunsch betrifft. Von „Schatz bald bist du schwanger“ bis zu „Das habe ich nur zu dir gesagt, damit ich dich nicht verliere“ war alles dabei. Er hat mir über zwei Jahre hinweg Zeitpunkte genannt an denen wir starten, nur um sie dann kurz davor wieder zu verschieben.!Ich habe noch versucht das Ganze mit einer Paartherapie zu retten, aber dort war er eigentlich nur physisch anwesend, während ich alles versucht habe diese Beziehung zu verbessern und zu retten. Ich bin monatelang durch eine emotionale Hölle gegangen, die mich alles an Kraft gekostet hat. Als ich im Februar dann nach Monaten des Schweigens, runterschluckens und wartens, mich getraut habe, das Thema Kinderwunsch nochmal anzusprechen, wurde ich mit den Worten: „Nein ich muss mich um meine Sachen kümmern“ (er hat ein Jahr zuvor einen Job angenommen, in den er all seine Energie reingesteckt hat und ich habe ihn dabei von A-Z unterstützt) und „Wir sind uns eh nicht einig und ich will keine Frau die Kinder wie gehirnamputierte Behinderte behandelt“ abgespeist. Danach ist er feiern gegangen und hat mich weinend sitzen lassen. Das war der Moment in dem ich nicht mehr konnte und wusste, dass das hier keinerlei Zukunft mehr hat und ich mich nie wieder so behandeln lassen möchte. Er kam dann später heim, wollte kuscheln, aber ich habe ihn abgewiesen, weil ich die Art und Weise mich tief zu verletzen und danach einzufordern, dass alles wieder in Ordnung sein muss, nicht mehr ertragen konnte. Am nächsten Tag wollte er wieder dass alles gut ist und als ich ihm signalisiert habe, dass ich nicht mehr kann und er mir daraufhin an den Kopf gehauen hat, dass wir ja grade aus dem Urlaub kommen und ich jetzt nur das nächste Highlight in Form von einem Baby brauche, war es endgültig vorbei für mich. Er ist dann wieder einfach zu Freunden gegangen und hat mich sitzen lassen. Ich habe in der Zeit meine Koffer gepackt und bin zu meinen Eltern gefahren. Ich war die ersten Tage wie gelähmt und wusste, dass ich das alles nicht mehr kann.
Er hat sich dann erst nach 4 Tagen gemeldet. Aber nicht bei mir, sondern bei meiner Mutter. Sie wollte aber nicht mit ihm sprechen und ist nicht ans Telefon gegangen. Einen Tag später rief er dann bei mir an, aber ich war noch nicht bereit zu reden. Zwei Tage später versuchte er es nochmal bei mir und bei diesen zwei Anrufen ist es bis heute geblieben. Er hat kein einziges Mal mehr versucht von seiner Seite mich zu kontaktieren, etwas zu schreiben oder die Situation zu reflektieren und um die Beziehung zu kämpfen. Ich habe ihm dann nach zwei Wochen bei meinen Eltetn geschrieben, dass ich meine Sachen bitte in Ruhe packen möchte in der Wohnung, habe ihm geschrieben wann ich komme und ob es möglich ist, dass ich bitte alleine ohne Konfrontation in die Wohnung kann. Keine Antwort. Ich bin also in die Wohnung gefahren und habe die Wohnungstüre mit ausgewechseltem Schloss vorgefunden. Das war etwas, womit ich niemals gerechnet hätte und es hat mich zutiefst verletzt. Die Wohnung hat jeder von uns zur Hälfte bezahlt und dort waren ja auch alle gemeinsam angeschafften Sachen drin, die ich ebenfalls zur Hälfte bezahlt habe. Also musste ich an der Türe klingeln und in meiner eigenen Wohnung um Einlass bitten. Als er die Tür aufmachte sah ich sofort, dass er all meine Sachen in die Mitte des Raumes gestellt hatte. Meine Kleiderschrankseite war bereits durch ihn ausgeräumt worden und seine Sachen dort reingehängt. Ich war nur noch fassungslos über dieses Verhalten. Ich habe also die letzten Sachen gepackt, war zutiefst verletzt und Tage später kamen wir mit dem Umzugswagen und haben alles geholt. Soweit die Trennungsgeschichte. Aber dann begann der Psychoterror der anderen Art erst richtig. Ich fasse es kurz zusammen:
Anrufe bei meinen Eltern und ausfragen von Freunden. Mir ging es sehr sehr schlecht während der Zeit nach der Trennung. Das hat er mitbekommen. Anstatt sich bei mir zu melden, befragt er mein Umfeld. Bei meinen Eltern meinte er, es tut ihm weh, dass es mir so schlecht geht. Als sie ihm gesagt haben, dass es dann mal gut wäre wenn ein Gespräch zwischen uns stattfindet und er sich doch mal melden soll, hat er dies nicht getan.
Er hatte noch Sachen von mir und hat mir Geld geschuldet. Es hat ganze 6 Wochen und mehrere Bitten meinerseits gebraucht, dass ich die Sachen erhalten habe. Erst wollte er sie vorbeibringen, dann war ihm die Fahrt zu teuer. Dazwischen hat er mich wochenlang geghostet und antwortet ewig nicht um die Sachen final auszutauschen. Immer wieder Vorwürfe seinerseits ich würde ja nur die Beziehung aus meinem Leben löschen wollen und nur alles jetzt final austauschen wollen um ihn aus meinem Leben zu löschen. Und er müsste das alles nicht machen, er sei ja so nett und habe eingewilligt mir MEIN Zeug zu geben.
Diese Woche ein Anruf bei meiner Mutter, abends um halb 8 um ihr zum Geburtstag zu gratulieren. Deren Verhältnis war nie eng, deswegen finde ich nach allem was war umso krasser, dass er sich das traut. In dem Wissen ich sitze daneben. Er weiß dass es mir nach langer Zeit nun etwas besser geht und statt Ruhe zu geben bringt er sich mit solchen Aktionen immer wieder ins Gedächtnis.
Diese Woche kam eine Mail der Hausverwaltung unserer ehemaligen gemeinsamen Wohnung, dass wir ein Guthaben bei den Betriebskosten haben. Sie schrieben, dass sie mit ihm telefoniert haben. Auf meine Frage an ihn, was besprochen wurde und wie wir das finanziell regeln möchten, kam keinerlei Reaktion. Er ghostet mich wieder. Habe noch eine weitere Nachricht mit der freundlichen Bitte um eine kurze Antwort wie wir es machen geschrieben. Keinerlei Reaktion.
Ich verstehe all das nicht. Ich habe verstanden, dass er mich nicht wollte, keine Familie mit mir wollte. Aber wieso dieser ganze Psychoterror. Wieso ist keinerlei normale Klärung und ein vernünftiger Abschluss möglich? Wieso ist er nicht froh, dass ich gegangen bin und lässt es damit gut sein. Ich habe diesen Kampf so satt und gleichzeitig bin ich so unglaublich schockiert wie ein Mensch sich so verhalten kann. Ich verstehe das alles nicht.
Danke, wer bis hier hin gelesen hat. Ich freue mich über Einschätzungen, wie man das verstehen soll. Die Verarbeitung fällt mir unheimlich schwer, weil ich niemals kommen sehen habe, wie schwierig dieser ganze Prozess werden würde und wie schwer er es mir machen würde. Ich habe so gelitten in den letzten Monaten und Jahren und das wusste er. Wieso muss er weiter so drauf hauen?