Hey Leute !
Irgendwie hab ich grad das Gefühl, den Bezug zu mir in den letzten Tagen ein wenig verloren zu haben. Meine innere Stärke von Samstag spür ich im Moment gar nicht mehr. Auch wenn diese dem Schwermut nicht gewichen ist, so ist doch eine eine Veränderung in mir festzustellen. Allerdings ist die Leidenschaft an dem Neuen, an dem Entdecken, die Leichtigkeit, die Klarheit und das Vertrauen in mich selbst hat nen (gefühlt oder gehofft temporären) Knax weg bekommen.
Den ganzen Tag gestern hab ich an mir festgestellt, eigentlich kaum im hier und jetzt zu sein. Natürlich habe ich versucht das zu "neutralisieren" in dem ich es einfach nur wahrnehmen und es annehmen wollte, das hat aber leider nur bedingt geklappt. Es war auch wieder eine klare Ablehung von mir selbst spürbar. Ich habe wieder Handlungsdruck und auch Zukunftsangst gespürt. Es ist die gleiche Angst, die ich während unserer Beziehung verspürt hatte, auch wenn sie nicht ansatzweise so heftig war, aber sie war da. Ich glaube das hat mich über mich enttäuscht sein lassen, dass ich dachte ich hätte diese schon "überwunden". Insbesondere nach der Erfahrung am Samstag. Dem ist jedoch nicht so. Beim Aufwachen verspürte ich die letzten zwei Tage wieder so ein Kribbeln in den Beinen. Wenn ich mich darauf konzentriere und es beschreiben sollte ist es glaube ich so etwas wie Ohnmacht und Ausgeliefert sein. Auch habe ich in den letzten zwei Nächten immer wieder von der Begegnung mit den Kids geträumt. Ich glaub das zeigt mir nochmal die Verantwortung auf die ich in mir trage und das versetzt mich in Stress und erzeugt Verlustangst oder so.
Wie bereits schon mal gesagt, stand ich seinerzeit kurz davor zu ihr zu ziehen. So richtig wohl war mir bei dem Gedanken nie. Es war da die Angst, hier meine Wohnung aufzugeben und dort mit ihr vielleicht nicht glücklich zu werden, also Anhaftung an meine Komforzone. Ich ertappe mich dabei, dass ich weiß, wenn ich mich wieder auf "uns" einlasse, wird diese Frage sich irgendwann wieder stellen. Ich meine, in den letzten 2 Monaten ist auch viel passiert. Ich habe einen Weg gefunden, mich mit mir auseinanderzusetzen und sie geht gerade genau den selben Weg, hat mit Mediatation angefangen und schon meine CD von Osho und Robert Betz in sich aufgesaugt und schwärmt gleichfalls von den daraus sich ergebenen Erkenntnissen. Auch ist wohl der Fakt nun nicht mehr in ihr präsent, dass sie noch eine unverarbeitete Altlast in Form des Gedankens in sich trägt, dass der sie verschmähte Typ vielleicht doch besser zu ihr passt. Ich glaube das in unserer Beziehung wahrgenommen zu haben und sich auch daraus diese verschlechtert hat, auch wenn wir darüber nicht sprechen konnten. Ich kann mir schon vorstellen, dass diese "Veränderungen" dazu beitragen können, dass es bei einer 2. Chance besser funktionieren kann. Dennoch holen mich die alten Ängste wieder ein, das ist irgendwie bitter festzustellen. Im Gegensatz dazu meine ich aber, das nicht mit meinem Herzen zu fühlen, komisch. Auch habe ich nachwievor das Gefühl in mir, ihr zu vergeben. Es ist schon nicht so leicht, sich die Zeit zu geben, die es benötigt und die Dinge sich "unbeschwert" entwickeln zu lassen.
Dann habe ich heute zum Weg zur Arbeit einen Vortrag von RB gehört. Seit dem geht es mir wieder viel besser. Ich habe ihm Recht gegeben, dass man seine Ängste ablehnt, das habe ich auch getan, obwohl ich mir sicher wahr, sie annehmen zu wollen. Aber dieses Kribbeln in den Beinen, ich hasse es. Ja, ich hasse es, weil es mir aufzeigt, dass ich noch immer verunsichert bin. Jedes mal wenn es auftaucht, spüre ich wie ich denke... das kann doch nicht wahr sein, wo kommt das denn jetzt schon wieder her, ich war doch schon so "stark". Dann habe ich mir gesagt... Eddi... es ist deine Angst, die du erzeugst. Sie will ihre alte Funktion wahrnehmen ! Ich habe ihr dafür gedankt und mir eingestanden, dass sie wohl im Moment ein Teil von mir ist. Ich habe mir vorgestellt, wie ich mit ihr an einem See sitze, sie ist da mindestens 3 fach so groß wie ich und mächtig häßlich und ich ihr schulterklopfend einen Platz neben mir anbiete. Sie ist dann irgendwie kleiner geworden. Ich kann sagen, für heute war damit das Kribbeln wirklich weg, krass. Also scheine ich mit ihr doch in Korrespondenz treten zu können und das ist ja auch schon mal ein Fortschritt zu früher. Es sind wohl die alten Muster die sich da immer mal wieder melden, Kontrolle ausüben zu wollen, Ungeduld und eine Garantie für die Zukunft zu verlangen. Es verunsichert mich bestimmt auch, nicht zu wissen, ob ich etwas verdränge was mir mein Innerstes sagen will, oder das Ego durch die Angst mit mir spricht. Dadurch verliere ich wohl teilweise auch das Selbstbewusstsein und Vertrauen auf meine Intuition. Wobei ich mir sage, ich nehme es immerhin wahr, ist doch auch schon mal was, hm. Jedenfalls fühlt es sich schon etwas wie reine Schwerstarbeit an, sich dem zu stellen, es ist unangenehm. Meine Meditationen konnten meine kleinen Gedankenkarusselle zwar befriedigend "ausschalten", aber dafür hab ich auch 1 1/2 Stunden Zeit aufgewendet, absoluter Rekord, kam mir gefühlt aber auch gar nicht so lange vor.
Trotz alledem sag ich mir, alles andere wäre wohl zu einfach und auch nicht realistisch. Ich wusste ja, dass es eine Herausforderung sein wird, also nehm ich sie auch an, nicht wahr !?! Grad merke ich auch, dass es mir durch das aufschreiben auch wieder schon sehr viel "besser" geht, obwohl es mir nicht wirklich schlecht geht, aber vielleicht meine ich einfach klarer. Alena, auch das ist wohl der Fluss, hm.
Aber eine Geschichte muss ich noch schnell los werden. Eine Geschichte des Lebens ! Gestern beim letzten Mediationskurs kam ich etwas später. Eine Kursteilnehmerin unterhielt sich grad mit unserem "Lehrer" und es ging um auch um Angst. Ich stieß zu dem Gespräch nur dazu und kannte den Anfang nicht. Er sagte ihr nur, sie solle keine Angst vor dem Bewerbungsgespräch haben, sie solle sich und dem Leben vertrauen. Auch während des Kurses griff er das Thema immer mal wieder auf. Jedenfalls... und ich schwöre bei allem was mir heilig ist... ich bin heute auf Arbeit gefahren und hatte halb neun nen Termin. Alle Teilnehmer saßen schon da und wir konnten beginnen. Es fehlte nur noch die erste... die erste Bewerberin. Ich machte die Tür auf und da stand die Kursteilnehmerin aus meinem Meditationskurs, ohne schei.. Ich hatte heute Bewerbungsgespräche geführt und suchte eine Sekretärin für eine nachgeordnete Einrichtung. Da ich die Bewerbungsunterlagen schon vor 3 Monaten durchgesehen habe und sich die Einstellung personaltechnisch verzögerte, hatte ich auch null Bezug mehr zu den Unterlagen der Bewerberinnen heute. Als wir uns in der Tür gegenüberstanden, hatten wir auch keine Möglichkeit mehr miteinander zu sprechen, weil schon das Personalamt und alle Anderen mit im Zimmer saßen. Der Blick von uns Beiden werde ich wohl nie vergessen, krass. Jedenfalls verlief das Bewerbungsgespräch super, sie war total gelöst und ich noch mehr. Das Ergebnis, ich hab sie eingestellt... ohne schei. ! Nicht weil ich sie kannte und einen Gefallen für sie tun wollte, sondern weil alles perfekt lief. Sie weiß noch gar nichts von ihrem Glück, erst nächte Woche wenns durch den Personalrat ist. Ich glaube nicht mehr an Zufälle, ich kann es einfach nicht mehr !
LG Eddi