HerrZ
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Zitat von Dennis1982:Glaube mit 7 und 10 ist das wohl noch, zumindest auf den ersten Schein, leichter zu akzeptieren.
Nö.
Zitat von Lilli2:Wechselmodell
Ein Wechselmodell müssen alle Beteiligten wollen. Dazu muss es auf der Elternebene funktionieren. Die Kommunikation muss passen. Wenn sich eine Seite verweigert, wird das echt schwer.
Dennis. ich mag Dir kurz mein (im Verlauf gescheitertes) Wechselmodell vorstellen. Als Denkanstoß und Alternative zu "Wochenweise mit Köfferchen". Hintergrund war, dass es für beide Seiten einfacher war, auf dem Job zu sagen "die Tage gehen nicht länger" als wochenweise nicht performen zu können.
A: Mo 12Uhr - Mi 12Uhr
B: Mi 12Uhr - Fr 12 Uhr
A/B wechselweise Fr 12 - Mo12
Gibt dann einen 2-5 Rhythmus für jeden.
Dazu: Ostern/Herbst, Weihnachten/Silvester, 1./2. Hälfte Sommerferien jährlich wechselnd.
Kann man bis zur Volljährigkeit durchplanen.
Angenehme Nebeneffekte: Wir haben einfach den Verantwortungswechsel definiert. Unabhängig von echten Übergaben. Somit ist das Thema Betreuungsvorsprung vom Tisch. Und wir mussten keine persönlichen Übergaben machen - die Kinder gingen dann halt einfach nach der Schule zu dem, der dran war. Nachteil: Alles doppelt, bis auf die Schulsachen.
Ein gern missverstandener Aspekt des Wechselmodells ist das Unterhaltsthema.
Der wird da anders gerechnet und das ist gar nicht unbedingt und zwingend billiger.
Im WM werden die Einkommen zusammengerechnet - und daraus der Kindesunterhalt abgeleitet. Den Unterhalt zahlen die Elternteile anteilig.
Beispiel mit fiktiven zahlen.
A verdient 5000.-
B verdient 2500.-
Macht 7500 Gesamteinkünfte. Das ist der Wert für die Düsseldorfer Tabelle (wobei Gerichte da gerne noch eine Stufe draufschlagen, wegen erhöhtem Bedarf bei 2 Wohnungen). Sagen wir mal da kommen 1500.- Kindesunterhalt raus.
Dann zahlt A an B: Anteilig 5000/7500 = 2/3 x Unterhalt 1500 = 1000 Euro
B zahlt an A: Anteilig 2500/7500 = 1/3 x Unterhalt 1500 = 500 Euro.
Und wenn die Kinder volljährig, zahlen beide an Nachwuchs.
Praxistipp: Die Jugendämter berechnen Kindesunterhalt für lau. Gelten als neutral. Und machen die passenden Titel gleich mit. So oder so - Fachanwalt für Familienrecht und Kontakt zu Jugendamt sind ein Muss.
Und noch ein Muss: Alles was Du ohne Anwalt regeln kannst? Ihr? Tu(t) es. Lieber irgendwo hundert Euro draufgelegt, als tausend dem Anwalt in den Rachen geschmissen. Hochstrittige Scheidungen kosten so richtig viel Geld.
Toitoitoi.