wolfi
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Der starke Eindruck, den du von mir hast, der täuscht. Was du vielleicht wahrnimmst ist mein gezwungenermaßen „geschulter" Umgang mit Schicksalschlägen.
Ich verlor als Jugendlicher meinen Vater und mußte von da an immer wieder den Verlust mir nahestehender Menschen verkraften. Manchmal kommt es mir vor, wie ein Fluch.
Aber noch nie fühlte ich mich so ausgebrannt und hilflos wie jetzt, obwohl ich aus Erfahrung weiß, dass es irgendwie weitergehen wird.
Und sei es nur wegen meines letzten Sohnes David, der nicht nur nacheinander seine beiden Brüder verlor, sondern sich nun auch noch von seiner Mutter verlassen fühlt und wahnsinnig entäuscht ist.
Zu Weihnachten bekam er, neben einem Geldgeschenk einen Bastei-Rätselband und eine Sonderangebots-DVD vom Wühltisch mit dem entsprechenden Preisschild darauf.
Alles sehr persönlich und genau das, was ein Sohn sich von seiner Mutter wünscht.
Von ihr geht auch ihm gegenüber keinerlei Wärme mehr aus. Seit hl. Abend, den wir (leider) miteinander verbrachten, weil David sich hier eine gewisse Annäherung versprochen hatte, hat er bisher keinerlei Lebenszeichen mehr von ihr erhalten. Hoffentlich meldet sie sich wenigstens morgen an Neujahr und wünscht ihm alles Gute.
Meine frühere Bemerkung, er würde seine Mutter vermissen, wischte sie damals einfach beiseite. Die Situation sei halt ungewohnt für ihn, aber daran würde er sich schon gewöhnen, er sei ja alt genug dazu und außerdem werde er von mir beeinflußt, deshalb könne er ihr Verhalten zwar im Moment nicht verstehen, dafür aber später ganz bestimmt.
Wird ihr denn nicht bewußt, dass die Gräben zwischen beiden immer tiefer werden und sie sich zunehmend entfremden. Sie beklagt sich darüber, dass David so wenig Kontakt sucht.
Weil ich vermeiden will, dass David auch noch seine Mutter verliert, habe ich ihn schon mehrmals, leider vergeblich, aufgefordert hinzufahren oder zumindest anzurufen.
Ihr habe ich extra meinen Wohnungsschlüssel wiedergegeben, damit sie die Möglichkeit hat, unabhängig von mir, hier in gewohnter Umgebung auf in zuzugehen. Sie hat davon nicht ein einziges Mal Gebrauch gemacht. Sie meinte nur lapidar, er wisse ja wo sie jetzt wohne und könne jederzeit vorbeikommen. Damit war offensichtlich ihr Entgegenkommen erschöpft.
Merkt sie denn wirklich nicht, wie unnötig schwer sie es David macht oder ist es ihr mittlerweile auch egal?
Vor wenigen Wochen noch hat sie demonstrativ behauptet, nun sei David das Allerwichtigste in ihrem Leben, für den sie alles tun wollte.
Und jetzt? Ist ihre „Liebe" hier ebenfalls so schnell vergänglich?
Das kommt mir alles so teuflisch bekannt vor.
Sie zieht sich zurück, der Andere sollen dann auf sie zugehen und sich ihren Erwartungen entsprechend verhalten. Wenn der das, aufgrund der von ihr herbeigeführten Situation, nicht kann, ist er auch noch selber Schuld, denn sie hat ihm doch alle Chancen gegeben.
Liebe Grüße