Liebe @Dissy , liebe @alptraum
so absolut verständlich diese Gefühlslage und diese Denkweise sind, genau so mach ihr es eurern Kindern schwer. Selbstverständlich dürft ihr sauer und wütend sein, ihr müsst irgendwie mit einer Entscheidung umgehen, die ihr nicht getroffen habt, und auf die ihr keinen Einfluss hattet, aber versucht, wenn irgend möglich, die Kinder rauszuhalten!
Zitat von alptraum: Er interessiert sich nicht dafür, wie wir uns fühlen.Hauptsache ihm geht es gut.
Zitat von alptraum: Der ist fremdgegangen, er will nicht zurück, er selbst ist wichtiger als das Kind. Und denkt er bestimmt, das Kind muss das halt durch und seine Entscheidung akzeptieren.
Jup, manchmal müssen die Kinder durch Entscheidungen durch, die wir für sie getroffen haben.
Und jup, auch wenn wir Eltern sind und im Idealfall für unsere Kinder mitdenken sollten, bleiben wir auch Individuen, die das Recht haben, auch nach ihrem eigenen Glück zu streben, und sich ihr Leben nach ihren Vorstellungen einzurichten.
Zitat von alptraum: Dann hasse ich meinen Ex, er hat uns in Stich gelassen, genießt jetzt sein neues Leben.
Hier bastelst du mit deinem Sohn zusammen eine Schicksalsgemeinschaft, wir gemeinsam gegen den Papa. Weil der Papa böse zu uns war. Genau damit bringst du mE deinen Sohn in den berühmten Loyalitätskomflikt.
Ihm ist nicht egal, was ihr fühlt, und schon gar nicht was sein Kind fühlt.
Er hat sich gegen dich entschieden, mit allen Konsequenzen für dich. Klar hat das auch Konsequenzen für das Kind, das sind aber zwei unterschiedliche Dinge.
Für dich kann er nicht viel tun, aber für dein Kind sehr wohl. Wenn es euch nicht gelingt, diese beiden Ebenen auseinanderzuhalten, könnt ihr nicht konstruktiv dabei zusammenarbeiten, wie es optimal fürs Kind wäre.
Und noch wichtiger: Die Kinder brauchen wahrscheinlich jetzt mehr den je die Sicherheit, dass auch der Papa da bleibt, und sie lieb hat. Deshalb: die Väter haben euch verlassen (schmerzhaft, eklig, gemein, Wut absolut verständlich), aber nicht die Kinder. Und das sollte in meinen Augen den Kindern genau so kommuniziert werden.
Zitat von Dissy: Ich war hin und hergerissen ob ich dem Vater davon erzähle weil ich glaube dass es mit der Gesamtsituation zusammen hängt.
Insofern Dissy, klar hängt das mit der Gesamtsituation zusammen.
Und klar, wäret ihr nicht so in der Situation, wenn er nicht gegangen wäre.
Trotzdem höre ich hier heraus, dass du deinem Ex unter die Nase reiben wolltest, was er für ein A... ist und das das Hauptmotiv deiner Meldung war.
Von außen erscheint es sehr offensichtlich, dass er sich allein und unsicher fühlt, weil der Papa ausgezogen ist, und die Mama im Schmerz feststeckt.
Also, was könnte dein Ex tun, um es deinem Kind leichter zu machen? Vielleicht einmal am Tag beim zu Bett gehen telefonieren? Oder was anderes?
Was kannst du tun, um es deinem Sohn leichter zu machen? Ihm sagen, dass sein Papa weiterhin für ihn da ist und ihn lieb hat (und wenn du innerlich kotzt!). Ihm
zeigen, dass ihr beide die Situation im Griff habt, und sie handeln könnt, und dass er die Erlaubnis hat, seinen Platz in dem Konstrukt zu finden, und sich mit beiden Elternteilen gut aufstellen darf.
Wir gegen ihn ist da echt Gift.
Soweit meine 5ct.