E-Claire
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Zitat von RyanG:Um erstmal die Fragen zu beantworten.... sie ist noch nicht geschieden. Der kulturelle Kreis, in dem sie unterwegs ist/war, ist keine typische Männerdomäne, aber es kommt dort vor und in ihrer Familie vor allem. Die Ehe war nur kurz sehr gut, danach jahrelanges Martyrium, aus dem sie sich buchstäblich rausgekämpft hat. Und das war für sie kein Zuckerschlecken. All das berücksichtige ich natürlich. Und meiner Meinung nach kommt all das daher.....
Sehr wahrscheinlich, aber was nützt es?
Ich habe mir jetzt noch Deinen Tagebuchthread angeschaut, in der Hoffnung etwas besser verstehen zu können. Der Firmenkasper, der gleichzeitig für alle Empathie hat, deutet für mich schon auf eine Selbstwertgeschichte hin.
Jedenfalls aber ist Abgrenzung ihr gegenüber nicht Deine Stärke und dadurch daß Du immer wieder darauf schaust, was sie tut, wann sie sich meldet, was sie macht oder nicht macht, kommst Du in die Position des Re-agierenden und schiebst ihr die Position der Agierenden zu. Grundsätzlich nicht unbedingt ein Problem, aber um sich aus den von Dir erzählten Strukturen zu befreien, hat sie viel Stärke gebraucht und jetzt soll sie auch in Eurem Verhältnis die Bestimmende sein. Auch wenn Du es gut gemeint hast, sie respektieren wolltest und willst, unbewusst hast Du ihr wieder die Rolle der Stärkeren zu geschrieben und jedermanns Kraft ist endlich.
Mein Eindruck ist (der muß nicht stimmen), daß alles von Anfang bestimmt wird von einem, daß eine Frau wie sie sich für einen Mann wie mich interessiert. Und diese Nummer hast Du nicht aufgelöst bekommen.
Diese Frau ist für Dich eher weniger Frau mit Vorzügen und auch Fehlern, sondern steht auf diesem Podest und wird komplett angehimmelt. Ich empfinde das als recht unrealistisch und wenig reif.
Es passt aber gut zu dieser Liebe, die Du da beschreibst. Zwei eigentlich erwachsene Menschen, die sich wie Teenager mit Kaffee und Eis im Auto daten und sich Bilder schicken auf denen die Erwachsenen sich traurig voneinander abwenden, die inneren Kinder aber nicht getrennt werden wollen.
All das mag ja romantisch sein, aber das ist nicht der Stoff aus dem glückliche, gesunde Beziehungen gemacht werden.
Wenn wir mal den ganzen schnöden Pathos beiseite lassen, dann haben wir eine Frau, die sich und ihre Kinder versucht aus sehr, sehr unglücklichen Strukturen zu befreien (Re-bound) und einen Mann, der glaubt mit genug Liebe kann man alles heilen (Helferkomplex), dabei aber nicht (einmal) in der Lage ist, seine eigenen Grenzen zu wahren.
Ich empfinde ihr Fisch-Gleichnis als recht passend. Denn irgendwie ging es Dir schon mehr darum, den Fisch zu genießen, als diesen zurück ins Wasser zu werfen.
Übersetzt: An welcher Stelle war das denn bitte eine gute Idee, einer Frau mit einer solchen noch bestehenden Geschichte (Scheidung noch nicht geregelt, komplizierte Familie, die aber zur Kinderbetreuung gebraucht wird etc), die offensichtlich ihren Job braucht, den Hof zu machen, anstatt ihr einfach ein guter Freund zu sein?
Versteh mich richtig, mir tut das alles sehr leid für Dich, aber meinem Gefühl nach wäre es jetzt an der Zeit, erhobenen Hauptes das emotionale Feld zu räumen und an den eigenen blinden Flecken zu arbeiten.