Zitat von Jenny16:mein Mann hat mich 8 Monate mit einer anderen Frau betrogen . Ich komme seit über 1 Jahr nicht darüber hinweg, Ich habe mich fast 6 Monate in den Schlaf geweint , hatte mehrere Zusammenrüche , litt daraufhin an schwerer Depression .
Klingt nach einer destruktiven Beziehung erster Güte. Hast Du Dich je gefragt, warum Du Dir selbst so wenig wert bist, daß Du dennoch weiter so hartnäckig daran festhältst? Wieso glaubst Du, ohne Deinen Mann nicht leben zu können? Finanziert er Deinen Lebensstil, oder hast Du ihn zum alleinigen Grund Deines Daseins auf dieser Welt erklärt? Daß er Dich mit Liebe überschüttet, ist ja wohl eher nicht gegeben, wenn man sich anschaut, was er da 8 Monate lang veranstaltet hat.
Zitat:Ich habe sehr hart gegen die AF meines Mannes gekämpft .
Warum? Sie kann doch nichts dafür, daß Dein Mann sich über so lange Zeit hinweg nicht mehr für Dich interessierte. Sie existierte eben und war ihm halt begegnet. Gestern sie, morgen eine andere.... gibt heutzutage genug Frauen, die sich für Affairen zur Verfügung stellen (wissentlich, oder weil der AM ihnen sonstwas erzählt hat) und zumindest in Deutschland hält kein Gesetz sie davon ab, im Gegenteil: Es darf offen für Seitensprungagenturen geworben werden.
Das ist seit vielen Jahren so und wird bis auf weiteres auch so bleiben. Gegen diese Verfügbarkeit ankämpfen zu wollen, ist völlig sinnlos; sie ist allgegenwärtig. Wer sie nicht will, muß in einen anderen Kulturkreis übersiedeln. Dort wird er dann aber andere Probleme vorfinden, gegen die diese Verfügbarkeit vielleicht dann doch wieder harmlos erscheint.
Das Problem war nie die andere Frau, oder ihre Verfügbarkeit. Das Problem war Dein Mann und sein fehlendes Interesse an Eurer Ehe bzw. an Dir. Konzentrier Dich also bitte auf ihn und interessier Dich nicht weiter für die Ex-AF - Du gehst sie nichts an und sie Dich umgekehrt auch nicht.
Zitat:Ich habe gekämpft um ihn und jetzt will er wieder zurück zu mir .
Er ist doch derjenige, der sich fehlverhielt und über Monate aus der Ehe ausbrach. Wieso also buhltest Du um ihn und nicht umgekehrt? Hätte nicht er derjenige sein müssen, der jetzt erst alles daran setzt, Dein Vertrauen zurückzugewinnen, damit Ihr Eure Ehe weiter fortsetzen könnt? Warum nimmst Du so eine submissive Position ihm gegenüber ein? Nochmal: Finanziert er Deinen Lebensstil oder bist Du aus anderen Gründen abhängig von ihm? Wieso hast Du so wenig Stolz?
Zitat:Das ist einerseits erfreulich , aber ich fühle mich immer noch so stark verletzt . Seit über 1 Jahr denke ich jeden Tag an diese andere Frau / unsere Krise.
Ein Jahr ist nicht sonderlich lang, um so eine Geschichte zu verarbeiten. Bedenklich wäre eher, wenn Du sie schon ad acta gelegt hättest, als handele es sich um einen Autounfall mit Sachschaden, statt mit gesundheitlichen Folgen.
Zitat:Ich merke, dass ich trotz therapeutischer Gespräche nicht wirklich weiter komme.
Was konkret war denn Deine Erwartung an die Therapie, welche Ziele haben Du und der Coach diesbezüglich miteinander vereinbart?
Zitat:Jetzt bin ich an einem Punkt , wo ich denke , was kann mir wirklich weiter helfen ?
Was konkret soll denn das Ziel dieser Hilfe sein? Daß Du um jeden Preis weiter verheiratet bleibst, oder daß Du Dich wieder gut fühlst?
Zitat:Vielleicht eine Affäre ? Sowas wäre nie mein Ding, dafür bin ich nicht der Typ und einfach zu treu.
Ganz schlechte Idee. Dazu fällt mir gerade die Szene aus dem Film "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" ein, wo die von ihrem Mann ständig betrogene Protagonistin sich von jemand in einem Bistro anquatschen läßt, mit ihm aufs Zimmer geht und versucht, sich mit einem Seitensprung eben diese Form von "Ausgleich" zu verschaffen. Das ging aber sowas von daneben.... tu Dir das bitte nicht an, in real. Du würdest Dich selbst damit nur noch mehr verraten, als Du es eh schon in dem Moment tatest, wo Du Deinen Schmierfink zurückgenommen hast, statt ihn seiner Geliebten zum Fraß zu überlassen - auf daß beide genau das bekommen, was sie verdient haben: Einander nämlich.
Zitat:aber es geht mir auch um mein Wohlbefinden.
Das ist ein guter Ansatz. Also laß das mit der eigenen Affaire bleiben und frag Dich, wieso Du in einer destruktiven Beziehung verharrst, obwohl es Dir auch um Dein Wohlbefinden geht. Was wäre an Trennung, Scheidung und Neustart denn so schrecklich, daß Du lieber all den Müll in Kauf nimmst, den Du weiter oben geschildert hast?
Versteh mich nicht falsch: Ich kann sehr wohl nachvollziehen, wie weh es tut, eine Ehe für beendet erklären zu müssen. Keiner sagt, daß Dir das leicht fallen soll. Aber letztlich bleiben Dir nur zwei Möglichkeiten:
a) Du findest Dich damit ab, daß Du jetzt mit den Krümeln weiterleben mußt, die die Geliebte Dir übriggelassen hat;
b) Du setzt dem Schrecken ein Ende und gibst Dir so die Chance auf Neubeginn eines anderen Lebens - mit Wohlfühlpotential.
Mit "Liebe" hat das, was Du die letzten zwei Jahre in dieser Ehe erlebt hast, jedenfalls herzlich wenig zu tun. Du klingst vielmehr abhängig, bedürftig und ja: sehr, sehr krank. Das meine ich nicht abwertend, sondern im Hinblick auf das, was Du selbst über Deinen Zustand geschildert hast.