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Ihn nach Provokationen verlassen; fühle mich schlecht

-Yara-

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Hallo!

Bin neu hier.

Ich(26) habe heute meinen Freund(36) nach wiederholten Provokationen seinerseits verlassen. Ich fühle mich trotzdem schlecht und weiß nicht, ob ich ihn nicht doch zurückwill.

Die Situation: wir waren 13 Monate zusammen, haben auch schon von Zusammenziehen geredet.
Die Beziehung war schon immer leicht turbulent. Er war mein erster Partner, er selbst ist geschieden.
Weshalb wir wohl beide etwas "beziehungsunfähig" sind.

Allerdings lief es Monate sehr gut, wir haben uns trotzdem oder gerade deswegen gut verstanden oder ergänzt.

Jedoch hat er sich nach einem tragischen Verlust im Mai total verändert.

Plätzlich ist er sehr launisch geworden.
Man kann ihm nichts mehr Recht machen.
Er misst mit zweierlei Maß: er selbst darf alles: Mein Handy kontrollieren, Verabredungen plötzlich absagen/verschieben, Pausen einfordern, mich beschimpfen, lügen.
Aber sobald von meiner Seite die kleinste Verfehlung kam, gab es Stress.

Habe extra versucht oft ruhig zu bleiben und über seine Fehler hinwegzusehen, da es ihm aufgrund des Todesfalls, beruflichen Stresses etc. wirklich nicht gut ging.

Wir hatten auch immer wieder schöne Zeiten/Momente miteinander. Die ganze vergangene Woche war sehr schön. Wir waren aus. Ich hab bei ihm übernachtet, wobei er sich die ganze Nacht an mich gekuschelt hat und er meinte er kann mit mir viel besser schlafen. Ich sehe auch an seinen funkelnden Augen, dass er mit mir eigentlich sehr glücklich ist. Ich fühle mich normalerweise bei ihm auch sehr wohl und bin sehr verliebt.

Jedoch war es wie so oft: je schöner der Tag war, desto abweisender wurde er plötzlich: beim Abendessen hatte er nur Augen für sein Handy und als ich ihn darauf ansprach ging der Streit los.
Ich hab das Gefühl, nach schönen Momenten, will er Streit provozieren, weil das Leben ja "so hart zu ihm ist".

Da ich selbst aus verschiedensten Gründen unter Stress stehe habe ich mich provozieren lassen.
Wir haben dann seine Wohnung verlassen; er hat mich heimgeschickt.
Als ich später -leider- nochmal zurückgekommen bin, um Versöhnung zu suchen, hat er mich eine Stunde im Schneeregen stehen lassen.

Das hat mir die letzten Kräfte geraubt: ich habe Schluss gemacht.

Jedoch geht es mir seitdem sehr schlecht.

War es ein Fehler ihn zu verlassen?
Obwohl er in letzter Zeit oft sehr egoistisch war, und wir oft Streit hatten, liebe ich ign trotzdem.
Zudem weiß ich nicht, ob seine Gemütsverfassung mit der Trauer um seinen besten Freund zu tun hat. Jedoch ist das ein halbes Jahr her.

Hat die Beziehung nochmal eine Chance, und wenn ja, soll ich sie nutzen? Ich fühle mich total kaputt.

Lg
yara

13.11.2019 02:56 • #1


Rubiq


Zitat:
Zudem weiß ich nicht, ob seine Gemütsverfassung mit der Trauer um seinen besten Freund zu tun hat.


Sei klug und lass es gut sein. Trauer ist eine Sache, jemanden wie Dreck behandeln eine ganz andere. Wenns nach gerade mal 13 Monaten schon derart respektlos und mies läuft, dann kann es nur schlimmer werden.

13.11.2019 03:22 • x 4 #2


-Yara-


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Nachtrag der Fragestellerin:

Ich hab in dieser Beziehung sicher auch viele Fehler gemacht, ich bin gewiss kein einfacher Mensch.

Das die ständigen Streitereien oft sehr eskaliert sind war oft meine Schuld.

Jedoch habe ich oft mein Bestes gegeben, bin Kompromisse eingegangen, habe versucht ihm alles Recht zu machen, was eigentlich gar nicht meine Art ist.

Auch habe ich versucht ihn nicht unter Druck zu setzen und ihm Freiräume zu geben. Er selbst wollte mich jedoch an seinen "freien Tagen" oft selbst treffen.
Und sogar das Thema Zusammenziehen (und mögliche Poten. Hochzeit in der Zukunft) wurde stets von ihm selbst auf geworfen.

Ich hatte oft das Gefühl, dass er sich dann jedoch vor seinen eigenen Wünschen/Gedanken gefürchtet hat.

Jedoch Frage ich mich, ob sein Verhalten nur auf Stress und Trauer zurückzuführen ist, oder ob dies sein wahres Gesicht ist?!

Danke für hilfreiche Antworten
-Yara-

13.11.2019 04:09 • #3


SucukAyran

SucukAyran


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Zitat von -Yara-:
Die Situation: wir waren 13 Monate zusammen, haben auch schon von Zusammenziehen geredet.
Die Beziehung war schon immer leicht turbulent


Normalerweise sollte das eine das andere ausschließen.
Man zieht nicht zusammen wenn es in der Phase schon nicht rund läuft, in der alles toll und leicht sein sollte.
Nämlich in der Anfangszeit.
Du hast dir vermutlich durch die Trennung weiteres großes Drama erspart und er sich wohl ebenso.

Manchmal passt es einfach nicht und es muss nicht immer eine Störung als Ursache haben.
Manchmal ist es schlichtweg unreife Konflikte auf normalem zielführenden Weg miteinander zu klären.
Als ich Dinge wie Handykontrolle etc. gelesen habe , da war mir klar , dass in dieser Beziehung so ziemlich alles fehlte was eine Beziehung überhaupt erst tragfähig macht, allen voran Vertrauen.

13.11.2019 05:33 • x 1 #4


Rubiq


Zitat:
Das die ständigen Streitereien oft sehr eskaliert sind war oft meine Schuld

Bist du sicher? So wie er drauf ist, ist klar das du entsprechend reagierst. Streit wird es nicht zum Spaß gegeben haben. Mache nicht den Fehler, indem du Ausreden für sein Verhalten findest, um eine Beziehung rechtzufertigen. Das ist es nicht wert.
Stattdessen nehme einfach nur sein Verhalten und frage dich, ob du so etwas wirklich brauchst.

13.11.2019 05:38 • x 2 #5


SucukAyran

SucukAyran


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Zitat von Rubiq:
Bist du sicher? So wie er drauf ist, ist klar das du entsprechend reagierst. Streit wird es nicht zum Spaß gegeben haben. Mache nicht den Fehler, indem du Ausreden für sein Verhalten findest, um eine Beziehung rechtzufertigen. Das ist es nicht wert.
Stattdessen nehme einfach nur sein Verhalten und frage dich, ob du so etwas wirklich brauchst.


Ergänzend möchte ich noch anmerken, dass die TE die Beziehung als schon immer turbulent bezeichnet.

Wer braucht denn zusätzliche Turbulenzen im Leben , die man sich gezielt und freiwillig aussucht?

Bei mir gab es eine Phase im Leben als ich selbiges tat.
Und zwar versuchte ich damals meine innere leere mit Drama zu füllen, denn Drama bedeutet Emotionen.

Yara, vielleicht kann das für dich ein Ansatz sein.

13.11.2019 05:43 • x 2 #6


Noggi


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Mmmmh... Also ich denke mal das da echt gewisse Muster sind, eventuell sogar bei euch beiden (?).
Empfehle Dir in jedem Fall mal wirklich in Dich selbst zu gehen und Dich zu Fragen ob die Beziehung Dir als ganzes wirklich noch gut tut.
Frei nach Herr Hemschemeier : Tolles Abendessen für 3 Stunden gehabt und er klatscht Dir dann den Teller Suppe ins Gesicht...
Würdest Du den Abend wiederholen wollen ?
Sieht in jedem Fall so aus als ob Du in einer relativ schwachen Position bist innerhalb der Beziehung nach dem was Du schreibst, also Handy kontrollieren usw.
Selbst wenn sich das verdammt schwierig für Dich anhört jetzt: Mach reinen Tisch, frag Dich mal ersnthaft ob das Liebe oder Abhängigkeit von Deiner Seite aus sein kann und entscheide daraus.
Gibt so ca ne geschätzte Million Videos bei Youtube die das alles auch ein wenig Beleuchten, empfehle mal zum Anfang "Der Liebeschip" von Hemsche, da wirst n Haufen von Deinen Fragen auch wieder finden.
Liebe Grüße und Kopf hoch
Noggi

13.11.2019 05:52 • x 1 #7


-Yara-


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Danke an @rubiq und @SucukAyran für eure schnellen Antworten!

@rubiq:
Leider habe ich in letzter Zeit sehr überreagiert. Selbst nach Provokation ist das eigentlich nicht zu rechtfertigen.

@SucukAyran:
Vielleicht hast du ein bisschen Recht mit dem Drama. Am Anfang fand ich kleinere Streitereien sogar ganz spannend. Aber inzwischen brauche ich glaube ich einfach Ruhe.
Darf ich fragen, wie du aus deiner Phase wieder rausgekommen bist?

13.11.2019 05:55 • #8


-Yara-


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@Noggi

Danke, für deine Antwort und den Trost.

Ja, ich hab zwar versucht möglichst stark zu sein und Grenzen aufzuweisen, aber ich erkenn mich selbst auch kaum wieder. Normalerweise lasse ich mir nicht so viel gefallen.

Ich bin aber sehr zwiegespalten, weil es wirklich viele schöne Momente gab. Er hat mir auch viel Halt gegeben, versucht mich aufzumuntern und zu unterstützen, da ich zurzeit anderweitig auch sehr unter Stress stehe.

Es gibt ja die These auf 5 schöne Moment "darf" ein schlechter folgen, dann kann die Beziehung funktionieren...

13.11.2019 06:03 • #9


Noggi


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Kenne das auch @Yara
Ist wie Du sagst eine These. Inwieweit eine These Gültigkeit hat hängt in großen Teilen von Dir ab. ( Teller Suppe).
Du steckst ja noch knietief drin in dem ganzen Murks, insofern ist es auch schwierig das ganze Bild zu sehen.
Ich denke das beste wäre sicherlich dem ganzen ein bisschen Zeit zu geben und eben dann zu sehen wie Du alles für Dich bewertest.
Nicht leicht jetzt, bin da ganz bei Dir hab auch n Weile gebraucht, aber der ausschlaggebende Faktor sollte wirklich sein:

Wie fühlst Du Dich?

Es hilft wirklich keinem Sich durch eine Beziehung zu quälen, in dem Moment gibt man dieser ja auch irgendwo ein Haltbarkeitsdatum da ja immer irgendwo Zweifel sind. In jedem Fall rennt man immer mit hochgezogenen Schultern rum da man ja den nächsten Knall erwartet. Und wie gesagt, denke mal da is n Muster bei euch, also nur ne Frage der Zeit bis es wieder rappelt.
Ihn kannst Du nicht ändern... Dich schon
Denke mal das ist der Königsweg irgendwo.

Liebe Grüsse Noggi

13.11.2019 06:17 • x 1 #10


-Yara-


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@Noggi

Freut mich zu hören, dass es dir nach einer ähnlichen Situation jetzt wieder gut geht.

Ja, ich glaube auch, dass ich erstmal abwarten sollte: Meine eigenen Gedanken sortieren...

Hatte auch gar nicht vor, ihn zu ändern; nur früher war er eben ganz anders...
Wir waren beide schon immer etwas stur, aber die Provokationen und Ungerechtigkeiten kamen erst in letzter Zeit auf.
Deshalb hab ich noch die kleine Hoffnung, dass er (von selbst) wieder wird wie früher. Wenn mal der Stress weg ist...

Ich werde mich aber nicht mehr verbiegen lassen.

Liebe Grüße
-Yara-

13.11.2019 06:29 • x 1 #11


Noggi


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@Yana
Naja, Gut und gut...
Hab in jedem Fall ne gewisse Dankbarkeit da es mir Gelegenheit gab mal wirklich auf mich selbst zu schauen.
Tja, das mit dem früher... ist genau der Punkt wo man seine Hoffnungen rein hängt.
Und genau da drückt auch ein wenig der Schuh. Gerade in der Anfangszeit ist der Partner natürlich "perfekt" für einen. Er gibt sich alle Mühe eben genau diesen Eindruck zu vermitteln. Hinten sind die Gänse fett
Was heißt: Ich denke mal den "wahren" Partner lernt man über die Zeit kennen.
Nee, das mit dem verbiegen denke ich wird so nicht passieren da ich den Eindruck hab das du irgendwo noch bei Dir bist, du hast Dich eben nur ein Stück von Dir weg bewegt innerhalb der Beziehung vielleicht (des lieben Friedens Willen)

Wie gesagt, Kopf hoch, wird schon alles. Man fragt sich irgendwann selber wirklich welcher Teufel einen da geritten hat.

Liebe Grüße
Noggi

13.11.2019 06:40 • x 1 #12


-Yara-


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... Und stimmt, die Sache mit dem "Haltbarkeitsdatum" bis zum nächsten Streit war in letzter Zeit fast das schlimmste: Man kann die schönen Momente gar nicht mehr richtig genießen, weil man ständig Angst vor der nächsten Auseinandersetzung hat. Selbst wenn es wochenlang friedlich war...
Man weiß, dass demnächst wieder ein Tropfen das Fass überlaufen lässt.

13.11.2019 06:41 • #13


Noggi


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Denkanstoss: Du schriebst er ist geschieden...
Sicherlich mit einer herzzereissenden Story dahinter.... Hinterfrag die mal vielleicht.
Zu einer Beziehung gehøren immer Zwei.
Wie gesagt, mach mal reinen Tisch und sieh auf Deine Bedürfnisse. Die sind genauso wichtig wie Seine wenn es eine glückliche und befriedigende Beziehung geben soll.

13.11.2019 06:48 • x 1 #14


-Yara-


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@Noggi

Ja, seine Geschichten von seiner früheren Ehe haben mir auch schon zu denken gegeben: er redet zwar immer von seiner "bösen, egoistischen Ex", aber inzwischen hat sich doch herausgestellt wie viel sie für ihn damals aufgegeben hat...
Das scheint wohl wirklich seine Art zu sein.
Schade, hätte er eigentlich gar nicht nötig...

Ein bisschen mehr auf mich selbst zu achten wird mir wohl wirklich guttun.

Die aufmunternden Worte haben mir auch schon sehr geholfen. Fühle mich schon etwas ruhiger jetzt.

Ich hoffe, dass es dir mit der Zeit auch wieder richtig gut gehen wird.

Liebe Grüße
-Yara-

13.11.2019 06:56 • x 1 #15




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