sungreal
Mitglied
- Beiträge:
- 24
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 14
- Mitglied seit:
Ich habe einen Mann, zusammen haben wir 5 Kinder, drei habe ich+drei hat er, zusammen haben wir 5.
Wir sind seit genau 10 Jahren zusammen. Kennengelernt durch einen schönen Zufall, der uns dann zueinander geführt hat. Nach einem Jahr Beziehung sind bin ich mit meinen zwei Kindern zu ihm gezogen, damals waren die Kinder 17 und 14. Anstrengendes Alter. Meine Kinder sind absolute Mama-Kinder, da ihr Vater früh gestorben ist, da waren die Kinder gerade mal 4 und 1. Ich habe sie alleine groß gezogen. Ich hatte zwar zwischendurch einen Partner, da hat es aber mit der Beziehung nicht geklappt, wir sind nach wie vor gute Freunde, aber eben keine Beziehung und auch kein Vater für meine Kinder.
Nun kam der neuer Mann. Er hat mich fasziniert, das tut er immer noch: mit seiner Fantasie und Vorstellungen, mit seiner Fürsorge und Zärtlichkeit, er ist ein guter Mensch. Es klappt aber nicht so, wie ich es mir wünschen würde.
Seine zwei Kinder waren zu dem Zeitpunkt, wo wir zusammen kamen 18 und 16 Jahre alt. Sein Sohn, der 18-jähriger ist zusammen mit Mama in dem Elternhaus geblieben, die Tochter ist zum Papa gezogen, erstmal. Das war schwierig mit ihr. Ein Kind, was die Konsequenzen aus dem Elternhaus nicht kannte. Papa putzte ihr Zimmer "sonst geht da alles kaputt", die Tochter schwänzte nach 2 Wochen an der neuen Schule und kaufte erstmal zum Frühstück Sekt bei Aldi und das fast jeden Morgen, da war der Papa machtlos. Ein Vorfall, der eigentlich alles beschreibt: wir beide sind mit meinen Kindern und ihr in den Freizeitpark gefahren. Vorher wurde die Absprache mit allen Kindern vereinbart, dass wir anschließend zusammen Essen gehen, da wir(eigentlich ich) nicht das überteuerte schlechte Essen da haben wollten. Diese Absprache wurde von allen genehmigt. Wir hatten Snacks und Obst/Gemüse mit, hungern musste keiner. Die Tochter von meinem Mann(16 J.a.) sagt dann bei der gemeinsamen Pause: "Ich will eueres Essen nicht essen, ich will den Döner und zwar jetzt!" Der Verweis auf die Abrede hat nichts gebracht, sie ist dann demonstrativ zum Ausgang und hat da bestimmt 2 Stunden gesessen, bis wir fertig waren. Von ähnlichen Situationen gab es ganz viele. Ende des Liedes war, dass sie dann doch bei dem Papa nicht wohnen wollte, wenn wir da einziehen.
Mein Mann ist zudem sehr sorgfältig im Umgang mit Gegenständen: Stuhl muss unbedingt zurück gerückt werden, die Küchenschränke bitte nur an den Griffen packen, die Dusche nach der Nutzung unbedingt trocken/wirklich trocken machen etc. Mich stören solche Sachen weniger. Ich mag auch Ordnung, es hat aber für mich die Priorität und außerdem war es für mich als berufstätige Alleinerziehende viel wichtiger die gemeinsame Zeit mit meinen Kindern zu verbringen anstatt die Fenster zu putzen.
Na ja, bei dem gemeinsamen Leben zeigten sich nun diese Unterschiede ganz gewaltig. Seine Ordnung wollten meine Kinder nicht übernehmen: teils ignoriert, teils übernommen, aber so wie halt die Pubertiere sind. Er fand es unterirdisch, ihm ging es damit wirklich schlecht. Es war auch kein Einsehen da, obwohl super viele Gespräche gelaufen sind.
Jetzt sind die Jahre vergangen, meine Tochter wohnt schon seit langem nicht mehr mit uns, da sie zum studieren in die Großstadt gezogen ist, mein Sohn für die Ausbildung ebenso. Das wollten sie schon bevor wir zusammen gekommen sind, in die Großstadt, lag also nicht an meinem Mann.
Unsere gemeinsame Tochter ist mittlerweile 8 und ist ein tolles aufgewecktes Mädchen. Und wir? Streiten immer noch wegen meinen Kinder. Seine Kinder haben kaum Kontakt mit ihm/uns: zwei- dreimal im Jahr zum Weihnachten und Geburtstag zähle ich nicht zu einem Kontakt. Meine Kinder dagegen schon. Ich habe gute Beziehung zu den beiden, wir treffen uns, unternehmen einiges zusammen, sie schätzen meine Meinung. Mein Mann duldet sie würde ich sagen, er verneint es immer wieder, aber das ist nun mal das, wie ich es fühle. (jetzt bin ich schon voreingenommen, obwohl ich meine Erzählung neutral gestalten wollte).
Ein Beispiel, der für Streit immer noch sorgt. Vor zwei Jahren, da war ich mit meinem Mann und der Kleinen im Urlaub, fragte meine Tochter mich, ob sie und ihr Freund bei uns wohnen könnten während wir im Urlaub sind. Wir haben ein großes schönes Haus mit Garten und allem drum und dran. Ich erzählte es meinem Mann. Da war schon der Punkt: wieso sie mich fragt, der zweiter Punkt, dass sie nicht ordentlich sei und deshalb es nicht ginge.(sie ist wirklich nicht die ordentlichste Person). Ich hatte mich so schlecht gefüllt, dass ich es meiner Tochter gesagt habe. Das nahm sie an. Paar Tage nach diesem Gespräch ergab sich aber eine Situation, dass sie ein Job Angebot für zwei Tage mit sehr guten Bezahlung in unserer Stadt bekommen hatte, sie brauchte Platz zum Übernachten. Diesmal fragte ich meinen Mann nicht und deponierte Schlüssel von dem Haus an einem Ort, den ich meiner Tochter mitteilte und ihr sagte, dass sie bei uns übernachten kann und auch ihren Bruder mitnehmen kann, da sie alleine im großen Haus Angst hatte. Da waren die beide da, mein Sohn kochte Nudeln und stellte unbedacht den heißen Topf auf die Spüle, die daraufhin einen Brandfleck bekam. Da war der Zeitpunkt da, wo ich dann meinem Mann erzählte, weil ich nicht die Überraschung erst Zuhause haben wollte. Der Urlaub war schon vorher nicht gut, da ich es die "Nicht-Annahme" meiner Kinder übel genommen habe, nach meiner Erzählung war es dann ganz vorbei.
Und jetzt. Jetzt sind wir seit einem Monat in den getrennten Zimmern und ich habe Angst mir einzugestehen, dass da nichts mehr zu retten ist.
Wir verstehen uns wirklich ausgezeichnet bei allem, außer meine Kinder. Das Ereignis, was zu den getrennten Zimmer geführt hat, war wieder im Sommerurlaub. Ähnliche Situation wie vor 2 Jahren. Meine Tochter schickte mir eine Nachricht, dass sie mit ihrem Freund von seiner Familie im Norden spät Abends los fahren würde und sie fragte dann, ob sie bei uns eine Nacht schlafen könnten. Mein Mann hörte das an, fragte nach meiner Meinung dazu, was sich erst gut fand. Meine Meinung dazu war, wir sagen zu und am besten macht er das, weil er auf diese Weise meiner Tochter, mit der er nach wie vor kein gutes Verhältnis hat, Vertrauen zeigen kann und gleichzeitig würde er aber sagen, dass bestimmte Sachen/ Verhaltensweisen für ihn wichtig sind. Er hörte sich das an und dann kam die Empörung aus ihm: Wieso schicke ich so eine Nachricht weiter, wieso verbiete ich es nicht direkt nach all dem, was vor 2 Jahren passierte und es ging weiter so. Er schickte meiner Tochter eine Nachricht, was bestimmt nicht nett war. Ich schickte Nachricht, dass mir es Leid tut, dass es so ist.
Da wurde mir einfach klar, dass diesen Menschen eigentlich nicht nur meine Kinder nicht interessieren, sondern dass auch ich egal bin. Was ich fühle, wie ich darunter leide. es ist ihm egal. Nach seiner Meinung erlaube ich den Kindern alles. Egal wie, es klappt einfach nicht konstruktiv miteinander zu sprechen.
Und jetzt sitze ich alleine im Büro und denke, wie ich mein Leben gestalten soll. Die Hoffnung auf die Annahme ist einfach da, weil ich diesen Menschen liebe Mit dem Kopf denke ich, dass es nicht mehr zu retten ist, aber mit meinem Herzen bin ich leider nicht so weit.
Ich werde nie auf meine Kinder verzichten zugunsten eines Mannes. Die ganze Jahre haben wir eigentlich auch vieles versucht, nicht nur ich, auch er versuchte es auf seine Weise.
ich habe noch nicht mal eine Frage an euch, vielleicht ist es ein Wunsch einen Teil der Geschichte einfach zu erzählen und einfach zu schauen, was ihr dazu sagt.