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Immer noch Schwierigkeiten nach Jahren Patchwork

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sungreal
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Hallo an alle, die wohl mehr oder weniger in einem ähnlichen Boot sitzen. Mal ist es eine Yacht, mal eine Schaluppe, aber ein Boot ist wohl bei den meisten.
Ich habe einen Mann, zusammen haben wir 5 Kinder, drei habe ich+drei hat er, zusammen haben wir 5.
Wir sind seit genau 10 Jahren zusammen. Kennengelernt durch einen schönen Zufall, der uns dann zueinander geführt hat. Nach einem Jahr Beziehung sind bin ich mit meinen zwei Kindern zu ihm gezogen, damals waren die Kinder 17 und 14. Anstrengendes Alter. Meine Kinder sind absolute Mama-Kinder, da ihr Vater früh gestorben ist, da waren die Kinder gerade mal 4 und 1. Ich habe sie alleine groß gezogen. Ich hatte zwar zwischendurch einen Partner, da hat es aber mit der Beziehung nicht geklappt, wir sind nach wie vor gute Freunde, aber eben keine Beziehung und auch kein Vater für meine Kinder.
Nun kam der neuer Mann. Er hat mich fasziniert, das tut er immer noch: mit seiner Fantasie und Vorstellungen, mit seiner Fürsorge und Zärtlichkeit, er ist ein guter Mensch. Es klappt aber nicht so, wie ich es mir wünschen würde.
Seine zwei Kinder waren zu dem Zeitpunkt, wo wir zusammen kamen 18 und 16 Jahre alt. Sein Sohn, der 18-jähriger ist zusammen mit Mama in dem Elternhaus geblieben, die Tochter ist zum Papa gezogen, erstmal. Das war schwierig mit ihr. Ein Kind, was die Konsequenzen aus dem Elternhaus nicht kannte. Papa putzte ihr Zimmer "sonst geht da alles kaputt", die Tochter schwänzte nach 2 Wochen an der neuen Schule und kaufte erstmal zum Frühstück Sekt bei Aldi und das fast jeden Morgen, da war der Papa machtlos. Ein Vorfall, der eigentlich alles beschreibt: wir beide sind mit meinen Kindern und ihr in den Freizeitpark gefahren. Vorher wurde die Absprache mit allen Kindern vereinbart, dass wir anschließend zusammen Essen gehen, da wir(eigentlich ich) nicht das überteuerte schlechte Essen da haben wollten. Diese Absprache wurde von allen genehmigt. Wir hatten Snacks und Obst/Gemüse mit, hungern musste keiner. Die Tochter von meinem Mann(16 J.a.) sagt dann bei der gemeinsamen Pause: "Ich will eueres Essen nicht essen, ich will den Döner und zwar jetzt!" Der Verweis auf die Abrede hat nichts gebracht, sie ist dann demonstrativ zum Ausgang und hat da bestimmt 2 Stunden gesessen, bis wir fertig waren. Von ähnlichen Situationen gab es ganz viele. Ende des Liedes war, dass sie dann doch bei dem Papa nicht wohnen wollte, wenn wir da einziehen.
Mein Mann ist zudem sehr sorgfältig im Umgang mit Gegenständen: Stuhl muss unbedingt zurück gerückt werden, die Küchenschränke bitte nur an den Griffen packen, die Dusche nach der Nutzung unbedingt trocken/wirklich trocken machen etc. Mich stören solche Sachen weniger. Ich mag auch Ordnung, es hat aber für mich die Priorität und außerdem war es für mich als berufstätige Alleinerziehende viel wichtiger die gemeinsame Zeit mit meinen Kindern zu verbringen anstatt die Fenster zu putzen.
Na ja, bei dem gemeinsamen Leben zeigten sich nun diese Unterschiede ganz gewaltig. Seine Ordnung wollten meine Kinder nicht übernehmen: teils ignoriert, teils übernommen, aber so wie halt die Pubertiere sind. Er fand es unterirdisch, ihm ging es damit wirklich schlecht. Es war auch kein Einsehen da, obwohl super viele Gespräche gelaufen sind.
Jetzt sind die Jahre vergangen, meine Tochter wohnt schon seit langem nicht mehr mit uns, da sie zum studieren in die Großstadt gezogen ist, mein Sohn für die Ausbildung ebenso. Das wollten sie schon bevor wir zusammen gekommen sind, in die Großstadt, lag also nicht an meinem Mann.
Unsere gemeinsame Tochter ist mittlerweile 8 und ist ein tolles aufgewecktes Mädchen. Und wir? Streiten immer noch wegen meinen Kinder. Seine Kinder haben kaum Kontakt mit ihm/uns: zwei- dreimal im Jahr zum Weihnachten und Geburtstag zähle ich nicht zu einem Kontakt. Meine Kinder dagegen schon. Ich habe gute Beziehung zu den beiden, wir treffen uns, unternehmen einiges zusammen, sie schätzen meine Meinung. Mein Mann duldet sie würde ich sagen, er verneint es immer wieder, aber das ist nun mal das, wie ich es fühle. (jetzt bin ich schon voreingenommen, obwohl ich meine Erzählung neutral gestalten wollte).
Ein Beispiel, der für Streit immer noch sorgt. Vor zwei Jahren, da war ich mit meinem Mann und der Kleinen im Urlaub, fragte meine Tochter mich, ob sie und ihr Freund bei uns wohnen könnten während wir im Urlaub sind. Wir haben ein großes schönes Haus mit Garten und allem drum und dran. Ich erzählte es meinem Mann. Da war schon der Punkt: wieso sie mich fragt, der zweiter Punkt, dass sie nicht ordentlich sei und deshalb es nicht ginge.(sie ist wirklich nicht die ordentlichste Person). Ich hatte mich so schlecht gefüllt, dass ich es meiner Tochter gesagt habe. Das nahm sie an. Paar Tage nach diesem Gespräch ergab sich aber eine Situation, dass sie ein Job Angebot für zwei Tage mit sehr guten Bezahlung in unserer Stadt bekommen hatte, sie brauchte Platz zum Übernachten. Diesmal fragte ich meinen Mann nicht und deponierte Schlüssel von dem Haus an einem Ort, den ich meiner Tochter mitteilte und ihr sagte, dass sie bei uns übernachten kann und auch ihren Bruder mitnehmen kann, da sie alleine im großen Haus Angst hatte. Da waren die beide da, mein Sohn kochte Nudeln und stellte unbedacht den heißen Topf auf die Spüle, die daraufhin einen Brandfleck bekam. Da war der Zeitpunkt da, wo ich dann meinem Mann erzählte, weil ich nicht die Überraschung erst Zuhause haben wollte. Der Urlaub war schon vorher nicht gut, da ich es die "Nicht-Annahme" meiner Kinder übel genommen habe, nach meiner Erzählung war es dann ganz vorbei.
Und jetzt. Jetzt sind wir seit einem Monat in den getrennten Zimmern und ich habe Angst mir einzugestehen, dass da nichts mehr zu retten ist.
Wir verstehen uns wirklich ausgezeichnet bei allem, außer meine Kinder. Das Ereignis, was zu den getrennten Zimmer geführt hat, war wieder im Sommerurlaub. Ähnliche Situation wie vor 2 Jahren. Meine Tochter schickte mir eine Nachricht, dass sie mit ihrem Freund von seiner Familie im Norden spät Abends los fahren würde und sie fragte dann, ob sie bei uns eine Nacht schlafen könnten. Mein Mann hörte das an, fragte nach meiner Meinung dazu, was sich erst gut fand. Meine Meinung dazu war, wir sagen zu und am besten macht er das, weil er auf diese Weise meiner Tochter, mit der er nach wie vor kein gutes Verhältnis hat, Vertrauen zeigen kann und gleichzeitig würde er aber sagen, dass bestimmte Sachen/ Verhaltensweisen für ihn wichtig sind. Er hörte sich das an und dann kam die Empörung aus ihm: Wieso schicke ich so eine Nachricht weiter, wieso verbiete ich es nicht direkt nach all dem, was vor 2 Jahren passierte und es ging weiter so. Er schickte meiner Tochter eine Nachricht, was bestimmt nicht nett war. Ich schickte Nachricht, dass mir es Leid tut, dass es so ist.
Da wurde mir einfach klar, dass diesen Menschen eigentlich nicht nur meine Kinder nicht interessieren, sondern dass auch ich egal bin. Was ich fühle, wie ich darunter leide. es ist ihm egal. Nach seiner Meinung erlaube ich den Kindern alles. Egal wie, es klappt einfach nicht konstruktiv miteinander zu sprechen.
Und jetzt sitze ich alleine im Büro und denke, wie ich mein Leben gestalten soll. Die Hoffnung auf die Annahme ist einfach da, weil ich diesen Menschen liebe Mit dem Kopf denke ich, dass es nicht mehr zu retten ist, aber mit meinem Herzen bin ich leider nicht so weit.
Ich werde nie auf meine Kinder verzichten zugunsten eines Mannes. Die ganze Jahre haben wir eigentlich auch vieles versucht, nicht nur ich, auch er versuchte es auf seine Weise.
ich habe noch nicht mal eine Frage an euch, vielleicht ist es ein Wunsch einen Teil der Geschichte einfach zu erzählen und einfach zu schauen, was ihr dazu sagt.

x 1 #1


H
Hi bzw. gute Nacht😊
Du bekommst morgen sicherlich noch viel mehr Antworten und Sichtweisen, die dir weiter helfen können.
Ich selber bin sowohl in Pazchworkverhältnissen groß geworden und hab selbst als Eltetnteil damit gelebt, da mein Exmann einen Sohn mitbrachte.
Ich hab den Sohn meines Exmannes immer als Geschenk gesehen, quasi ganz umsomst ein Kind. So haben wir das auch gelebt. Mit normalen Konflikten sicherlich, aber das Kind und er in seiner Vaterrolle, hatten in gewisser weise Priorität. Dem mittletweilen erwachsenenen Mann geht es heute emotional gut und er hat zu allen 4 Eltern bzw. Deren Expartnern ein stabiles und vertrautes Verhältnis.
Der Exmann meiner Mutter ist dahingegen oft "quergeschossen". Er war oft eifersüchtig, hat sich an Kleinigkeiten sehr aufgetegt und oftmals viel kaputt gemacht mit seiner Art. Damals hatte meine Mutter des öieben Friefen willen viel ertagen und betsucht auszugleichen und schön geredet. Erst in den letzten Jahren stellte sie sich quer und nach dem Tod meines Stiefvaters wurde ohr etst bewusst wie oft sie auch mir nicht wirklich lpyal seien konnte, da sie keinen Streit wollte.

Im Rückblick ist es wohl wirköich so. Die Loyalität zu den Kindern sollte ganz oben stehen. Und ein Partner, der auf Augenhöhe liebt, sollte immer wieder Gespräche und Kompromisse suchen. Allein schon deshalb, da er ja eigentlich wollen müsste, dass es seiner Partnerin gut geht.
Und wenn es immer und immer wieder die gleichen Probleme gibt, ist es vielleicht wirköich befteiender sich davon zu lösen.

Aber bevor du irgendwas entscheidest würde ich alles versuchen dies mit einer Familienbetatung anzugehen. Vielleicht schafft ihr es ja mit professioneller Hilfe

Liebe Grüße

x 3 #2


A


Immer noch Schwierigkeiten nach Jahren Patchwork

x 3


Ameise_78
Mir fällt immer wieder auf, dass Patchwork Konstellationen oft daran scheitern, dass ein kinderloser Partner ein Problem mit der Loyalität des Partners mit Kindern zu seinen Kindern hat - aber sogar auch Partner mit Kindern, die für sie an erster Stelle stehen, haben das sehr häufig.
Es ist nicht so verwunderlich, wenn es dann nur Ärger und Probleme und irgendwann so große Ressentiments gibt, dass die Gefühle dabei auf der Strecke bleiben.

Zitat von HeldinmL:
Ich hab den Sohn meines Exmannes immer als Geschenk gesehen, quasi ganz umsomst ein Kind.

Genau so habe ich das in den realen Patchwork Familien beobachtet, die ich kenne, wo es super funktioniert (hat).👍

#3


M
Hallo @sungreal,

ich war auch ein „Patchwork-Kind“ und beim Lesen fällt mir Folgendes auf:

Ihr habt nicht nur Alltagskonflikte, sondern einen Grundkonflikt was Ordnung, Sauberkeit, Grenzen und vor allem den Umgang mit euren Kindern betrifft.

Hier geht es nicht nur um einen Streit mit dem Topf und dem verbrannten Fleck deiner Kinder, sondern ihr unterscheidet euch ganz stark im Umgang: Für dich sind deine Kinder immer willkommen und gehören zu deinem Leben dazu, für deinen Mann scheint die Einhaltung von Ordnung und Absprachen sehr eng mit Respekt verbunden zu sein.

Habt ihr je darüber gesprochen, wie ihr das Projekt Familie mit Kindern leben wollt? Welchen Platz eure Kinder in eurem Leben einnehmen sollen? Läuft es bei der Erziehung eurer Kleinen anders, oder musst du auch hier viel schlucken?

Eure ersten Kinder sind inzwischen längst aus dem Haus und trotzdem haben die alten Erfahrungen weiterhin in seiner Entscheidung Gewicht. Es geht gar nicht mehr um das aktuelle Verhalten deiner Kinder, sondern er bewertet sie danach, wie sie damals waren. Das ist wirklich eine ungute Situation für deine Kinder.

Was mir persönlich aufstößt: Es wirkt so, als müsstest du dich zwischen deinem Mann und deinen Kindern entscheiden, und das geht aus meiner Sicht gar nicht! Ich kann dich hier verstehen, denn einerseits liebst du deinen Mann, ihr habt ein Leben zusammen aufgebaut, du möchtest diese Beziehung, aber deine Kinder gehören selbstverständlich dazu. Auch wenn diese längst erwachsen sind. Das muss auch miteinander vereinbar sein!

Ich persönlich hätte auch große Probleme damit, wenn meine Tochter nicht im gemeinsamen Haus übernachten darf. Denn deine Tochter kennt kein anderes Elternhaus mehr, außerdem finde ich es normal, dass für Kinder die Türen immer offen stehen. Auch als Tochter ist es unschön, wenn man nicht willkommen ist bzw. nur unter der Kontrolle deines Mannes. Es muss ihr wehtun, dass dein Mann sie so ablehnt wegen alter Geschichten und ehrlich gesagt würde es mir die Luft zum Atmen nehmen.

Dein Mann darf seine Grenzen haben, er darf sich auch unwohl fühlen, aber verbieten darf er nicht, denn es ist auch dein Haus. Ich persönlich wäre auch gar nicht auf die Idee gekommen zu fragen, sondern hätte einfach nur informiert, dass die Kinder in eurem Haus für eine Nacht bleiben, weil sie beruflich in der Nähe sind.

Umgekehrt war es aber auch nicht in Ordnung, dass du ihn übergangen hast, dass du bewusst gehandelt hast, obwohl du wusstest, er möchte es nicht. Damit hast du seine Grenzen übergangen. Und ich vermute, darin besteht sein aktuelles Hauptproblem.

Du musstest jahrelang schlucken, nach seinen Vorstellungen von Ordnung und Sauberkeit leben und deine Kinder ständig rechtfertigen. Und er fühlt sich vermutlich übergangen und versteht nicht, warum du die Kinder ihm vorziehst. Das wird bei ihm ein Vertrauensproblem verursacht haben.

Das Problem ist auch, dass seine Kinder kaum noch eine Rolle in eurem Leben spielen und wenn das für ihn normal ist, erwartet er das auch von dir. Dass eine Jugendliche bockig war und lieber Döner als selbstgeschmierte Brote wollte, hat mit eurer aktuellen Situation längst nichts mehr zu tun.

Ich denke, ihr könnt das nur lösen, indem ihr euch hinsetzt und darüber sprecht, wie ihr euer Familienleben in Zukunft gestalten wollt. Dass auch deine erwachsenen Kinder immer mit dir verbunden bleiben und er nicht erwarten kann, dass du wählst. Das sollte aber auch für seine Kinder gelten, vielleicht könnt ihr da noch etwas machen und die alten Streitigkeiten beilegen.

Es ist auch wichtig, dass seine Grenzen respektiert werden. Wenn er so ein Problem mit dem Brandfleck hat, dann kann die Platte auch ersetzt werden. Wenn er Vertrauensprobleme hat, dann arbeitet daran, was es braucht, damit er es wieder kann. Die Bereitschaft muss aber von beiden Seiten kommen. Möglicherweise hilft euch da Paartherapie weiter, damit ihr nicht ständig auf alten Konflikten rumreitet, sondern den Fokus aufs Wesentliche legt.

Alles Gute!

x 2 #4


Ameise_78
Zitat von Manchmal_Hexe:
Dass eine Jugendliche bockig war und lieber Döner als selbstgeschmierte Brote wollte

Ich lese aus dem Eingangstext eben sehr stark raus, dass auch für die Kinder des Mannes wenig Verständnis und Zuneigung da war.
Ich sehe das hier gegenseitig - und zum Nachteil aller beteiligten Kinder. Es ist sehr traurig, wenn es so läuft. Auch für das gemeinsame Kind kann das alles nicht einfach sein.

x 2 #5


M
@Ameise_78 Die Zuneigung fehlt, das habe ich beim Lesen auch bemerkt. Der Sinn nach Ordnung wirkt fast schon zwanghaft, denn Wasserflecken sind nach dem Duschen völlig normal und sollte man aushalten können.
Möglicherweise hat es der Vater nie geschafft, mit seinen Kindern eine tiefere Beziehung aufzubauen und auch die TE könnte ein Auge bei pubertierenden Rebellionen zudrücken. Sie erwartet es bei ihren Kindern schließlich auch.

x 2 #6


Ameise_78
@Manchmal_Hexe
Genau das fiel mir auch auf, mir fehlte in der Beschreibung auf beiden Seiten jede Wärme. So etwas mitzubekommen tut mir immer sehr weh für die betreffenden Kinder. Die haben ihr ganzes Leben noch vor sich und müssen mit dem Schmerz, sich nicht richtig zugehörig zu fühlen, zurecht kommen.
Ich kannte (neben vielen anderen Fällen - und auch Fällen von glücklichem Patchwork) im Studium eine junge Frau, die ähnliches erlebt hat. Sie hatte Patchwork auf beiden Seiten - Mutter und Vater mit Halbgeschwistern, und fühlte sich nirgends mehr so wirklich willkommen/zu Hause. Sie sagte das sei ein Gefühl absoluter Haltlosigkeit. Das tat mir sehr leid, da ich selbst ähnliches erlebt habe, wenn auch ohne Patchwork.

#7


S
@HeldinmL Gute Nacht und vielen Dank für deine Rückmeldung. Weißt du, deine Sichtweise habe ich auch. Ich hätte gerne die Kinder meines Mannes bei uns gesehen, da ich es ebenso empfinde. Sie wollten nicht. Die Tochter wollte sich damals nicht eingrenzen und auf die anderen Menschen Rücksicht nehmen, der Sohn…ich habe ihn mal direkt gefragt, ob er jemals von mir schlecht behandelt wurde oder sich nicht willkommen fühlte. Das verneinte er, mehr Kontakt wurde es nicht. Weder zu uns, noch zu seinem Vater.

Danke für die Geschichte mit dem Exmann deiner Mutter, ich will kein Frieden um diesen Preis und genau deshalb sind unsere Konflikte so verheerend. Wir haben vereinbart eine Weile zu warten, damit sich die Gemüte wieder beruhigen und dann nochmal ein Gespräch miteinander zu suchen, Stand von gestern.

x 1 #8


S
@Manchmal_Hexe
Vielen Dank für deine Rückmeldung! Dieser Grundkonflikt haben wir nur im Bezug auf meine Kinder, es ist selektiv. Für ihn sieht es so aus, dass wenn ich etwas nicht mache/ anders mache, als seine Vorstellung ist, dann mache ich es an der anderen Seite gut. Somit führt es gar nicht zu Konflikten zwischen uns. Wir haben oft Kinder im Haus und auch einen großen Freundeskreis, da ist es auch in Ordnung, deshalb sage ich, dass es selektiv ist. Das habe ich auch mit meinem Mann besprochen, er sieht es nicht ein/ sieht es anders.
Wir haben gesprochen, dass es Punkte gibt(wie die Dusche), die für ihn wichtig sind und auch Punkte genannt, die mir wichtig sind (Kinder sind immer willkommen). In Gesprächen werden wir uns einig, im echten Leben sieht es anders aus. Dass meine Kinder jetzt nicht schaffen „sauber zu kommen und nicht direkt duschen zu müssen“, das wird nicht verstanden. Er macht ja schließlich nicht so.
Die Erklärung, dass andere Menschen andere Vorstellungen haben, die wird nicht akzeptiert. Bei der Erziehung unserer Tochter läuft es anders, da gibt es keine Konflikte, da zum einen er von ihr nicht getriggert wird und ich seiner Meinung nach auch alles anders mache als bei meinen beiden Großen.
Ich glaube du hast absolut den Punkt getroffen, dass mein Mann sich nicht respektiert fühlt und jedes mal annimmt, dass alle Handlungen eine persönliche Aktion gegen ihn sind. Das habe ich auch schon oft thematisiert, wird auch nicht gesehen.
Gestern im Gespräch ist von ihm eine Aussage gefallen, dass „ich es endlich verstehen solle und den Kindern einen Riegel vorschieben solle“, mir fehlten dazu einfach die Worte. Es macht mich so unendlich traurig, dass der Mensch, den ich liebe, solche Sichtweise hat und zu einer komplett anderen Person mutiert.
Genauso habe ich auch versucht zu argumentieren, dass meine Kinder, auch als Erwachsene ein Zuhause brauchen, er sagt daraufhin, wo er ausgezogen war, hatte er sein zuhause bei sich, was meine Kinder schließlich auch hätten. Da sind wir wieder bei dem Punkt, dass nur diese Meinung dann in seinen Augen existent ist.
Ja, du hast auch absolut Recht, dass er sich übergangen gefüllt hat, das haben wir auch schon mehrmals gesprochen und ich habe mich dafür entschuldigt, diese Entschuldigung wurde angenommen, jetzt wird es mir aber wieder vorgeworfen. Ergo: es wurde nicht angenommen und er kann es einfach nicht „verdauen und ruhen lassen“. Es ist etwas, was ihn nach wie vor sehr belastet.
Er sagt, dass die Nicht-Präsenz seiner Kinder ihn schmerzt, er sich aber mit der Situation abfinden musste, da er ihre Haltung akzeptieren muss.
Mit seinen Kindern habe ich echt das so oft versucht. Er hatte lange Zeit überhaupt keinen Kontakt mit seiner Tochter bis ich ihn überzeugt habe, dass er den ersten Schritt und auch vielleicht den zweiten machen soll, um sein Kind wieder zu sehen. Es wird einfach nicht in seiner 1. Familie über die Probleme gesprochen, falls welche da sind. Wenn ich vorschlage sich zu treffen und zu sprechen, dann findet es nicht statt, es ist nicht erforderlich.
Sein Sohn ist 28. Vor paar Jahren kam von ihm ein Vorschlag, dass sie sich zu seinem Geburtstag in der Ursprungsfamilien-Konstellation treffen: Mama, Papa, Sohn und Tochter. „wenn sich alle ein bisschen anstrengen, dann könnte es doch schön werden“. Zu Weihnachten kam auch schon ein Vorschlag von ihm, dass mein Mann zu denen kommen könnte (wieder eine Ursprungsfamilien Konstellation) natürlich ohne mich. Das lehnte beides mein Mann ab, weil er dann sagte, dass er uns hat und schon lange nicht alleine ist. Danach wurde nicht mehr darüber gesprochen. Leider sind seine Kinder mehr als nur Fremde für mich, die sind nicht präsent, ich hätte es mir anders gewünscht, vor allem in Bezug auf ihn.
Danke dir für deinen Beitrag!

#9


S
@Ameise_78 Danke für deine Rückmeldung. Ich habe versucht sachlich zu bleiben, damit ich von vorne rein meinen Mann nicht als Boomann darstelle. Seine Kinder war immer willkommen bei uns, sind es immer noch. Trotz allem sind es seine Kinder und ich werde nie auf die Idee kommen die Kinder nicht willkommen zu heißen. Das sollte auch schließlich für meine Kinder gelten. Es ist eine Situation, die ich beschrieben habe. Seine Tochter war sehr manipulativ damals, heute ist kaum Kontakt da, dass ich es beurteilen kann. Eine andere Situation mit ihr: als 16-jährige wollte sie unbedingt das letzte I-Phone haben, das Geld dafür wollte sie von dem Sparkonto für Führerschein nehmen. Papa, bei dem sie damals wohnte, hat nein gesagt. Sie verliert paar Tage später ihr Handy, sie fuhr damals Mofa, "das Handy wäre damals wohl aus der Tasche beim Fahren rausgefallen". Papa sucht tagelang am Straßenrand nach ihrem Handy (hätte ich nicht getan) und erlaubt es anschließend, dass ein neuer I-Phone gekauft wird. Nach ca einem Monat stellte sich heraus, dass das Handy einfach versteckt wurde und sie erzählte, dass sie es verloren hat, weil sie nur so an ihr Ziel kam. Das war nicht die einzige manipulative Situation.

#10


S
@Ameise_78 habe über deine Worte nachgedacht. Es ist schwierig 10 Jahre in Worte zu fassen und wenn alles lieblos wäre, dann wären wir nach 10 Jahren nicht zusammen.
Ich glaube tatsächlich, dass jeder von uns, sowohl mein Mann als auch ich, versucht haben das zu geben, was wir konnten. Er war immer präsent für alle Belange meiner aber auch seiner Kinder, wenn etwas gemacht/erledigt werden sollte. Ich glaube, dass es seine Art ist auf die ihm bekannte Weise die Zuneigung zu zeigen: er war da, wo das Auto meiner Tochter kaputt war und hat sich Monate damit herumgeschlagen bis es lief. Er war da, wo sein Sohn eine Küche aufbauen wollte. Genauso bei meinem Sohn und seiner Tochter. Er kann das, er macht es gerne, er ist auch sehr hilfsbereiter Mensch, der das auch sehr gut macht.
Ich habe versucht mit anderen Dingen, die ich kann. Ich habe versucht für seinen Sohn da zu sein, wo seine Oma gestorben ist. Ich habe versucht ihm das Gefühl zu geben, dass er bei uns willkommen ist. Das sagte er auch in einem Gespräch.
Hätten wir noch mehr geben können? Vielleicht..bestimmt..wir haben versucht die bestmögliche Entscheidung für die Probleme zu finden, reicht wohl nur nicht.

x 2 #11


M
Guten Morgen @sungreal,

es ist schade, dass dein Mann so wenig auf deine Kinder zugeht. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass das für sie schmerzhaft sein muss. Er verhält sich beinahe so, als hätte er keine eigenen Kinder.

Zitat von sungreal:
Gestern im Gespräch ist von ihm eine Aussage gefallen, dass „ich es endlich verstehen solle und den Kindern einen Riegel vorschieben solle“


Zitat von sungreal:
er sagt daraufhin, wo er ausgezogen war, hatte er sein zuhause bei sich, was meine Kinder schließlich auch hätten.

Was ich mich frage: Hat dein Mann selbst keine bedingungslose Liebe in seinem Elternhaus erfahren? Natürlich hat man ein eigenes Zuhause, sobald man erwachsen wird. Aber Besuche bei seinen Eltern schließt das doch nicht aus. Es wirkt auf mich, als führt er einen Machtkampf. Auch dass er als erwachsener Mann bei so vielem nicht Darüberstehen kann. Es wirkt auf mich fast unreif.

Zitat von sungreal:
Dass meine Kinder jetzt nicht schaffen „sauber zu kommen und nicht direkt duschen zu müssen

Jeder Mensch geht duschen, besonders nach einer Reise, es hat nichts damit zu tun, dass sie unsauber sind. Was ist denn das für eine Unterstellung? Warum sollen sie nicht duschen dürfen? Dafür ist eine Dusche doch da! Was stört ihn daran so sehr, dass sie nicht mehr kommen sollen?

Zitat von sungreal:
und ich seiner Meinung nach auch alles anders mache als bei meinen beiden Großen.

Ist das so? Oder kann er es bei ihr nur besser akzeptieren? Deine Kinder sind erwachsen, sie ein Kind. Warum denkt er, dass du sie noch erziehen musst?

Zitat von sungreal:
Er sagt, dass die Nicht-Präsenz seiner Kinder ihn schmerzt, er sich aber mit der Situation abfinden musste, da er ihre Haltung akzeptieren muss.


Aus eigener Erfahrung: Die Ex-Partner meiner Mutter hatten fast alle Probleme mit ihren Kindern. Was zum Teil daran gelegen ist, dass sie sich einfach nicht um ihre Kinder gekümmert haben und sie nur sporadisch an den Wochenenden gesehen haben. Sie haben keinen Alltag miteinander geteilt, oftmals die Arbeit vorgeschoben oder Hobbys. Oder sie wussten leider auch nicht, wie sie besser mit ihren eigenen Kindern umgehen sollen, da sie es selbst nicht im Elternhaus erfahren haben. Das führte zu großem Neid in der Beziehung. Plötzlich waren sie eifersüchtig auf die Beziehung zwischen uns und unserer Mutter.

Es ist schwierig, denn der Hund liegt oft viel tiefer begraben, als es zuerst scheint. Nicht nur der eigene Umgang als Vater muss hinterfragt werden, es zeigt sich auch, was für ein Selbstwertgefühl der Partner hat und möglicherweise wie die Beziehung zu den eigenen Eltern ist.

Ein in sich ruhender Mann und Vater würde sich nicht zwischen euch stellen, oder es verlangen. Man kann auf die Duschproblematik auch einfach nur genervt reagieren, statt einen „Riegel“ zu verlangen. Dass er eigene Grenzen und Regeln in seinem Haus hat, halte ich für normal. Nicht dass er dich dazu bringen will, deine Kinder aus eurem Leben auszuschließen.

Nur am Rande: Wie sieht die Beziehung zum Vater der Kinder aus? Sind sie ihm ähnlich?

x 1 #12


S
@Manchmal_Hexe
Der Vater meines Mannes war ein Kriegskind, der ein Familienbetrieb führen musste, weil der Bruder, der das machen wollte im Krieg starb. 8 Kinder, eine Frau, die früh gestorben ist. Mein Mann war da 16, er ist das drittjüngste Kind. Ich fragte ihn bereits, ob er geliebt wurde, das wurde bejaht. Wie es wirklich war, keine Ahnung. Seine Schwester meinte, dass er als einziger Junge in der Familie oft bevorzugt behandelt wurde, aber es ist ja nicht gleich zu stellen mit der bedingungslosen Liebe.
Seiner Aussage nach sollen die Kinder immer kommen, aber nur dann, wenn wir (eher gesagt er) zuhause sind, damit er den Schaden abwenden kann, den sie anrichten würden.
Ich finde auch nicht, dass ich es anders mache. Ich bin nachsichtiger geworden mit dem Alter, ich versuche noch mehr zu verstehen, warum mein Kind, das eine oder das andere anstellt. Alleinerziehend, arbeitend mit zwei Kindern war natürlich eine ganz andere Nummer, da waren die Umstände anders. Ich soll meine Kinder erziehen, weil sie sich nicht benehmen können: die Dusche benutzen sie, die Stühle rücken sie nicht wieder heran, keine Ahnung-mehrere Kleinigkeiten, die ich nicht wahrnehme, weil es mich nicht stört und nicht die Rede Wert ist. Mein Auto wurde benutzt und mit Krümeln zurückgegeben, das hat mich auch gestört, aber da habe ich mir vorgenommen, dass ich das beim nächsten Mal sage, dass ich mein Auto sauber zurückbekommen möchte. Da war für mich das Thema erledigt. Für ihn nicht, als zusätzlicher Beweis dafür, dass meine Kinder sich nicht benehmen können.
Da hast du glaube ich auch Recht, dass der Hund tiefer begraben ist. Mein Mann ging 1,5 Jahre zu einer psychologischen Therapie, da hatte ich die Hoffnung, dass es ihm besser geht und dadurch auch unsere Beziehung besser wird. Nach seiner Aussage hat er viel gelernt und verändert, ich sehe es nicht.
Der Vater der Kinder ist gestorben, da waren die Kinder 4 und 1 Jahr alt, es war im Ausland. Ich bin dann mit den Kindern ein halbes Jahr nach seinem Tod nach Deutschland gekommen, habe Ausbildung gemacht, habe gearbeitet, studiert und das ist auch der Grund dafür, dass die Bindung zu den Kindern noch enger ist als sonst, da sie auch nur mich haben. Meine Tochter ist ihrem Vater ähnlich, mein Sohn sieht mir ähnlicher.

x 2 #13


Heffalump
Zitat von sungreal:
weil ich diesen Menschen liebe

Den von früher oder den, der er jetzt ist?
Zitat von sungreal:
Ich fragte ihn bereits, ob er geliebt wurde, das wurde bejaht

Naja, wenn Kinder beispielsweise in einem toxischen Elternhaus groß werden, würden sie durchaus auch behaupten, geliebt worden zu sein. Man hat ja kaum Vergleichsmöglichkeiten.

Und Liebe kann ein Sumpf sein, oder was man für Liebe hält
Zitat von sungreal:
aber nur dann, wenn wir (eher gesagt er) zuhause sind, damit er den Schaden abwenden kann, den sie anrichten würden.

Nette Aussage. Er rechnet fest damit, das etwas kaputt geht. Er vertraut nicht. Und Werte sind ihm wichtiger als Menschen.

Warum scheiterte seine erste Ehe? Weisst du das?

x 1 #14


S
@Heffalump ich liebe ihn schon jetzt, aber er verändert sich einfach so sehr, wenn es um meine Kinder geht und kann den Punkt nicht greifen, warum sie ihn so triggern. Wie auch, das muss er tun. Soviel ist mir schon klar.

Ich glaube schon, dass er geliebt wurde, ob es bedingungslos war, ich kann diese Frage nicht beantworten. Sein Vater hatte andere Grundvoraussetzungen und Ausgangssituation. Ich weiß nicht, ob er die Kapazitäten hatte bedingungslos seine Kinder zu lieben.
Das stimmt, so sehe ich das auch, dass die Sachen wichtiger sind.

das ist eigentlich total spannend, weil seine 1. Ehe scheiterte unter anderem deshalb, weil da nach wie vor viel Wert auf die materielle Dinge gelegt wird. Da wurde auch viel geerbt und man geht sehr sorgfältig mit Gegenständen um. Man putzt das ganze Haus vom Kopf bis Fuß ein Tag in der Woche und dann noch unbedingt, wenn Besuch kommt. Nicht, dass die Nachbarn ein Körnchen Staub erwischen. Er hat sehr viel gearbeitet, er hat das Haus gebaut und dann wurde er sehr krank, wo er auch keine/ kaum Unterstützung erhalten hatte. Ich kannte ihn schon länger bevor wir zusammen kamen, genau das wollte er eigentlich nie haben.

x 1 #15


A


x 4