Hey @Gem1n1 erstmal willkommen hier im Forum. Tut mir leid, dass du gerade so in deinem Kopf kreist und dich gewiss auch schlecht fühlst. Sicher wegen der Trennung an sich, wegen deiner Anteile, wie das generell gelaufen ist und wegen des übergriffigen Verhaltens der Freundin.
Zitat von Gem1n1: Wir haben oft darüber gestritten, weil ich in manchen Situationen Verlustängste habe und meine Bedürfnisse, gerade im Bezug auf ihr näheres Umfeld, offen geäußert habe. Ich habe das Gefühl gehabt, dass da nicht wirklich zu mir gestanden wird, was mich getriggert hat. Allerdings hat sie meine Äußerungen manchmal als Einschränkung oder Kontrolle missverstanden, obwohl ich nie etwas verboten habe. Ich wollte einfach nur, dass meine Ängste ernst genommen werden.
Verlustängste gepaart mit Kommunikationsproblemen, können echte Herausforderungen darstellen. Und so sehr ich deine Verlustangst nachvollziehen kann, kann diese auch einiges kaputt machen. Wie hast du das denn angesprochen?
Ihr scheint da unterschiedliche Sprachen gesprochen zu haben.
Das du Ängste geteilt hast, ist nicht falsch nur ist die Frage, wie? Ich glaube es macht einen Unterschied, ob man beispielsweise offen und ruhig kommuniziert, welch Empfindungen man hat, oder ob man eventuell emotional wird und das nicht richtig kontrollieren kann, was eventuell dazu führen kann, dass der Gegenpart es missversteht, sich eingeschränkt, oder so fühlt, als wäre er nicht genug und würde alles falsch machen, oder sonstiges. Das führt zur Frustration auf beiden Seiten.
Zitat von Gem1n1: Ich muss dazu sagen in anderen Punkten lief unsere Kommunikation sogar echt gut solange es nicht etwas war, dass mit ihr zu tun hatte.
Wie ist das gemeint, solange es nicht mit ihr zutun hatte?
Zitat von Gem1n1: In diesen letzten 2 Monaten gab es bereits mehrere Trennungen, die alle durch Streit ausgelöst wurden und immer von ihrer Seite ausgesprochen wurden.
Könnten Kurzschlussreaktionen gewesen sein, die sie in den Fluchtmodus katapultiert haben, weils zu viel wurde. Könnte auch sein, dass sie aufgrund der Probleme im Kopf schon realisiert hatte, dass sie sich so nicht wohl fühlt, die Hoffnungen und die Liebe am Ende aber so groß waren, dass sie doch wiederkam, oder sich drauf einließ.
Zitat von Gem1n1: Beim dritten Mal hat sie dann endgültig die Entscheidung getroffen und dazu muss ich sagen die Trennung verlief so, dass sie nur geweint hat und mir gesagt hat wie krass sie mich liebt, aber keinen anderen weg sieht.
Ihre Emotionen beim Schlussmachen zeigen dir ja, dass es an Gefühlen nicht gefehlt hat, jedoch gibt’s da ja Kopf und Herz. Manche Menschen lieben, trennen sich aber dennoch, weil der Konflikt unlösbar erscheint, woraus die ernüchternde Befürchtung resultiert, man könne so wie es ist nicht glücklich werden, auch wenn man liebt. Liebe ist zwar sehr hilfreich und mächtig, aber ganz allein kann sie auch nicht alles retten.
Zitat von Gem1n1: Die enge Freundin meiner Ex-Freundin hat sich bei meinem Freundeskreis gemeldet mehrere male, um genau zu erfahren, wo ich bin, und hat provokante, übergriffige Kommentare abgelassen wie schlimm ich bin und wie krass ich kontrollierend bin und nicht das Opfer bin.
Das Verhalten finde ich auch sehr übergriffig. Was hat dein Freundeskreis damit zutun? Warum macht sie dich dort schlecht?
Darauf würde ich nicht reagieren und nicht noch mehr Benzin ins Feuer gießen. Am Ende ist es dein Freundeskreis und wenn’s gute Kumpels sind, dann geben die nicht viel drauf, wenn dich jemand schlecht machen will.
Zitat von Gem1n1: Besonders schockiert mich, dass meine Ex mich nach der Trennung komplett meidet (laut der aussage ihrer engen Freundin) obwohl sie diejenige war, die beendet hat.
Das ist okay. Das kann viele Gründe haben. Vielleicht ist sie dafür wirklich noch nicht stabil genug, möchte nicht schwach werden, möchte sich jetzt erstmal auf sich konzentrieren. Alles legitim.
Zitat von Gem1n1: Ich habe das Gefühl, dass sie noch sehr unter der Trennung leidet, auch wenn sie es nicht offen zeigt.
Das ist bestimmt so. Wahrscheinlich ist das gerade bei euch beiden der Fall, denn Gefühle waren scheinbar im Spiel und wenn das der Fall ist, dann tut eine Trennung weh. Auch wenn man sie selbst beendet hat, weil man keine andere Möglichkeit sah.
Ob sie sich nochmal bei dir meldet, kann dir leider niemand sagen, aber das beste was du tun kannst ist wahrscheinlich, ihr ihren Abstand zu lassen, und auch ihr Umfeld zu ignorieren, wenn etwas kommt, damit zeigst du das von dir keine „Gefahr“ ausgeht, du kein Kontrolleur bist. Am besten ruhig bleiben und Bedrängungen vermeiden, um zu suggerieren „Ich kontrolliere dich nicht. Ich schränke dich nicht ein. Ich gebe dir deine Zeit.“
Vielleicht ist’s dann irgendwann möglich, ein Gespräch führen zu können.
In der Zeit kannst du dich selbst stärken. Du bist kein schlechter Mensch, weil du Verlustängste hast. Wir alle haben irgendwelche Ängste. Wir alle verhalten uns nicht immer wie in einem Bilderbuch. Wir sind alle nur Menschen.
Aber wir können versuchen zu reflektieren und unsere Anteile zu sehen und uns zu verbessern. Vielleicht kannst du die Zeit auch dazu nutzen. Dann mag die Kommunikation vielleicht eines Tages auch besser funktionieren, wenn man sich seiner selbst klarer ist. Woher kommt die Verlustangst? Was macht sie mit dir? Und was passiert in Momenten, in denen du sie spürst und die Kommunikation nicht klappt? Und war sie gerechtfertigt, oder sprach da lediglich „nur“ die Angst aus deinem Inneren mit dir? Nur mal so als Ansatz zum Überlegen.
Ich wünsche dir alles Gute.