Zitat von moose5:liebe @Dinania, seit Anfang deines Threads hast du einen einzigen Ansatz versucht, nämlich, das Problem nicht beim Namen zu nennen (sie ist nicht das Problem), und zu hoffen es kommt wieder, mit dem einzigen Resultat dass eure Beziehung sich stetig verschlechtert hat. Das muss für dich ernüchternd sein. Wär nicht ...
Aus meiner Sicht ist jetzt der späteste Zeitpunkt gekommen, dass alles schonungslos und ehrlich, nichts
verschweigen auf den Tisch kommt. In den letzten Monaten hat sich das immer mehr zu dem entwickelt
wie es heute ist. Dinanias Mann ist vor Monaten bereits falsch abgebogen. Sichtbar gewordene Probleme
wurden sowohl von ihm und von ihr nicht angesprochen. Er suchte vermutlich das, was ihm in der Ehe
fehlte bei einer anderen Frau. Diese Frau war wohl auch auf der Suche, ebenfalls unglücklich in ihrer
Ehe. Der mehr als lockere Umgang im Verein spielte dabei eine Rolle mit einer wesentlich erleichternde
Annäherung (Möglichkeit). So dürfte sich das entwickelt haben.
Wenn Dinania damit selbstbewusster, sie konnte ja den Chat mitlesen, umgegangen wäre mit eindeutigen
Grenzen setzen und gleichzeitiger Benennung von Konsequenzen (Stoppschild setzten) hätte es wohl
eine andere Entwicklung gegeben. So kann bei ihm, obwohl er ja wusste das seine Frau etwas mitbe-
kommen hatte, zu dem möglichen Gefühl entstanden sein, seine EF hat nur noch wenig Interesse an
mich. So könnte das gewesen sein und alles nahm seinen Lauf.
Auch wenn man Süßholzraspeln annehmen kann, so war das im Chat insgesamt wohl viel mehr als
dass, er hatte sich offenbar in die andere Frau, oder glaubt das zumindest, verliebt. Da alles beidseitig
fast ungebremst weiter gelaufen ist, war die Entwicklung vorhersehbar. Das ist der große Nachteil, aus
welchen Gründen auch immer, wenn eine ernst zu nehmende Fehlentwicklung erkannt wird, laufen zu
lassen oder nur halbherzig anzugehen. Es macht, darum diese Erinnerung, keinen Sinn ständig das
selbe tun, was nie funktioniert hat, so weiterzumachen. Diese Erkenntnis ist notwendig, um andere
Wege zu finden und zu gehen.
Nun ist guter Rat teuer. Mit dem gegenseitigen seit vielen Monaten erfolgtem Versteck spielen, sich
immer mehr sich voneinander entfernen, sollte Schluss sein. Der Anfang in die richtige Richtung gehen,
hast du, Dinania, heute gemacht. Das wird jedoch nicht reichen. Ihr müsst miteinander reden. Es gehört
in einem ungestörten in der Ich-Form geführten Gespräch alles offen, ehrlich, nichts verschweigen, stets
höflich und respektvoll bleibend, ohne Schuldzuweisungen, eine Abwehrhaltung vermeidend, auf den
Tisch. Dazu gehört letztlich auch, wie dein Mann und du eure Ehe sieht, was fehlt oder besser gemacht
werden kann, aber auch, ob jeder von euch beiden einen gemeinsamen, weiteren Weg, miteinander
gehen wollt. Das schafft die notwendige Klarheit und ist wichtig für die notwendige Vertrauensbasis.
Auch eine professionelle Hilfe kann, je nach Gesprächsverlauf, sehr hilfreich sein.
Ein solches Gespräch scheuen bringt euch nicht weiter, sondern immer mehr auseinander. Wenn über-
haupt, dürfte das der einzige Weg sein Klarheit zu bekommen und genau das kann der Anfang sein eure
Ehe wieder auf gesunde und feste Füße zu stellen. Wenn nein, wäre das Ende so oder so, mit weiterem
längerem Leiden, gekommen.
Ich finde, du solltest über deinen eigenen Schatten springen. Du kannst dabei nur gewinnen, dein Selbst-
wertgefühl wieder wesentlich steigern, dir Respekt bei ihm verschaffen und kommst in die Lage aktiv zu
entscheiden, wie es weiter geht. Bleibe dabei du selbst, verbiege dich nicht, bleibe autark, höflich und
zuvorkommend. Ich weiß, du fühlst dich nicht stark genug dafür. Und doch, du kannst das, wenn das
zu deinem Willen wird. Sei es dir selber wert, du bist es wert.
Dinania, Kopf hoch, du schaffst das. Du wirst hier immer jemanden finden, der dir zuhört und versucht
dir zu helfen und dir den Rücken zu stärken.
Wie immer, lediglich meine Sichtweise, Einschätzung und Meinung.