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Ist die "Liebe" der Kern des Lebens ?

Hola15


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Zitat von will_hunting:
Zuviel der Ehre ... Der Weg ist das Ziel ... Bei mir war dieser Prozess zunächst mal "nur" ein Nebeneffekt auf der Suche ...


Das glaube ich gerne. Und das es kein Prozess ist der mal eben beendet ist auch. Aber zu dieser Erkenntnis zu gelangen und dann diesen Weg zu beschreiten, dass machen viele ihr ganzes Leben nicht. Die Angst was da verborgen ist, ist wohl zu groß. Von daher bleibe ich dabei... Respekt !

05.04.2021 16:17 • x 4 #106


Plentysweet

Plentysweet


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Zitat von will_hunting:
Die allerwenigsten schaffen es ganz alleine. Dafür brauchst Du professionelle Hilfe.

Ja, aber immerhin gibt es diesen Weg. Und was Du Dir dort erarbeitest, gehört Dir ganz allein, wird zu Deinem inneren Reichtum. Und Du hast es Dir selber erarbeitet, es nimmt Dir keiner mehr und Du kannst sehr stolz sein!

05.04.2021 18:14 • x 4 #107



Ist die "Liebe" der Kern des Lebens ?

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PuMa

PuMa


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@will_hunting

Von mir auch, Hut ab!
Das zeugt von Stärke, neu oder eben wiedergewonnene Stärke eben.

Wenn ich dich fragen darf, wie bist du dazu gekommen, das du es aufarbeiten musst? Oder hat dich jemand dazu gebracht? Was war der Auslöser dich innerlich selbst ins Reine zu bringen?
Interessiert mich wirklich sehr.

05.04.2021 18:18 • x 1 #108


will_hunting

will_hunting


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@plentysweet
@PuMa

Vielen Dank!

Zitat von PuMa:
wie bist du dazu gekommen, das du es aufarbeiten musst?

Der Auslöser war der Umstand, dass ich verstehen wollte, warum 2017 meine Ehe den Bach runter gegangen ist, wobei mir damals schon einige Jahre vorher ansatzweise bewusst geworden ist, dass sich dabei schon bestimmte Muster zum x-ten Mal wiederholt haben. Dazu hatte ich über die Jahre einen bunten Strauss an unterschiedlichen Symptomen, Beschwerden und Diagnosen (Depression, Angst, Schmerzproblematik, Minderwertigkeit, zwischenmenschliche Konflikte, schwieriger Umgang mit Gefühlen) gesammelt, die zunächst noch kein rundes Bild ergeben haben. Erst im Laufe der Zeit, während zweier ambulanter Therapien sowie einer Reha, hat sich das alles dann integrieren lassen zu einer Diagnose (komplexe PTBS), die mich zunächst mal entlastet hat und gleichzeitig Anlass war, an den nun evidenten Ursachen aus der Kindheit und Jugend weiterzuarbeiten. Dieser Prozess ist weiter im Fluss und es wird tatsächlich besser.

Zitat von PuMa:
Oder hat dich jemand dazu gebracht?

Nein, das ging zunächst mal rein von mir aus. Als ich in meinem Umfeld darüber gesprochen hab, gab es Bestätigung und zusätzliche Motivation. Ich denke, wenn sowas nicht von Dir selbst aus kommt, bringt es nicht so viel. Meine letzte Partnerin hat mich auch sehr bei dem ganzen Prozess unterstützt.

Zitat von PuMa:
Was war der Auslöser dich innerlich selbst ins Reine zu bringen?

Nachdem die Diagnose 2018 erstmalig gestellt wurde und mir die Zusammenhänge klar geworden sind, hab ich die Chance gesehen, daran jetzt gezielt arbeiten zu können - weil es so wie bisher nicht unbedingt weitergehen konnte. Daher erstmal weiterhin Therapie und Finger weg von der Damenwelt.

05.04.2021 19:48 • x 5 #109


PuMa

PuMa


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Zitat von will_hunting:
die mich zunächst mal entlastet hat und gleichzeitig Anlass war, an den nun evidenten Ursachen aus der Kindheit und Jugend weiterzuarbeiten. Dieser Prozess ist weiter im Fluss und es wird tatsächlich besser


Das heißt es gab Gründe warum du so wurdest?!
Es ist kein angeborener Defizit?

Zitat von will_hunting:
Ich denke, wenn sowas nicht von Dir selbst aus kommt, bringt es nicht so viel. Meine letzte Partnerin hat mich auch sehr bei dem ganzen Prozess unterstützt.


Das stimmt, absolut. Und bei den meisten, scheitert es genau daran. Es zu erkennen, anzunehmen und es aktiv wirklich ändern zu wollen.

Heißt, deine letzte Beziehung ist genau aus den Gründen, die dir vorher bewusst waren, gescheitert?

Zitat von will_hunting:
Daher erstmal weiterhin Therapie und Finger weg von der Damenwelt.


Ich wünsche dir das Beste.

Würdest du sagen, das du Heute dich selbst lieben kannst? Oder ist der Punkt noch nicht erreicht?

05.04.2021 20:46 • x 1 #110


will_hunting

will_hunting


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Zitat von PuMa:
Das heißt es gab Gründe warum du so wurdest?!

Ja, die gibt es:
Einen Vater, der sich nur mit physischer Gewalt und emotionalem Missbrauch durchsetzen konnte.
Eine Mutter, die nur hilflos daneben gestanden hat.
Einen nicht unerheblichen Anteil meiner Klasse am Gymnasium, die ich mich über Jahre gemobbt haben.
Einen älteren Nachbarsjungen, der mich 6uell missbraucht hat.

Zitat von PuMa:
Es ist kein angeborener Defizit?

Definitiv Nein!

Zitat von PuMa:
Heißt, deine letzte Beziehung ist genau aus den Gründen, die dir vorher bewusst waren, gescheitert?

Ich dachte oder hatte die Hoffnung, dass das Bewusstsein alleine schon reichen würde, es diesmal nicht zu vergeigen. Dem war dann letztendlich leider nicht so.

Zitat von PuMa:
Würdest du sagen, das du Heute dich selbst lieben kannst? Oder ist der Punkt noch nicht erreicht?

Drücken wir es mal so aus: Minderwertigkeit, Selbsthass, Scham und Ekel sind auf ein erträglicheres Maß reduziert. Bedingungslose Selbstliebe - das ist noch ein gutes Stückchen ...

05.04.2021 21:57 • x 3 #111


Paul24


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Zitat von will_hunting:
Ja, die gibt es: Einen Vater, der sich nur mit physischer Gewalt und emotionalem Missbrauch durchsetzen konnte. Eine Mutter, die nur hilflos daneben gestanden hat. ...


Ich wünsche dir nur das Beste für deine Zukunft.
Danke für deine Offenheit !
Lg Paul

06.04.2021 00:43 • x 3 #112


Suse1


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Ach so viele schlimme Schicksale hier. Ich wünsche euch allen das Beste und viel Kraft auf eurem weiteren Weg.

Ich komme aber mal zurück zum Titel dieses Themas. "Ist die Liebe der Kern des Lebens?". Meine Antwort darauf ist ein uneigeschränktes "Ja, aber....". Liebe ist vielschichtig und vielseitig und sie zeigt sich so individuell, wie wir Menschen eben sind. Wir können auf viele verschiedene Arten lieben oder auch nicht lieben. Wir lieben unsere Partner, unsere Kinder und Geschwister. Wir lieben unsere Freunde, unsere Arbeit oder vielleicht unser Hobby. Ja und manchmal vergeht diese Liebe eben auch oder wird erstickt, oder sie verwandelt sich einfach. Und dann geht das Leben weiter und wir finden neue Dinge oder Menschen, die wir lieben.

Betrachten wir mal die partnerschaftliche Liebe, so unterscheidet man wohl zwischen Verliebtheit und Liebe. Verliebtheit ist ein rein biologischer Vorgang. Dabei geht es um hormonelle Vorgänge im Gehirn, die unser Denken und Tun steuern. Verliebtheit macht uns blind, taub und risikofreudig. Sie ist ein Nebenprodukt der Evolution. Letztlich geht es um die Zeugung von Nachkommen und um die Erhaltung der Art. Dieser Zustand kennt keine Tabus, keine gesellschaftlichen Normen und keine Moral. Deshalb entstehen ja auch die in diesem Forum so heiß diskutierten Affären aus eben diesem Gefühl. Eigentlich alles reine Biologie. Aufgehübscht durch ein bisschen Romantik und Begriffe wie "Seelenverwandtschaft" oder "Schicksal".

Im weiteren Verlauf und bei guter Pflege entsteht aus dieser Verliebtheit die Liebe. Die Hormone beruhigen sich, gemeinsame Lebensziele werden definiert, der Alltag kehrt ein. Und dann kommen eben die gesellschaftlichen Normen ins Spiel: Es wird geheiratet! In einer gesellschaftlich angepassten Ehe bestehen in der Regel die idealen Bedingungen, Kinder groß zu ziehen. Man ist geschützt, versorgt und gesetzlich abgesichert. Hier geht es nicht mehr um "Seelenverwandtschaft" oder "Romantik". Hier geht es um emotionale Stabilität und ja auch materielle Versorgung. Die Liebesheirat ist eine kulturelle Erfindung der Neuzeit. Ein Arrangement mit einem definierten Ziel: Brutpflege.

Tja und dann sind da eben noch die individuellen Bedürfnisse des Menschen, die sich leider auch in einer Ehe nicht ganz abstellen lassen. Idealerweise werden diese durch die Partnerschaft befriedigt. Da das Leben aber selten ideal funktioniert, bleiben Lücken. Und je nachdem wie groß und wichtig diese sind, wird deren Erfüllung gelegentlich eben auch außerhalb einer Ehe oder Lebensgemeinschaft gesucht. Das Ergebnis ist nur allzu oft eine Affäre! Wenn es dann ganz schief läuft, bedeutet dies das Ende der Ehe und Lebensgemeinschaft. Und da heutzutage ja die Frauen Gott sei Dank emanzipiert und wirtschaftlich unabhängig sind, kommen Trennungen und Scheidungen eben entsprechend häufig vor.

Was sagt uns das ganze jetzt über die Liebe? Ist die dann weg? Ich behaupte Nein! Liebe ist eigentlich immer da. Auch in oder nach einer Scheidung. Je nach individueller Ausprägung verwandelt sie sich manchmal eben nur. Wenn es ganz schief läuft sogar in Hass. Aber auch Hass ist eigentlich nur eine Form von Liebe. Leider eine sehr schräge Form und meiner Meinung nach total überflüssig.

Tja und dann ist da die Elternliebe, die viele hier so schmerzlich vermissen. Ich habe selbst unter einer lieblosen Beziehung zu meinem Vater lange gelitten. Heute weiß ich, er war einfach nicht in der Lage, mir seine Liebe zu zeigen, so wie ich sie gebraucht hätte. Vielleicht war er nicht einmal in der Lage, diese Liebe überhaupt zu empfinden. Er hat selbst sein Leben lang unter seinem verkorksten Elternhaus gelitten. Wie hätte er da Liebe entwickeln oder aufbauen können? Ich entsprach ja so gar nicht seiner Idealvorstellung eines Nachkommen. Das fing ja schon mit meinem Geschlecht an, ich war ein Mädchen und eben nicht der ersehnte Stammhalter. Zudem war ich als Kind zwar ganz süß aber zart und schwächlich. Später als Frau dann eben nicht gerade hübsch und leider auch zu dick und beruflich einigermaßen erfolglos. Wie sollte er mich lieben können?

Ich aber habe ihn geliebt und ich habe mich immer nach seiner Liebe gesehnt. Dass diese nicht vorhanden war, darunter habe ich sehr gelitten. Ein günstiges Schicksal hat mir aber immerhin genug Liebe von anderer Stelle zukommen lassen. Meine Mutter war zwar überfordert und durch Kriegsereignisse traumatisiert aber sie hat mir genug Liebe geben können, um mich gedeihen zu lassen. Lehrer haben mir Zuwendung und Aufmerksamkeit und Lob geschenkt, weil sie eben ihre Arbeit liebten und an mir diese gewinnbringend ausüben konnten. So bin ich zu einem Menschen gereift, der trotz vieler widriger Umstände ein lebenswertes Leben aufbauen konnte. Und das, was ich an gutem erfahren habe, kann ich heute weiter geben an andere Mitmenschen.

Ich bin trotz allem dankbar für dieses Leben. Ich bin dankbar für die Liebe und auch die "Nichtliebe" die ich erfahren durfte. Sie hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Und ich habe gelernt, in Liebe zu verzeihen. Selbst den Menschen, die mir wirklich schrecklich weh getan haben, kann ich heute verzeihen. Einfach, weil ich anerkenne, dass ihnen manchmal nichts anderes möglich war. Ich habe sie geliebt und ich liebe sie noch heute. Wenn auch vielleicht nicht mehr aktiv, weil sie eben in meinem Leben nicht mehr vorkommen. Die Liebe, die ich für sie habe hat sich verwandelt in Dankbarkeit. Dankbarkeit, weil ich Zeit mit ihnen verbringen durfte. Weil ich ihnen letztlich verzeihen durfte und weil ich den Glauben zurück gewonnen habe, dass auch sie mich geliebt haben. So gut oder schlecht es ihnen eben möglich war. Und auch ich liebe, so gut es mir eben möglich ist. Selbst, wenn ich Menschen durch mein Tun verletzt habe, dürfen sie sich meiner Liebe gewiss sein. Ich liebe und ich liebte sie. Jeden einzelnen auf eine andere Weise. Diese Liebe füllt mein Herz und mein Leben und dafür bin ich unendlich dankbar.

Ist die Liebe also der "Kern" des Lebens? Na klar! Ohne Liebe wären wir wie Tiere. Und selbst die können lieben. Dessen bin ich mir sehr sicher, besonder wenn ich in die Augen meines Hundes schaue. Der liebt mich. Und sei es nur, weil ich ihm jeden Tag sein Futter hinstelle....

In diesem Sinne alles Liebe Euch! Glaubt an die Liebe! Sie ist immer da. Nur manchmal eben macht sie sich unsichtbar.

06.04.2021 08:42 • x 6 #113


nimmermehr

nimmermehr


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@Suse1

Wow, toller Beitrag.

Und gut dass Du die Einschränkung bezüglich der Tiere noch geschrieben hast, denn ich bin davon überzeugt, dass auch Tiere lieben, wen sie täglich um sich haben und dulden, wer gut zu ihnen ist, und natürlich auch ihren eigenen Nachwuchs. Ich habe z.B. mal meine Katze für ein paar Tage beim Tierarzt lassen müssen zur Beobachtung nach einem Fenstersturz, den sie zwar äußerlich unbeschadet überlebt hatte, seitdem aber röchelte beim Atmen. Nach 2 Tagen rief die Arzthelferin plötzlich an und meinte, ich soll sofort kommen, die Katze würde wohl eingeschläfert werden müssen, sie fresse nicht und läge nur noch apathisch in ihrem Käfig. Ich bin heulend hingeeilt, um mich zu verabschieden und bei ihr zu sein, wenn sie stirbt... Kaum komme ich in den Raum und sie hört meine Stimme, hebt sie den Kopf - plötzlich hellwach - springt auf, maunzt zur Begrüßung und streift auf Käfiggitter hin und her. Der Arzt und die Helferin, die das angeblich totkranke Tier gerade einschläfern wollten, guckten nur doof. Wir machten den Käfig auf und die Katze war so glücklich über mein Erscheinen, dass sie 5 Minuten miauen um meine Beine strich, bevor sie in den Käfig zurück ging und auf einen Schlag das ganze Futter auffraß, das sie vorher verschmäht hatte zwei Tage lang. Ergebnis: Katze gesund, hatte "nur" Liebeskummer gehabt.

Wenn man daran sieht, dass sogar Tiere der Lebenswille und Überlebensinstinkt verlässt, wenn sie jemanden vermissen, zeigt das noch deutlicher, welche Macht dieses Gefühl "Liebe" über uns hat, denn es lässt uns sogar wider die biologische Natur lebensmüde im wahrsten Wortsinn ("des Lebens müde sein") werden und das sogar bei Wesen, deren mentale Funktionen nicht vergeistigt genug sind, um sich sowas nur einzubilden.

06.04.2021 09:02 • x 1 #114


will_hunting

will_hunting


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Lasst mich moch eine andere Sichtweise hinzufügen:
Vor einiger Zeit hab ich einen Vortrag von Joachim Bauer gehört, der sehr gut in dieses Thema passt.
In diesem Vorgang ging es um ein sehr wichtiges Phänomen aus unserer Entwicklung - die Resonanz.

Diese Resonanz als gegenseitiges aufeinander Einschwingen ist beim Menschen die Grundlage für die Entwicklung eines Selbstsystems, das ausreichend autonom ist. Resonanz entsteht, wenn ich mit Menschen zu tun habe, die mir positive Bindungserfahrung vermitteln. Das fängt schon mit dem emotionalen Ping-Pong zwischen Säugling und Mutter an. Resonanz entsteht auch, wenn ich mit Menschen zu tun habe, die sich für mich interessieren, es gut mit mir meinen, mich bzw. meine Entwicklung fördern, mir Möglichkeitsräume aufschließen.

Beide Prozesse, Bindung und Entwicklung, haben sehr viel mit Liebe in jeglicher Form zu tun, die ich im Laufe meines Lebens erfahre. Die Liebe der Eltern zu den Kindern, die eine bedürfnisorientierte Erziehung ermöglicht, die Liebe von Menschen, die mir über die Familie hinaus fördernd zur Seite stehen (z.B. Lehrer, Trainer, Geistliche usw.) oder die Liebe zu einem Partner, die mich motiviert, mich persönlich weiterzuentwickeln bzw. sich gemeinsam ein Stück in die gleiche Richtung zu entwickeln.

Wie zentral das ist, kann man immer dann sehen, wenn etwa schon früh die entsprechende Resonanz fehlt oder wenig bis gar keine Autonomie fördert - Kinder, die diese Form der Liebe von ihren Eltenr nie erfahren haben, tun sich Zeit ihres Lebens schwer, nahe Beziehungen aufrechtzuerhalten, haben große Schwierigkeiten damit, anderen Menschen zu vertrauen und nicht immer nur die Gefahr in der Beziehung zu sehen.

Versuche ich, die Welt unter diesem Aspekt zu sehen, fällt mir spontan die Eingangsszene eines netten Films ein:

06.04.2021 09:31 • x 3 #115


Sentimentalo

Sentimentalo


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Zitat von Paul24:
Und ist es nicht am Ende des Tages die Liebe , um die sich dieses Leben hier dreht? Das Leben von uns allen.


Hallo Paula, wenn ich mir mein eigenes Leben und Liebesleben so betrachte, hat die Liebe sehr viel Chaos in meinem Leben verursacht, trotzdem möchte ich sie nicht missen. Oft genug wusste ich nicht, ob jetzt sechsuelle Bedürfnisse oder tiefe Liebe mein Handeln mehr bestimmt haben. Ein Patentrezept habe ich nicht gefunden. Ich glaube aber auch nicht bei dieser Suche zu einem Egoist geworden zu sein.

Ein tolles Buch - philosophisch aber nicht weltfremd - ist von Richard David Precht: Liebe ein unordentliches Gefühl.

Kann ich nur empfehlen!

06.04.2021 09:52 • x 1 #116


Offspring78


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Dass es viele Gefühle gibt, die wesentlich stärker sind als Liebe, das ist definitiv so.

Lust, Angst, Traumagefühle...
Alles wesentlich intensiver nach meiner Erfahrung.
Aber oft ein Dead End.

06.04.2021 09:55 • x 1 #117


Paul24


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Zitat von Offspring78:
Dass es viele Gefühle gibt, die wesentlich stärker sind als Liebe, das ist definitiv so. Lust, Angst, Traumagefühle... Alles wesentlich intensiver nach meiner Erfahrung. Aber oft ein Dead End.


Ich würde das Traumagefühl jetzt nicht damit vergleichen, da es sich dabei nicht um ein "normales" Gefühl des Alltags handelt.
Oft sind es schlimme negative Ereignisse, die solche Gefühle hervorrufen können, welche auch unbedingt behandelt werden sollten, da man sich sehr leicht dadrinne "verlaufen" kann.

Lust und Angst sind eventuell in manchen momenten intensiver , aber nicht so langlebig wie die Liebe.
Lust kann in wenigen Sekunden befriedigt werden und Angst ist ja wieder ein Gefühl, was auf negativen Ereignissen beruht.
Man kann eigentlich jede Angst "besiegen" (Außer sie sitzt eventuell extrem tief in einem). Aber selbst da gibts viele Möglichkeiten , Therapie usw...

Aus dem Grund würde ich sagen, dass Liebe das intensivste und langlebigste Gefühl ist.

Außerdem ist Liebe etwas , was wir Menschen bewusst suchen bzw. erwarten. Wie hier oft erwähnt , die Liebe der Eltern. Können sie keine Lieben geben, hat es oft negative Auswirkungen auf das Kind.
Obwohl manche Eltern es eventuell nicht geben können, hat man als Kind irgendwo doch das Bedürfnis danach.

Lust und Angst hingegen ist ja nicht etwas, was man bewusst fordert, sondern fast schon eher wie ein Instinkt....

06.04.2021 11:58 • #118


Paul24


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Zitat von Sentimentalo:
Hallo Paula, wenn ich mir mein eigenes Leben und Liebesleben so betrachte, hat die Liebe sehr viel Chaos in meinem Leben verursacht, trotzdem möchte ...


David Precht vertritt sehr oft sehr kluge Meinungen. Ich mag den Typen.
Muss ich mir mal durchlesen.
Danke für den Tipp !

06.04.2021 11:59 • x 1 #119


Offspring78


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Zitat von Paul24:
würde das Traumagefühl jetzt nicht damit vergleichen, da es sich dabei nicht um ein "normales" Gefühl des Alltags handelt.

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade Traumagefühle sehr oft mit Liebe verwechselt werden.
Man verliebt (oder glaubt das zumindest) sich in dem Täter ähnliche Personen, da man glaubt noch eine Rechnung offen zu haben oder so in der Art. Sehr gefährlich.

06.04.2021 12:07 • x 1 #120



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