Zitat von Zugaste: Nur so als Gedankengang, weil ich da aus eigener Erfahrung spreche.
Bei mir war es so, dass auch ich erst meine Schwäche gezeigt habe und mich auch so gefühlt habe, als auch für mich die Verantwortung mehr geworden ist und mein Handeln deutlich mehr Konsequenzen mit sich brachte, als vor den Kindern.
Aber überspielt habe ich davor trotzdem nix.
Das kannte mein Mann auch erst dann nach Jahren von mir.
Und ich glaube, dass das auch schwer ist jemandem zu Beginn zu zeigen.
Ich tue mich grundsätzlich schwer damit Schwäche zu zeigen. Ich mag mich schwach auch nicht so gerne. Ich habe gern alles im Griff, meistens ist es auch so. Bin sehr belastbar. Überspielt habe ich aber auch nix. Es war nicht so, dass ich in meinem stillen Kämmerlein jammerte oder ähnliches. Ich forderte Unterstützung ein, wenn es nötig war. Das hielt nur meist nie lange an.
Es fielen Sätze wie:
"Bei Dir weiß ich, dass es funktioniert." und gleichzeitig "Ich fühle mich nicht gebraucht."
Mir ist auch bewusst, dass das zum einen einschüchternd ist. Und zum anderen natürlich der andere nicht riechen kann, wie es in mir aussieht.
Ich kreide meinem Ex auch gar nicht an, dass er war wie er war. Ich kann ja auch nicht so einfach aus meiner Haut.
Zum Schluss bin ich im Guten (etwas wütend und enttäuscht war ich schon, aber ich habe keine eine Szene gemacht) von ihm gegangen mit den Worten, dass ich nicht nachtragend bin, aber unser Weg nun zu Ende ist. Und das hat er dann auch wieder nicht akzeptiert.
Ich kreide ihm nur an, dass er zwar weitermachen wollte, aber sich weder mit mir noch mit sich selbst auseinandersetzen wollte und ich letztendlich seine Unsicherheit ausbaden musste, in dem er sich immer wieder Bestätigung bei anderen Frauen suchte.
Aber ich denke eben auch, wenn man hier so mitliest, dass sich die Konstellation "unsicherer Mann" und "starke Frau" sehr oft findet. Schon die Abwertungen, die ein AM bei der AF über seine EF loslässt und das Gejammere, dass es ihm zuhause nicht gut gehen würde, zeigen doch, dass er es nicht schafft sich gegen seine EF aufzulehnen und andere Verhältnisse zu schaffen. Es bestätigt doch nur seine Unsicherheit, die er gegenüber seiner Frau hat. Die ist nämlich meist nur so, weil er es zulässt (oftmals von Beginn an) oder weil er sie sogar mal so stark gebraucht hat (und es ihn dann doch überfordert). Und es ist meist total egal, welchen beruflichen Werdegang seine Frau hat, welche Ausbildung und wie sie sich gibt oder kleidet. Es nutzt niemand IQ oder EQ, wenn jemand Angst hat diesen einzusetzen.
Deshalb fehlt mir schon immer jegliches Mitleid. Wir kennen ja alle die Sprüche vom armen Mann, der unterm Pantoffel steht (auch ohne Affäre im Hintergrund). Sorry, nö!