Zitat von tesa: Wenn ich dann hier so die Geschichten lese, dann bin ich immer wieder froh, Single zu sein.
Hallo @tesa
Ich bin zwar auch froh, Single zu sein, aber aus ganz anderen Gründen als wegen der Untreue-Geschichten hier.
Da gibt es, für mich, noch ganz andere Vernichtungsfeldzüge und Blattschüsse.
Zitat von tesa: Jetzt würden mich mehrere Dinge interessieren.
Also was mich betrifft: Bei meiner Mutter bin ich mir sehr sicher, dass sie nie fremdgegangen ist (dazu war ihr Sex, soweit man das als Kind halt mitbekommt, auch zu unbedeutend, wenn nicht gar abhold). Bei meinem Vater weiß ich es nicht. Meine Mutter hat ihm gegenüber zwar immer wieder mal die eine oder andere verdächtigende Bemerkung fallenlassen, aber inwiefern das nicht bloße selbstverunsicherte oder böswillige Unterstellungen waren, kann ich nicht sagen.
Eigene dahingehende Prägungen konnte ich jedenfalls nicht feststellen. Was aber auch daran liegen mag, dass ich mich von dieser Eltern- und Erwachsenen- und überhaupt Menschenwelt beizeiten entfernt und die viel ruhigeren, freisinnigeren und unkomplizierteren Wälder bevorzugt habe.
Ich bin nie in einer Beziehung fremdgegangen. Ist meiner Partnerin das passiert, so hat mich das in keiner Weise niedergeworfen oder auch nur deutlicher emotional tangiert.
Und insoferne war und ist es mir auch ein Rätsel, wie ein solches ja mehr oder weniger alltägliches Phänomen einem derart zusetzen kann, dass es einen richtiggehend zermürbt bis zur Therapienotwendigkeit oder gar gleich die ganze Beziehung heillos zersprengt.
Ich kenne das zwar aus meiner Jugend, wo mir die Eifersucht durchaus auch zusetzen konnte, aber auch damals nicht mit einer solchen vernichtenden Wucht. Und später, nachdem ich gewissermaßen etwas weitsichtiger geworden war, ist das überhaupt ganz verschwunden.
Ich muss auch sagen (und habe das auch schon mehrmals getan, zu mancher Unmut, kommt mir vor): Wenn dem so ist, dass man durch einen Seitensprung oder eine Affäre (oder durch überhaupt irgend etwas) dermaßen verletzt und vernichtet werden kann - aus welchem Grund geht man dann nicht entschlossen gegen diese bedrohliche Verletzlichkeit vor? Oder hält sich gleich von Beziehungen fern, bekommt man diese emotionale Turbulenz tatsächlich nicht in den Griff?
Es nützt mir ja auch nichts, dass dieser heftige Umstand weitgehend als "normal" gilt, als verständlich, bemitleidenswert usw. Ich erleide die schmerzliche Katastrophe ja dennoch. Und das womöglich immer wieder mal, wenn nicht das Leben selber mich diesbezüglich in die ruhige Mitte bringt.
Jedenfalls, wäre ich von diesem sozusagen roten Fleck in meiner emotionalen Atmosphäre betroffen, so würde ich doch alles daransetzen, diese Disposition entschlossen loszuwerden. Das muss doch enorm verunsichernd sein, wenn man weiß, dass ein Seitensprung oder eine Affäre des Partners nicht eben sehr unwahrscheinlich ist, proportional in der Regel zur Dauer der Beziehung, und man zugleich gerade das so gar nicht aushalten kann.
Das wäre ja so, wie eine lange Reise anzutreten, durchaus frohgemut und abenteuerbeschwingt, aber zu wissen, dass einen spätestens nach 5km eine heftige Panikattacke gleich wieder nach Hause treiben wird. Dann wird man doch auch entweder das Abenteuer von vornherein sein lassen oder eben gegen die Panikanfälligkeit vorgehen.
Wäre das, ich weiß es nicht, nicht die bessere Idee als mürrisch, wütend, empört, weltverzweifelt beharrlich und reglos gegen das beflügelte, lustförderliche Außerbeziehungstum zu wettern?
Geht es um sonst eine Anfälligkeit, meinetwegen Lampenfieber bei einem Auftritt vor Publikum, wird man ja auch versuchen, irgendwie gegen das Lampenfieber vorzugehen und nicht gegen das Publikum oder den Saal.