Zitat von tesa: Ich schätze Deine Beiträge sehr
Das beruht auf Gegenseitigkeit.
Zitat von tesa: Nichtsdestotrotz fällt mir oft auf, wie Du andere dabei oft lächerlich machst. Und das verpacken in ein lustiges Kleidchen ändert daran nichts.
Ja, wenn ich etwas für einen grotesken Unsinn halte, dann kann schon mal auch eine Groteske zurückkommen.
Wenn etwas lächerlich ist, brauche ich erst gar nichts lächerlich zu machen. Ich unterstreiche höchstens die Lächerlichkeit. Und das ist, scheint mir, doch etwas ganz anderes, als eine kluge, interessante, anregende oder auch nur einfach sachliche, ernsthafte Aussage ins Lächerliche drehen zu wollen. Um Personen geht es mir dabei übrigens gar nicht. Sondern eben um die Aussagen.
Zitat von tesa: Es war mir sehr bewusst, dass Dir mein Vergleich nicht gefällt. Deswegen habe ich ihn verwendet. Dein entrüster Aufschrei war mir klar!
Naja, ob Du es glaubst oder nicht: Entrüstet war ich gar nicht, und weit und breit war auch nichts von einem Aufschrei zu hören.
Nur kann man eben nicht immer Dinge, die vielleicht eine gewisse gesuchte Ähnlichkeit aufweisen mögen, realistische miteinander vergleichen.
In Deinem verborgten Rasenmäherbeispiel würde ich den Nachbarn für offensichtlich verrückt geworden halten und den Rasenmäher bei nächster Gelegenheit wieder zurückentwenden.
Zitat von tesa: Du schließt einen mündlichen Kauftvertrag - die sind rechtlich gültig - und übergibst die Ware. Leider wird Dir das Geld niemals überwiesen.
Zitat von tesa: Und erinnere an eine private Korrespondenz, vor einigen Jahren, wo Du eine juristische Meinung wolltest.
Danke für diesen Hinweis! Das ist ja mal ein konkretes, ganz reales Beispiel.
Es war so, dass ich meiner damaligen LG, die ich noch nicht sehr lange kannte, das Geld für einen Hauskauf geliehen habe. (Sie selber besaß genau 0.) Die genaueren Umständen tun nichts zu Sache. Jedenfalls wollte sie sich selbstständig machen (ich habe sogar extra deswegen ein Haus mit einer kleinen Werkstatt gesucht und auch gefunden) und mir dann das Geld nach und nach zurückgeben.
Tatsächlich hat sie dann gar nichts gemacht, im Gegenteil, ich habe sie (samt Kind) weiter finanziert, und ich habe auch bis heute keinen Cent des geliehenden Geldes wiedergesehen.
Blöderweise war das eben auch nur ein mündlicher Vertrag - und auch, Du musst es ja wissen, wenn mündliche Verträge rechtsgültig sind, so wird man das vermutlich ja irgendwie beweisen müssen (was übrigens in meinem Fall auch kein Problem wäre), sonst könnte ja jeder alles behaupten (wie etwa der Rasenmähernachbar, dass ich ihm den Rasenmäher per mündlichem Vertrag geschenkt habe).
Aber egal. Das Wesentliche ist, dass ich auch in diesem Fall die Ursache für diesen krassen finanziellen Bauchfleck letztlich bei mir gesehen habe (ich war nicht einmal sauer auf sie). Denn ich war ja nicht gezwungen, ihr Geld zu leihen, noch dazu in dieser Größenordnung. Es war also meine eigene Blödheit, Naivität, Geihlheit (von verliebt kann ich, nüchtern betrachtet, ja nicht einmal reden), mein eigener Stumpfsinn, der diesen Bauchfleck verursacht hat. Dass ich mir dennoch überlegt habe, mir das Geld auf gerichtlichem Weg zurückzuholen, liegt eben in der Natur der Sache, nämlich zum einen der materielle Wert, zum anderen die juristische Möglichkeit dazu. (Und das ist ja wieder etwas ganz anderes als geht es um ideelle Werte.) Trotz allem war es eben eine Erfahrung, und heute wäre ich (höchstwahrscheinlich) nicht mehr so strunzdumm, etwas in dieser Art noch einmal zu wiederholen. (Obwohl das Hauptproblem an sich überhaupt ist, dass ich zu Geld gar keinen Bezug habe, und daran wird sich auch nichts mehr ändern, und ich glaube, es ist nicht gelogen, wenn ich sage, ich habe für andere, alles zusammengerechnet, schon mehr Geld aufgewendet als für mich selbst.)
Zitat von tesa: Das ist der große Trugschluss jedes juristischen Laien.
Als Trugschluss sehe ich das nicht. Sondern es sind einfach völlig verschiedene Ausgangspunkte. Du betrachtest die Dinge juristisch, ich betrachte sie nach ihrem Erfahrungswert (und für diese Betrachtung sind eben die inneren Ursachen wesentlich; denn lässt man die außen vor und legt das Augenmerk allein auf die äußere Erscheinung, so bleibt der Erfahrungswert bei null).
Ja, meinetwegen, wenn ich auf den Leim gehe, so hätte ich, wie Du meinst, nicht die Möglichkeit gehabt, nicht auf den Leim zu gehen. (Aber wohl doch aus subjektiven und nicht aus objektiven Gründen.)
Verstehe ich dieses Auf-den-Leim-gegangen-Sein allerdings als mein Ding, so bin ich zumindest einen Schritt weiter gekommen durch diese Erfahrung und werde hinkünftig, zumindest diesbezüglich, nicht mehr auf den Leim gehen. Ob es um Moneten, Liebesgeschwafel, Anhimmelungen, Versprechungen oder sonst etwas geht.
Man muss halt erfahren, manchmal eben auch schmerzlich, schwerwiegend, was hinter den Dingen steckt, um klüger, vorsichtiger, kritischer usw. zu werden und eben nicht in der Naivität steckenzubleiben. So und nur so funktioniert halt das Leben, und verbringt man dieses in den Aufregungen und Empörung über andere, so wird die Ernte aus diesem Leben wohl ziemlich dürftig ausfallen und man ist das Tschapperl geblieben, als das man die Reise auch angetreten hat.
Zitat von tesa: Das was ich da beschreibe, geschieht aktuell mit unserer Gesellschaft. Und passt auch gut zum Threadthema.
Wir können uns mittlerweile nicht mehr darauf verlassen, dass das geschieht, was wir bislang annahmen. Dass es eine logische - gesellschaftliche, sozial anerkannte oder sogar juristisch normierte Reaktion wäre.
Das mag sein. Ich bin ja schon vor einiger Zeit aus der Welt ausgewandert und bekomme von solchen aktuellen Entwicklungen kaum etwas mit.
Allerdings bekomme ich hier Reaktionen mit. Und die sind oft dermaßen verlässlich, dass man meinen könnte, man hätte es mit einem noch nicht sehr ausgereiften Chatbot zu tun.
Kann aber ohne weiteres sein, dass es sich in der realen Welt anders verhält und in dieser die Unzuverlässigkeiten deutlich zugenommen haben.
Zitat von tesa: Das gilt politisch. Etwa, weil Steuergelder in andere Länder geschickt werden, obwohl das eigene Volk nach 2 Jahren Pandemie und deren Folgen ächzt.
Das gilt im Rechtssystem. Etwa weil dem, der sich vor Einbruch schützen möchte, verboten wird eine Kamera aufzuhängen, mit der Begründung der Einbrecher hätte ein Recht auf das eigene Bild.
Ja, das sind eben diese staatlichen Verrückheiten, die sich immer zeigen, wenn ein System am Ende ist und in seinen letzten Schnappatmungen halt noch einmal so richtig durchdreht.
War das nicht sogar schon beim Imperium Romanum so?
Systeme, die sich überlebt haben, treten halt nie leise ab, sondern stets mit großem Tamtam und einer Verrücktheit nach der anderen. Das Erste, was immer untergeht, ist die Vernunft, sobald die Emotionen die Oberhand bekommen.
Zitat von tesa: Die Vergewaltigung muss nicht mit einem Überfall einhergehen. Es reicht, wenn ein Pärchen "rummacht" - sie aber keinen GV will und er schon. Ist es jetzt ihre Verantwortung? Sie hätte sich ja nicht aufs Fummeln einlassen brauchen. Dann hätte auch die Vergewaltigung nicht stattgefunden.
Ich gehe davon aus, dass jede Frau (im erlaubten Alter, wie es heißt) darum weiß, dass ein Mann "Rummachen" und "Fummeln" nicht selten als Vorspiel für den GV versteht und er sich daran erhitzt. Will sie aber gar keinen GV, so gehe ich wieder davon aus, dass eine Frau das dann auch, ehe das Schlimmste passiert, entsprechend kommuniziert und zurückweist. Fällt der Mann dennoch über sie her, so ist eine Anzeige fällig, eben wegen Vergewaltigung.
Kommt es allerdings so weit, dass Frauen (und eigentlich auch Männer?) vor jedem GV eine schriftliche Einverständniserklärung unterschreiben müssen, dann wird das Sinnlichkeit und Lust sicher ganz neue und ganz eigenartige Höhenflüge bescheren, denen es ebenfalls gelungen ist, jeglicher Vernunft erfolgreich zu entkommen. Das erinnert mich durchaus an diese "Skl-Verträge", die bisweilen, wie man hört, auch abgeschlossen werden sollen, was offenbar den Kick noch einmal deutlich erhöht.
Aber bitte - all dieser Unfug ist mir zum Glück so fern, dass ich mich damit ohnehin nicht auseinandersetzen muss. Und mir will gerade scheinen, alles nur falsch dürfte ich doch nicht gemacht haben.