Zitat von Alduin: 7 Jahre mit meiner Ex, die trotz der Tiefen sehr schön waren.
Dann war es auch noch keine Konservendose.
Mit Tiefen hat das nämlich nichts zu tun, sondern mit Gewohnheit, Langeweile, Gefühlstod.
Zitat von Alduin: Man halte sich nur mal vor Augen, dass eben nicht alle Menschen gleich sind. Für die Einen nimmt das "Druck aus dem Kessel", bei Anderen weckt das Ängste und zerstört die Psyche.
Genau das halte ich mir eben immer vor Augen, dass nicht alle Menschen gleich sind. Und mir ist auch völlig bewusst, dass jeder, inkl. mir, wäre er ein anderer, also ich meinetwegen Du, mit genau denselben Grundanlagen, Hintergründen, Prägungen und Erfahrungen auch genau dieser andere wäre.
Aber dennoch bleibt doch die Frage, in allen Zusammenhängen: Wenn es Dinge gibt, die meine Psyche zerstören können und die vielleicht auch nicht so selten vorkommen - wäre ich dann nicht gut beraten, daran etwas zu ändern, so weit möglich, anstatt auf etwas zu beharren, auf das ich zuletzt gar keinen Einfluss habe? Es kann ja jeder, der sich davon etwas verspricht, auf diese eigenwillig interpretierte Treue, auf die "sexuelle Exklusivität" bestehen. Nur wird es ihn dann halt zerstören, wenn die Dinge anders laufen. Und kommt vielleicht noch so ein Grundmisstrauen dazu, so wird es ihn psychisch bereits zerstören, wenn auch mehr scheibchenweise, sobald er eine Beziehung eingeht.
Zitat von Alduin: Sicherlich werden andere da auch positivere Beispiele erlebt haben.
Ja, davon kenne ich einige.
Man muss halt eine gewisse Selbstsicherheit haben, dann weiß man schon, was vermutlich richtig und was vermutlich falsch ist. Garantien hat das Leben ohnehin nicht zu bieten. Und ich glaube sogar, das hat seinen guten Grund.
Zitat von Alduin: Das Einzige worauf ich bei meinem Partner bestehe ist Ehrlichkeit bezüglich seiner Lebensvorstellungen und Lebensmodelle.
Ja, das ist halt wieder einmal so eine Ausblendung der Lebensrealität. Lebensvorstellungen können sich nämlich durchaus ändern mit der Zeit. Ebenso wie Gefühle. Und etwas von einem Menschen einzufordern, das das Leben einfach nicht hergibt oder dem Leben an sich gar widerspricht, ist eben eine unrealistische Erwartung.
Wenn Du Dir ein Bäumchen zulegst und möchtest, dass es so klein bleibt, wie es ist, dann musst Du ihm entweder dauernd alles abschneiden oder seine Wurzeln bonsaimäßig einquetschen auf minimalem Raum. Ansonsten wird es wachsen und wachsen, was immer Du Dir beim Erwerb auch versprochen haben magst.
Zitat von Alduin: Die Haltung kenne ich auch von einigen Freunden (zumindest im O-Ton). Wurde auch mir gegenüber geäußert, als ich mal gesagt habe, dass man an Problemen lieber arbeiten sollte als sich gleich zu trennen.
Das scheint so ein grundsätzliches Missverständnis zu sein. Ich bin absolut nicht dafür, dass man sich gleich trennt. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Ich bin vielmehr dieser Bis-ans-Ende-der-Welt-Typus (für mich wird eine Beziehung auch überhaupt erst dann wirklich interessant - nach ein paar Problemen gleich das Weite zu suchen, das ist mir platt und mehr als dürftig).
Und unter anderem hat genau das eben mit meiner Haltung zu tun. Sich eben auch im Fall dieser "Untreue" nicht zu trennen. Ausnahme: die Liebe schlägt bei den beiden voll ein und die Beziehung mit mir geht ohnehin in Brüche (aber nicht ich zertrümmere sie in meiner Raserei).
Wenn sich zwei Menschen so innig verbunden sind, wie sie es - zumindest nach meinem Empfinden - sein sollten, dass überhaupt von Liebe geredet werden kann, dann trennen sie sich eben auch in solchen "Betrugsfällen" nicht (hier geht es ja um eine Egoverletzung, um eine narzisstische Kränkung, wie Freud es nannte; nicht der "Betrug" an sich sprengt in den meisten Fällen die Beziehung, sondern die ausufernde Verletztheit, der Egozusammenbruch mit seiner Rage und seinem Selbstschutzwillen).
Springfield(s) etwa sind davon von vornherein nicht bedroht, also Beziehungsselbstmord wegen Untreue, und deshalb kann ich das nur beürworten und für weitaus sinnvoller halten als das, was üblicherweise so läuft. Das hat eben Weite und nicht Enge. Und damit auch viel mehr "Aussicht auf Erfolg" in jeder Hinsicht.