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Jemanden verlassen, den man liebt

C
Zitat von Tina23:
Weil er so ...gut war. Und weil mich seine Traurigkeit immer wieder bis heute unglaublich stark aufwühlt und berührt.


Zitat von Tina23:
Nach drei Monaten wollte ich die Sache fair beenden. Und da ging es los. Er war so traurig und enttäuscht, meinte, ich hätte Bindungsangst. Und ich fragte mich, ob er recht hat, ob ich uns eine Chance geben soll. Ich habe meiner Wahrnehmung nicht getraut und gleichzeitig konnte ich es kaum ertragen, ihn so traurig zu sehen. da kam die Ambivalenz. Von "Ich versuche es", zu "ich will das nicht", ei ständiges Hin und Her. es war, als hätte ich einen Grund gebracht, um gehen zu dürfen. Weil er so ...gut war. Und weil mich seine Traurigkeit immer wieder bis heute unglaublich stark aufwühlt und berührt.


Zitat von Tina23:
. Er ist unfassbar sensibel, was meine Stimmungen angeht. Spürt alles sofort, selbst nur beim Schreiben.
Krass. Ich weiß nicht, ob er echtes Mitgefühl hat. Nicht so wie ich. Er ist allgemein wenig berührt von der Welt.



Hallo Tina23, habe mal etwas rausgefischt. Du könntest versuchen zu ergründen, welche Gefühle deine sind und welche du von ihm übernommen hast. Was seine Traurigkeit angeht. Die darf er haben, dafür bist du nicht zuständig. Mitgefühl wird oft mit Romantik verwechselt.

Was sein Checken deiner Stimung angeht, Macht und Kontrolle? Oder wirkliches Spüren von dir? Schau da mal hin.

Bei allen Differenzen, die ihr habt, bitte vergifte ihm sein Essen nicht nochmal. Du wirst deines Leben nicht mehr froh, wenn da was schief geht.

Du bist übrigens nicht dafür da ihn zu retten. Liest sich traurig, dass er voller Ängste ist, einfache Sachen wie Fahrrad fahren nicht genießen kann.

Allerdings ist das alles nicht dein Problem. Schau ob du irgendwiebesetzt bist von seinen Gefühlen. Hört sich sich erstmal bescheuert an. Aber bekloppter als Dualseele ist es auf keinen Fall.

Gerade Menschen frisch einer Trennungsphase geraten oft an jemanden, wo sie sich dran abarbeiten können. Da bist du keine Ausnahme. Du kannst Drama draus machen oder anfangen es sportlich zu sehen.

Was noch auffällt sind deine vielen Aufzählungen von Schuldgefühlen. Hey, du bist 50. Zeit sie abzulegen. Du hast deinen Part erfüllt. Kinder u.s.w. Jetzt darfst du dran sein. Hast du halt mal Schuldgefühle. Na und? Fühlen, sie sind da, nicht weiter bewerten, weiter leben.

Was deine Wahrnehmung angeht. Gaube ihr. Gehe immer wieder raus aus Situationen und frag dich, ob du oder er das ist.

Üben könntest du was sein Auftritt angeht. Du sagst ihm ab. Ohne Erklärung, ohne Rechtfertigung. Es hat sich was geändert, du wirst nicht da sein. Punkt. Keine weiteren Diskussionen. Hol dir dein Selbst zurück.

x 3 #151


S
Zitat von Tina23:
Es ist eher die angst, jemanden zu enttäuschen. ich habe nach der Trennung von meinem Ex-Mann viele enttäuscht. Nicht wegen der Trennung an sich, sondern erst durch diese Geschichte mit Alex. Die Kids haben den Respekt vor mir verloren (ist schon wieder viel besser geworden), auch meine engsten Freunde waren irgendwie enttäuscht, weil sie alle erstmal toll fanden, wie stark und sauber ich die Trennung hingelegt hatte, sogar meine Kids und meine Ex-Schwiegermutter fanden das toll, Und dann wurde ich kindisch.
In dieser Zeit war Alex (und sein Umfeld) die einzigen, die mich cool fanden. Traurig, aber wahr. Da konnte ich noch einen auf souverän und fröhlich machen.


Ich sehe da nicht, die Angst, dass jemand enttäuscht ist und deshalb leidet, sondern die Angst vor Ablehung und Ausschluss von dir selbst.

Wenn du dich trennst, dann fühlt er sich abgelehnt und von deinem Leben ausgeschlossen. Dann würdest du ihm das selbe antun, was für dich selbst ziemlich schlimm zu sein scheint.

Schuldgefühle, weil du jemanden, der dich liebt, so etwas antust.

Gibt es in deinem früheren Leben, vielleicht auch in der Kindheit, so ein ähnliches Thema?

#152


A


Jemanden verlassen, den man liebt

x 3


T
Guten Morgen, ihr Lieben. Erstmal wirklich einen herzlichen Dank für eure mega Unterstützung. Ich war gestern unglaublich am Straucheln und eure Beiträge haben mir so sehr geholfen! Einige waren so lieb und verständnisvoll, andere hart und latent wütend, und beides tat gut! Mein Kopf war wieder klarer und auch wenn ich weiß, dass noch einige Male die Versuchung kommen wird, so habe ich zumindest wertvollen Input bekommen.
Gestern wurde mir hier das Buch "Trennt euch" empfohlen, ich habe es sofort als Ebook runtergeladen und begonnen zu lesen. Mega! Da habe ich mich wieder dabei ertappt, dass ich Alex Screenshots schicken wollte Lachendes Gesicht Mal wieder der Wunsch, dass er versteht und wir den Weg gemeinsam gehen. Aber ich habe zumindest ein wenig gelernt und weiß, dass uns das nur weiter in der Schleife halten würde. Das hier ist mein Weg und für den werde ich von ihm keine Zustimmung bekommen.

@Hola15 Deine Geschichte klingt übel und doch so typisch. Genial ist allerdings, dass du und wohl auch deine Kollegin daraus gelernt habt. Ich kenne einige, die immer wieder in dasselbe Muster fallen. Auch das hat mich immer wieder zögern lassen. Wenn ich all diese Geschichten höre von den Ärschen da draußen, da schien mir Alex oft wie das krasse Gegenteil. Wobei ich weiß, dass Gerede diese Wachheit MEIN Schwachpunkt ist. Jede Art von Kleinmacherei oder unfairen Vorwürfen prallt an mir ab. Wenn jemand traurig wird, hat er mich. Das wussten schon meine Kids Zwinkerndes Gesicht Mein Großer berichtet mir heute sogar, wie er mich damit öfter weich bekomme hat

@caseydanke für deine Ermutigung. Dein Satz "Mach kein Drama sondern sehe es sportlich", trifft es so gut. Ist auch nicht so, dass ich ständig im Drama stecke. Das kommt dann ganz plötzlich, raubt mir die Luft und verdrängt alle Klarheit, die ich doch immer öfter und stärker habe. Wahrscheinlich wird es eine Weile dauern, bis ich ganz stabil bin, wichtig ist nur, dass ich in meinen Dramaattacken nicht danach handle. Besetzt von seinen Gefühlen? Das klingt nicht ganz abwegig, allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass dies eine unlösbare Fessel ist. Ich brauche Kraft, aber es ist nicht unmöglich. Bei mir bleiben ist das Zauberwort. Auch wenn es hier nicht so aussieht, das wurde in den letzten 2 Jahren immer stärker.
Nur was das Konzert angeht - ich weiß, dass du völlig recht hast. Aber das schaffe ich nicht. Da kommen eindeutig meine mütterlichen Gefühle hoch. Da nicht hinzugehen wäre eine Nummer zu groß.


@Sincerite Oh ja, du triffst wieder den Nagel auf den Kopf. Klar ist dieses Thema aus der Kindheit. Ist es das nicht immer? Lachendes Gesicht Die Ehe meiner Eltern war nicht gut und ständig haben sie um meine Aufmerksamkeit gebuhlt, auch um den anderen auszuschließen. Gewonnen hat meist mein Vater, ich war ihm einfach näher. Als ich 5 war, ging meine Mutter. Ich wollte bei meinem Vater bleiben, tat es auch, trotzdem gab ich mir natürlich innerlich die Schuld und hätte am liebsten beide um mich gehabt. Dazu kam, dass ich schon in diesem Alter das Gefühl hatte, stärker zu sein als meine Eltern. Ich habe immer geschaut, dass es allen gut geht. Klingt jetzt krasser als es war, beide standen voll im Leben und waren auch für mich da. Aber dieses Gefühl, dass ich die Stärkste im Raum bin und dafür sorgen sollte, dass sich keiner benachteiligt fühlt, ist geblieben. Mir wurde das alles erst mit Alex bewusst, davor war ich überzeugt, dass ich keine schlimmen Wunden aus der Kindheit hatte. Und meistens finde ich das sogar total spannend. Es ist krass, wie wir doch immer ähnliche Situationen in unser Leben ziehen. So hatte ich niemals ein Thema mit toxischen Männern, mit den klassischen Ärschen. Kenne ich nicht, das entspricht wohl nicht meinem Muster. Ich komme aber immer wieder in die Situationen, in denen ich das A. bin. Und ja, das, was ich mit Alex gemacht habe, war nicht okay, auch wenn es keine böse Absicht gab. Da muss ich hinschauen und in erster Linie in Zukunft vermeiden.

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Hola15
@Tina23

Was du da erlebt hast war emotionale Parentifizierung. Und das ist/ war auch meine Achillesferse.

Es hat viele Auswirkungen, aber eine davon ist halt die Gefahr sich nicht genügend Abgrenzen zu können, wenn der andere leidet oder emotional erpresst.
Ich muss dich dahingehend korrigieren, dass meiner nicht abgewertet hat oder so. Schlimm war die Zeit nach meiner Trennung (er ging wiederholt fremd) und hat danach das Arme-Schweine-Spiel gespielt hat. Ich trennte mich also mit starkem Liebeskummer und er ging bis zu subtil angedrohtem Suizid im Versuch mich zurückzubekommen. Für Leute wie mich, und vermutlich dich, eine wirkliche Aufgabe. Es mag komisch klingen, aber für mich hat sich das wirklich wie der Endkampf angefühlt. Entweder er geht drauf- oder ich. Und ich hab mich für mich entschieden. Das war heilsam.

(Ist aber lange her und verarbeitet und tut auch nichts zur Sache)

Emotionale Parentifizierung ist kein kleines Päckchen, nur kommt man damit (leider) gut und lange durch, hat diese Entwicklung doch auch viele Stärken und Ressourcen wachsen lassen. Nur leider den Schwerpunkt verschoben.

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T
@Hola15 Das klingt richtig krass. Vor alle, weil ich mich gerade mal in diese Lage versetzt habe und sofort wurde mir schwummerig. Oh ja, ich hätte das wahrscheinlich nicht geschafft.
Mit welcher Einstellung hast du es geschafft, dich fernzuhalten? Ich glaube, wenn ich Liebeskummer hätte und der andere mich so sehr zurückwill, hätte ich ihm verzeihen können in der Hoffnung, dass er aus seinen Fehlern gelernt hat. Auch wenn ich jetzt aus der Distanz weiß, dass das Blödsinn ist.

Und so dumm das jetzt klingt, manchmal wünschte ich, Alex hätte auch so richtigen *beep* gemacht. Dann hätte ich einen Grund und somit die Erlaubnis.

x 1 #155


S
Zitat von Tina23:
Nur was das Konzert angeht - ich weiß, dass du völlig recht hast. Aber das schaffe ich nicht. Da kommen eindeutig meine mütterlichen Gefühle hoch.

Du bist nicht seine Mutter. Er ist erwachsen mit eigener Verantwortung und genauso auch du. Wie wäre es als erwachsene Frau zu dem Konzert zu gehen, weil er dich als erwachsener Mann gefragt hat, ob du kommst. Vielleicht auch als Würdigung dieser Gesangsentwicklung, die ihr gemeinsam erlebt habt. Auf gleicher Augenhöhe.

Zitat von Tina23:
Als ich 5 war, ging meine Mutter. Ich wollte bei meinem Vater bleiben, tat es auch, trotzdem gab ich mir natürlich innerlich die Schuld und hätte am liebsten beide um mich gehabt. Dazu kam, dass ich schon in diesem Alter das Gefühl hatte, stärker zu sein als meine Eltern. Ich habe immer geschaut, dass es allen gut geht.

Kinder denken immer, dass sich die ganze Welt um sie dreht und dass sie Schuld am Verhalten der Erwachsenen haben.
Wenn du jetzt als Mutter zu seinem Konzert gehst, dann ist es dieses kleine Mädchen in dir, die sich größer macht als er, um eine Illusion von Kontrolle und damit ein Gefühl von Sicherheit zu bekommen.

Lerne aus dir heraus freihändig zu laufen. Da bin ich zur Zeit auch dabei.

x 1 #156


T
Zitat von Sincerite:
Du bist nicht seine Mutter. Er ist erwachsen mit eigener Verantwortung und genauso auch du. Wie wäre es als erwachsene Frau zu dem Konzert zu gehen, weil er dich als erwachsener Mann gefragt hat, ob du kommst. Vielleicht auch als Würdigung dieser Gesangsentwicklung, die ihr gemeinsam erlebt habt. Auf gleicher ...

In der Situation ist alles drin Lachendes Gesicht
Das Kind in mir hat Angst, weil ich weiß, dass meine Emotionen wieder hochkochen könnten.
Die Mutter in mir brächte es nicht übers Herz, nicht zu gehen.
Die erwachsene Frau wird hingehen und seinen Weg würdigen.Während das Kind vielleicht rebelliert.
Tatsächlich sind immer die angstvollsten Momente, wenn mein innerer Widerstand bricht. Dann brüllt dieses Kind los Lachendes Gesicht

x 1 #157


Hola15
Zitat von Tina23:
Mit welcher Einstellung hast du es geschafft, dich fernzuhalten?

Naja. Erstens wollte ich unbedingt die Trennung.
Und zweitens gab es nochmal ein Erlebnis, das es verdeutlichte. Es war ein gutes Jahr nach der Trennung- ich hatte mich bereits in Therapie begeben und besprach mit meinem Therapeuten wie ich mit diesen Situationen umgehen soll- stand er nach wie vor zitternd und heulend vor meiner Tür. Dann brachte sich mein Schwager um und ich entschied mich nochmal zu einem ruhigen Gespräch in dem ich mich abgrenzte und ihm Hilfsangebote zuteil werden lassen wollte. Mein Gesprächsangebot war aber so spontan, dass er seine affaire versetzte und diese dann bei dem Gespräch aufschlug. Tja, da war sein Lügenkartenhaus und Theater wieder zusammengebrochen.

Aber im Grunde war es ein Prozess. Ich hatte ja eine längere Traumatherapie gemacht und hab mich dabei einmal auseinandergenommen und wieder zusammengefunden.

Möchte nicht sagen ich bin jetzt komplett davon befreit, bzgl. meinen Kindern fällt es mir noch schwer, aber ansonsten hab ich keine Probleme mehr die Gefühle beim anderen zu lassen. Und wenn ich nur einen Hauch von Drama rieche, siehst nur noch eine Staubwolke 😂

x 1 #158


Hola15
Zitat von Tina23:
Aber dieses Gefühl, dass ich die Stärkste im Raum bin

Und mit Alex kam das erste Mal das Bedürfnis sich auch anlehnen zu können?

Zitat von Tina23:
rotzdem gab ich mir natürlich innerlich die Schuld

Und das ist die schwere Hypothek und die immensen Ängste die aufkommen, wenn du gefühlt jemanden im Stich lässt.
Zitat von Tina23:
Und ja, das, was ich mit Alex gemacht habe, war nicht okay

Objektiv betrachtet: Come on… gibt Schlimmeres

#159


S
Zitat von Tina23:
Das Kind in mir hat Angst,

Wovor hat dein inneres Kind Angst?

Zitat von Tina23:
Dann brüllt dieses Kind los

Ich lese daraus Abstand zu "diesem" Kind und Verachtung. Nimm dein inneres Kind in den Arm und hab es lieb. Versprich ihm, dass du es niemals verlassen und immer für es da sein wirst.

x 1 #160


S
Zitat von Hola15:
Und das ist die schwere Hypothek und die immensen Ängste die aufkommen, wenn du gefühlt jemanden im Stich lässt.

Weil das damalige Kind Angst hatte, ohne die Eltern nicht überleben zu können. Es war existenziell.

x 3 #161


T
Zitat von Hola15:
Und mit Alex kam das erste Mal das Bedürfnis sich auch anlehnen zu können?

Nein, ich konnte mich immer anlehnen. An meinen Vater, an meinen Ex-Mann, sogar an meine Mutter. Zumindest was die meisten Situationen anging. Mein großes "Problem" war immer meine mangelnde Häuslichkeit. Als Teenager bekam ich früh Fernweh und wollte raus in die Welt. Meine Eltern reagierten darauf beide mit großen Ängsten, die mich lange gebremst haben. Irgendwann ging ich doch (hatte sie ja trotzdem lieb und kam immer wieder heim). Aber keine der beiden kam damit klar.

Mein Ex war ein sehr fürsorglicher Mensch. Aber meinen Freiheitsdrang sah er immer als Bedrohung, ich darf beruflich viel reisen und da kamen immer unterschwellige Vorwürfe wegen meinem Job.

Alex war der erste, der diese Eigenschaft richtig gut fand (auch ihm wurden häufig Vorwürfe gemacht, wenn er mal sein Ding machen wollte) Das war berührend für mich. Und wenn ich dann weg wollte, weil ich wirklich wirklich wusste, dass ich mich in dieser Verbindung wieder bremsen müsste, damit sie funktioniert, da wurde ich auch mal energisch und wütend. (allerdings nicht destruktiv) Und gerade in den Momenten war Alex stark. Er hatte keine Angst vor meinen Fluchtgedanken (bzw. hat er es gut verborgen), er stand stark wie eine Eiche da. Daraufhin wurde ich oft schwach, fing an zu heulen. Eigentlich WEIL ich seine Stärke in dem Moment so berührend fand, obwohl ich mich ja eigentlich distanzieren wollte. Und da war er der perfekte Anlehnungspartner. Das war wertvoll für mich. Gleichzeitig auch destruktiv, denn ich war ja nur traurig, weil ich weg wollte und es nicht schaffte.
Sorry, wenn das wirr klingt.

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T
Zitat von Hola15:
Und mit Alex kam das erste Mal das Bedürfnis sich auch anlehnen zu können?

Nein, ich konnte mich immer anlehnen. An meinen Vater, an meinen Ex-Mann, sogar an meine Mutter. Zumindest was die meisten Situationen anging. Mein großes "Problem" war immer meine mangelnde Häuslichkeit. Als Teenager bekam ich früh Fernweh und wollte raus in die Welt. Meine Eltern reagierten darauf beide mit großen Ängsten, die mich lange gebremst haben. Irgendwann ging ich doch (hatte sie ja trotzdem lieb und kam immer wieder heim). Aber keine der beiden kam damit klar.

Mein Ex war ein sehr fürsorglicher Mensch. Aber meinen Freiheitsdrang sah er immer als Bedrohung, ich darf beruflich viel reisen und da kamen immer unterschwellige Vorwürfe wegen meinem Job.

Alex war der erste, der diese Eigenschaft richtig gut fand (auch ihm wurden häufig Vorwürfe gemacht, wenn er mal sein Ding machen wollte) Das war berührend für mich. Und wenn ich dann weg wollte, weil ich wirklich wirklich wusste, dass ich mich in dieser Verbindung wieder bremsen müsste, damit sie funktioniert, da wurde ich auch mal energisch und wütend. (allerdings nicht destruktiv) Und gerade in den Momenten war Alex stark. Er hatte keine Angst vor meinen Fluchtgedanken (bzw. hat er es gut verborgen), er stand stark wie eine Eiche da. Daraufhin wurde ich oft schwach, fing an zu heulen. Eigentlich WEIL ich seine Stärke in dem Moment so berührend fand, obwohl ich mich ja eigentlich distanzieren wollte. Und da war er der perfekte Anlehnungspartner. Das war wertvoll für mich. Gleichzeitig auch destruktiv, denn ich war ja nur traurig, weil ich weg wollte und es nicht schaffte.
Sorry, wenn das wirr klingt.

#163


T
Zitat von Sincerite:
Wovor hat dein inneres Kind Angst? Ich lese daraus Abstand zu "diesem" Kind und Verachtung. Nimm dein inneres Kind in den Arm und hab es lieb. Versprich ihm, dass du es niemals verlassen und immer für es da sein wirst.

Da ist was dran. Es macht mir Angst, wenn ich schwach werde. Weil ich dann immer wieder Klarheit verliere und einknicke. Es fühlt sich an, als wolle dieses Kind Alex unbedingt trösten und hat gleichzeitig panische Angst, wieder eingefangen zu werden. Es erschreckt mich, denn so kannte ich mich bisher nicht. Wie kann ich diesen Teil in mir trösten, wenn er unbedingt Alex trösten will?
Edit: An sich weiß ich es. Ich muss mir klarmachen, dass er nicht meine Verantwortung ist. Dass er Familie und Freunde hat, Neides sehr stabil. Er ist nicht in Gefahr.

#164


ElGatoRojo
Zitat von Tina23:
Sorry, wenn das wirr klingt.

👍

Du solltest dir mal die Frage ernstlich beantworten. "Was will ich eigentlich? Und wenn dies, warum?"

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