Zitat von carlos7:Die Jugendliebe scheint für einige Menschen eine riesige Projektionsfläche unerfüllter Lebensträume zu sein. Ich finde es faszinierend, wie die Ratio im vorliegenden Fall komplett ausgeschaltet wird. Naja... Vielleicht geht es ja gut aber ich denke man sollte auch mal therapeutisch nach dem Grund dieser Projektion ...
Wer das nicht selbst erlebt hat, kann das - glaube ich - nicht verstehen. Bei mir ist es auch mein Jugendschwarm, den ich bis heute nicht vergessen kann. Mit den wenigen Lieben, die danach kamen, konnte ich hingegen gut abschließen. Ohne den Wunsch, später nochmal Kontakt aufzunehmen oder irgendetwas wiederzubeleben.
Dabei denke ich gar nicht mal, dass ER the one and only für mich ist, sondern dass es die damaligen Umstände sind, die meine (und offenbar auch seine) Gefühle dermaßen gepuscht haben, dass sie scheinbar für die Ewigkeit sind
🙈.
Wir waren sehr jung, ich fast noch ein Kind, und total ineinander verknallt. Erste Liebe, beidseitig und unerfüllt. Das brennt sich ein! Bevor wir den Mut fanden, auf den anderen zuzugehen, wurde unsere Klasse aufgeteilt. Was zu jahrelangem Cliffhanging führte. Danach haben wir uns hin und wieder mal gesehen, was mich angesichts der heftigen Gefühle, die dann sofort in mir hochkamen, eher vor ihm flüchten ließen.
Klar spielt Projektion eine Rolle. Letztendlich sind es aber die starken und über die vielen Jahre "konservierten" Gefühle, die sich irgendwann Bahn brechen und einen dann zu einem völlig irrationalen Verhalten verleiten können. Unter anderem wohl auch aus dem Bedürfnis heraus, diese offene Geschichte endlich zu einem Ende zu bringen (sog. Zeigarnik-Effekt).
Wie gesagt, man muss es erlebt haben. Oder besser auch nicht, denn das Kopfkino und der Kummer, die damit einhergehen, wünsche ich keinem. Von daher kann ich @Timmey gut verstehen, auch wenn ich ihm zur Vorsicht rate. Nur weil die Gefühle stark sind, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch beziehungstechnisch passt und/oder sie ihren Ehepartner verlässt.