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Kämpfen oder gehen?

SonneMond

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Hallo zusammen,
meine Welt ist vor einigen Tagen zusammengebrochen, alles liegt in Scherben, ich bin nur noch am Weinen und versinke in einem Strudel aus Schmerz und Verzweiflung. Ich erhoffe mir durch die Schilderung meiner Situation in diesem Forum Ratschläge, Hilfe und Gedankenanstöße.
Mein Mann (35) und ich (32) sind 15 Jahre zusammen, davon 5 Jahre verheiratet. Wir haben zwei Kleinkinder (fast 3 Jahre; 9 Monate) und ein gemeinsames Haus.
Jeder, der uns kennt, hat uns bisher als Bilderbuchfamilie beschrieben. Wir waren für den jeweils anderen der erste Partner, haben uns mit 17 und 20 Jahren kennengelernt und demzufolge viele erste gemeinsame Erfahrungen gesammelt und Erinnerungen geschaffen.
Die Beziehung/Ehe war nicht immer einfach. Mein Mann ist ein sehr eifersüchtiger Mensch. Ich habe ihm jedoch nie einen Anlass dazu gegeben. Ich war und bin eine treue Seele, durch und durch ehrlich und aufrichtig. Desweiteren ist mein Mann jemand, der stets sehr impulsiv handelt und der bei Kleinigkeiten ziemlich schnell wütend wird. In vielen Bereichen hat er eine sture und mit Vorurteilen behaftete Vorstellung. Neues verunsichert ihn, so dass er hinsichtlich soziale Kontake kaum Freunde hat.
Ungeachtet dessen, habe ich ihn mit all seinen Macken und Kanten bedingungslos geliebt. Wer hat nicht auch Macken und Kanten? Wir haben den gleichen Humor, die gleichen Ansichten und verstehen uns ohne Worte. Für mich ist er ein Seelnverwandter. Es war wirklich Liebe auf den ersten Blick! Wir haben viele Höhen und Tiefen erlebt, so dass unsere Liebe immer stärker wurde.
Als wir geheiratet haben, habe ich vor Glück hemmungslos geweint. Dieselben Emotionen überwältigten mich, als ich unsere beiden wundervollen Kinder zur Welt gebracht habe.
Mit der Familiengründung fingen dann die ersten gravierenden Probleme an. Er hat beispielsweise nach der ersten Geburt meinen Wunsch nach ein, zwei Tagen Erholung, bevor die Besucherstürme kommen, ignoriert. Täglich stand jemand aus seiner Familie auf der Matte und ich habe jeden Besuch unter Schmerzen empfangen, da der operative Eingriff bei mir nicht ganz ohne war. Meine Familie hat Rücksicht genommen und auf grünes Licht meinerseits gewartet.
Unverzeihlich ist für mich immer noch, dass er mich danach ein halbes Jahr lang sozusagen alleine mit unserem Baby gelassen hat, um täglich nach der Arbeit bei seiner Schwester das Haus zu renovieren, auch an den Wochenenden. Die Schwester meinte zu mir, dass sie ihn in diesem Umfang brauche, da sie das Haus andernfalls nicht fertig renoviert bekommen würden. Ein Jahr später, als sie selber Mutter geworden ist, sagte sie mal zu mir, dass es ja so toll sei, wenn der Ehemann Urlaub hat und man Unterstützung im Alltag mit Baby erhält. Ich kenne dies ja.
Unverzeihlich ist für mich auch, dass er mich nie vor Angriffen aus seiner Familie in Schutz genommen hat. Meine Schwiegermutter hat sich überall eingemischt, mich hinsichtlich der Zeit mit unserem Baby bedrängt, obwohl ich jeden zweiten Tag zu Besuch war, um ihr die Möglichkeit zu geben, eine intensive Bindung mit unserem Kind aufzubauen, da sie so lange auf das erste Enkelkind gewartet hat. Ich habe mich in dieser Hinsicht nach den Ansprüchen anderer gerichtet, was vollkommen falsch war. Das lag nicht daran, dass ich ein schwacher Mensch bin, sondern daran, dass ich zu gutmütig bin und stets nach Harmonie strebe.
Ich habe meinen Mann so sehr geliebt, dass ich jeden Schmerz ertragen habe, auch den, den seine Mutrer mir zugefügt hat. Auf dem ersten Blick scheint sie eine sehr nette und umgängliche Person zu sein, jedoch hat sie die Fähigkeit, mit Zweideutigkeiten einen zu beleidigen und zu kritisieren. Ich habe mich nie gewehrt, da ich wusste, dass mein Mann seine Mutter als unfehlbar sieht. Zweimal ist er jedoch eingeschritten, als er direkt mitbekommen hat, wie ich beleidigt wurde und wie unser Kind nahezu vollständig ignoriert wurde, um dem anderen Enkelkind den Vorzug zu geben. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass das zweite Enkelkind nahezu täglich mit meiner Schwägerin dort ist.
Vor der zweiten Geburt habe ich ihm dann deutlich gesagt, was für eine Wunde sein Verhalten nach der ersten Geburt hinterlassen hat, so dass er Besserung gelobt hat. Er war in der Elternzeit zwar tatsächlich da, hat jedoch ständig Projekte im Garten gehabt, so dass ich schlussendlich nach einem wiederholten operativen Eingriff mit zwei Kindern wieder alleine war. Erst als die Hebamme ihm deutlich zu verstehen gegeben hat, dass ich mich aufgrund der schweren Nachblutungen schonen muss, merkte er mir meine schlechte gesundheitliche Verfassung an.
Die Monate danach sahen so aus, dass ich den Alltag mit zwei Kindern alleine gestemmt habe. Ich habe die Kinder gehütet, ihnen die schöne und prächtige Welt gezeigt, war einkaufen, habe Mittagessen gekocht, beide Kinder versorgt, den Haushalt geschmissen, mit den Kindern Besuche abgestattet, mit ihnen gespielt, ihnen Essen zubereitet, beide zum Schlafen gebracht usw. Oftmals war ich so erschöpft, dass ich sogar zu müde zum Lächeln oder Reden war. Mein Mann hat auch versucht, mich zu unterstützen. Das möchte ich nicht unerwähnt lassen. Sei es die Kinder wickeln, mit ihnen eine Runde laufen gehen, den Müll rausbringen oder unsere Kleine bettfertig machen. Dennoch lag der Hauptanteil bei mir. Manchmal hat er sich nur die Rosinen rausgepickt oder das gemacht, was seiner Meinung dringend erledigt werden muss, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass ich in dem Moment eine helfende Hand benötigt hätte.
Ich habe alles in die Familie investiert, auch meine Karriere. Ich habe aufgrund der ganzen Anstrengung so stark abgenommen, dass meine Familie und meine Freunde ihre Sorgen um mich geäußert haben.
Mein Mann hat vieles für selbstverständlich angesehen, seine Launen an mir ausgelassen, mich manchmal angeschrien oder beleidigt und oftmals Streit gesucht. Die Kinder haben schon einiges mitbekommen, was mir sehr sehr leid tat, da ich nie vor den Kindern streiten wollte.
Die Familienzeit war stets beschränkt. Nach Feierabend ist er oftmals zu seiner Familie gefahren, bevor er nach Hause gekommen ist. An Samstagen hat er Projekte gestartet, so dass wirklich nur die Sonntage blieben. Da habe ich immer Ausflüge organisiert, um den Kindern etwas zu bieten und ihnen mehr Zeit mit ihrem Papa zu verschaffen. Bevor es zu den Ausflügen ging, gab es unweigerlich Diskussionen, da er lieber den Tag mit uns bei seiner Familie verbringen wollte. Ich habe stets das Gefühl gehabt, dass er allen anderen den Vorzug gab, nur seiner eigenen Familie nicht. Musste er mal länger auf die Kinder aufpassen, war ihm das schon zu viel.
Ich habe jedoch auch meine Fehler, so ist das nicht. Diese äußern sich darin, dass wann immer es mir schlecht ging, meine Putzzwänge verstärkt wurden. Diese wiederum haben ihn auf die Palme gebracht. Wir fanden auch als Paar kaum Zeit füreinander. Es hört sich alles überwiegend negativ an, aber tatsächlich haben wir auch wunderschöne und unvergessliche Momente als Familie!
Nun zum eigentlichen: vor einigen Tagen hat er mir gebeichtet, dass er eine emotionale Affäre hatte, die grob einen Monat lief. Die Initiative ging von ihm aus. Er hat zwei bis dreimal die Woche mit einer Kollegin im Geschäft privat telefoniert und auch geschrieben. Es ging nur um ganz banale Themen, nichts anzügliches. Das ging jedoch soweit, dass der Freund der Kollegin eine Beziehungspause eingelegt hat, nachdem er dies erfahren hat, da eine Vertraulichkeit schon vorlag. Ab diesem Zeitpunkt wurde ihm bewusst, dass das Alles nicht ganz richtig war, zumal die Kollegin meinte, dass es besser sei, nicht mehr zu telefonieren und zu schreiben.
Er war mir gegenüber so ehrlich, dass er zugegeben hat, dass es wahrscheinlich länger gegangen wäre, wenn es die Kollegin von ihrer Seite aus nicht beendet hätte. Körperlich fand nie etwas statt. Er war auch nicht darauf aus. Und das glaube ich ihm auch. Ihm hat die Aufmerksamkeit und das Anhimmeln gefallen.
Schmerzlich ist für mich, dass dies alles es in dem Zeitraum stattgefunden hat, als wir unseren Jahrestag gefeiert hatten. Er hat mir Blumen geschenkt und mir seine Liebe geschworen. Nicht zu vergessen, der Nikolaustag und Weihnachten für die Kinder. Wie konnte er jedes Mal heimkommen und sich verstellen? Wie konnte er mich berühren und küssen? Niemals hätte ich das von ihm gedacht. Ich habe ihm blindlings vertraut.
Sicherlich sind einige der Meinung, dass es keine richtige Affäre war. Das ist es jedoch für mich und zwar auf emotionaler Ebene. Ich habe mich noch nie so betrogen und verraten gefühlt. Mein Herz wurde regelrecht herausgerissen.
Ich leide solche Qualen, dass ich ständig weine, kaum essen kann, Übelkeit habe, Schwindelanfälle habe und am ganzen Körper zittere. Seit dem Tag der Beichte konnte ich kaum schlafen. Ich bin so traurig, verzweifelt und am Ende.
Wir sind momentan bei meiner Familie untergekommen, die mich vereint auffängt. Ich würde am liebsten den ganzen Tag im Bett liegen und weinen, muss jedoch für meine Kinder funktionieren und für sie da sein.
Nun stelle ich mir die Frage, wie es weitergehen soll. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich ihm das verzeihen kann. Das bedeutet jedoch unweigerlich Scheidung, mit allen Konsequenzen. Trotz allem sind noch Gefühle da. Und wenn ich meine Kinder im Schlaf betrachte, wird mir das Herz wirklich schwer. Sie hängen an ihrem Papa und die Große fragt ständig, wann wir nach Hause können. Sie möchte zu ihrem Haus, zu den Spielsachen und zu Papa. Ich verbiete ihr den Kontakt nicht und erzähle ihr sogar, dass wir nur bei Oma und Opa sind, da unser Haus einen Wasserschaden hat. Einfach nur, um sie zu schützen. Sie ist noch so klein.
Mein Mann hat mit seinem Betrug nicht an das gedacht, was er aufs Spiel setzt. Bin ich besser, wenn ich die Entscheidung nur für mich treffe und die Wünsche und das Glück meiner Kinder ignoriere?
Meine Familie kann nicht verstehen, warum ich all das solange mitgemacht habe. Ich manchmal auch nicht.
Aber ich kann mich nicht gegen meine Gefühle wehren. Ich habe ihn so sehr geliebt, dass ich mich selbst aufgegeben habe. Und ich liebe ihn immer noch. Die Liebe ist da, trotz seines Verrates. Warum war ich ihm nicht gut genug? Warum hat er mich nicht so wertgeschätzt?
Heute hatten wir ein stundenlanges Gespräch geführt, bei dem er mich tränenüberströmt um eine letzte Chance gebeten hat. Er hat mir versprochen, sich zu ändern, ein besserer Familienvater und Partner zu werden. Das heißt für ihn auch, dass er sich von seinen Stammfamilie abnabeln möchte. Er hat mir auch angeboten, seinen gut bezahlten Job zu kündigen und sich etwas anderes zu suchen, sollte ich es verlangen. Er sieht nun ein, was er an mir hat.
Was soll ich nur machen?
Mein Kopf sagt Scheidung, mein Herz blutet alleine bei dem Wort. 15 Jahre, zwei Kinder, ein gemeinsames Haus. Soll ich alles wegwerfen und von Neuem beginnen? Das bedeutet auch, dass meine Kinder ohne Vater aufwachsen werden. In nächster Zeit stehen die Geburtstage der Kinder an, die Eingewöhnung in den Kindergarten.
Er wäre bereit für eine Eheberatung, um unsere Ehe zu retten. Soll ich ihm die Chance gewähren? Er hatte ja eigentlich 15 Jahre Zeit gehabt sich zu ändern und hat mich am Ende sogar emotional betrogen. Hat er es verdient?
Entschuldigung für den langen Text. Ich konnte mich nicht kürzer fassen, um zu verdeutlichen, welche Faktoren bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen. Ich weiß, dass niemand mir die Entscheidung letztendlich abnehmen kann, aber ich erhoffe mir einfach, dass ich durch eure Objektivität einen anderen Blickwinkel erhalte. Ich danke euch schon mal für das Durchlesen und freue mich über Rückmeldungen.
Einen guten Start in den Tag!
Liebe Grüße
SonneMond

13.01.2022 04:47 • x 3 #1


Pinkstar

Pinkstar


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Zitat von SonneMond:
Sicherlich sind einige der Meinung, dass es keine richtige Affäre war. Das ist es jedoch für mich und zwar auf emotionaler Ebene. Ich habe mich noch nie so betrogen und verraten gefühlt. Mein Herz wurde regelrecht herausgerissen.
Ich leide solche Qualen, dass ich ständig weine, kaum essen kann, Übelkeit habe, Schwindelanfälle habe und am ganzen Körper zittere. Seit dem Tag der Beichte konnte ich kaum schlafen. Ich bin so traurig, verzweifelt und am Ende.
Wir sind momentan bei meiner Familie untergekommen, die mich vereint auffängt. Ich würde am liebsten den ganzen Tag im Bett liegen und weinen, muss jedoch für meine Kinder funktionieren und für sie da sein.

Liebe SonnenMond,

du hast immense Qualen erlitten und du hast einen Mann geliebt, der deine Liebe nicht, überhaupt gar nicht, verdient hat.

Im Prinzip konnte dir gar nichts besseres passieren, als dass er sich auf eine andere Frau emotional eingelassen hat.

Du hast das Richtige getan und wohnst jetzt erstmal bei deiner Familie.

Ich rate dir, sofort einen Rechtsanwalt für Familienrecht einzuschalten, um finanzielles abzuklären und wie der Umgang mit den Kindern sein soll.

Denn, auch wenn du mit dem Herz wohl immer noch bei ihm bist, hat er dein Herz gar nicht verdient und deswegen solltest du auf deinen Körper hören, der dir bereits sehr lange schon sagt: Mir gehts schlecht, mich behandelt man schlecht!

Ich kann dir jetzt nur Mut zusprechen, die Trennung weiterzuführen, dir eine neue Wohnung zu suchen mit Hilfe der Familie dann auch den Umzug bewältigen und vielleicht auch seelische Beratung anzunehmen, bei Caritas oder Diakonie, die dir auch helfen, dein Leben wieder etwas lebenswerter zu machen Die machen mit dir auch Anträge für Ämter usw.
Falls du diese Hilfe brauchst.

Hier im Forum bist du jedenfalls gut aufgehoben und du wirst mit Sicherheit viel Zuspruch bekommen.

Du schaffst das! Hier gibts viele Mütter, die Kinder haben und es auch geschafft haben, wieder ein etwas seelisch-gesünderes Leben zu haben ohne einen bösen Mann an der Seite!

L G Pinkstar

13.01.2022 04:57 • x 6 #2



Kämpfen oder gehen?

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BrokenHeart

BrokenHeart


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Hallo SonneMond,

ich habe diesen langen text gelesen. Um meine Meinung zu äußern, muss ich es erst mal sacken lassen. Ist ja keine einfache Situation.
Tendiere zur Zeit zur zweiten Chance, möchte mich aber noch nicht festlegen.

Du wirst hier noch viele Meinungen bekommen .............. versprochen

13.01.2022 05:12 • x 7 #3


BrokenHeart

BrokenHeart


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Zitat von Pinkstar:
Im Prinzip konnte dir gar nichts besseres passieren, als dass er sich auf eine andere Frau emotional eingelassen hat.

15 Jahre Liebe sind aber auch nicht einfach wegzudenken.
Ich habe es so verstanden, dass die Probleme erst mit den Kindern begannen .....

13.01.2022 05:17 • x 2 #4


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Du solltest vielleicht mal mit prof. Hilfe die Beziehung aufarbeiten. Das ist halt auch der große Nachteil dieser wir kennen uns seit wir 17 sind Beziehungen. Keine Erfahrungen mit anderen Partnern und irgendwann die Frage war das jetzt alles'. Sein Verhalten Dir gegenüber geht gar nicht. Auf der anderen Seite wolltest Du wohl auch das Spiesser Leben mit dem perfekten Garten und den ganzen Annehmlichkeiten. Das hat er Dir bereitgestellt, für einen hohen Preis. Das bei Affairen immer nur das unvermeidliche zugegeben wird, sollte auch klar sein. Klar geht es um S. für einen Mann. Er hatte ausser Dir wohl keine Erfahrung. Kontaktiere doch mal diese Frau und befrag sie selber.
Letztlich steht Dir jetzt ein Haufen Geld zu. Unterhalt für die Kinder, Trennungsunterhalt, etc. Mit einem guten Anwalt kannst Du sehr viel rausholen, so böse das klingt. Auch hat er ein Umgangsrecht, also nimmst Du ihm nicht die Kinder.
Aus meiner Sicht hat er schon deutliche Defizite, seine Familie scheint Euch vorzugehen. Was soll sich daran in Zukunft ändern?

13.01.2022 05:20 • x 6 #5


Pinkstar

Pinkstar


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Zitat von BrokenHeart:
15 Jahre Liebe sind aber auch nicht einfach wegzudenken.
Ich habe es so verstanden, dass die Probleme erst mit den Kindern begannen .....

Nein, schau, das war zu Beginn schon problematisch:


Zitat von SonneMond:
Die Beziehung/Ehe war nicht immer einfach. Mein Mann ist ein sehr eifersüchtiger Mensch. Ich habe ihm jedoch nie einen Anlass dazu gegeben. Ich war und bin eine treue Seele, durch und durch ehrlich und aufrichtig. Desweiteren ist mein Mann jemand, der stets sehr impulsiv handelt und der bei Kleinigkeiten ziemlich schnell wütend wird. In vielen Bereichen hat er eine sture und mit Vorurteilen behaftete Vorstellung. Neues verunsichert ihn, so dass er hinsichtlich soziale Kontake kaum Freunde hat.

13.01.2022 05:21 • x 1 #6


SonneMond


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Hallo Gorch_Fock,

vielen Dank auch für deine Meinung zu meiner Thematik und deinen Ratschlag. Tatsächlich habe ich hinsichtlich Haus und Garten nie etwas von ihm gefordert. Er wollte die Elternzeit aus eignem Antrieb nutzen, um unserer Großen im Garten einen Kletterturm zu bauen. Ich wollte, dass er diese Zeit dazu nutzt, mich im Wochenbett zu unterstützen oder mit den Kindern spielt. Seit die Kinder da sind, geht es mir nur um ihr Wohl. Ich bin wirklich bescheiden und genügsam und wollte nie mit meiner Lebensweise etwas zur Schau stellen. Hinsichtlich Beichte, hätte er es mir auch komplett verschweigen können. Ich denke, dass es ihm wirklich nur um die Aufmerksamkeit ging, die ich ihm leider in letzter Zeit nicht schenken konnte, was aber keine Entschuldigung dafür ist, sich diese woanders zu holen.
Ja, denselben Gedanken habe ich auch. Wird er uns jemals den Vorzug aks Familie geben?
Danke für deinen Beitrag!

Liebe Grüße

13.01.2022 05:40 • x 1 #7


Lavidaloca

Lavidaloca


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Liebe SonneMond,

Ich sehe hier an vielen Stellen massive Kommunikationsprobleme- und zwar auf beiden Seiten. Nicht klar kommunizierte Erwartungen auf der einen Seite und wenig Abgrenzung, auf der anderen Seite wenig Verständnis für die Belange und geänderten Anforderungen an ein Familienleben.

Dazu noch das klassische Familienmodell während der ersten Jahre- du mit den Kindern Zuhause und mit dem Wunsch nach Entlastung und Familienzeit in seiner Freizeit, er im gutbezahlten Job und mit dem Wunsch nach Zerstreuung nach Feierabend oder weniger Verpflichtungen am Wochenende.
Da knallen zwei vollkommen unterschiedliche Welten aufeinander. Abgesehen von seinen Defiziten, die du hier anführst, scheint bei dir auch Frust bezüglich deiner auf Eis gelegten Karriere zu schwelen. Wenn du deine Ehe retten möchtest, sind das vielleicht erste Ansätze für eine externe Beratung.

Ich persönlich sehe eine emotionale Affäre nicht so kritisch, wie eine körperliche- aber das ist nur meine Ansicht und jeder muss das ganz alleine entscheiden, Gefühle und Schmerz über Verrat sind höchst individuell und jeder hat seine eigene Grenze. Gleich von Scheidung zu sprechen ist an der Stelle für mich nur nachvollziehbar, weil deine Ehe für dich seit der Kinder offenbar sowieso zutiefst unbefriedigend ist- und da würde ich mir zuerst die Frage stellen, ob es dort noch etwas zu retten gibt, um anschließend auch die emotionale Affäre aufzuarbeiten. Jeder hat offenbar für sich sein Päckchen in der Ehe zu tragen, er scheint ja auch nicht besonders glücklich zu sein- er hinterfragt es nur nicht und im Angesicht des drohenden Verlusts von Frau und Kindern rückt das noch mehr ins Hintertreffen.

Wann habt ihr zuletzt wirklich miteinander gesprochen, über eure Wünsche, Gefühle, Bedürfnisse- in einem entspannten Rahmen, ohne Streit oder vorausgegangenen Konflikten aus einer Situation heraus? Wann habt ihr euch dazu ganz bewusst Zeit genommen? Wie war euer Beziehungsleben sonst? Gab es noch Zärtlichkeit? Ich frage u.a. wegen diesem Satz:

Zitat von SonneMond:
Seit die Kinder da sind, geht es mir nur um ihr Wohl.



Erstmal alles Liebe

13.01.2022 05:48 • x 6 #8


Wollie

Wollie


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@SonneMond ..erstmal fühl dich mal gedrückt von allen hier dein Text hat mich betroffen gemacht, weil ich da einiges aus meiner ExEhe wiedergefunden habe: übergriffige Schwiegerfamilie (bei mir Schwiegermutter), unausgesprochene Bedürfnisse und Kommunikationsprobleme.
Und Jemand (nämlich du) der sämtliche eigene Bedürfnisse hinten dran stellt, für die Kinder und auch um das Familienleben aufrecht zu erhalten.
Und als Dank geht dein EM emotional fremd. Sehr nett Also hat auch er unausgesprochene Bedürfnisse und das Gras scheint auf der anderen Seite grüner.
Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es dir geht und in welcher Zwickmühle du dich befindest. Es ist schwierig, dir da einen richtigen Rat zu geben, weil wir ja nur von Aussen draufsehen und da ist einiges im Argen:
Zitat von SonneMond:
Er hat beispielsweise nach der ersten Geburt meinen Wunsch nach ein, zwei Tagen Erholung, bevor die Besucherstürme kommen, ignoriert. Täglich stand jemand aus seiner Familie auf der Matte

Abgrenzung, Abgrenzung und nochmals Abgrenzung........dies fand nie statt und seine Familie scheint ihm heilig zu sein......rieisiges Konfliktpotential.

Zitat von SonneMond:
Meine Schwiegermutter hat sich überall eingemischt,

kenn ich sehr gut, geht gar nicht. Auch hier muss dein EM eigentlich sich gegenüber seiner Mutter positionieren.

Zitat von SonneMond:
Mein Mann hat mit seinem Betrug nicht an das gedacht, was er aufs Spiel setzt.

der hat gar nichts gedacht.....die Frage ist, ob es eine einmalige Sache war.

Zitat von SonneMond:
Er hat mir versprochen, sich zu ändern, ein besserer Familienvater und Partner zu werden. Das heißt für ihn auch, dass er sich von seinen Stammfamilie abnabeln möchte. Er hat mir auch angeboten, seinen gut bezahlten Job zu kündigen und sich etwas anderes zu suchen, sollte ich es verlangen. Er sieht nun ein, was er an mir hat.

Eigentlich ganz einfach: Nur Taten zählen, keine noch so salbungsreiche Worte. Bereut er wirklich ? Wenn ihr nach einigen Wochen wieder im gleichen Fahrwasser seid, dann hat er dir nur Käse erzählt, um dich wieder ins Boot zu bekommen.
Und glaube mir, langjährige Muster und Verhaltensweisen verschwinden nicht einfach in ein paar Wochen. Da liegen ja ganz tiefe Strukturen vor und du musst damit rechnen, dass dein EM vor seiner Familie bzw. Mutter einknickt und es dann genauso weitergeht.
Ich sehe insgesamt zwei Dinge:
1. Du musst für dich sorgen, deine Bedürfnisse eben nicht komplett unter den Teppich kehren. Du bist nicht nur Mutter und Haushälterin. Du hast auch das Recht zu leben.

2. Dein EM muss auf seine Worte Taten folgen lassen.

3. Ich glaube, dass ihr beide eine prof. Begleitung in Form einer Eheberatung oder Fam.beratung bräuchtet. Da ist es aber nicht mit ein oder zwei Gesprächen erledigt. Hier liegen ganz tiefe tox. Strukturen vor und auf beiden Seiten eine Unzufriedenheit, welche er jetzt in seiner emotionalen Affäre ausgelebt hat.

Ich hoffe, mein Blick von Aussen konnte dir ein bisschen helfen.

13.01.2022 06:14 • x 6 #9


Timeconsumption

Timeconsumption


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Ich persönlich finde es traurig, dass Du die emotionale Affäre als schlimmer erachtest, als dass, was er vorher tat. Was willst Du mit einem Mann, bei dem Du schon dankbar bist, weil er die Windeln wechselt? Der ansonsten seine Familie wichtiger findet, als seine eigenen Kinder?

Ich habe das alles schon durch. Jemanden, dem alles andere wichtiger war. Der zu Hause so unzufrieden war, dass er lieber geflüchtet ist, als Zeit mit seiner Tochter zu verbringen. Probleme mit seiner Familie, Beleidigungen, Jähzornigkeit und cholerische Anfälle. Ich persönlich würde das nie wieder mit machen. Meine eigene Lebenszeit verschwenden, ständig traurig und verbittert zu sein. Auch meiner Tochter ging es besser, als wir gegangen sind. Obwohl sie noch ein Kleinkind war, hat sie die Stimmung und sein Verhalten mir gegenüber mitbekommen. Die beiden haben jetzt ein gutes Verhältnis, er sieht sie regelmäßig 2x die Woche und wir gehen normal miteinander um. Jetzt habe ich einen Partner, für den "zu Hause" alles ist, der sich wirklich um die Kinder kümmert und nicht nur mal ne Windel wechselt.

Mein Rat: zieh die Scheidung durch, sei Dir mehr wert als das. Und lebe Deinen Kindern vor, dass es nicht normal ist, sich von anderen Menschen wie dreck behandeln zu lassen.

13.01.2022 06:19 • x 10 #10


Blake88

Blake88


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Das ist so lächerlich, entschuldige meine Worte, aber was anderes fällt mir nicht ein.

Ich lese in deinem Text viel über dich und was du alles getan hast usw.

Doch so funktioniert eine Geschichte nicht. Ich sehe da ein gewaltiges Problem bei dir selbst. Dich hat nie jemand gezwungen das alles zu tun, du wolltest das so und jetzt wirfst du deinem Mann vor er hätte es durchtrieben? Really?

Du bist als einziger dein Glückes Schmied und vor allem deswegen 15 Jahre wegwerfen? Total irre ist das.

Schon einmal daran gedacht das deinem Mann auch was fehlen könnte in eurer Beziehung? Gespräche? Wertschätzung?

So wie du über ihn schreibst wundert es mich nicht das er sich eine andere sucht um diese Lücke zu schließen.

Verstehe mich bitte nicht falsch, niemand ist perfekt und Männer in solchen Situationen schon gar nicht, aber jetzt mal ehrlich, wer hätte seine Schwester im Regen stehen lassen? Ich sehe da eigentlich nur gutes, er hat eine Beziehung zu seiner Familie, ist Hilfsbereit und natürlich ist es schwer, aber mal ehrlich was soll ein Vater bitte tun in den ersten 6 Monaten?

Er kann das Baby wickeln, es bisschen tragen usw. Aber der Rest wird doch immer auf die Mutter zurückfallen. Besonders dann wenn sie stillt.

Wie sah es denn aus mit Haushalt? Hast das auch du erledigt oder vielleicht doch er? Den Garten hat er gemacht, er ging Arbeiten, ich kenne eure ganze Situation nicht, aber das hört sich nicht nach jemanden an der es verdient jetzt verlassen zu werden.

Fehler machen wir alle, frag mal ehrlich bei ihm nach was ihn stört etc...ich denke dann wärst du überrascht.

Ich glaube ihr zwei habt ein gewaltiges Kommunikationsproblem.

Männer sind grundsätzlich etwas überfordert mit Babys und kleinen Kindern. Die Zeit der Väter kommt dann meisten wenn sie anfangen Ball zu spielen, sich für Lego interessieren oder für Puppen.

Davor funktionieren wir einfach nur und ja er hat Mist gebaut, bestreitet keiner, aber er hatte so viel Mut und Liebe in sich es dir zu sagen.

Anstatt das als Hilfeschrei zu nutzen und an eurer Beziehung zu arbeiten, läufst du lieber weg. Sorry, aber das ist es eben was lächerlich ist.

Eigentlich müsstest du der anderen Frau dankbar sein. Sie hat dir einen Weg gezeigt, einen wie du deine Ehe stärken kannst. Wieder mehr aufeinander zu gehen.

Wieso glaubst du eigentlich so wenig an deine Beziehung? Du sprichst von Liebe und dann von Trennung und das wegen so einem Mist.

Ich kann das nicht begreifen, sind Beziehungen und die Liebe so schwach geworden in der heutigen Zeit? Kein Wunder das so viele keine dauerhafte Beziehung führen können bei solchen lächerlichen Problemen das Handtuch zu werfen anstatt daran zu wachsen.

Setzt euch hin, redet miteinander und listet eure Werte auf für den anderen und was ihr besser machen wollt, denn auch du kannst einiges verbessern, vor allem mal deinen Mann als Mann sehen und nicht als *beep* der nur ja zur Mama sagt.

Arbeitet eure Fehler auf und geht gestärkt in eine neue Zukunft. Wegen so was wirft man keine 15 Jahre Ehe weg und vor allem fang mal an Nein zu sagen anstatt immer nur Amen.

Dein Mann ist nicht für deine Aussagen verantwortlich und für dein Handeln erst recht nicht.

Lerne dich zu behaupten, mach mal klare Ansagen und mach deine Probleme nicht immer zu Problemen deines Mannes.

Wenn dir was an der Oma stört, dann sag es ihr, du bist alt genug und hast ein Mund. Dein Mann soll sich da raushalten, es ist nicht seine Entscheidung wie du mit Dingen umgehst.

Wenn dich was an deinem Mann stört, sag es ihm und zwar klar und deutlich. Sag ihm deine Meinung und die hat er zu akzeptieren.

Fang endlich an zu lernen und an dir zu arbeiten, nur so wirst du auch das bekommen was du willst und hör auf hinter dem Rücken deines Mannes ein Machtkampf zu führen.

Ein Mensch sollte sich niemals entscheiden müssen wen er liebt und wen nicht. Wo er hin darf und wo nicht. Du hast diese Probleme, dann schaff sie aus der Welt oder bleib fern. Soll er alleine mit den Kindern zur Oma.

Es zwingt dich keiner das so mit zu machen. Du bist die einzige die sich im Weg steht, aber lass das nicht an deinem Mann aus und setz ihn damit unter druck, es ist seine Familie und da hast du Respekt zu zeigen.

Du musst nicht mit Schwiegermama ein Herz und eine Seele sein, geh mit, wenn sie dich wieder doof anmacht, gibst du ihr einen Text, stellst klar das du dir diesen Mist nicht länger gefallen lässt und packst deine Sachen.

Wenn du ihr wichtig bist kommt sie auf dich zu. Ansonsten den Teil der Familie meiden und das den Mann übernehmen lassen.

So viele Hausgemachte Probleme und du hast ein riesigen Anteil daran.

Viel Glück und lerne lieber dazu anstatt davon zu laufen.

13.01.2022 06:29 • x 14 #11


Heffalump

Heffalump


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Zitat von Lavidaloca:
Wann habt ihr zuletzt wirklich miteinander gesprochen

nicht Wann - sondern Je.

Folglich müsste es heißen, habt ihr JE wirklich miteinander gesprochen.

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Erstmal Willkommen, dort wo niemand sein will.


Zitat von SonneMond:
Die Beziehung/Ehe war nicht immer einfach. Mein Mann ist ein sehr eifersüchtiger Mensch

Eifersucht ist ein gefährliches Etwas, das Beziehungen zerstört. Weil sich das so festsetzt und du kannst nie beweisen, das du all das nicht tust, wo er doch so überzeugt von ist - was aber scheinbar hinten runterfällt, wenn er sich jemanden zu spielen sucht.

Zitat von SonneMond:
der stets sehr impulsiv handelt und der bei Kleinigkeiten ziemlich schnell wütend wird

War der schon immer so? Und das gefiel dir so gut, weil ?

Zitat:
Für mich ist er ein Seelnverwandter.

Also, wenn er das wäre, dann wären all die Dinge dir nie passiert.

Zitat von SonneMond:
meinen Wunsch nach ein, zwei Tagen Erholung, ignoriert

Schade, da hat seine Seele deine Seele nicht erkannt. Er ist schon ein Egoist. Wird Zeit, ihn auch so zu sehen.

Zitat von SonneMond:
Unverzeihlich ist für mich auch, dass er mich nie vor Angriffen aus seiner Familie in Schutz genommen hat

Warum sollte er?
Du bist ebenso erwachsen, kannst dich selbst wehren, ach ich vergaß, geht ja nicht, wegen Harmoniesucht.

Zitat von SonneMond:
Meine Schwiegermutter hat sich überall eingemischt, mich hinsichtlich der Zeit mit unserem Baby bedrängt

Siehe eins oben. Du schützt deine Grenzen nicht, du erwartest, das man deine Grenzen schützt. Das passiert sehr selten, das sich Andere für Dich in den Schützengraben werfen.

Zitat von SonneMond:
sondern daran, dass ich zu gutmütig bin und stets nach Harmonie strebe.

Harmonie erreicht man nicht dadurch, das man beide Wangen hin hält und ständig hofft, es wird besser, bald, bestimmt. Harmonie muss man sich erstreiten, einfordern. Kompromisse eingehen usw.

Zitat von SonneMond:
Ich habe meinen Mann so sehr geliebt, dass ich jeden Schmerz ertragen habe, auch den, den seine Mutrer mir zugefügt hat.

Und da wunderst du dich, warum die Bagage so weitermacht?

Zitat von SonneMond:
Ich habe mich nie gewehrt, da ich wusste, dass mein Mann seine Mutter als unfehlbar sieht.

Selber schuld. Warum sollten die sich ändern, wenn du alles hinnimmst. Da hättest du dich ab + zu auch wehren müssen.

Zitat von SonneMond:
Erst als die Hebamme ihm deutlich zu verstehen gegeben hat, dass ich mich aufgrund der schweren Nachblutungen schonen muss, merkte er mir meine schlechte gesundheitliche Verfassung an.

Das muss ja ein Held sein, der erst erkennt, das die Frau ausblutet, wenn man ihm die roten Laken unters Näschen hält.
Hast du in der Zeit dich hingelegt und dir Ruhe gegönnt, Haushalt einfach liegen gelassen, weil es dir nicht gut ging? Oder hast du ihn, wie immer zu 120% geschmissen, weil deine Zwänge dich nicht liegen liessen?

Zitat von SonneMond:
Manchmal hat er sich nur die Rosinen rausgepickt oder das gemacht, was seiner Meinung dringend erledigt werden muss, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass ich in dem Moment eine helfende Hand benötigt hätte.

Nicht manchmal, er hat immer die Rosinen.

Zitat von SonneMond:
Mein Mann hat vieles für selbstverständlich angesehen, seine Launen an mir ausgelassen, mich manchmal angeschrien oder beleidigt und oftmals Streit gesucht

Das hast du seine manchmal Rosinen.
Warum hast du ihm nicht was nachgeworfen und bist zur Tür hinaus gerauscht?

Ich ahne es - Harmonie... nur nicht für Sich einstehen.
Zitat von SonneMond:
Nun zum eigentlichen: vor einigen Tagen hat er mir gebeichtet, dass er eine emotionale Affäre hatte, die grob einen Monat lief.

Er der stets eifersüchtige, hat ne Affäre. tsss.
Der traut sich was.

Und er wäre auch weiter gegangen, wenn sie es nicht beendet hätte. Wobei ich mir sicher bin, das er dir höchsten 1% gebeichtet hat.
Zitat von SonneMond:
Er war mir gegenüber so ehrlich, dass er zugegeben hat, dass es wahrscheinlich länger gegangen wäre, wenn es die Kollegin von ihrer Seite aus nicht beendet hätte.

Nach ehrlich sieht mir das nicht aus. Möglicher ist es, sie hat ihm die Pistole auf die Brust und er hat das Wackeldings eingekniffen.

Zitat von SonneMond:
Körperlich fand nie etwas statt.

Haha. Glaubst du das, weil er es so sagt?

Zitat von SonneMond:
Mein Mann hat mit seinem Betrug nicht an das gedacht, was er aufs Spiel setzt.

Das tun sie nie. Und es ist Ihnen auch egal, weil das, was Zuhause wartet, ist im Vergleich so langweilig, so berechenbar, das verliert immer - wenn man auf all die aufregenden Momente schaut, die sich mit der Affäre ergeben werden.

Zitat von SonneMond:
Ich habe ihn so sehr geliebt, dass ich mich selbst aufgegeben habe. Und ich liebe ihn immer noch. Die Liebe ist da, trotz seines Verrates. Warum war ich ihm nicht gut genug? Warum hat er mich nicht so wertgeschätzt?

Du hast dich von Anfang an aufgegeben. Weil erste Liebe, kaum Erfahrungen und bestimmt dieser kleine Hintergedanke an was besseres findet sich nicht.
Warum nicht gut genug? Weil nach 15 Jahren alles so langweilig, so berechenbar, so fad.
Warum nicht wertgeschätzt? Weil Du es seit 15 Jahren selbst so machst, du schätzt dich nicht wert, warum sollte er es dann tun?

Zitat von SonneMond:
bei dem er mich tränenüberströmt um eine letzte Chance gebeten hat. Er hat mir versprochen, sich zu ändern, ein besserer Familienvater und Partner zu werden

Schau genau hin, er redet nur. Er macht nichts - damit es besser wird.
Er könnte seine Eifersucht angehen, sein impulsives Gehabe, seine Art - wie er Dich im Streit angeht, aber da passiert nix.

Zitat von SonneMond:
Das bedeutet auch, dass meine Kinder ohne Vater aufwachsen werden

Warum?
Du enthältst sie ihm ja nicht vor. Du schützt, wenn dann nur deine Grenzen besser.


Wenn ihr wieder zusammen findet, und die Möglichkeit besteht durchaus, dann sei nicht mehr das sich duckende Mäuschen, sondern stehe für Dich ein.

13.01.2022 06:30 • x 6 #12


SonneMond


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Hallo Lavidaloca,

aus dieser Perspektive habe ich es noch nicht gesehen. Wir kommunizieren zwar, aber meistens ging ein Konflikt voraus. Ich spreche gerne Probleme direkt an, er macht es lieber mit sich selber aus. Tatsächlich bin ich immer diejenige gewesen, die ihre Wünsche und Erwartungen offen geäußert hat. Ich frage jedoch immer im gleichen Atemzug nach, wie es bei ihm aussieht, um unser Problem zu lösen. Also ich versuche wirklich dialogisch vorzugehen und ihn zu verstehen. Er spricht jedoch nicht gerne über Probleme und hält seine Antworten recht knapp. Es hieß nur, dass er nicht sonderlich glücklich ist, da wir uns in letzter Zeit oftmals streiten und er sehr viel Stress auf der Arbeit hat. Ich hätte vielleicht hartnäckiger nachfragen sollen. Das sehe ich nun ein. Auch, dass wir das alles in einem entspannteren Rahmen klären sollten, anstatt nach einem Konflikt.
Ehrlich gesagt haben wir sehr wenig Zeit als Paar miteinander. Der Austausch von Zärtlichkeiten ist zwar noch da, aber immer nur dann, wenn sich eine kleine Lücke in unserem Allrag ergibt. Dies ist deutlich zu kurz gekommen. Das haben wir beide auch festgestellt, wussten aber nicht, wie wir dagegen vorgehen sollten. Wir haben beide dann gemeint, dass es sicherlich wieder besser wird, wenn die Kinder größer werden. Ich weiß, dass es keine richtige Lösung war.
Ich kann ebenfalls nachvollziehen, dass er Zerstreuung nach der Arbeit gesucht hat und nicht direkt die Kinder bespaßen möchte. Ich lasse ihn auch diesen Freiraum, aber ich bin nach einem langen Tag ebenfalls erschöpft. Ich fahre mit den Kindern ja auch oft zu meiner Familie, einfach damit er Zeit für sich nach der Arbeit hat.
Hinsichtlich beruflichem Frust: ich habe damals immer gesagt, dass ich kein Karrieremensch bin und dass mir die Familie vorgeht. Das Mamadasein ist zwar sehr anstrengend und kräftezehrrend, erfüllt mich jedoch sehr, da ich meinen Kindern die Welt zeigen und erklären kann. Sicherlich vermisse ich ab und zu meinen Beruf, da ich diesen gerne ausgeübt habe. Aber ich wusste, wofür ich all dies gemacht habe. Nach diesem Vorfall frage ich mich nur immerzu, ob er eigentlich gesehen hat, was ich alles aufgegeben habe. Es geht mir lediglich darum, dass ee es sieht.
Ich habe gleich von Trennung und Scheidung gesprochen, da wir beide schon am Anfang unserer Beziehung die Definition von Treue festgelegt haben. Und das ist Untreue. Er meinte auch, dass er mit der Situation ebenfalls nicht klar gekommen wäre, hätte ich es verursacht. Deswegen hat mir dieser Vertrauensbruch so zugesetzt, mir den Boden unter den Füßen weggerissen.
Danke, dass du mir mit wenigen Fragen, mich auf einige Baustellen hingewiesen hast. Ich weiß ja auch, dass ich nicht frei von Fehler bin.
Danke!

Liebe Grüße

13.01.2022 06:38 • x 2 #13


Heffalump

Heffalump


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Zitat von SonneMond:
Nach diesem Vorfall frage ich mich nur immerzu, ob er eigentlich gesehen hat, was ich alles aufgegeben habe. Es geht mir lediglich darum, dass ee es sieht.

Ich glaub ja nicht, das er weiter sieht, als bis zu seiner Nase.

13.01.2022 06:39 • x 3 #14


Melanie35


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Ich sehe das anders als die meisten hier! Dein Text lest sich wie wenn du in einer Opferrolle steckst und nur du die arme Frau bist, so ist das aber nicht!

Die meisten Frauen müssen ihre Kinder fast alleine aufziehen, die Männer gehen arbeiten haben Hobbys und wollen auch noch Freizeit haben, Frauen die Männer haben die sich brav um Kinder und Haushalt kümmern sind Ausnahmen, und das wissen die meisten Frauen aber nicht zu schätzen!

Eure Streits und deine Vorhaltungen wegen seiner Familie sind unnötig, aber wenn ich er wäre würde mir das auch auf den Popo gehen wenn du immer auf seine Familie los gehst, du bist eine Erwachsene Frau und kannst dich wären wenn seine Mutter dir Unrecht tut usw

Ich finde auch das du nun ziemlich die Dramaqueen raushängen lässt, er hat sich in eine andere verknallt und das wahrscheinlich nicht ohne Grund! Du musst dich selbst mal bei der Nase nehmen und schauen ob du ihm auch immer eine gute Frau warst oder nur eine nörgelnde Ehefrau der man nix recht machen kann?

Auf alle Fälle hat er dich körperlich nicht betrogen, aber wahrscheinlich auch nur weil die andere nicht wollte bzw weil ist nicht dazu gekommen ist! Anscheinend hat es ihm die Augen geöffnet und er kämpft nun um seine Familie, ich würde ihm auf alle Fälle eine Chance geben! Auch finde ich es übertrieben das du deine Kinder aus ihrem Umfeld reisst nur weil du mit der Situation nicht klar kommst! Du bist die Erwachsene, aber dein handeln ist nicht wirklich reif!

13.01.2022 07:01 • x 4 #15



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