Zitat von Balu85: Das hab ich auch noch hier irgendwo herumliegen. Blöd das ich es damals gelesen hab und nicht meine Exfrau.
Aber lesen und verstehen sind 2 unterschiedliche Paar Schuhe. Und dann muss derjenige auch noch ehrlich mit sich selbst ein und nicht nur "Gründe" in dem Buch finden die ihm sagen "achsoooo...na dann ist das ja ganz normal".
Da stimme ich dir natürlich sofort zu
😊👍Klar kommt es auch darauf an welche Schlüsse man aus den Büchern zieht, aber die Eigeninitiative von ihm zeigt zumindest die grundsätzliche Bereitschaft sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Es mag vlt. ein kleiner Schritt von ihm sein, aber es ist ein Schrittt in die richtige Richtung.
Zitat von AngelsWings: ja genau so heißt es ich glaub er hat ca 3 Tage dafür gebraucht
Sprecht ihr über den Inhalt des Buches, was es in ihm auslöst oder welche Erkenntnisse er hat?
Du könntest ihm noch diese Bücher empfehlen:
"Nach dem Seitensprung" von Janis A. Spring
Und
"Kann ich dir jemals wieder vertrauen?" von Andrew G. Marshall
Zitat von Stella31: Ich muss aber ehrlich zugeben, dass die Aussage deines Mannes bzgl. der Aufdeckung der Affäre mich nachhaltig skeptisch machen würde.
Er hätte die Affäre heute noch, wenn du es nicht herausgefunden hättest.
Ja diese Aussage macht wohl jeden skeptisch.
Trotzdem sollte mal ganz nüchtern betrachtet werden, dass das bei nahezu allen Affären die aufgeflogen sind wohl der Fall gewesen wäre. Überraschend ist die Aussage daher nicht, obwohl sie dadurch nicht weniger verletztend ist.
Die erschreckende Gewissheit das es weiter gelaufen wäre und die quälende Frage wie lange, ist ein harter Brocken.
Es ist eine Tatsache und eine Frage an der sich die TE innerlich selbst zerfleischen könnte, aber damit ist weder ihr noch dem Rettungsversuch der Ehe geholfen.
Die Erkenntnis das die Affäre unter anderen Umständen weiterlaufen würde ist nicht nur sehr hart, sie ist ebenso erschreckend und abstoßend, aber trotz allem wenig überraschend.
Kann bei Bedarf auch in der Therapie thematisiert werden.
Damit will ich das nicht schönreden, aber sind wir doch mal so ehrlich: Es gibt an einer Affäre oder dem Verhalten des Partners in der Affärenzeit nichts was einen nicht skeptisch machen sollte. Daran gibt es ja nichts schönes und nichts das für ihn spricht. Allein die Tatsache das er überhaupt eine hatte, das er so lange Lügen und Betrügen konnte.
Die Entscheidung einen Rettungsversuch zu starten treffen die Betroffenen dann
trotz all dem was war und vlt. noch gewesen wäre......und dieses "trotz all dem" ist eine ganze Menge und zwar keine schönen Dinge.
Wieso sich also zusätzlich noch mit alternativen Zukunftsvorstellungen quälen die nicht eintreffen werden, d.h. wieso sich damit quälen wie lange die Affäre wohl noch gelaufen wäre.
Klar spielt der Punkt, ob die Affäre ohne Aufdeckung weiterhin ausgelebt werden würde, bei der Entscheidung ob der/die Betroffene einen Rettungsversuch starten möchte eine Rolle. Es ist zumindest nicht gänzlich unwichtig, aber nach der Entscheidung zur Rettung ist es wichtig sich auf den JETZT Zustand zu konzentrieren.
- Jetzt ist die Affäre vorbei.
- Er hat die Affäre direkt nach dem Auffliegen beendet. Ohne zögern, ohne Zerrissenheit "Ich kann mich nicht zwischen euch entscheiden."
- Seine Entscheidung für die TE und seine Ehe und gegen die Affäre oder deren Weiterführung war deutlich.
- Kann natürlich keiner jemals zu 100% sagen, aber soweit die TE weiß ist die Affäre auch tatsächlich beendet. Bis auf den Kontakt in der Arbeit, gibt's hier keinen Kontakt mehr.
(Ist bestimmt auch ne blöde Situation für die TE mit dem Kontakt auf der Arbeit)
- Er reflektiert sich und hat bereits selbst viele Punkte gefunden an denen er in Zukunft arbeiten möchte
- Er ist bereit gemeinsam eine Paartherapie in Anspruch zu nehmen
- Er passt sich der emotionalen Notlage der TE an und nimmt Rücksicht darauf --> Abstand, Kommunikation per WhatsApp und ist gleichzeitig für die TE und ihre Fragen da.
- Er versucht alles ehrlich zu beantworten und die TE in der Verarbeitung ihres Schmerzes zu unterstützen.
- Er befindet sich wahrscheinlich gewissermaßen im Schock der Entlarvung, d.h. es kann sehr wohl sein, dass er noch nicht alle Fragen vollständig beantworten kann, aber er ist so transparent wie möglich.
(Also keine Salami-Taktik in der bewusst Informationen zurückgehalten werden um das volle Ausmaß zu verschleiern)
- Er wartet nicht nur auf ein "Go" von der TE für die Paartherapie, sondern wird selbst aktiv und setzt sich mit dem Thema auseinander.
- Er suhlt sich nicht pausenlos in Selbstmitleid, sondern ist bereit Verantwortung für den Schaden zu übernehmen.
Das Buch ist ein guter Anfang und irgendwo bzw. Irgendwie muss ein Anfang gemacht werden, es gibt immer MEHR Dinge die er für die Aufarbeitung machen könnte, aber den Berg überwindet man eben Schritt für Schritt. Die Hauptarbeit wird wohl in der gemeinsamen Paartherapie begleitet.