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Kann man als Dauersingle richtig glücklich sein?

Sunshine2022
Zitat von madmellow:
Kann schon sein, dass ich ne gute Partie wäre aber ich hab einfach auch einen Schaden was das alles angeht und trag das schon viel zu lange mit mir rum. Ich hab dahingehend selber aufgegeben und das ist, um auf den Thread zurückzukommen, sicherlich hilfreich um als Single über die Runden zu kommen. Aber glücklich? Weiß ich nicht. Ich muss mir selbst beruflich und finanziell keine Sorgen machen, insofern bin ich privilegiert. Aber glücklich ist glaub ich was anderes

Wer hat deinen keinen Schaden mehr, heutzutage. Frage für nen Freund 😂

Und ich finde du hast das sehr schön umschrieben. Man kann sich damit abfinden Single zu sein, kann sein Leben leben und trotzdem fehlt vielleicht noch ein kleines Quäntchen zum vollkommenen Glück.
Manche nennen es vielleicht ambivalent. Aber so ist es halt, das Leben. Und ich stelle gerne die These auf, dass ich vor 10 Jahren einfacher jemanden kennen gelernt habe als heute.
Kann Menschen die mit 18 da in struggle kommen schon auch stellenweise verstehen.

#196


chocomoko
Ne ich glaube nicht, dass man auf Dauer glücklich sein kann. Wir sind eben auch auf Resonanz ausgelegt, sonst wäre auch unter anderem dieses Forum leer. Ich glaube nicht dass man da dauerhaft glücklich sein kann als Single, weil die Resonanz fehlt. Und das finde ich etwas wichtiges. Sonst geht man ein, wie eine Blume die Wasser braucht.

Selfcare, Freundschaften, Selbstliebe usw sind eben etwas anderes und sind hier nicht gemeint.

x 7 #197


A


Kann man als Dauersingle richtig glücklich sein?

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Michael05
Ich gebe hier nochmal ein Update.

Ich habe in den letzten Jahren wirklich viel recherchiert, sehr viel reflektiert und ausprobiert. Ich bin inzwischen 20 und habe im Studium und außerhalb wirklich unfassbar viele Frauen in meinem Alter kennengelernt. Ich habe mir immer wieder von verschiedenen Personen Feedback zu meinem Verhalten eingeholt und jeden halbwegs sinnvoll erscheinenden Tipp umgesetzt. Trotzdem absolut NULL Resonanz, ausschließlich Ablehnung. Ein ähnliches Muster stelle ich auch bei Freundschaften fest. Es gibt Menschen, die mich mögen und gern mit mir Zeit verbringen. Aber so wirklich richtig wichtig bin ich für niemanden. Ich hatte nie einen besten Freund, nur gute Freunde, die jeweils andere beste Freunde hatten.

Ich brauche keine Tipps zu Selbstwertarbeit, ich fühle mich nicht wertlos. Ich möchte auch kein "Du suchst zu verbissen, das schreckt ab." Nein, tue ich nicht. Ich hatte sehr viel anderes in meinem Leben und war nie verbissen auf Partnersuche. Und nein, ich strahle auch nicht unterbewusst Bedürftigkeit aus. Ich wirke auch nicht negativ, verbittert oder sonst was. Nein, auch nicht unterbewusst. Ich komme in meinem Umfeld ganz gut an. Bitte auch kein "Du bist doch erst 20, das ergibt sich schon noch alles." 20 ist statistisch gesehen sehr spät, vor allem für sozial aktive Männer. Es ist einfach unwahrscheinlich, dass sich groß was an meiner Situation ändert.

Ich hab die Hoffnung aufgegeben. Mit meinem Vater hatte ich nie Kontakt, mit meiner Mutter komme ich seit Jahren nicht mehr klar. Meine Großmutter hat einen bösartigen Hirntumor und wird in wenigen Wochen versterben, mein Opa hat seit Jahren eine neurologische Erkrankung und ist dementsprechend kognitiv eingeschränkt. Der Rest meiner Familie ist im Ausland.

Ich bin komplett allein auf der Welt und habe keine Hoffnung mehr. Ich denke mir nur noch, ich warte noch, bis meine Oma stirbt und dann wars das für mich. Und nein, ich bin wirklich absolut nicht depressiv. Ich war bei mehreren Psychiatern bzw. Psychotherapeuten, meine Hoffnungslosigkeit ist nicht durch eine Depression oder andere psychische Krankheit bedingt. Ich bin einfach hoffnungslos.

Ich weiß nicht, wie es für andere ist. Aber für mich reicht ein Leben, bestehend aus Studium und Sport, nicht. Ich liebe mein Studium und mache sechs Mal die Woche Sport. Aber die ständige Zurückweisung im platonischen und romantischen Sinne und der komplette Mangel von jeglicher Liebe ist für mich nicht mehr aushaltbar.

Ich bin nicht in Gefahr und werde mir nichts antun, ich habe nur einfach seit vielen Jahren ein beschissenes Leben ohne jegliche Hoffnung. Mein Leben ist gut funktional und situativ auch mal ganz schön, aber spätestens in ruhigeren Momenten kommen die emotionalen Schmerzen hoch. Ich war bei verschiedenen Therapeuten und denen sind leider einfach die Hände gebunden, weil ich nicht psychisch krank bin und meine Probleme nicht wirklich änderbar sind. Ich werde es nochmal bei einem neuen Therapeuten versuchen, aber ich habe ehrlich gesagt wenig Hoffnung.

Also kann man als Dauersingle richtig glücklich sein? Meiner Meinung nach ist das nur möglich, wenn es freiwillig gewählt ist oder man einfach kein starkes Bedürfnis nach Liebe und Beziehung hat. Mehr als ein funktionales Leben ist für mich nicht erreichbar.

x 4 #198


Balu85
Hallo Michael05

Zitat von Michael05:
Ich bin inzwischen 20 und habe im Studium und außerhalb wirklich unfassbar viele Frauen in meinem Alter kennengelernt.

Hm...und ich dachte beim Lesen von deinem Startbeitrag "Warte mal bis du an der Uni bist, da lernst du viele neue Menschen kennen". Ja haste ja auch...aber scheinbar ohne das erhoffte Ergebnis. Tut mir leid für dich.
Zitat von Michael05:
Ich habe mir immer wieder von verschiedenen Personen Feedback zu meinem Verhalten eingeholt und jeden halbwegs sinnvoll erscheinenden Tipp umgesetzt.

Darf man fragen was das Feedback so war, was du dann wie geändert hast? Es gibt Dinge/Verhaltensweisen die vielleicht die Mehrheit irgendwie als stören empfindet, aber wenn man sich zu viel nach anderen richtet und zu sehr versucht anzupassen ist man irgendwann auch nicht mehr man selbst.
Zitat von Michael05:
Trotzdem absolut NULL Resonanz, ausschließlich Ablehnung. Ein ähnliches Muster stelle ich auch bei Freundschaften fest.

Ist irgendwie schwer zu glauben das bei so vielen Kontakten niemand dabei ist. Aber es gibt ja nichts was es nicht gibt.
Hast du mal darauf geschaut wann es denn kippt? Ich meine du schreibst das du viele Leute kennenlernst. Da wird es doch bestimmt einen Punkt geben wo du langsam feststellst "oh hier ändert sich was". Vielleicht findest du so heraus was es dir so schwer macht.
Zitat von Michael05:
Es gibt Menschen, die mich mögen und gern mit mir Zeit verbringen. Aber so wirklich richtig wichtig bin ich für niemanden.

Ich habe manchmal den Eindruck, das es zunehmend so ist. Woran machst du denn fest das du jemanden richtig wichtig bist?
Zitat von Michael05:
Ich hatte nie einen besten Freund, nur gute Freunde, die jeweils andere beste Freunde hatten.

Das mit den Best Buddys ist immer so eine Sache. Ich habe auch keinen mehr...vielleicht hatte ich auch noch nie wirklich einen. Denn Menschen kommen und gehen und man verändert sich. Manche ziehen um und der Kontakt wird schwieriger, andere die man kennenlernt haben schon sehr sehr gute Freunde. Da kommt man auch "schwer" rein. Also es gibt kein Naturgesetz welches besagt das jeder einen besten Freund oder Freundin haben muss.
Zitat von Michael05:
Ich bin komplett allein auf der Welt und habe keine Hoffnung mehr. Ich denke mir nur noch, ich warte noch, bis meine Oma stirbt und dann wars das für mich.

Um es mal platt zu sagen, nein du bist nicht allein auf der Welt. Du sagst doch selbst das du viele Leute kennengelernt hast und auch das es Menschen gibt die gern mit dir Zeit verbringen. Also bist du nicht allein, zumindest nicht komplett. Ich verstehe aber das es sich wohl so anfühlen kann. Gerade zu dieser Zeit im Jahr.
Der zweite Satz macht mir aber ehrlich gesagt Sorgen, weil ich ihn nicht einordnen kann bezüglich der Dringlichkeit. Auch wenn du es sagst das keine Gefahr besteht würde ich dir dennoch gern zwei Nummern da lassen.
Telefonseelsorge.
0800 – 111 0 111 (24 Std. / keine Gebühren und anonym)
0800 – 111 0 222 (24 Std. / keine Gebühren und anonym)
Zitat von Michael05:
Ich bin nicht in Gefahr und werde mir nichts antun, ich habe nur einfach seit vielen Jahren ein beschissenes Leben ohne jegliche Hoffnung

Ich hoffe das die Gefahr nicht besteht, aber wenn du dich einsam fühlst und doch der Moment kommen sollte wo Gedanken die einen eigentlich erschaudern lassen sollten gar nicht mehr so schlimm erscheinen. Nutze bitte du oben genannten Nummern.
Wenn man sich etwas wünscht aber da kein Land sieht ist es vermutlich normal das einen das runterzieht und dieses negative Gefühl sich über alle Aspekte des Lebens ausbreitet. Aber das dein Leben in Gänze beschissen ist, kann ich mir nicht vorstellen. Wohl aber das es sich für dich so anfühlt. Vielleicht hilft es manchmal wenn du schaust was alles gut ist. Du studierst und das in einem Fachgebiet welches dich interessiert. Das schaffen nicht alle. Den meisten fehlt es dafür im Oberstübchen. Da reicht der Wunsch halt nicht aus. Aber du hast dich auf diesen Weg gebracht. Und um das zu erreichen brauchtest du vorher ein vernünftiges Abi....auch daran sind andere gescheitert. Du hast Freunde, wenn auch nicht "beste Freunde" aber du hast welche. Hobbys hast du auch. Es gibt viele kleine Dinge die, wenn man sie etwas mehr fokussiert eigentlich gar nicht soooo beschissen sind.
Zitat von Michael05:
Also kann man als Dauersingle richtig glücklich sein?

Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Aber ich hoffe es. Aber vermutlich eben auch nicht permanent 24/7. Aber auch in einer Beziehung ist man nicht dauerhaft glücklich.
Zitat von Michael05:
Meiner Meinung nach ist das nur möglich, wenn es freiwillig gewählt ist oder man einfach kein starkes Bedürfnis nach Liebe und Beziehung hat.

Da mag etwas dran sein. Natürlich ist es leichter auf etwas zu verzichten was man eigentlich nicht wirklich braucht. Und auch wenn man das Gefühl hat das "wenn man doch möchte sich da schnell Türen öffnen". Also bei Bedarf sich der Zustand schnell ändern würde. Vielleicht überspielen viele auch mit Hobbys, Arbeit oder sonstigen Dingen ihre Bedürfnisse. Lenken sich so sehr ab das sie diese nur manchmal wirklich wahrnehmen. Und irgendwann gewöhnt man sich vielleicht auch daran. Ich weiß es nicht. Alles mögliche könnte sein.

In deinem Startbeitrag hast du geschrieben das du neben Sport und deinem Hund dich für
Kieferorthopädie und für das Synchron- bzw. Werbesprechen interessierst. Nun das sind jetzt vermutlich nicht gerade Interessen wo die deutliche Mehrheit schreit "jaaa....das finde ich auch faszinierend". Aber es wird Menschen und auch Frauen geben denen es doch so geht. Vielleicht versuchst du mal genau in dem Bereich nach neuen Kontakten zu schauen. Ich meine für alle möglichen Interessen gibt es Gemeinschaften/Foren/Arbeitsgruppen usw. und grade über das Internet kommt man da doch recht schnell in Kontakt.

Hoffe das dir das irgendwie hilft.

x 6 #199


N
Hallo Michael05,

das klingt wirklich schrecklich. Und es tut mir leid, dass es Dir so schlecht geht.

Zitat von Michael05:
Ich war bei verschiedenen Therapeuten und denen sind leider einfach die Hände gebunden, weil ich nicht psychisch krank bin und meine Probleme nicht wirklich änderbar sind.

Das hier erscheint mir erstaunlich. Denn es bedarf keiner psychischen Erkrankung, damit Therapeuten helfen können.
Wichtigste Voraussetzung für Erfolg ist, dass der Patient etwas an seiner Situation ändern möchte, also einen entsprechenden Leidensdruck hat. Und da hab ich bei Dir keinen Zweifel. Daher sollte ein Therapeut Dir tatsächlichh helfen können.

Von außen betrachtet erscheint es, als sei das hier der Ursprung Deines Problems:
Zitat von Michael05:
Mit meinem Vater hatte ich nie Kontakt, mit meiner Mutter komme ich seit Jahren nicht mehr klar.


Diesen Schmerz scheinst Du so sehr mit einem "ich hab es nicht verdient, jemandem wichtig zu sein" verknüpft zu haben, dass Du diesen Fehlglauben auf jeden anderen Beziehung zu projizieren scheinst.
Siehe:

Zitat von Michael05:
Es gibt Menschen, die mich mögen und gern mit mir Zeit verbringen. Aber so wirklich richtig wichtig bin ich für niemanden.


Also würde ich empfehlen, an diesen Ursprungsschmerz ranzugehen und den Irrglauben auszuräumen, dass das Desinteresse Deines Vaters oder die Konflikte mit Deiner Mutter etwas damit zu tun hätten, dass Du nicht liebenswert wärest und für niemanden die Nr. 1 sein könntest.

Zitat von Michael05:
Es ist einfach unwahrscheinlich, dass sich groß was an meiner Situation ändert.

Solange Du nichts änderst, stimmt das.

Zitat von Michael05:
Ich bin einfach hoffnungslos.

Und dabei kann Dir ein Therapeut helfen. Es wird viel um die innere Einstellung gehen. Ändert sich die, ändert sich sowohl Dein Verhalten, aber vor allem ändert sich dann auch Deine Bewertung der Dinge, die um Dich herum passieren.
Es ist gut möglich, dass Du für jemanden schon die Nr. 1 warst oder hättest werden können, das jedoch durch den unaufgearbeiteten Schmerz von Deinen Eltern gar nicht sehen konntest. Kein Partner oder bester Freund kann Dir die Liebe, die Du bei Deinen Eltern vermisst hast, ersetzen.

Zitat von Michael05:
Aber für mich reicht ein Leben, bestehend aus Studium und Sport, nicht.

Das stimmt. Es bedarf mindestens noch eines spirituellen Aspekts im Sinne eines Lebenszwecks/-ziels, um ein glückliches Leben zu führen. Aktuell sieht es von außen so aus, als sei die Bestätigung, dass etwas mit Dir nicht stimmt, weshalb sowohl Deine Eltern als auch jeder andere Mensch Dich nicht priorisieren, neben Studium und Sport Dein Lebensinhalt. Und das ist natürlich destruktiv und lässt Dich jeden Tag um dasselbe Problem herum kreisen, ohne es lösen zu können, und im Leben weiter zu kommen.

Das hier
Zitat von Michael05:
die ständige Zurückweisung im platonischen und romantischen Sinne

scheint seinen Kern in der Vaterlosigkeit zu haben.

Vielleicht hilft es Dir ja, während Du auf einen Therapieplatz wartest, Dir hier im Forum die mannigfaltigen Gründe durchzulesen, warum Väter zu ihren Kindern keinen Kontakt halten. Nicht in einem einzigen dieser Threads hat das irgendwas damit zu tun, dass die Kinder etwas falsch gemacht haben oder von Anfang an nicht liebenswert waren. So wird es auch bei Dir gewesen sein. Das macht den Schmerz über die Ablehnung nicht kleiner. Aber Du darfst diesen Mangel bei den Personen lassen, die ihn hatten, Deinen Eltern. Du musst ihn nicht mit Dir herumtragen, um Deine Eltern in Schutz zu nehmen.

x 4 #200


Michael05
Zitat von Balu85:
Hm...und ich dachte beim Lesen von deinem Startbeitrag "Warte mal bis du an der Uni bist, da lernst du viele neue Menschen kennen". Ja haste ja auch...aber scheinbar ohne das erhoffte Ergebnis. Tut mir leid für dich.

Die Hoffnung hatte ich auch, allerdings war die Menge an Leuten, die ich kennenlerne, nie das Problem. Das Problem war immer mangelnde Attraktivität (sowohl äußerlich, als auch innerlich).

Zitat von Balu85:
Darf man fragen was das Feedback so war, was du dann wie geändert hast? Es gibt Dinge/Verhaltensweisen die vielleicht die Mehrheit irgendwie als stören empfindet, aber wenn man sich zu viel nach anderen richtet und zu sehr versucht anzupassen ist man irgendwann auch nicht mehr man selbst.

Meist nur Kleinigkeiten. Mir wurde gesagt, dass ich etwas zu oft ins Wort falle beim Sprechen und manchmal unerwartet abrupt Themen wechsle. Als ich einen Freund mal auf die Punkte angesprochen habe, konnte er das aber nicht bestätigen. Ich achte inzwischen einfach etwas mehr darauf, aber weiß nicht, ob das jemals wirklich ein Problem war.
Obwohl ich immer wie die Chance genutzt habe, nach meiner Außenwirkung zu fragen, kam meist kein kritischer Punkt, der wirklich relevant gewesen wäre. Außerdem komme ich in meinem Umfeld auch ganz gut an, also an meinem Sozialverhalten ist nichts massiv falsch. Ich könnte meiner Meinung nach einfach nur etwas selbstsicherer und durchsetzungsfähiger rüberkommen. Aber ob das jetzt für die Partnerwahl mir noch so viele Vorteile bringen würde, weiß ich nicht. Ich bin ja auch nicht super eingeschüchtert und zurückhaltend.

Zitat von Balu85:
Ist irgendwie schwer zu glauben das bei so vielen Kontakten niemand dabei ist. Aber es gibt ja nichts was es nicht gibt.
Hast du mal darauf geschaut wann es denn kippt? Ich meine du schreibst das du viele Leute kennenlernst. Da wird es doch bestimmt einen Punkt geben wo du langsam feststellst "oh hier ändert sich was". Vielleicht findest du so heraus was es dir so schwer macht.

Einen wirklichen Kipppunkt gibt es eigentlich nicht. Also es ist nicht so, dass manche Frauen sich für mich interessieren und dann das Interesse verlieren. Es ist von Anfang an kein wirkliches Interesse da.

Zitat von Balu85:
Ich habe manchmal den Eindruck, das es zunehmend so ist. Woran machst du denn fest das du jemanden richtig wichtig bist?

Die Leute, die ich als meine engsten Freunde bezeichnen würden, haben jeweils beste Freunde, die für sie richtig wichtig sind. Ich bin jetzt nicht unwichtig, aber halt zweite Priorität.

Zitat von Balu85:
Der zweite Satz macht mir aber ehrlich gesagt Sorgen, weil ich ihn nicht einordnen kann bezüglich der Dringlichkeit. Auch wenn du es sagst das keine Gefahr besteht würde ich dir dennoch gern zwei Nummern da lassen.
Telefonseelsorge.

Mit 20 werde ich mich nicht umbringen. Mein Gehirn strukturiert sich sich ja noch um, vielleicht ändert sich meine Attraktivität ja noch. Oder eben das Bedürfnis nach Nähe und Liebe wird etwas schwächer und ich lerne, als Single glücklich zu sein. Ich werde es erst beenden, wenn ich mir sehr sicher bin, dass ich nie ein schönes Leben haben kann. Ich habe aktuell nicht wirklich Hoffnung, aber habe noch nicht komplett damit abgeschlossen.

x 1 #201


Michael05
Zitat von Nalf:
Das hier erscheint mir erstaunlich. Denn es bedarf keiner psychischen Erkrankung, damit Therapeuten helfen können.
Wichtigste Voraussetzung für Erfolg ist, dass der Patient etwas an seiner Situation ändern möchte, also einen entsprechenden Leidensdruck hat. Und da hab ich bei Dir keinen Zweifel. Daher sollte ein Therapeut Dir tatsächlichh helfen können.

Natürlich nicht. Ich war mehrere Monate bei einem Psychotherapeuten und auch bei einer Schulsozialarbeiterin. Wir haben viel über meine Probleme geredet. Ich leide aber hauptsächlich unter meinen Lebensumständen (chronische Einsamkeit, ständige Zurückweisung,...). Mir konnte da einfach nicht wirklich geholfen werden. Da ging es eher darum, mein Selbstbewusstsein zu stärken und mit dem Schmerz umzugehen. Das ist auch nicht schlecht, aber wirklich zufriedenstellend ist es nicht. Außerdem glaube ich auch nicht, dass meine Probleme auf einen schlechten Selbstwert zurückzuführend sind. Ich hab mich früher eigentlich immer für gut/liebenswert/attraktiv gehalten. Durch die ständige Zurückweisung habe ich dann eher aktiv nach Gründen gesucht, wieso ich es nicht bin. Aber für wirklich hässlich halte ich mich immer noch nicht.

Zitat von Nalf:
Diesen Schmerz scheinst Du so sehr mit einem "ich hab es nicht verdient, jemandem wichtig zu sein" verknüpft zu haben, dass Du diesen Fehlglauben auf jeden anderen Beziehung zu projizieren scheinst.

Ich weiß nicht, ob man sich das verdienen kann. Manche sind eben für andere wichtig und andere nicht.

Zitat von Nalf:
Vielleicht hilft es Dir ja, während Du auf einen Therapieplatz wartest, Dir hier im Forum die mannigfaltigen Gründe durchzulesen, warum Väter zu ihren Kindern keinen Kontakt halten. Nicht in einem einzigen dieser Threads hat das irgendwas damit zu tun, dass die Kinder etwas falsch gemacht haben oder von Anfang an nicht liebenswert waren. So wird es auch bei Dir gewesen sein. Das macht den Schmerz über die Ablehnung nicht kleiner. Aber Du darfst diesen Mangel bei den Personen lassen, die ihn hatten, Deinen Eltern. Du musst ihn nicht mit Dir herumtragen, um Deine Eltern in Schutz zu nehmen.

Also bewusst habe ich nie unter meinem Vater gelitten. Ich hatte nie viel Kontakt zu ihm und habe nie ein großes Defizit gespürt. Ich denke selten an ihn und sehe ihn eher als alten Bekannten, als als enge Bezugsperson.


Wie dem auch sei. Ich werde mir nochmal einen Psychotherapeuten (oder Psychiater) suchen und mich nochmal voll darauf einlassen. Dann arbeite ich noch ein paar Jahre an meinen Problem und wenn keine Hoffnung besteht, habe ich es zumindest versucht. Ich will noch nicht einfach so aufgeben.

x 1 #202


C
Was wenn es gar nicht an dir liegt, sondern du im falschen Umfeld dich aufhältst bzw. suchst?
Da wo die Menschen dich nicht mögen bleibe nicht.

x 2 #203


H
Guten Morgen,

es tut mir leid wie es dir ergangen ist. Wie gehts dir denn mittlerweile? Hat sich vielleicht irgendetwas verändert?

Helfen tuts wahrscheinlich weniger, aber ich glaube du bist, vor allem in heutiger Zeit nicht alleine mit diesem Problem. Es scheint schwieriger geworden zu sein, tatsächliche, reale Bindung/Verbindung herzustellen. Es ist irgendwie fast ein gesellschaftliches Phänomen geworden.

Ich habe nicht alles durchgelesen. Aber weißt du welcher Gedanke mir kam. Und zwar das Gefühl, dass dir fehlt gebraucht zu werden. Das könnte/würde dir vielleicht mehr Sinn und Lebensfreude geben.

Wäre es eine Idee für dich, dich irgendwo sozial zu engagieren/einzubringen? Da gibt es ja unzählige Möglichkeiten. Du könntest auch verschiedenes ausprobieren.

Damit könntest du mehrere Aspekte gleichzeitig bedienen. Es könnte dir mehr Sinn geben, es würde mit Sicherheit dein Selbstwertgefühl erhöhen, es wären Erfolgserlebnisse, es würde dich selbstsicherer machen, du würdest dich gebraucht fühlen. Und du wärst eventuell in einem empathischeren, menschlicheren Umfeld, in dem du vielleicht auch private Kontakte schließen könntest.

Ich weiß nicht ob so etwas zuvor hier oder bei dir Thema war. Aber das kam mir direkt in den Sinn.

Liebe Grüße

x 4 #204


W
Zitat von Michael05:
Nun zum Problem: Ich habe seit 6 Jahren Liebeskummer. Mal schlimmer, mal weniger schlimm. Es ist bisher eigentlich immer gleich gelaufen. Ich merke, dass mir eine Dame aus meinem Umfeld gefällt, ich gehe auf sie zu, verbringe etwas Zeit mit ihr und frage sie irgendwann nach einem Treffen. In der Zeit entwickle ich leider auch Gefühle. Früher oder später meldet sie sich nicht mehr oder distanziert sich offensichtlich. Das führte dazu, dass es seit 6 Jahren immer eine Frau in meinem Umfeld gibt, für die ich Gefühle habe, welche diese aber nicht erwidert. Das führt dazu, dass ich innerlich echt traurig bin und mich selbst als sehr unattraktiv einschätze, da sich bisher nie eine Frau für mich interessiert hat. Direkt nach einem Korb fühle ich mich für einige Wochen erbärmlich und irgendwann lässt der Schmerz natürlich nach und geht in einen unangenehmes Bauchgefühl über, welches immer wieder hochkommt, wenn es im Alltag gerade ruhiger wird. Der Zyklus wiederholt sich ca. alle 1-2 Jahre.

Naja, ich weiß nicht, aber vielleicht hast Du in Dir etwas, das sich genau auf die falschen Frauen stürzt, die Deine Gefühle dann nicht erwidern.
Überhaupt, wenn das öfter auftritt, sollte man sich damit einmal auseinandersetzen. Denn einfach Zufall wird es dann wohl eher nicht sein.
Es gibt Muster, die einen dazu bringen, sich zu Menschen hingezogen zu fühlen, wo man dann einen "Korb", also ein Abgelehntwerden erlebt. (Das Muster wäre dann: Ich werde nicht geliebt.)

Auf der anderen Seite: Du bist ja noch sehr jung, und da wird sicher noch einiges auf Dich zukommen, was eine andere Erfahrung ist!
Also nur nicht den Mut verlieren! Zieh nun einfach mal Dein Ding durch, und alles Weitere ergibt sich dann schon!

x 2 #205


K
Hm, ich habe noch nicht alles gelesen, aber dazu ein paar lose Gedanken, die mir dazu einfallen!

1.du bist auch mit 20 noch in der Pubertät, das hast du richtig erkannt, gerade was die Gehirnentwicklung betrifft.

2.viele ( besonders Jungs, heute sogar mehr als früher) haben erst nach dem 20.Lebensjahr erste sexuelle Erfahrungen. Dazu gibt es Statistiken. Du bist hierbei also weder ungewöhnlich noch seltsam, auch wenn du es dir anders wünscht und es dir ungewöhnlich vorkommt.

3.ich denke, du gehst hierbei von falschen Erwartungen aus.

4.auch was Freundschaften angeht. Du hast welche. Du bewertest sie aber scheinbar als ungenügend. Diese müssen wachsen. Und ich kenne das auch in meinem Alter, das Gefühl, für andere hierbei keine Priorität zu sein. Immer selbst Treffen initiieren zu müssen etc. Echte Freundschaften sind etwas rares, und Bekannte kommen und gehen in meinem Alter. Ich halte es inzwischen mit dem Spruch: Reisende soll man nicht aufhalten, wer in meinen Lebenszug eine Weile mitfährt, schön! Die Option weiter zu reisen, sehr gerne. Bei gegenseitigem Geben und Nehmen. Wer aussteigen möchte, es ist okay.

5. Du schreibst irgendwo, es fehlte auch beim Gegenüber oft an inneter oder äußerer Attraktivität. Also liegt es natürlich auch an deinen eigenen Vorlieben, nicht nur am Gegenüber, das dich nicht will. Du willst ja auch nicht alle. zwinkern.
Man verliebt sich eben in den Großteil der Menschen, die man/ frau so im täglichen Leben trifft, nicht.
Ich war das erste Mal mit 21 oder 22 richtig verliebt.🤷‍♀
Davor war ich ein schüchternen Mäuschen, das ich heute nicht mehr bin.
Verlieben kann man nicht steuern, aber irgendwann passiert es, meist wenn man nicht sucht/ nicht damit rechnet.
Warum? That's life. 🤷‍♀Und möglichweise, weil man dann nicht "verkrampft auf der Suche ist" /so wirkt. Auch wenn du das verneinst oder Freunde(! dir anderes rückmelden,kannst du dennoch so wirken, unbewusst.

6. Ein Leben muss man sich aufbauen/ entwickeln. Das dauert.

7. Vielleicht suchst du zu sehr. Vielleicht suchst du am falschen Ort. Übersiehst die Stilleren. Vergleichst dich zu sehr mit anderen. Auf Insta und Co wirken alle happy und als hätten sie 100e Freunde. Das stimmt selten. Wir werden einsamer.

7. Du leidest! Du schreibst alarmierende Dinge für einen 20 jährigen.
Das tut mir leid. Aber als jemand, der Psychologie studieren möchte?/ studiert, sollte dir klar sein, dass etwas das Leid bei sich selbst oder anderen erzeugt, behandelt werden sollte. Dass deine Familie nicht für dich da war/ ist, falls richtig verstanden, tut mir sehr leid. Aber du hast, vielleicht auch dadurch, negative Glaubenssätze entwickelt, die dich hindern/ bremsen/ kaputtmachen.

Du bist ERST 20! Das Leben liegt erst vor dir, die Wahrscheinlichkeit, dass du nie Liebe finden wirst ist quasi unter 0%, sofern du kein riesige A...loch bist. Wenn du das glaubst,hast du ein Problem.

Ein Therapieplatz ist wichtig. Und dann brauchst du möglicherweise wirklich Sinn ( Ehrenamt? (Zeigt, wie viel schlechter es andere haben..damit will ich dein Problem nicht kleinreden, aber es könnte die Petspektive etwas zurechtrücken) und etwas, das dir echte Lebensfreude bringt. Einen Hund? Etwas neues?
Wenn du strahlst, ziehst du andere an. Meines war Tanzen/ Salsa... zwinkernMan ist in einer Community, hat fixe Zeiten, Spaß, wenn es passt wird es zu Leidenschaft und viel Kontakt zum anderen Geschlecht! Es bringt Selbstsicherheit, Endorphine, etc etc..was man ausstrahlt, zieht man an!
Es gibt genug solche Schulen mit jugendlichem Zielpublikum, die nicht steif und altbacken sind...

x 5 #206


alleswirdbesser
Zitat von Michael05:
Also kann man als Dauersingle richtig glücklich sein?

Wie kann man mit 20 Jahren von Dauersingledasein sprechen? Meine Tochter ist bald 19, hatte noch keine Beziehung und verschwendet keinen Gedanken darauf. Es gab noch niemanden, der sie wirklich interessieren würde und sie ist nicht darauf fixiert einen zu finden. Sie ist sehr selbstbewusst, hat gute Freundinnen, ist sehr beliebt und im Moment sehr fleißig am lernen. Beziehung ist für sie kein Ding der Unmöglichkeit, war aber nie so ein großes Ziel. Ich finde mit deinen 20 Jahren fokussiert du dich viel zu sehr darauf und all die Jahre davor. Vielleicht klappt es tatsächlich erst dann, wenn du es aufgibst, nicht mehr daran denkst - und plötzlich läuft dir gerade dann eine Traumfrau über den Weg

x 4 #207


QueenA
@Michael05 Hi,

es sind bereits viele hilfreiche Antworten gegeben worden. Ich würde Dir auch einen systemischen Berater / Beraterin empfehlen, wenn Du meinst mit den Psychotherapeutischen Maßnahmen ist nicht so hilfreich gewesen.

Ein Ehrenamt fände ich auch eine gute Idee.

Attraktivität ist Ausstrahlung und wenn Du selbst bei Begegnungen mit Anderen im außen bist (was denken die, wie wirke ich…), kann das deine Attraktivität dämmen. Bleib bei dir, du bist wer du bist. Auch wird es noch einen Prozess geben. Und zusätzlich es kommt alles zu seiner Zeit. Hab nicht soviele selbst Zweifel: es gibt Menschen für die bist genau Du der passende Mensch, der passende Freund und passende Partner.
Alles Gute!

x 2 #208


Michael05
Zitat von Hailey12:
es tut mir leid wie es dir ergangen ist. Wie gehts dir denn mittlerweile? Hat sich vielleicht irgendetwas verändert?

Nein, es hat sich nichts verändert.

Zitat von Hailey12:
Damit könntest du mehrere Aspekte gleichzeitig bedienen. Es könnte dir mehr Sinn geben, es würde mit Sicherheit dein Selbstwertgefühl erhöhen, es wären Erfolgserlebnisse, es würde dich selbstsicherer machen, du würdest dich gebraucht fühlen. Und du wärst eventuell in einem empathischeren, menschlicheren Umfeld, in dem du vielleicht auch private Kontakte schließen könntest.

Das ist keine schlechte Idee, aber zeitlich wird das recht eng. Ich bin Student, mache fast täglich Calisthenics und gehe noch regelmäßig zum Bachata. Außerdem lebe ich nicht mehr in Deutschland und weiß nicht, inwiefern das sprachlich gut machbar ist. Ich bin aber in der Fachschaft von der Uni und engagiere mich dort. Das müsste doch einen ähnlichen Effekt haben, oder?

Zitat von kata_smiles:
Aber als jemand, der Psychologie studieren möchte?/ studiert, sollte dir klar sein, dass etwas das Leid bei sich selbst oder anderen erzeugt, behandelt werden sollte.

Ich studiere mittlerweile Medizin im 3. Semester. Und ja, das ist mir klar. Ich war auch schon bei einigen Anlaufstellen und werde auch wieder einen Therapeuten aufsuchen.

Zitat von alleswirdbesser:
Wie kann man mit 20 Jahren von Dauersingledasein sprechen? Meine Tochter ist bald 19, hatte noch keine Beziehung und verschwendet keinen Gedanken darauf.

Wäre ich in der Situation deiner Tochter, würde ich auch keinen Gedanken daran verschwenden. Du hast mein Problem offensichtlich nicht verstanden.

x 3 #209


K
Zitat von Michael05:
Nein, es hat sich nichts verändert. Das ist keine schlechte Idee, aber zeitlich wird das recht eng. Ich bin Student, mache fast täglich ...

Wo ist der Unterschied zwischen der Tochter und dir?

x 1 #210


A


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