Zitat von Anonym91: aber das mit der Frau beschäftigt mich trotzdem viel mehr als jede andere bisher .
Die Frau wegen der ich vor 5 Jahren auf dieses Forum gestoßen bin, hat mich bis Anfang diesen Jahres beschäftigt. Ich habe in der damaligen Beziehung viele Fehler gemacht und sie emotional über anderthalb Jahre auf Abstand gehalten. Ich hatte auch dieses diffuse Verantwortungsgefühl ihr gegenüber, da sie für mich extrem große Schritte unternommen hat, damit die Beziehung funktionieren konnte. Bis es mir irgendwann wie Schuppen von den Augen fiel, was da eigentlich für ein toller, lieber, selbstständiger und wunderschöner Mensch vor mir sitzt. Ganz plötzlich wollte ich Gas geben. Das war zu dem Zeitpunkt aber schon zu spät und sie trennte sich von mir. Ich habe mir jahrelang Vorwürfe wegen meines Verhaltens ihr gegenüber gemacht und lange gegrübelt, was dazu geführt hat, dass es kam wie es kam. Ich war der Fehler. Mein Ego war gekränkt, mein Selbstwert ist bis heute angeknackst und ich habe mich über Jahre hinweg komplett auf links gedreht um meine eigenen Fehler und Verhaltensmuster zu erkennen und daran zu arbeiten, damit mir das niemals wieder passiert. Ich glaube also dass ich ganz gut nachvollziehen kann, wie es dir gerade geht und wie bitter es sich anfühlt, vor einem Trümmerhaufen zu sitzen, den man selbst verursacht hat.
Was ich sagen will ist: Du bist nicht alleine und von unseren Geschichten gibt es tausende. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. Dein Schmerz ist noch sehr frisch und ich verstehe dass es Zeit braucht, bis man wieder klarer denken kann. Du wirst aber nicht schneller über sie hinwegkommen, wenn du weiterhin Kontakt zu ihr hälst. Du konfrontierst dich lediglich täglich mit deinen Verfehlungen, dem Schmerz und dem Ergebnis deines Handelns.
Mittelfristig wirst du vor der Entscheidung stehen, ob dir Schmerz oder Leid lieber sind. Schmerz empfinden wir als unangenehm und wollen ihn am liebsten nicht fühlen und verdrängen ihn. Er sagt uns aber ziemlich genau, wo unsere Themen liegen, wenn wir aufmerksam sind und in uns hineinhorchen. Diese Themen haben aber selten mit den Personen zu tun, die diesen Schmerz in uns ausgelöst haben, sondern mehr mit uns selbst. Das gibt dir das Potenzial, dieses Ereignis als Wendepunkt zu betrachten und daraus zu lernen. Am besten mit professioneller Hilfe. Oder du entscheidest dich für das Leid. Dann mach weiter wie bisher. Halte Kontakt, gib dich deinem Kopfkino hin, grübele über Gedanken die dich kein Stück weiter bringen und sauf dich um den Verstand. Deine Wahl.
Ich würde dir empfehlen, den Kontakt einzustellen. Wenn es dir hilft, verabschiede dich von ihr und erkläre dich. Aber dann beende dieses Kapitel und wende dich deinem Schmerz zu, damit du langfristig etwas davon hast. Etwas besseres kann ich dir wirklich nicht raten. Akzeptiere die Situation und such dir Hilfe. Die Seite habe ich dir ja geschickt.