Zitat von Hagen_Rether: Ihr Sohn, 14, der ja unbedingt vom Heim nach Hause zu ihr kommen sollte, weil ja Heim und Mutter und Jugendamt der Meinung waren, dies sei das Beste für ihn, hatte im Heim mehr Struktur, mehr Aufmerksamkeit als jetzt bei der Mutter. Auch wenn das hart klingt. Er hat keine Freunde hier, ist jede Woche mindestens 1 bis 2 mal krank, also nicht in der Schule und lag heute als ich um 15 Uhr wieder in die ehemals gemeinsame Wohnung ging, bei Rollo runter im dunklen Zimmer.
Zitat von Hagen_Rether: inerseits habe ich es schon gemocht, ihr "die Welt zu zeigen und zu erklären", auch wenn sich das total blöde anhört und jetzt bestimmt wieder falsch aufgefasst werden kann, weil es eventuell großkotzig rüber kommt. So meine ich das aber gar nicht. Es hat mir Freude gemacht, ihr Freude zu geben und mit ihr Dinge zu unternehmen, die sie vorher noch nicht unternommen hat. Horizonte zu erweitern etc...
Ich habe eine Vermutung, wie deine Liebesgeschichte zu V. und der Tod deiner schwester zusammenhängen könnten. Ich bin jedoch keine Fachperson und deine Geschichte triggert mich stark, weil ich einen schlimmen Todesfall in meiner Jugend erlebte. Das mal vorweg.
Ich denke, dass V. dich an deine Schwester erinnert. Nicht in s exueller Hinsicht, sondern dadurch, dass sie nicht leben durfte/ ihr Leben verlor. Ich sehe in deinen Beschreibungen eurer Beziehung, den Versuch von jmd. einen Menschen ins Leben zu holen.
Ihr Sohn, der nachmittags um 15 Uhr bei heruntergelassenem Rollo alleine in seinem Bett liegt, bist hingegen du bzw. versinnbildicht das sehr gut die Einsamkeit, die du als Kind nach dem Tod deiner Schwester empfunden hast.
Mich hat diese Beschreibung sehr traurig gemacht. Ich glaube, um V. loszulassen, musst du deine Schwester loslassen und dich um das Kind, das du einmal warst kümmern. Seine Einsamkeit, Trauer und Sehnsucht annehmen und ihn fest in deine Arme schliessen, in die Arme des erwachsenen Mannes, den du jetzt bist und der trotz allem handlungsfähig ist.