Es sind immer (okay, Ausnahmen bestätigen die Regel!) die Frauen, die auf Kinder angesprochen werden. Persönlich habe ich noch nie mitbekommen, dass ein Mann Mitte 30 angequatscht wurde, dass es doch nun endlich mal Zeit wäre...
In meinem engeren Umfeld kenne ich spontan 3 Frauen, die ungewollt kinderlos sind. Nee, 4. Bei dreien hatte es körperliche Gründe (und die haben echt alles versucht, inkl. ätzender Hormonbehandlungen und was weiß ich), die vierte hat schlicht keinen Partner gefunden, mit dem sie ihren Kinderwunsch verwirklichen wollte. Für alle war es ganz schlimm, dass sie ständig drauf angesprochen wurden; Nr. Vier wurde on top bedauert, dass sie keinen Kerl findet. Passiert sowas Männern auch?
Müssen Männer auch im Jahr 2022 noch damit rechnen, dass sie karrieretechnisch nen Knick bekommen könnten, wenn sie aus familiären Gründen beruflich kürzer treten? Müssen Männer damit rechnen, alleinerziehend mit Mindestunterhalt dazustehen? Sind Väter diejenigen, die zu Elternabenden in KiGa und Schule (komischerweise ändert sich das auf dem Gymnasium

) gehen, auf Spielplätzen zu finden sind und die gesunden Muffins backen, die bei Geburtstagen im Hort erwartet werden und wo auch die Laktoseintoleranz von Hans-Johann berücksichtigt werden muss? Auch hier bestätigen natürlich Ausnahmen die Regel.
Wir leben noch lange nicht in einer gleichberechtigten Welt, da können die selbsternannten Mannesrechtler soviel jaulen, wie sie wollen.
Ich bin froh und dankbar, dass seit der Pille zumindest jede Frau selbst in der Hand hat, ob sie schwanger werden möchte oder nicht. Und dass sie bei einer ungewollten Schwangerschaft selber entscheiden darf - okay, mit Beratungsgedöns - ob sie den Embryo austragen möchte oder nicht. Darüber hinaus finde ich es eine S@uerei, dass dieser Eingriff bezahlt werden muss.
Selber habe ich ein Kind und möchte es nicht missen

Es ist groß mittlerweile und immer noch mein Augenstern. Aber ich kann nicht sagen, dass ich nur freudestrahlend durch die Gegend gelaufen bin und Windeln gewechselt habe, während sein Vater Karriere gemacht hat und nur zur Bespaßung da war.
Ich bin Ü30 Mutter geworden - alle meine Freundinnen hatten da bereits schon ältere Kinder oder eben keine. Ja, da wird es schwierig, überhaupt noch gemeinsame Termine zu finden. Klar, ich höre es schon: Kann doch nicht so schwierig sein! Doch, kann es. Vor allem, wenn der Partner nicht mitzieht oder erst gar nicht da ist.
Ich kann jede Frau verstehen, die keine Kinder will. Aber ich muss sie auch gar nicht verstehen, sondern es einfach ohne Diskusssionen akzeptieren. Wir dürfen es selber entscheiden, zum Glück. Das ist ein Punkt, wo ich mir mehr Frauensolidarität wünsche würde.
Aber natürlich ist es ein Thema, dass in einer Partnerschaft nicht ausgeklammert werden kann. Wenn eine/r unbedingt Nachwuchs will und der/die andere partout nicht, dann kann es aus meiner Sicht nicht funktionieren. Da prallen Welten aufeinander und einer ist immer der Loser.
🤷🏻♀Was anderes mag es sein, wenn es bei einer gefestigten Partnerschaft aus irgendwelchen Gründen nicht klappt.