Zitat von 6rama9:@Kaetzchen So sehr ich Deine Kommentare oft beundere, weil sie genau ins Schwarze treffen, so seh muss ich Dir hier widersprechen. Empfinde ich in einer Beziehung S. Unlust, habe zunächst einmal ich ein Problem, denn meine partnerschaftliche Gefühlswelt fällt aus der Norm. Ich funktioniere nicht. Und damit bin zunächst einmal ich in der Pflicht, daran zu arbeiten, meine Gefühlswelt wieder ins Lot zu bringen, nicht mein Partner! Die Lösung mag (sollte) Gespräche mit dem Partner beinhalten und mag eine Verhaltens-/Wesensänderung des Partners bedingen, aber ich bin vernatwortlich die Lösung zu finden und zu treiben. Mich zurückzulehnen und vom Partner zu erwarten, er solle jetzt mal versuchen zum Verführer werden oder im Kreis springen oder seine Freizeit ab sofort in der Muckibude zu verbringen ist ein grotesker Ansatz.
Die Lösung liegt in mir, nicht im Partner. Stelle ich fest, dass ich den Anblick Muskeln brauche, um erregt zu werden, dann sollte ich ihm das genau so sagen und mit ihm besprechen, wie eine Lösung aussehen könnte. Vielleicht wäre die Lösung ja, gemeinsam Flimchen anzuschauen, in denen mudkelbepackte Männer Frauen verwöhnen und diese Fantasie oin das Liebesspiel einzubauen, als von meinem unsportlichen Mit-40er zu erwarten, dass er nächste Woche einen Astral-Körper bekommt.
Ich bin gerade völlig irritiert, wie Du obige Sachen schreiben und gleichzeitig eine erfüllende Beziehung haben kannst.
Folgende Ansätze Deines Textes oben sind extrem kontraporduktiv (im Sinne einer positiven Anziehungskraft):
- Mann und Frau
sind gleich (-> "eine Lösung bedingt das Gespräch mit dem
Mann")
(läuft auf "man müsste einem mann erklären, wie er ein Mann ist" hinaus)
- Gefühle
sind verhandelbar (-> "die Frau kann dem Mann am Küchentisch sagen, wie der Mann Anziehungskraft aufbaut")
(völlig absurder Ansatz, denn er sucht rationale Lösungen für emotzionale Probleme UND setzt voraus, dass Frauen ihre Gefühle beschreiben können UND wollen, was es so nicht gibt.)
- Die Liebe der Frau
ist bedingungslos (-> "die stille Hoffnung, dass man sich von der Bürde der Männer befreien kann")
(impliziert den Glauben an den einzigartigen Seelenpartner, der bedingungslos liebt)
Ich kann mir diesen extremen Mangel an Einblick in die zu Grunde liegenden Dynamiken nur so erklären, wie ich es auch bei meinem Vater festgestellt habe. Der weiß instinktiv (weil er so erzogen worden ist), was eine Frau im Mann will, aber der schaut mich an wie ein Auto, wenn ich ihm die Zusammenhänge auf tieferer Ebene erkläre.
Ich meine dies auch gar nicht böse, aber Liebe ist
nicht bedingungslos, ein Seelenpartner ist der Seelenpartner vor dem nächsten Seelenpartner und eine Befreiung von Deiner Natur als Mann, eine Frau zu verführen, an Dir zu arbeiten, dass eine Frau 6 mit Dir haben will,
gibt es nicht - egal wie sehr die Gesellschaft einem auch gerade das Gegenteil vermitteln will. Siehe: In Norwegen ist der gesellschaftliche Unterschied der Geschlechter auf dem absoluten Minimum, der Unterschied der Geschlechter in ihren Rollen ist aber absolut hoch. (
je gleicher die Gesellschaft, desto ungleicher Mann und Frau)