Ok ich bin genauso (nicht) schlau wie vorher:
Die Paartherapeutin hat ziemlich schnell nach den Eingangsfragen gecheckt, was bzw. WER das Problem ist:
Er hat mich bzw. unsere Beziehung als 'perfekt' beschrieben, er glücklich - ich glücklich.
Die Paartherpeutin hat immer wieder so Fragen gestellt, er flüchtete sich in Zahlen und Fakten, warum alles in seinem Leben kacke ist und er keine Zukunft hat. "Zukunft" sieht er als größtes Problem, unabhängig der Partnerschaft.
Ja, es ist recht schnell klar geworden, dass ER ein Problem hat. Ein großes.
Er hat aber immer nur von seinen Themen, gesprochen, als wäre es sein Ziel, die Therapeutin von der SInnhaftigkeit der Vernunftstrennung zu überzeugen. Die hat ihm den "Willen" einer Trennung aber nicht wirklich abgenommen (und das auch so ausgesprochen)
Kurz vorm Termin eröffnete er mir, dass er bis Ende März nach Deutschland geht, beruflich. Angeblich, um endlich seine beiden Brüder zur Verantwortung zu ziehen, was die Betreuung der Mutter angeht, um so eine Basis für die finanzielle Einigung des Verbleibs des Elternhauses zu finden. (Elternhaus renovieren war bei uns immer eine Option, die Brüder haben jedoch ein Vorankommen in dieser Causa stets blockiert)
Er möchte dieses komplett-System-Downfall nutzen, um Klarheit für sein weiteres Leben zu finden. Wie es weiter geht, Wohnsituation. Usw.
"Alle Dinge in Ordnung bringen"
Zum Kinderthema hat er sich (wiedermal) nicht eindeutig deklariert. Er will, wir wollen, er kann aber nicht, er kann vielleicht doch, ....
Es war eigentlich mehr eine Diskussion zwischen der Therapeutin und ihm.
Alles nix Neues. Seine großen Zweifel.
Ich habe mich klar und ruhig immer wieder zu Wort gemeldet und meine Standpunkte souverän verteten. (bin uur stolz auf mich. Ich glaube, die Therapeutin hat gemerkt, was für eine starke, stabile Frau ich bin)
Auf meine Einwände, gegen eine Trennung (die vor allem das Glück und die Erfüllung in unserer Partnerschaft betrafen) stimmte er mir zu.
Ich hab ihn dann gefragt, warum wir eigentlich hier sind? Er konnte mir keine vernünftige Antwort geben.
Die Paartherapeutin hat ihm die Trennung "nicht abgenommen" - das hat sie auch so, oder so ähnlich ausgesprochen.
Beim raus gehen, bzw zum Auto gehen ist der dann von der 'Argumentation pro Trennung's-Haltung in eine sehr unsichere Stimmlage gerutscht und hat gemeint, "ich glaube, wir kriegen das hin"
"ihr seid doch meine Familie"
Ich hab ihm dann gesagt, bis Ende März ist es für mich besser, keinen Kontakt zu ihm zu haben. Er fand das gut und meinte, er vermisst mich so, und es wäre gut, dieses Vermissen so zu spüren.
Wir haben so Fragen bekommen, von der Therapeutin, die möchte er durchgehen und über alles nachdenken.
"Darf ich dir schreiben?"
Ich musste kurz überlegen. Hab dann sehr zögerlich Ja gesagt, er sah aber meine Bedenken.
Dann sagte er "Dann werden wir halt im April schwanger. Ist doch auch schon egal ob Jänner oder April."
Diese Aussage bestätigte mir, dass er gerade (sagte auch die Paartherapeutin) extrem (!) labil ist.
Ich habe aber den Weitblick und die Nervenstärke, das nicht auf mich zu beziehen und persönlich zu nehmen - sondern zu akzeptieren, dass er gerade nicht KANN.
Er KANN nicht.
Das akzeptiere ich.
Ich kann jetzt nichts anderes machen, als den Zustand so annehmen, wie er ist. Es bleibt alles offen. Auch für mich.
Ich werde die Zeit nutzen, um für mich und meine Ziele im Leben gut zu sorgen. Er ist momentan nicht greifbar, das ist mir jetzt bewusst.