Zitat von AMS2: So schlecht kann er nicht gewesen sein
Hat hier doch auch keiner geschrieben?!
Zitat von AMS2: Mich würde diese Schuld Frage mehr beschäftigen
Mich nicht.
Ich hatte große, lähmende Angst, dass mein Ex sich etwas antun würde, würde ich mich trennen.
Es gab vorher nebulöse Andeutungen, die diese Denkrichtung zuließen.
Bis ich irgendwann verstanden habe, dass ich nicht verantwortlich bin für die Entscheidungen eines erwachsenen (wenn auch kranken) Menschen .
Dieser Mensch hatte es jahrelang abgelehnt, seine Krankheit professionell behandeln zu lassen.
Schlussendlich blieb nur, mein Liebes- und Beziehungsleben zu opfern und in der Ehe zu verbleiben und meinen Kindern etwas Ungesundes vorzuleben - mit ungewissem Ausgang. Niemand gibt einem die Garantie, dass dieses Verweilen diese Tat ausschließt (s. Robert Enke) - muss ich mir dann anhören: schau, es ist deine Schuld, weil du an dieser unsinnigen und kaputten Beziehung festgehalten hast?
Es ist ein erwachsener Mensch, der sich (eigene Entscheidung) wie gesagt jahrelang einer Behandlung verweigert hat.
Nein, schuldig hätte ich mich nicht gefühlt.
Und erst als ich das klar hatte, konnte ich mich trennen.
Erst die Trennung hat dann dazu geführt, dass er sich nach über 10 Jahren mal in ärztliche Behandlung begeben und Medikamente genommen hat.
Wusste ich das? Nein .
Hätte ich das ahnen können? Nein .
Dennoch würde ich weit von mir weisen, dass ich a: Schuld an den Entscheidungen habe noch b: an der Krankheit an sich.
Ich habe vieler solcher Fälle im Freundes- und Familienkreis. Zuletzt eine Mutter, die aus dem dritten Stock auf die Kellertreppe sprang (in "funktionierender" Ehe) und nun behindert ist (3 Kinder).
Meine Cousine, die sich für die Psychotrips ihrer Mutter verantwortlich gemacht hat und tags wie nachts gefahren ist und erreichbar war - bis zum eigenen Breakdown. Bis auch sie sich distanziert hat mit der Haltung, dass sie nicht für die "Rettung" einer psychisch kranken Person zuständig ist. Heute leben beide relativ glücklich, stabil und gesund.
Der Umstand, dass Familie, dass Kinder da sind, hält solche Menschen nicht am Leben. Wieso sollte es dann eine Partnerschaft tun?
Da sind Leute, die ich kenne oder kannte, die in - von außen - vermeintlich guten Partnerschaften waren, die gekämpft und gewonnen haben. Ebenso solche, wie ich, die sich getrennt und (aus meiner Sicht) gewonnen haben. Und solche, die - ob Trennung oder nicht Trennung - verloren haben.
So ist das.
Die Psyche ist eine tückische Sache.
Grade war ich im Gespräch mit einem, der vor einem Jahr Paranoia und Depression vom Feinsten hatte - heute sieht er es, dank Therapie und Medikamenten, recht reflektiert und ist für mein Empfinden auf einem guten Weg. Aber er ist selbst entsetzt, dass er seine Vorstellungen alle für so real und absolut wirklich gehalten hat!
Da kann man als "Normalo" nicht einsteigen, nicht mal näherungsweise.
Mag schon sein, dass mancher Suizidler bereits ein paar Stunden später doch anders entschieden hätte. Weiß man nicht.
Aber da von "Schuld" zu sprechen, geht mir entschieden zu weit.
Zitat von AMS2: Wir kennen das Hintergrund Wissen nicht - aber ja - sie war der Auslöser
Come on!
Du schreibst selbst, dass wir es nicht wissen - und dann, dass du es doch weißt.
Echt jetzt?!
Vielleicht war er depressiv, psychotisch, hatte Spielschulden, war Dro Gen süchtig oder hatte selbst eine Affäre.
Du weißt nicht, wie die Beziehung war - außer dass er eifersüchtig war - denn darüber hat die TE gar nichts geschrieben.
All das weißt du nicht.
Was Auslöser war, weißt du auch nicht, KANNST du nicht wissen.
Also lass es doch bitte, das hier als Fakt zu präsentieren.
Daneben ist das für die TE und ihr aktuelles Problem wohl kaum von Relevanz, ob du findest, dass die Schuldfrage wichtig wäre oder nicht..sie hat sich dazu bereits klar geäußert