Zitat:.Wenn beide an einem Strang ziehen und bestenfalls in die gleiche Richtung klappt das schon.
Wären beide Elternteile fähig, an einem Strang zu ziehen, wären sie ja nicht getrennt.
Oder sie würden ganz ohne Gerichtskrieg und böse Bezeichnungen für einen mal geliebten Menschen ein Wechselmodell leben, das beiden noch eine normale Arbeitsstelle ermöglicht und den Streß für die Kinder in Grenzen hält.
Z.B. so, dass einer das Kind morgens zur Kita/Schule bringt und der andere es abholt. Und so, dass das Kind nicht wöchentlich das Bett wechseln muss.
Wer, außer freien Journalisten und Minijobbern, kann es sich denn in seinem Job leisten, in der einen Woche Vollzeit zu arbeiten, dann wieder eine Woche von 9.30-14.30 oder max. 15.30, dann wieder Vollzeit? Und nie nach Arbeitsanfall sondern nur nach Kind getaktet.
Oder man gibt das Kind 9-10 Stunden in die Betreuung. Dann hat man genug zum Leben und ein Wechselmodell, in dem keiner der beiden das Kind mehr wesentlich erzieht.
Und ob es für die Eltern anstrengend ist (ja, ist es), ist doch gar nicht die große Frage, sondern ob es für die Kinder anstrengend ist.
Und für die ist es eine pure Zumutung, jede Woche "das Hotel und Regime zu wechseln" und das 15 Jahre lang oder länger, ohne jemals ankommen und sich einfach mal zu Hause fühlen, wo die gleichen Regeln wie an anderen Tagen gelten und sie zur Ruhe kommen dürfen. Wenn schon nichts anderes als Wochenwechsel für die Väter in Frage kommt, dann doch bitte Nestmodell. Sollen die Erwachsenen damit leben, jeden Sonntag ihre 7 Sachen zusammensuchen und das Zuhause verlassen zu müssen, um in einer neuen Wohnung am nächsten Sonntag den gleichen Streß zu haben.
Vor allem dort, wo sich wieder intakte Familienstrukturen gebildet haben, ist es furchtbar, das Kind immer wieder wochenweise wegschicken zu müssen und es in den Zwiespalt zu stellen, entweder nicht daran teilnehmen zu können oder den Papa gar nicht mehr zu sehen. Weil der nur nach seinem Muster Umgang möchte und nicht dann, wenn das Kind Sehnsucht hat. Würde dann ja auch für ihn massive berufliche Einschränkung bedeuten.
Ständig die Fragen "Wann habt ihr xyz gemacht? / Das ist neu, wann habt ihr das gekauft? / Kann ich da mitkommen?" Und die Antwort ist in 50% der Fälle, "als Du bei Papa warst" oder "da bist Du dann bei Papa". Denn das Leben kann ja nicht stehen bleiben, bis das Kind wieder da ist. Aber der Gesichtsausdruck, wenn dem Kind klar wird, dass es nur zwei halbe Leben hat, ständig etwas verpasst, nicht wie alle anderen Tür Familie gehört, sondern immer wieder kommen und gehen muss und nie wieder ein heiles ganzes Leben hat, ist unerträglich.