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Kommt die Liebe zurück?

Nemo79


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Wir haben heute Abend 4 Stunden miteinander gesprochen. Anfangs ging es um Trennung, ganz viel Tränen (bin sogar angefangen zu hyperventilieren und wäre fast zusammen gebrochen, selbst der Tod meiner Mutter hat mich nicht so weggehauen, wahnsinn) wir haben alles besprochen, das es Aus ist, wie wir wohnen wollen, , das finanzielle Regeln etc.! Es war ausgesprochen, dass wir uns trennen, ich habe ihr gesagt, dass ich sie auszahle, wir haben besprochen, wie wir es mit den Kindern regeln, auch, dass wir zur Beratung gehen, um zumindest ein Weg zu finden, wie man es den Kindern am besten beibringt. Aber dann führte das Gespräch doch noch in eine andere Richtung, wir haben uns mal ohne es eskalieren zu lassen über unsere Probleme der ganzen Jahre und Beziehung gesprochen und es ist sehr viel auf beiden Seiten unausgesprochen gewesen bisher. Wir haben festgestellt, dass wir uns seit Jahren nur noch oberflächlich unterhalten haben, tiefsinnige Gespräche, vor allem wie wir uns fühlen und was in uns vorgeht, habe wir schon lange nicht mehr gehabt. Ich habe gesagt, dass es alles Sachen sind, die nicht unlösbar sind, erstmal unlösbar ist die Tatsache, dass sie mich nicht mehr liebt und stattdessen für die andere Frau schwärmt. Naja, es war ein sehr befreiendes Gespräch, ich denke auch für sie. Leider ist unser Sohne dann wach geworden, wir wollen morgen aber weiter reden. Es war auf jeden Fall ein Anfang, auch wenn ich gerade eine Achterbahn der Gefühle hinter mir habe. Um 20 Uhr noch geschieden, und um 23 Uhr zumindest wieder etwas Hoffnung. Keine Ahnung wie es nun weitergeht, aber ich habe etwas mehr Zuversicht!

Sie hat mir übrigens versichert, dass sie mich immer geliebt hatte und sie jetzt nicht denkt: in Wirklichkeit stehe ich auf Frauen! Sie ist sich 100% sicher, das sie nicht generell auf Frauen steht, es geht ihr um die Person.
Das war mir ehrlich gesagt sehr wichtig, denn wenn sie generell auf Frauen steht, hätte ich gleich einpacken können, so bleibt immer noch ein Funken Hoffnung.
Zitat von CaveCanem:
Komischerweise ist genau DAS ein Parameter, das immer wieder in Beziehungen auftaucht, in denen Partner einander verlieren mit der Zeit.

Es wird gesetzt als Qualitätsmerkmal einer guten Beziehung.

Es scheint aber eher ein Symptom verheimlichter Unzufriedenheiten zu sein.

Im konflikthaften sich aneinander Reiben entsteht Verbindung. Man löst entstehende Probleme miteinander, anstatt in den Untergrund zu gehen.

DAs ist genau der Grund, wie wir festgestellt haben. Sie hatte vor Jahren immer wieder Sachen angesprochen, ich habe es immer anders gesehen. Sie sagt, sie hat irgendwann aufgegeben Sachen die sie nerven anzusprechen, weil es eh keinen Sinn hatte, weil es in einen Streit ausgeartet ist und ich nichts geändert habe. So fand ich es toll, weil sie nicht mehr gemeckert hat, aber sie war nur frustriert, hats aber runtergeschluckt. Und so wurde alles sehr oberflächlich. Ich sage es so wie es ist: Ein Gespräch wie wir es heute hatten, hatten wir in 13 Jahren Beziehung nicht gehabt. Und auch das habe ich ihr gesagt, denn ich habe Freunde, mit denen kann ich mich stundenlang über die Liebe, das Leben, Gefühle etc unterhalten, mit meiner Frau ging das nie, weil es immer schnell darin endete, dass man sich falsch verstanden hatte, oft fühlte sich der eine angegriffen, dann war der andere beleidigt und die Gespräche waren beendet. Tja, und so hat es sich die letzten Jahre eingeschlichen, dass alles oberflächlich war, man hat zusammen funktioniert, aber das war es eben auch. Und bei ihr kam da nun jemand vermutlich ins Leben, der ihr zugehört hat, der sie verstanden hat, der lange mit ihre reden konnte, dem sie sich öffnen konnte, während zu Hause der Mann sitzt, der all das nicht tut.
Ich hoffe nun, dass wir die Kurve nochmal bekommen und ihre Gefühle nochmal zurück kommen, ich denke, wenn wir es richtig, behutsam und mit mehr Rücksicht aufeinander angehen, habe ich eine Chance.
Denn eine Trennung wollen eigentlich wir beide nicht. Aber sie und auch ich haben Angst, wie ihre Eltern zu enden, die sich tatsächlich nicht mehr küssen, getrennt schlafen, teilweise tagelang nicht miteinander Reden etc. Das will sie nicht, das will ich nicht. Aber irgendwo hat man es meiner Meinung selbst in der Hand.
Klingt vielleicht blöd, aber ich glaube nach heute hat sie auch gemerkt, dass ich eine andere Seite habe, und wir eben doch reden können, das war eine ganz entscheidende Erkenntnis, auch für mich. Ich habe mal nicht gleich versucht wütend zu werden, wenn sich mir gesagt hat, was alles falsch läuft und umgekehrt konnte ich ihr mal sagen, wie ich das ganze aus meiner Perspektive sehe.
Bin gespannt, wie es weitergeht, ich weiß, an welcher Stelle wir stehen (ganz nahe am Abgrund), habe nun wieder etwas Hoffnung, dass wir da wieder raus kommen.

11.05.2020 00:00 • x 3 #46


Nemo79


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Zitat von Lebensfreude:
Und Kinder haben ganz feine Sensoren, die merken natürlich, was zwischen den Eltern los ist.
Die registrieren genau, wie ihr euch zusammen verhaltet.

Hierzu sei nich folgendes gesagt: ihre Eltern (also die meiner Frau) leben quasi so, wie wir es beide nicht wollen, nämlich als WG. Im heutigen Gespräch hatte ich zu meiner Frau gesagt, dass wir unseren Kindern doch nun nicht ein Leben lang etwas vormachen wollen, früher oder später merken die es eh. Da hat sie mir dann erzählt, dass unsere 5jährige Tochter sie vor kurzem gefragt hat, ob Oma und Opa verheiratet sind, die küssen sich ja nie oder halten Händchen! Wahnsinn, dass sie sowas wahrnimmt! Dann wird sie es mit uns sicherlich auch schon gemerkt haben, hat sich aber nicht getraut, es anzusprechen! Ein gewaltiger Grund nochmal mehr, entweder nun den turnaround zu schaffen, oder Fakten zu schaffen...

11.05.2020 00:49 • x 5 #47



Kommt die Liebe zurück?

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CaveCanem

CaveCanem


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Richtig.

11.05.2020 03:04 • #48


Jane_1

Jane_1


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Zitat von Nemo79:
Ich sage es so wie es ist: Ein Gespräch wie wir es heute hatten, hatten wir in 13 Jahren Beziehung nicht gehabt. Und auch das habe ich ihr gesagt, denn ich habe Freunde, mit denen kann ich mich stundenlang über die Liebe, das Leben, Gefühle etc unterhalten, mit meiner Frau ging das nie,


Da ist mir das Herz aufgegangen, dass ihr in echte, intime Kommunikation miteinander gekommen seid


Zitat von Nemo79:
Ein gewaltiger Grund nochmal mehr, entweder nun den turnaround zu schaffen, oder Fakten zu schaffen...

Absolut.
Ihr lebt euren Kindern quasi eine Blaupause vor. Ihr könnt euch entscheiden zwischen Verleugne dich selber und schluck alles runter und Probleme können friedlich gelöst werden.

11.05.2020 09:44 • #49


Florentine


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Zitat von Nemo79:
Da hat sie mir dann erzählt, dass unsere 5jährige Tochter sie vor kurzem gefragt hat, ob Oma und Opa verheiratet sind, die küssen sich ja nie oder halten Händchen! Wahnsinn, dass sie sowas wahrnimmt!

Wie ich es selber erlebt habe.
Diese kleinen Personen haben ganz feine Antennen.
Als meine Tochter das sagte, traf mich das wie ein Beckstein in die Magengrube.
Ich hatte wirklich nicht gedacht, dass sie das als (im wahrsten Sinne des Wortes) bemerkenswert wahrnimmt.

Zitat von Nemo79:
Sie sagt, sie hat irgendwann aufgegeben Sachen die sie nerven anzusprechen, weil es eh keinen Sinn hatte, weil es in einen Streit ausgeartet ist und ich nichts geändert habe

Das liest sich aber schon nach einer recht einseitigen Kiste.
Was hatte deine Frau denn zu meckern und warum hast du es ignoriert?

Ich meine, was ist mit DIR? Warum hast du keine Gespräche mehr gesucht?

Bei mir war es ganz ähnlich. Es führte immer wieder zu Vorhaltungen. Wir haben nichts Gemeinsames mehr entwickelt, kein Ziel, kein Projekt, keine Vision (z.B. im Sinne von wo sehen wir uns in 3 Jahren? Was möchte jeder gerne verwirklichen? Was würde man sich wünschen, wenn eine Fee vorbei käme?) - selbst die Urlaubsplanung war geprägt von halbgaren Kompromissen an denen schlussendlich keiner von uns beiden wirklich Freude hatte.
Irgendwann habe ich es gelassen und mein eigenes Ding gemacht.
Und irgendwann war es mir dann tatsächlich egal.

Wenn es noch nicht so weit ist, habt ihr eine Chance.
Schaut genau hin.

11.05.2020 13:10 • #50


Nemo79


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Zitat von Florentine:
Das liest sich aber schon nach einer recht einseitigen Kiste.
Was hatte deine Frau denn zu meckern und warum hast du es ignoriert?

Ich meine, was ist mit DIR? Warum hast du keine Gespräche mehr gesucht?

Es ist definitiv auch eine einseitige Krise, ich fand ja bisher unser Leben ist doch ganz tutti. Was sie zu meckern hatte: sie hat die Hauptlast mit den Kindern! Das sind viele Kleinigkeiten, als Beispiel: wir wollen schwimmen gehen als Familie, dann macht sie im Grunde zwei Kinder fertig, packt die Tasche, macht essen fertig und muss ihr eigenes Zeugs zusammen packen. Für mich auch noch ein Handtuch. In der Zeit mache ich dann zum Beispiel den Müll oder räume irgendwas auf. Sie fragt sich dann, warum ich ihr nicht helfe und ich denke dann, mache ich schon mal andere Sachen, als die Plagen fertig zu machen. Anderes Beispiel: an den Tagen, an denen sie abends zum Sport geht, kam sie oft nach Hause und die Küche war nicht so, wie sie sich das vorgestellt habe, während ich dann um 22 Uhr vor dem Fernseher sitze, räumt sie dann die Küche auf. Ich sehe sowas dann aus einer anderen Perspektive, nämlich dass ich 8-9 Stunden bei der Arbeit war, die extrem stressig ist (kleine Kinder sind mindestens genauso stressig), dann muss ich alleine die beiden ins Bett bringen, mache das gröbste im Haushalt und lasse die 9 mal gerade sein und leg mich um halb 10 aufs Sofa.
Das sind nur kleine Beispiele, die sich eben aber sammeln. Ich denke da immer: bleib mal locker, ist schon nicht so wild, sie fühlt es aber ganz anders, denn sie meint, sie sitzt mit dem ganzen Haushalt und Kindern alleine.
Dann ist es ihr in den letzten Jahren unglaublich auf den Sack gegangen, dass alles andere immer wichtiger war. Wieder ein Beispiel: Wochenenden bei uns sind mit Sport meist dicht (beide gleich viel) dann ist mal ein freies Wochenende und dann mache ich den Kompost Haufen leer...
Ich denke: das muss gemacht werden, führt kein Weg dran vorbei, sie denkt, jetzt sitze ich wieder alleine mit den Kids.
Über solche Sachen haben wir am Ende nicht mehr gestritten, weil wir uns da nicht mehr angeglichen haben, jeder hatte seinen Standpunkt. Mein Problem ist generell, dass ich es allen recht machen will, halbe Sachen gibt es bei mir nicht. Von daher habe ich auch immer gesagt, was willst du denn, ich bin permanent am Gang und du wirfst mir vor, ich mache zu wenig. Aber es ist eben so, während sie sich an den Brotkrümeln auf dem Tisch ärgert, stört mich das Unkraut im Beet. Während sie lieber die Kinder nun fertig macht, sehe ich gegen den überlaufenden Mülleimer gegen an.
Das war aber auch nur ein Problem. Das andere ist, dass sie sich nie richtig geliebt gefühlt hat. Und da kann ich sie verstehen, denn es ist ja auch immer alles andere wichtiger als sie. Da ist die Ursache wohl im meinem Elternhaus zu finden, die haben auch eher nur funktioniert, ich habe die nie sich küssen sehen oder das die Händchen gehalten haben. (43 und 50iger Jahrgang). Meine Mutter hat sich um uns gekümmert und mein Vater um alles andere. Wobei ich mich nun keinesfalls nicht um meine Kinder kümmere, ich mache sehr viel mit denen, aber es stimmt bestimmt ein Stück weit, dass die alltäglichen Sachen eher von ihr gemacht werden.
Ich habe ihr gestern dann aber auch gesagt, dass ich auch Sachen in unserer Beziehung vermisse. Das ist aber alles nicht so schlimm, als das es die Beziehung in Gefahr bringen würde.
Auch habe ich ihr schon gesagt: ich werde versuchen sie mehr zu unterstützen, ich muss einige Dinge abgeben, sonst werde ich es auch nicht anders geregelt bekommen (bin auch noch ehrenamtlich in einem Verein tätig, bin Schiedsrichter, mittlerweile aber nur noch 5 mal im Jahr im Einsatz...) aber das sind alles Dinge, die immer wieder uns davon abhalten, mal das Leben zu genießen, alles ist immer Stress und Hektik und wir kommen dabei zu kurz. Mir war das immer bewusst, dass es schon sehr stressig bei uns ist, denke aber immer: bald wirds anders und wenn die Kinder größer sind, haben wir auch wieder mehr Zeit für uns. Und da sie auch nie einen unglücklichen Eindruck gemacht hat, habe ich auch nichts geändert. Und ich würde sagen, es ist ein Klassiker, aber ich habe ihre Liebe als selbstverständlich wahrgenommen... Das muss ich ändern, ich hoffe es ist noch nicht zu spät!

11.05.2020 14:48 • x 3 #51


Alex2020


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Zitat von Nemo79:
In der Anfangszeit hatten wir, viel S., aber soweit ich mich erinnern kann, ging es immer! von mir aus. Sie hat nie von alleine das Verlangen gehabt. Zwar hatte sie wohl auch Spaß daran und war aktiv, aber bestimmte, ich sag mal Praktiken, hat sie nie gemacht. Sie hatte an eine bestimmte Körperstelle von mir, kein Interesse. Ich habe sie ehrlich gesagt in 13 Jahren nie ansatzweise zu einem Höhepunkt bekommen, habe es irgendwann auch so hingenommen, aber sie trotzdem natürlich weiterhin verwöhnt. Bei mir hat sie das allerdings nie gemacht. Ich konnte auch nie wirklich darüber mit ihr sprechen, was ihr gefällt. Ich kann mich an eine Szene erinnern, als ich sie gefragt habe, was sie denn gerne machen würde, da hat sie mich so merkwürdig angeguckt, dass ich es nie vergessen habe. Sie war damals kurz vor den Tränen, wollte etwas sagen, hat es aber nicht


Es gibt ein Start-Up aus München mit ganz vielen Education-Videos -- it is damned to be successful

beducated. com

Lebenslanges Lernen ist heutzutage angesagt. Probiere mal mit deiner Frau einen Kurs dort mitzumachen

Noch ein Tipp: https://www.goodreads.com/author/show/7227.Ian_Kerner

Ihr müsst lernen über solche Themen offen zu sprechen.

11.05.2020 17:22 • #52


Alex2020


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11.05.2020 17:44 • #53


Alex2020


73965
Zitat von Nemo79:
Es ist definitiv auch eine einseitige Krise, ich fand ja bisher unser Leben ist doch ganz tutti. Was sie zu meckern hatte: sie hat die Hauptlast mit den Kindern! Das sind viele Kleinigkeiten, als Beispiel: wir wollen schwimmen gehen als Familie, dann macht sie im Grunde zwei Kinder fertig, packt die Tasche, macht essen fertig und muss ihr eigenes Zeugs zusammen packen. Für mich auch noch ein Handtuch. In der Zeit mache ich dann zum Beispiel den Müll oder räume irgendwas auf. Sie fragt sich dann, warum ich ihr nicht helfe und ich denke dann, mache ich schon mal andere Sachen, als die Plagen fertig zu machen. Anderes Beispiel: an den Tagen, an denen sie abends zum Sport geht, kam sie oft nach Hause und die Küche war nicht so, wie sie sich das vorgestellt habe, während ich dann um 22 Uhr vor dem Fernseher sitze, räumt sie dann die Küche auf. Ich sehe sowas dann aus einer anderen Perspektive, nämlich dass ich 8-9 Stunden bei der Arbeit war, die extrem stressig ist (kleine Kinder sind mindestens genauso stressig), dann muss ich alleine die beiden ins Bett bringen, mache das gröbste im Haushalt und lasse die 9 mal gerade sein und leg mich um halb 10 aufs Sofa.
Das sind nur kleine Beispiele, die sich eben aber sammeln. Ich denke da immer: bleib mal locker, ist schon nicht so wild, sie fühlt es aber ganz anders, denn sie meint, sie sitzt mit dem ganzen Haushalt und Kindern alleine.
Dann ist es ihr in den letzten Jahren unglaublich auf den Sack gegangen, dass alles andere immer wichtiger war. Wieder ein Beispiel: Wochenenden bei uns sind mit Sport meist dicht (beide gleich viel) dann ist mal ein freies Wochenende und dann mache ich den Kompost Haufen leer...
Ich denke: das muss gemacht werden, führt kein Weg dran vorbei, sie denkt, jetzt sitze ich wieder alleine mit den Kids.
Über solche Sachen haben wir am Ende nicht mehr gestritten, weil wir uns da nicht mehr angeglichen haben, jeder hatte seinen Standpunkt. Mein Problem ist generell, dass ich es allen recht machen will, halbe Sachen gibt es bei mir nicht. Von daher habe ich auch immer gesagt, was willst du denn, ich bin permanent am Gang und du wirfst mir vor, ich mache zu wenig. Aber es ist eben so, während sie sich an den Brotkrümeln auf dem Tisch ärgert, stört mich das Unkraut im Beet. Während sie lieber die Kinder nun fertig macht, sehe ich gegen den überlaufenden Mülleimer gegen an.
Das war aber auch nur ein Problem. Das andere ist, dass sie sich nie richtig geliebt gefühlt hat. Und da kann ich sie verstehen, denn es ist ja auch immer alles andere wichtiger als sie. Da ist die Ursache wohl im meinem Elternhaus zu finden, die haben auch eher nur funktioniert, ich habe die nie sich küssen sehen oder das die Händchen gehalten haben. (43 und 50iger Jahrgang). Meine Mutter hat sich um uns gekümmert und mein Vater um alles andere. Wobei ich mich nun keinesfalls nicht um meine Kinder kümmere, ich mache sehr viel mit denen, aber es stimmt bestimmt ein Stück weit, dass die alltäglichen Sachen eher von ihr gemacht werden.
Ich habe ihr gestern dann aber auch gesagt, dass ich auch Sachen in unserer Beziehung vermisse. Das ist aber alles nicht so schlimm, als das es die Beziehung in Gefahr bringen würde.
Auch habe ich ihr schon gesagt: ich werde versuchen sie mehr zu unterstützen, ich muss einige Dinge abgeben, sonst werde ich es auch nicht anders geregelt bekommen (bin auch noch ehrenamtlich in einem Verein tätig, bin Schiedsrichter, mittlerweile aber nur noch 5 mal im Jahr im Einsatz...) aber das sind alles Dinge, die immer wieder uns davon abhalten, mal das Leben zu genießen, alles ist immer Stress und Hektik und wir kommen dabei zu kurz. Mir war das immer bewusst, dass es schon sehr stressig bei uns ist, denke aber immer: bald wirds anders und wenn die Kinder größer sind, haben wir auch wieder mehr Zeit für uns. Und da sie auch nie einen unglücklichen Eindruck gemacht hat, habe ich auch nichts geändert. Und ich würde sagen, es ist ein Klassiker, aber ich habe ihre Liebe als selbstverständlich wahrgenommen... Das muss ich ändern, ich hoffe es ist noch nicht zu spät!


Gib bitter nicht zu viele Dinge ab, die dein Leben ausmachen, sonst wirst du irgendwann unglücklich sein und wirst deiner Frau die Schuld dafür geben, dass du dein Leben und deine Interessen aufgegeben hast. Du kannst ihr deine Liebe sicher auch zeigen, ohne deine Hobbies aufzugeben.

Frage sie, wann sie sich von dir geliebt fühlt? Wenn ihr Zeit zusammen ohne Kinder verbringt? Wenn ihr eine schöne Nacht habt? Wenn du ihr ein Geschenk gibst? Wenn du sie in ihren Wünschen und Zielen unterstützen? Wenn du für sie etwas machst (acts of service)?

Du hilfst zwar im Haushalt, aber sie merkt das nicht, d.h. sie braucht Hilfe in anderen Bereichen. Kochst du? Räumst du zu Hause auf? Fühlt sie sich geliebt, wenn du es tuest?

11.05.2020 17:45 • #54


Florentine


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Ich Orakel unke mal, dass wenn es eine einseitige Kiste ist, in welcher DU nun versuchst, ihren Befindlichkeiten entgegen zu kommen ... Das wird langfristig nichts.
Du wirst es immer anders empfinden - der Müll wird DICH dann stören und du wirst dich ärgern - oder es ihr auftragen, was sie dann ärgert oder es zu irgendeinem anderen Zeitpunkt machen - der vermutlich auch ungünstig ist.

11.05.2020 17:47 • #55


Nemo79


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Zitat von Alex2020:
Gib bitter nicht zu viele Dinge ab, die dein Leben ausmachen, sonst wirst du irgendwann unglücklich sein und wirst deiner Frau die Schuld dafür geben, dass du dein Leben und deine Interessen aufgegeben hast.

Das werde ich auch nicht tun und sie meinte auch explizit, dass es nicht meine Hobbys sind. Sie macht den gleiche Sport wie ich und da haben wir uns ja immer unterstützt und uns die Zeiten frei gehalten. Auch werde ich weiterhin 1-2 mal im Jahr kite surfen gehen, was ich am liebsten 1-2 mal im Monat machen würde, das sind aber Sachen, auf die man mit Familie eben verzichtet. Was aber nicht sein muss, sind meine Pflichten zum Beispiel als Schiedsrichter im Basketball, auch wenn ich mich irgendwie dazu verpflichtet fühle, dann weiß ich nicht, ob ich immer noch der Geschäftsführer vom Verein sein muss, aber es ist eben schwierig jemanden fürs Ehrenamt zu gewinnen und denke immer, dass sonst eine Gesellschaft nicht funktioniert, wenn jeder eben nur sein Ding macht. Aber es sollte sich jemand finden, der eben keine Kinder hat und Vollzeit berufstätig ist...
Und es gibt noch viele andere Dinge, hinter denen ich her laufe die dazu führen, dass alles nur Stress ist.
Zitat von Alex2020:
Frage sie, wann sie sich von dir geliebt fühlt? Wenn ihr Zeit zusammen ohne Kinder verbringt? Wenn ihr eine schöne Nacht habt? Wenn du ihr ein Geschenk gibst? Wenn du sie in ihren Wünschen und Zielen unterstützen? Wenn du für sie etwas machst (acts of service)?

Das ist eine gute Frage, die ich ihr heute Abend stellen werde. Um ehrlich zu sein, ist das eine Sache, die ich auch nicht verstehe. Entweder ich liebe einen Menschen oder eben nicht. Ich liebe ihn wegen deinem Wesen und alles andere ist Beiwerk. Aber ich bin da vielleicht auch etwas unromantisch und vielleicht auch arrogant unterwegs wie du selbst schon mal geschrieben hast. Klar muss man investieren, aber ich liebe meine Frau doch auch dafür, wie sie ist, wie sie lacht, ich liebe ihre Offenheit, Herzlichkeit etc. und nicht dafür, dass sie die Kinder anzieht.
Naja, heute Abend sprechen wir weiter
Zitat von Florentine:
Du wirst es immer anders empfinden - der Müll wird DICH dann stören und du wirst dich ärgern - oder es ihr auftragen, was sie dann ärgert oder es zu irgendeinem anderen Zeitpunkt machen - der vermutlich auch ungünstig ist.

Ich bin da ganz gemächlich und lass die 9 gerne mal gerade sein. Ich werde nun auch nicht ihr Hündchen werden, der ihr jeden Wunsch erfüllt, aber einige Verhaltensweisen kann man sicherlich umstellen. Wie oben geschrieben, werde ich nun nicht mein Leben aufgeben und mich nur noch in ihre Belange kümmern, aber das verlangt sie auch gar nicht. Ich muss nur an der ein oder anderen stelle die Prioritäten anders setzen. Und ich bilde mir ein, dass ihre bitteren Tränen gestern, als wir gesagt haben, dass es aus ist, nicht nur geflossen sind, weil es für die Kinder so traurig ist, sondern sicherlich sind noch ein paar Gefühle für mich übrig. SIE hat ja auch NIE von Trennung gesprochen, das ist alles von mir gekommen, weil ich es so nicht mehr aushalte. Natürlich muss nun auch von ihr ein Entgegenkommen zu spüren sein, das ist mir vollkommen klar

11.05.2020 18:20 • x 1 #56


Sonne100


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Nemo, ich denke, bei deiner Frau geht es mehr um Wertschätzung. Daß sie sich geliebt fühlt. Auch ein Kompliment kann manchmal Wunder wirken. Ich war früher auch viel für den Sport unterwegs (Aktiv und Trainer) und meine Frau sagt mir heute noch, wäre die Liebe nicht zu groß gewesen, hätte sie mich verlassen. Du kannst noch die Reißleine ziehen, vielleicht ist es noch nicht zu spät. Ich würde es dir wünschen.

11.05.2020 19:03 • x 3 #57


Florentine


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Hey, wahrscheinlich projeziere ich hier viel, weil mir die Situation so ähnlich erscheint.
Dieses Einfordern von Hilfe ist aber in allen Fällen, die ich kenne, inklusive meinem eigenen, mehr ein Versuch, den Verlust der Gefühle irgendwie messbar und erklärbar zu machen.
Den das sind alles Dinge, die man anders hätte lösen können - hat man aber nicht. Das ist das eigentliche Problem und das wird m.E. dann an einer anderen Stelle und in anderer Gestalt wieder auftauchen.

Ich wünsche dir, dass deine Frau es ernst meint mit ihren Gefühlen, sollte es noch einen Versuch geben und es nicht nur um eine Trennungsvermeidung geht.

Ich lese hier auf jeden Fall weiter mit

11.05.2020 19:48 • x 1 #58


Nemo79


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Zitat von Sonne100:
Nemo, ich denke, bei deiner Frau geht es mehr um Wertschätzung.
100% Zustimmung, ich denke, das ist genau der Punkt! Kam mit Sicherheit zu kurz meine Wertschätzung für sie!

11.05.2020 19:53 • #59


Nemo79


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Zitat von Florentine:
Hey, wahrscheinlich projeziere ich hier viel, weil mir die Situation so ähnlich erscheint.
Dieses Einfordern von Hilfe ist aber in allen Fällen, die ich kenne, inklusive meinem eigenen, mehr ein Versuch, den Verlust der Gefühle irgendwie messbar und erklärbar zu machen.
Den das sind alles Dinge, die man anders hätte lösen können - hat man aber nicht. Das ist das eigentliche Problem und das wird m.E. dann an einer anderen Stelle und in anderer Gestalt wieder auftauchen.

Ich wünsche dir, dass deine Frau es ernst meint mit ihren Gefühlen, sollte es noch einen Versuch geben und es nicht nur um eine Trennungsvermeidung geht.

Ich lese hier auf jeden Fall weiter mit

Ich hoffe sehr, dass es letztlich nicht so ist, kann aber natürlich auch sein. Ich weiß es nicht... Ich versuche der Sache weiter auf den Grund zu gehen und vor allem will ich weiterhin viel mit ihr reden. Das Gute ist, wir sind uns einig, dass wir keine lieblose Ehe haben wollen. Sie will auf keinen Fall wie ihre Eltern enden und ich glaube, wenn sie nun gar keine Gefühle mehr hätte und das alles nicht mehr will, dann hätte sie nicht mehr mit mir geredet. wir haben nun endlich mal die Probleme angesprochen und haben uns schon mal mit einer Trennung auseinander gesetzt. Es ist zumindest mal eine Grundlage dafür, wenn man es wirklich schaffen will.

11.05.2020 20:00 • x 2 #60



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