Zitat von Tobuka: Ich habe versucht das bei meinen Kindern anders zu machen und ich bekomme heute den Vorwurf, ich hätte ihnen zu viel abgenommen . Ja, vielleicht war es so, wenn das ein großes Verbrechen ist, dann steinigt mich doch !
Bitte nimm das jetzt nicht als Angriff, sondern nur als meine Sichtweise, die Du oder sonst jemand teilen muss und die wirklich nicht böse gemeint ist.
Ich habe versucht, es anders zu machen, ich mache es anders, ist oft genug ein "anders als (xyz)". Meine Mutter hat so etwas auch häufig gesagt und ich habe die Logik dahinter nie wirklich verstanden.
Es beginnt damit, daß meine Erfahrung zu Verhaltensänderung nicht die ist, daß nur weil ich mir etwas vornehme oder ich "weiß", daß ich etwas ändern möchte, ich das automatisch kann. Mir hat sich also nie (schon in jungen Jahren) wirklich erschlossen, wie man einerseits sich selbst schon beim Scheitern von kleinen Verhaltensveränderungen zuschaut und gleichzeitig völlig ironiefrei aber glaubt, in der eigenen Kindererziehung würde man es ganz anders machen können.
Anders setzt eben auch ein "als" voraus. Für mich war es immer so unlogisch, warum ich ausgerechnet Menschen deren Verhalten ich verurteile (ich jedenfalls als nicht gerecht mir gegenüber empfunden habe) als Bezugsgröße für mein Verständnis meiner Elternrolle nehme.
Und schließlich wie man denn auf den komischen Trichter kommen könnte, zu glauben, daß das, was man selbst als Kind gebraucht hätte, nun ausgerechnet das ist, was dann die eigenen Kinder brauchen. Verstehe ich irgendwie bis heute nicht.
Tobuka, "wenn das ein großes Verbrechen ist" ist eine Relativierung der Verletzung, die oft von Eltern, deren Kinder den Kontakt abgebrochen haben, gebraucht wird. Ich finde das immer sehr schade, weil es zeigt, daß man nicht wirklich bereit ist, den eigenen Kindern zuzuhören. Meinem Dafürhalten nach geht nämlich beides: man kann doch anerkennen, daß ein erwachsenes Kind sagt, hey das oder jenes war nicht gut für mich, es hat mich verletzt und diese Verletzung hat zu folgendem geführt und gleichzeitig auch sagen, das war gar nicht meine Intention, ich habe es so gut gemacht, wie es mir möglich war.
Zitat von RÜDIGER123: Kein Kindersatz?
Na dann, Du könntest doch dann einfach Dein Kind mit einem Hund ersetzen oder nicht?
Ach, doch nicht das Gleiche?
