GastAnna
Gast
Mein Ex und ich sind im gleichen Verein - er hat sich aber zunächst komplett zurückgezogen. Die seltenen Gelegenheiten des Zusammentreffens waren als ob wir uns nie gekannt hätten. Er wollte das so eine richtige Aussprache gab es nie. Die wenigen Antworten die ich auf meine wenigen Fragen gekriegt habe waren ausweichend aber insofern klar als dass er sich entschieden hat. Es war wie eine Mauer.
Nun habe ich ihn letzte Woche wiedergetroffen und es war plötzlich alles wie früher. Wir haben die gleichen Gedanken gehabt und einer hat die Sätze des anderen beendet. Er hat nach meinen Kindern gefragt und mir ungefragt erzählt was er übern Sommer vorhat. Ich habe mich einfach nur gut gefühlt mit ihm. Keine Schmetterlinge nur eine riesige Vertrautheit. Ich habe mich dann freundlich verabschiedet und bin aus der Situation raus.
Was ihn dazu bewogen hat in gewisser Weise 'zurückzukommen' kann ich nicht sagen. Im Moment habe ich aber nicht mehr das Gefühl dringend noch eine Aussprache zu brauchen. Es war endlich wieder ein gutes Gefühl zwischen uns und ich dachte so kann ich gehen.
Was ich nun mit meinem Leben anfange weiß ich noch nicht. Zu spüren wie es sich anfühlt wenn man sich wirklich nah ist hat mir die ganze Misere meiner Ehe vor Augen geführt. Trotzdem will ich meine Familie behalten und mein Mann ist ein Teil davon. Einfach aufgeben möchte ich nicht aber zum Kämpfen bin ich zu verwirrt und zu erschöpft.
Ich brauche Ruhe. Die habe ich bei meinem Ex gefunden und die habe ich auch letzte Woche wieder gespürt. Aber ich möchte nie wieder so enttäuscht und verletzt werden und auch selbst niemanden verletzen und enttäuschen denn das habe ich in dieser Sache ebenso - und letztlich mag ich diese Ruhe in mir selbst (wieder)finden.
Anna

