Zitat von paulaner:Nur damit es klar ist: Ich meine hier die Paare, die sich nicht getrennt haben und mit den ganzen Wunden jetzt leben müssen. Die vielleicht versuchen das Alles irgendwie aufzuarbeiten. Wie gelingt euch das? Und "hilft" euch der " Täter"? Interessiert er/sie sich für dieses Forum? Überhaupt für das Thema im Allgemeinen? Flashbacks. Trigger. PTBS. Depressionen? Usw.
Hallo,
meine Affäre ging 10 Monate. Ich, 20 J. verheiratet, 2 Kinder. Er ebenfalls lange verheiratet. Wie würde ich mich selbst charakterisieren. Einfühlsam, liebevoll, verlässlich, ... , nunmehr auch untreu und egoistisch.
Es ist erst ein paar Wochen vorbei. Bin durch ein Tal der Tränen geschritten. Die Realität hat gesiegt u. unser bewährtes Leben hat uns wieder.
Ich bin eine Täterin. Mein Mann ist ahnungslos. Ohne es zu wissen, hat er mich mit seiner Liebe öfter aufgefangen. Während es lief habe ich immer wieder gedacht, dass ich aufhören muss, weil ich die wahre Liebe, das beste doch zu Hause habe. Aber ich konnte nicht. Es war mir innerlich nicht möglich. Man ist verstrickt in Leidenschaft, Wohlfühlzeit (Auszeit aus Problemen, Zukunfsängsten, Frust ...). Der andere Mann war da, im Moment meines innerlichen Chaos. Er bediente eine Sehnsucht in mir. Die Chemie stimmte so sehr u. die Leidenschaft nahm ihren Lauf. Das ist soooo egoistisch, aber ich fühlte mich gut. Wie neugeboren. Wenn ich nach Hause kam und meinen Mann sah, habe ich allerdings immer gedacht, lass es sein, deinen Schatz hast du hier. An eine Trennung habe ich nicht gedacht. Natürlich kam mit der Zeit auch das Leid u. die harte Erkenntnis, dass es zu nichts führen kann/wird u. die Gewöhnung an den anderen Menschen. Ich hatte eine gute Freundin, die mir im Tal der Emotionen immer wieder ins Gewissen geredet hat. Ich bin ihr so dankbar, denn ohne sie hätte ich vielleicht nicht wieder einigermaßen gut, aus der belastenden Situation, herausgefunden.
Lieber Paulaner, es ist mir passiert, ich habe betrogen. Fühle mich aber nicht als schlechter Mensch. Ich habe mich selbst reflektiert. Weiß nun, dass ich mich in einer für mich schweren Lebenskrise befand u. nicht mehr wusste wo ich stand.
Ich bin froh, dass mein Mann nichts davon weiß. Er wäre auch unendlich ver letzt und könnte es nicht verstehen.