Zitat von Lyrrebird:Manchmal passieren Affären aber auch ohne "Mitschuld", ich kann sogar nachvollziehen, dass man in eine hineinschlittern kann (ich habe auch schon recht heftig geflirtet und musste dann irgendwann bei Einladung zum Kaffee/Gläschen Wein stop sagen) und eine einmalige Geschichte sollte auch evt. nicht eine Beziehung zerstören müssen.
Hallo Lyrrebird,
da stellt sich mir als Leser die Frage, warum die mit anderen geflirtet hast? Also am anfang meiner beziehung und in den ersten beiden Ehejahren wäre ich nicht Ansatzweise auf die Idee gekommen fremdzuflirten. Erst später setzte die Erkenntnis ein, dass ich eigentlich nicht glücklich bin.
Gut ich habe rechtzeitig stopp gesagt, als es passiert ist, aber das Übel lag schon weit vorher offen rum.
Ich denke "Schuld" ist hier nicht das treffende Wort bzw. die Affaire nicht das Thema.
Darum möchte ich mal versuchen es etwas auseinanderzudröseln.
Schuld an der Affaire/ONS hat der Betrüger, denn der hat, wie du richtig sagst, nicht Stopp gesagt!
Beteiligt, dass es soweit kommen konnte und der Partner überhaupt schwach wurde oder die Beziehung nicht mehr gut läuft sind beide Partner.
Soweit die Regel. natürlich gibt es die A... auf der einen Seite und die Schlam.... auf der Anderen Seite, die ohne Gewissen drauf los vög.... und ihre "Partner" sofern man das überhaupt noch so nennen mag nicht respektieren.
Aber glücklicherweise behaupte ich mal, ist das eher die Seltenheit.
Ich denke in der Regel geht einem Betrug immer etwas voraus. Man ist unglücklich mit der Situation, der Partner verändert sich, die Lebensumstände ändern sich...
Einfach so wird glaube keiner einen lieben Menschen derart verletzten.
Oder anders ausgedrückt: Für mich ist das Fremdgehen eine Reaktion keine Aktion. Die Aktion geht dem voraus (in welcher Form auch immer)
Und die meisten Teilnehmer, die hier schreiben, schreiben zum größten Teil aus der Opfersicht heraus und ich denke gerade für den Punkt
Zitat von Lyrrebird:und eine einmalige Geschichte sollte auch evt. nicht eine Beziehung zerstören müssen.
solltest du froh sein, dass nicht alle "Opfer" hier pauschal den Fremdgeher aburteilen und für immer verbannen, sondern durchaus in der Lage sind, den Einzelfall zu betrachten und dann entsprechend die Konsequenzen zu ziehen.
Denn verzeihen kann man auch eine einmalige Aktion nur, wenn man die Ursache erkennt und versteht.
Und inwieweit jemand verzeihen kann muss jeder mit sich selbst ausmachen.
Für mich persönlich ist Alk. z.B. keine Ausrede mit der ich einen Seitensprung "verzeihen" würde.
Wenn aber die Beziehung gerade unglücklich verläuft (seit längerer Zeit), dann kann man überlegen ob man es nochmal probiert oder nicht.
Aber nicht jeder kann damit umgehen. Wenn zum Verzeihen dann Kontrolle und Eifersucht gehören - dann ist das wirkliches verzeihen und so kann eine Beziehung nicht geführt werden.
Ich habe meiner Frau ihren ersten Seitensprung verziehen, weil ich wusste, dass ich in den Monaten davor ein Ekel war und sie nicht gut beahndelte. Natürlich hat sie weiterhin Schuld an dem Seitensprung, aber ich konnte ihr verzeihen. Es gab auch keine Eifersucht oder Kontrolle meinerseits. Das Thema war vom Tisch.
Das sie mich nach 12 Jahren gegen einen anderen austauschte, den sofort mit ins Ehebett nahm kann ich für mich erklären/verstehen aber nicht verzeihen. Denn das ging zu weit. Dennoch habe ich Verständnis für Ihre Situation aufgebracht und werde ihr das nicht Jahrzente lang vorhalten und den hass künstlich oben halten.
Das ist aber meine pers. Einstellung - auch weil ich für mich entschieden habe, dass mich Hass im Leben nicht weiter bringt. Ich bin kein gläubiger Mensch, habe aber mit der Trennung verstanden was Güte bedeutet und das man lernen muss nicht rachsüchtig zu sein, weil einen das selbst nur kaputt macht.
Ich möchte meiner nächsten Partnerin nicht ständig unlautere Dinge unterstellen oder zum kontrollfreak werden. Viel mehr möchte ich meine Antennen schärfen und schneller mitbekommen wenn etwas in unserer Beziehung nicht gut läuft. Ich lerne also aus den Fehltritten meiner Frau, weil ich die Ursachen dahinter erforsche in der Hoffnung, dass ich eine Art inneren Detektor entwickeln kann, der mir früher sagt - hier ist was im Argen - wir müssen reden.
Ich denke die Mitschreiber stellen hier keinen Persilschein zum Fremd gehen aus.
Der Schmerz und die Gefühle, was man dem Anderen damit antut ist so ziemlich das schlimmste was man seinem Partner antun kann, ich denke da sind wir uns alle einig.
Ich wurde sehr oft verletzt in meinem Leben und ich hoffe, dass es langsam aufhört und das ich eine Beziehung führen kann, die auf gesunden Fundament steht. Ich denke meine Erfahrungen werden mir helfen. Und ich hoffe, dass meine erlernte Güte dazu beiträgt, dass meine negativen Erfahrungen mir nicht im Wege stehen auf der Suche nach meinem Liebesglück.