Tut mir leid, dass ich mich gestern "im Ton vergriffen" habe.
Also noch mal in Kurzform:
Wir waren mehr als 6 Jahre zusammen, hatten eine Eigentumswohnung, hatten eine Zukunftsplanung (Ehe und Kinder), sie war/ist die Frau und Liebe meines Lebens. Dann kam dieser Schock. Ich habe es "hingenommen". Unterbewusst war mir klar, dass ich eine Beschäftigung damit wohl nicht aushalten würde, was ja nichts anderes bedeutet hätte als Trennung, und das wollte ich ja überhaupt nicht. Also habe ich es klassisch
verdrängt, was nicht gleichzusetzen ist mit Vergessen. Heute weiß ich, dass das ein Fehler war, eine Zeitbombe, die eben vor einem Jahr umso stärker losgegangen ist. Das ist eben das Problem beim Verdrängen. Irgendwann kommt es hoch und das ist traumatisch.
Ich bin zusammengebrochen. Das müsst ihr nicht verstehen aber es war so. Gleichzeitig habe ich mich dann an das Versprechen (!) erinnert, dass sie mir irgendwann alles, also die ganze Wahrheit, über die Affäre erzählt und wir darüber sprechen. Nichts anderes bedeutet meiner Meinung nach "Aufarbeiten". Sie hat aber monatelang gemauert, abgewehrt, kleingeredet, mich auflaufen lassen, verschwiegen usw.
Und
das, und nur das, ist mein einziger Vorwurf an sie.
Ich habe diesen Thread eröffnet, weil ich mir erhofft habe, dass Paare oder Betrogene, die eine erfolgreiche Aufarbeitung hinter sich haben, erzählen wie sie das geschafft haben und ob ihre Partner auch in diesem Forum lesen.
Es ist dann natürlich eine muntere Diskussion losgegangen, was ich sehr toll fand. Da ging es aber eben nicht immer um meinen speziellen Fall, sondern wir alle haben eben auch Themen, die sich
allgemein ums Fremdgehen drehten, diskutiert. Das sollte man dann aber nicht vermischen.
So, und jetzt antworte ich mal auf einige Posts:
Zitat von Atmani:Es muss an die 30 Jahre her sein, dass deine Frau, die damals anscheinend noch gar nicht mit dir verheiratet war, mit ihrem ehemaligen Chef ein Verhältnis hatte.
Nein, ca. 22 Jahre. Ist aber auch wirklich nicht ausschlaggebend. Aber warum verheiratet oder nicht verheiratet einen Unterschied bei Untreue macht, das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.
Zitat von Atmani:Du schreibst, es waren 6 Jahre lang "tote Hose" zwischen euch, warum eigentlich?
Habe ich
nie geschrieben. Ich habe gesagt, dass es, wie in vielen Beziehungen,
nach 6 Jahren ziemlich ruhig geworden ist. Von beiden Seiten!
Zitat von Atmani:Du hattest einen Besitzanspruch, der dir normalerweise gar nicht zustand, nur weil du eine schriftliche Vereinbarung über "TREUE" unterschreiben ließest,
Keine Ahnung wie du darauf kommst. Ich habe erzählt, dass wir am Anfang unserer Beziehung Gespräche und Briefe (weil Fernbeziehung) hatten, in denen wir uns gemeinsam geeinigt haben, dass wir offen und ehrlich sein wollen, sollte es zu Ausbruchsgedanken kommen. Wir haben also, im Gegensatz zu vielen anderen Paaren, ziemlich genau über das "wenn. " gesprochen. Das Thema hatte übrigens meine jetzige Frau angesprochen.
Zitat von VictoriaSiempre:seitdem haderst Du mit ihr, mit Dir, mit der Affäre, mit mal gegebenen Versprechen. Falsch?
Ja. Ich hadere damit, dass sie mir damals etwas versprochen hat (die ganze Geschichte), was sie, auch wenn es lange her ist, dann nicht erfüllt. Um die Nichteinhaltung von Versprechen geht es in diesem Thread übrigens immer wieder

Und mit dem Begriff "Verjährung" kann ich gar nichts anfangen. Was soll das heißen? Jedes Jahr wird es weniger "schlimm", bis es irgendwann gar nicht mehr stattgefunden hat? Im Strafrecht sind wir hier glaube ich nicht. Eher im "emotionalen Recht", oder so.
Zitat von VictoriaSiempre:Es ist Dein gutes Recht, auch nach so langer Zeit zu sagen "ich kann das nicht verzeihen!". Dann zieh die Konsequenzen und trenn Dich. Die Affäre ist nun mal passiert und Deine Frau kann sie nicht rückgängig machen. Was soll sie denn tun? Jetzt jeden Tag das Büßerhemd tragen?
Bitte verwechsle nicht Verzeihen mit Vergessen. Ich habe es verziehen (das kannst du auch an mehreren Stellen nachlesen), ich habe es aber und werde es nie vergessen. So etwas vergisst man nicht. Punkt.
Wo habe ich geschrieben, dass sie büßen soll?
@victoriasiempre: Darf ich dich fragen, ob du mal von einem Partner, dem du hundertprozentig vertraut hast und nichtsahnend warst, betrogen, belogen und hintergangen wurdest?
Zitat von HASEL:Ich glaube dir das du nicht Fremdgehen würdest und dich unter kontrolle hast und fremdgehen verabscheust. Vielleicht (Ich vermute nur) ist es jetzt das was dich unterbewusst stört, das du in deinem Leben zu kontrolliert warst (du hast auch noch viele Jahre vor dir ×D ) und sie eine Erfahrung machen konnte und du nicht. Nicht das es eine gute Erfahrung war. Aber sie hat die Chance genutzt und sich einen zweiten "gegönnt" und du nicht. Das eben ihr unbedachter Kommentar dir das wieder in Erinnerung gerufen hat. Ist aber auch nur reine Küchenpsychologie.
Da ist ein bisschen was dran, stimmt. Das heißt aber nicht, dass ich das jemals vorhatte. Aber, und auch das habe ich an anderer Stelle geschrieben: Es ist komischerweise eine Ungleichheit in unserer Beziehung durch mein "Akzeptieren" entstanden, und damit meine ich nicht nur Fremdgehen, sondern eher "was ich darf, darfst du noch lange nicht" (Genießer und Gönner), und ja, das ist im Nachhinein ein doofes Gefühl.