Eigentlich wollte ich hier gar nichts mehr schreiben, aber ich kann mich nicht auf meine Finger setzen, weil eine große (und es blieb erstaunlicherweise nicht die einzige) Liebe von mir ebenfalls heroinabhängig war. Deshalb triggert mich Dein Thema wahrscheinlich so...
Sonnenblume, es sind ja zwei Baustellen, die Du mit ihm hast.
Das eine ist seine Sucht. Dafür bzw. dagegen nimmt er seit 15 (!

) Jahren Ersatzmittel, die ihm helfen sollen, mindestens keine gefährlichen Substanzen zu nehmen. Schön, wenn er das schafft. Allerdings ist sein Bedürfnis, sich zwischendurch wegzuknallen, doch ganz offensichtlich immer noch da. Auch wenn er inzwischen auf Gras umgestiegen ist. Und ja: Für mich macht es einen Unterschied, ob jemand mit großem Suchtpotential *beep* (oder Alk. trinkt) oder jemand, der mal nen Genuß-Joint raucht.
Ich sage NICHT, dass Süchtige nicht lieben können. Aber geliebte Menschen werden sehr schnell nachrangig, wenn die Gier nach Stoff da ist. Eine Substitution erfolgt vor allem mit dem Ziel, dem Konsumenten ein "normales" (was immer das ist) Leben zu führen und zum einen gesundheitliche Gefährdung zu minimieren und zum anderen Wege aus der Kriminalität zu finden.
Dein Noch/Exmann hat sich da noch nicht reingefunden. Seine ganzen Lügen sind leider typische Merkmale von Junkies. Es mögen nicht alle so sein - viele aber eben doch. Schwindeln beim Alter - geschenkt. Aber fahren ohne Führerschein (warum hast Du bei dem Unfall die Schuld auf Dich genommen?) und vorzuspielen, einen Arbeitsplatz zu haben (und sich von Dir zu diesem angeblichen Job noch fahren zu lassen) wären für mich keine Kavaliersdelikte mehr.
Es gibt auch den Ansatz der akzeptierenden Dro.arbeit. Wärst Du mit Deinem Mann noch zusammen, dann würde ich Dir empfehlen, da nach einer Beratungsstelle zu goggeln, wenn Du so schlechte Erfahrungen mit der gemacht hast, wo Du warst. Ich kenne die Art der Beratung, von der Du erzählst, nicht. Vielleicht hast Du da nur gefiltert das rausgehört, was Dir in den Kram passte bzw. was eben nicht? So wie Du es hier im Forum auch machst?
Die andere Baustelle ist, dass er nicht mehr mit Dir zusammen sein möchte und das deutlich kommuniziert. Sowas passiert, kannste zig-fach lesen hier, auch bei deutlich weniger komplizierten Umständen. Du bist in Deinem Erwachsenenleben länger mit ihm als ohne ihn. Klar ist es schwierig und tut wahnsinnig weh, wenn das plötzlich vorbei sein sollte. Aber "ich würde für ihn sterben" ist entweder sehr, sehr ungesund oder Dramaqueen.