FräuleinK
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Als wir beide wussten, dass diese Vertrautheit und Anziehungskraft nicht mehr nur ein freundliches oder gar kollegiales Verhalten war, stellte er aber auch schnell klar, dass er seine Frau liebt und nie verlassen wird. Es ist kompliziert, meinte er immer nur.
Unsere Verhältnis wuchs dennoch stetig weiter. Am Anfang war mir nicht wirklich bewusst, was daraus werden wird. Ich ging so blauäugig durchs Leben, weil er mir einfach nur gut tut und alles mit einfacher war. Relativ schnell trennte ich mich von meinem Mann(nicht wegen Ihm, er öffnete mir eher die Augen und gab mir die Kraft dazu zu erkennen wie schlimm es bereits um meine Ehe und auch um mich stand).
Ich machte eine schlimme Zeit durch, die geprägt von Depressionen war. Er war immer für mich da, soweit es in seinem tatsächlichen Leben möglich war. Seine EF durfte nie einen Verdacht schöpfen. Somit verhält er sich auch noch heute, ganz normal. Für uns hieß das, eine Affäre die nie mehr Zeitraum als die klassischen Arbeitszeiten oder ähnliches hatte. Keine unvorhergesehbaren Zeitfenster, da dies nicht seiner Natur entspricht. Wir finden Wege, ja und sehen uns. Aber Wochenenden, Urlaube oder Übernachtung gibt es bei uns nicht.
Dadurch das wir zusammen arbeiten, gestaltet sich unser Tag mit der gemeinsamen Fahrt dorthin, gelegentlichen Mittagspausen, After Work Shopping im Discounter und der gemeinsamen Rückfahrt. Wir nehmen uns auch Tage bei mir zu Hause und arbeiten von dort. Hier erleben wir unseren fiktiven Alltag. Wenn wir uns nicht sehen, dann schreiben wir. Also solange es in seine Tagesplanung passt. Er ist ein Mann weniger Worte. Aber dennoch weiß ich eigentlich immer was er macht, wo er ist oder wie gerade sein Tag ist. Schon immer machte er mit klar, wie selten er jemanden schreibt oder viel Gefühl zeigt. Er lebt in seiner klaren geordneten analytischen Welt. Man liest bei ihm viel Zwischen den Zeilen. So logisch und Gefühlskalt seine Worte manchmal scheinen, umso gefühlvoller sind seine Taten.
In all den Jahren hat er mich immer respektvoll behandelt, meine Gefühle geachtet und mir gezeigt was man alles an mir lieben kann. Wenn er mich ansieht, weiß ich das er mich liebt. Natürlich ist nach fast 3 Jahren unsere Beziehungsform nicht mehr rosarot. Es ist wie in einer Partnerschaft, die ersten Eigenschaften die einen wahnsinnig machen, die ersten Zeichen von "ich geb mir keine Mühe mehr"( von beiden Seiten aus) Man ist im Alltag angekommen. Wir sind zusammengewachsen und kennen einander. Probleme werden mit so viel Ehrlichkeit und Respekt besprochen, was ich zuvor nie kannte. Rundum ist es eine Partnerschaft, die ich mir langfristig mit einem Mann wünschen würde. Und Ja, wir haben S. , sehr gerne und viel. Endlich habe ich jemanden gefunden der meinen Bedürfnissen gerecht werden kann.
Jetzt die Schattenseite.
Es ist keine echte Partnerschaft. Es ist eine Affäre. Dieses Wort wollte ich lange nicht in den Mund nehmen,.weil ich mich nie so gefühlt habe. Aber er hat Frau und Kinder und will sich nicht trennen. Er liebt uns beide und will keine von uns beiden verlieren (seine Worte)
Und ja auch in seiner Ehe gibt es Probleme, wie bei jedem anderen Ehepaar nach der Jahren und Stressphasen. Ich selbst habe zwar nicht das Gefühl, dass sie noch viele Facetten einer Partnerschaft haben. Aber weiß ja nur so viel wie er mir mitteilt und was ich mir selbst zusammenreimen kann.
Durch meine lange Phase der Depression und harten Kampf mit mir selbst, war er immer der Fels in meiner Brandung. Aber ich bin unglücklich in dieser Beziehungsform - nicht mit Ihm- und kämpfe so oft mit mir. Ich sehe keine Perspektive. Immer nur auf der Ersatzbank sitzen und zu hoffen für den Besten Verein zu spielen, ist auf Zeit sehr demütigend. Ich bin bereit für mich einen Schlussstrich zu ziehen. Aber er macht es mir nicht leicht. Wir haben schon oft Thema Trennung besprochen, haben es versucht und sind gescheitern. Warum fällt es mir nur so schwer, diese ganze Sache zu beenden?
Ich weiß doch selbst, dass er sich nie für mich entscheiden wird.
Seit Corona hat sich unser Leben zudem sehr verändert. Wie sehen uns kaum noch, da er sich ja nicht viel aus den Haus bewegen kann/darf. In der Zeit konnte ich noch mehr über uns und die Situation nachdenken. Der Absprung ist gefühlt noch nie einfacher gewesen. Aber allein der Gedanke, ihn nie mehr in meinen Leben zu haben, stürzt mich in ein Loch.
Was soll ich bloß tun?