Zitat von Mosaik:Eine Freundschaft mit Vorzügen, aka F+.
Warum halten bloß Freundschaften oft länger als Beziehungen? Weil eine gemeinsame Basis da, aber der Krampf raus ist.
Die Beteiligten sein können, wie sie sind. Ohne übergroße Anspruchshaltung an das Gegenüber.
Wenn man schafft dies noch mit "+", weil beide es (mal) wollen, zu verbinden. Ein durchaus lebbares Beziehungsmodell.
Wenn da nicht der Wunsch nach Exklusivität wäre. Nach Besitztum, Alleinstellung. Nach Einschränkung des Anderen, weil... warum eigentlich?
Freundschaften halten länger, weil mehr Abstand zwischen den Beteiligten ist, wie zwischen Liebespaaren und dadurch weniger Reibungsfläche entsteht. Weil eine Partnerschaft was gänzlich anderes ist - weil es um eine gemeinsame Zukunft geht - zusammen etwas aufzubauen, Familiengründung etc. - alles Herausfordungen, die sich mit der richtigen Person an der Seite wesentlich einfacher bewältigen lassen. Der Wunsch nach Exklusivität dabei macht Sinn - möchte jemand einen Partner, der herumv. geht, sich eventuell neu verliebt und dann weg ist, während man selber mit den Kindern zu Hause sitzt?
Freundschaften halten länger, weil keine Verliebtheit da ist - kein Hormonrausch, der die Beteiligten dazu bringt sich auf den anderen zu fixieren und die Wahrnehmung verändert, dass der andere fast ohne Schwächen wahrgenommen wird. Weil kein Rausch an Glücksgefühlen mit dem anderen in Verbindung gebracht wird, aus dem dann der Wunsch resultieren kann, den Rest seines Lebens mit dem/der anderen zu verbringen und eine Familie zu Gründen. Weil eine Freundschaft nicht die kritische Phase überstehen muss, ob die Verliebtheit (weil diese nichts in einer Freundschaft zu suchen hat) irgendwann mal zu Liebe wird.
Für mich ist es abstrus, in eine Freundschaft S. etc. hereinzubringen. Denn S. führt ebenfalls zu enormer Hormonauschüttung und einer Bindung, die unverhältnismäßig stark ist, für das verhältnismäßig geringe Maß an Verantwortung das füreinander übernommen wird. Nebenbei, das sich jemand dabei früher oder später verliebt ist schon fast vorprogrammiert.
Wenn ich von Verantwortung spreche: Denkt hier jemand, dass wenn eine Frau in einer solchen Konstellation schwanger wird (auch trotz Verhütung immer eine gewisse Wahrscheinlichkeit, wenn S. stattfindet), würde ein F+ Mann dann das Kind mit ihr großziehen? Ich schätze sehr unwahrscheinlich, wenn es schon daran scheitert, sich zueinander "richtig" zu bekennen.
Und ich schätze, genau solche Dinge führen dann dazu, dass so etwas einfach keine Zukunft haben kann. Ich schlafe mit jemanden der weg wäre, sobald es ernst wird und ich schwanger werden würde. Ich glaube so was schwingt doch dabei immer auch irgendwie mit und ist doch auf Dauer nicht erfüllend. Das ist verplemperte Lebenszeit, in der sich die Beteiligten vor einer, vielleicht sehr tiefgehende Beziehung mit jemand anderen emotional besetzen. Das da der Wunsch nach "mehr" entsteht ist doch mehr als nur logisch, meist nur von einer Partei und es endet in unnötigen Verletzungen. Schon von Anfang an ist das Ende vorprogrammiert. Zumindest bei jüngeren Beteiligten (was meistens der Fall ist in solchen Konstellationen), die ihren "genetischen Auftrag" noch nicht erfüllt haben und noch fruchtbar sind.