Zitat von OhneSinn2019: Ich überlege hin und her… ich war bei seiner Familie - Freunden überall dabei. Er hat mich dort überall eingebunden. Sagte auch ich wäre die erste die so gut reinpasst.
Sagte noch an Weihnachten vor versammelter Mannschaft: dieses Jahr Nägel mit Köpfen. Gut, dass das Trennung heißt war mir nicht klar
Die typischen Anzeichen eines Bindungsängstlers zeigt er nicht. Bei meinem Ex. war es sehr klar, denn die Symptome trafen wie aus dem Lehrbuch zu. Allerdings war mir nicht klar, dass ich auch von dieser "Krankheit" befallen bin.
Es ist immer ein Unterschied über eine richtige Beziehung con tutto zu reden als sie dann auch zu leben. Solange er nur redete und die "Bedrohung" in weiter Ferne war, kann ich ja leicht und gut darüber reden. Und das war in dem Moment vielleicht auch ernst gemeint.
Aber er absentierte sich, als die Bedrohung real wurde. Da realisierte er auf einmal, es ist aus mit der bequemen Lösung mit zwei Wohnungen. Es kommen weitaus mehr Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten dazu, wenn ich in eine gemeinsame Wohnung ziehe und dann womöglich noch Heirat und Kinderwunsch folgen. Den Schuh wollte er sich dann doch nicht anziehen.
Ich verstehe Dich sehr gut, die Verbitterung, die aus den nicht realisierbaren Lebenszielen resultiert. Das Gefühl, hingehalten und verar... worden zu sein. Und auch die Wut darüber, dass er jetzt hat was er will, während Du genau das hast, was Du nicht wolltest.
Du bist kein Typ, der jetzt aufgibt. Durchlebe erst mal die Phasen und komme dahin, dass er nicht mehr wichtig für Dich ist.
Hört sich blöd an, aber vertraue auf das Leben, das Dir schon gibt, was für Dich vorgesehen ist.
Ich habe eine Freundin. Heirat, drei Kinder, Haus, das ganze Programm. Dann verließ sie der Ehemann und zog zu seiner neuen Freundin. Innerhalb einer Stunde war er nach der Ankündigung, dass er ausziehen werde, weg. Um seine Kinder kümmerte er sich nicht mehr sonderlich, denn er hatte ja jetzt ein anderes, aufregenderes Leben mit einer Frau an der Seite, die ihn anhimmelte. Meine Freundin war weitgehend allein gelassen, aber ehrlich gesagt war sie das auch schon in der Ehe.
Dann starb ihre 23-jährige Tochter an Darmkrebs, ein weitaus schlimmerer Schlag als die kaputte Ehe mit Scheidung, Hausverkauf etc.
Da war sie Ende 50. Gut, der Kinderwunsch stand nicht an, aber es sah eigentlich danach aus, dass sie vermutlich allein bleiben würde.
Was geschah? Im Yogakurs lernte sie einen Mann kennen der auch solo war, vom Alter her passte. Sie kamen zusammen und haben vor ein, zwei Jahren sogar geheiratet.
Ich glaube, sie hatte durchaus Zweifel daran, jemals wieder glücklich zu werden. Aber das Leben hatte was anderes vor. Es kam etwas, was nicht erwartet und nicht geplant war - eine neue Beziehung, die offenbar gut klappt.
Das hilft Dir jetzt rein gar nichts, denn es gibt keine Lösung für Dein Problem. Außer der, das Leben einfach mal machen zu lassen. Wer etwas loslässt, gewinnt oft etwas an einer anderen Seite. Es ist nichts nur schwarz und weiß. Da kann noch viel passieren, an Gutem wie an Schlechtem.