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Liebeskummer Tipps und Erkenntnisse von einem Veteran

Angi2


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Zitat von Shackleton:
Ich stecke auch wieder in der Liebeskummer-Mühle drin. Es ist aber nicht so schlimm wie früher. Irgendwie werde ich dieses Thema einfach nie los in meinem Leben.

Ist doch auch normal, Liebeskummer zu haben....alles ändert sich, warum nicht die Gefühle für den Partner. Es ist ein stetes Kommen und Gehen....und wer nicht loslässt/losslassen will, hat dann Kummer.

Wo ein Anfang ist, ist auch ein Ende....oder ...alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

19.11.2021 14:01 • #661


Silvereye


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Zitat von Shackleton:
Hey Leute, ich war hier seit ca. 3 Jahren nicht mehr. Anscheinend läuft der Thread immer noch. Irgendwie krass, was ich damals hier gestartet habe, und wie es sich entwickelt hat. Ich habe erst die Worte von LaLupa gelesen. Wie krass, dass du alleine aus diesem Forum Hoffnung ziehen konntest. Das ist so cool ...


Shackleton! Die lebende Legende ist zurück, auch wenn unter unangenehmen Umständen.
Vielleicht kannst du uns ein bisschen davon erzählen oder hast neue Weisheiten über die letzten drei Jahre gesammelt, wie du damit gut zurecht kommst und die du mit uns teilen möchtest?

Leute, ich muss dir, Sir Shackleton im Besonderen, weiterhin Numpf, Pädi, David JG, Onkel-Heinz und allen nicht Genannten der alten Garde sowie den anderen Beitragenden hier in diesem Thread meinen größten Dank aussprechen.
Ihr seid es, die mir auch nach meiner zweiten gescheiterten Beziehung innerhalb von gut einem Jahr geholfen haben, meine Gedanken zu sortieren und mich nicht alleine zu fühlen. Ich habe das hier das erste Mal im Juli letzten Jahres entdeckt, als ich ein einziges Häufchen Elend und der typische stille Mitleser ohne Account war. Der Input hier hat mir ähnlich (im Sinne von genauso gut oder gar besser) geholfen wie die vielen Gespräche mit meinen Eltern und Freunden/Bekannten, Aktivitäten in der Freizeit, Saunabesuche, Joggen gehen und die Videos von Mehran Dadbeh, die Shack im ursprünglichen Beitrag erwähnt hat (schaut sie euch mal an, die Message und das Mindset, was er mitteilen will, kommen rüber, wenn man so 30 Videos der Playlist über Liebeskummer angeschaut hat).

Vielleicht werde ich hier auch noch einen Thread eröffnen und meinen Leidensweg niederschreiben. Ich bin mir da noch nicht ganz sicher, ob das wem (auch mir) hilft und ob ich das gut hinbekommen würde, finde aber, dass es hier, wie Shack so schön treffend schrieb, viele gibt, die sehr eloquent und rhetorisch flott gute Inputs verbreiten.
Eure Geschichten haben mich inspiriert und ich konnte mich extrem gut in euch reinversetzen, war froh darüber, dass es auch andere gibt, die leiden wie ein Schwein und am Durchdrehen sind, wenn der/die Partner*in geht. Und davon kann ich euch ein Liedchen singen...

Was ihr hier geleistet habt, indem ihr euer Innerstes ins Außen gewandt habt und uns die Bewältigungsstrategien aufgezeigt habt, die euch am Leben gehalten haben, kann man gar nicht beschreiben. Es ist so unendlich wertvoll, das zu lesen und zu versuchen, das für sich umzusetzen. Das kommt ja ggf. einer Gruppentherapie nahe (wobei ich selbst bisher noch keine prof. psych. Hilfe in Anspruch genommen habe).
Wenn es Meetings der Anonymen Liebeskranken gäbe, ich würde mich sofort anmelden, um diverse Sessions mit euch abzuhalten. Nochmals größten Dank an alle, die in diesem Thread etwas beigetragen haben!

So, hoffentlich klang das jetzt alles nicht zu dick aufgetragen, aber ihr habt mich wirklich abgeholt, mobilisiert und begeistert und es ist ein tolles Wir-Gefühl entstanden, einfach durchs Lesen eurer Beiträge, weil wir da alle zusammen drin stecken und irgendwie ja auch (wenn auch zum Teil nur zeitweise, wie bei mir seit Beginn des Jahres bis Mitte September) wieder da raus kommen. So wollte ich meinen tiefen Dank an euch alle ausdrücken, dieser Thread war nun für ca. die letzten zwei Wochen meine Lektüre zum Einschlafen, auf die ich mich jeden Abend gefreut habe und dabei runterkommen konnte. Danke euch

Was mir dazu noch einfällt:
Wichtig ist es tatsächlich, alles mit Abstand sehen zu können, keine Gefühle mehr für Ex zu haben und ERST DANN wieder auf jemanden zuzugehen. Man muss sich diese Zeit echt lassen, nicht mehr vergleichen, sondern das zu schätzen, was man nun neu hat. Und ja, es wird vielleicht wieder genauso gut wie vorher oder gar noch besser! So durfte ich es Ende letzten Jahres erleben, ich habe dieses Mädchen ohne große Hoffnung auf Beziehung getroffen und dann hat es doch Zoom gemacht, obwohl ich noch etwas im vorherigen Liebeskummer gesteckt habe. Absoluter Wahnsinn, was das Leben für uns manchmal bereithält, es zeigt uns dann wieder, wie lebenswert es doch plötzlich wieder ist, obwohl wir nicht damit rechnen!

Und ja, dieses Mal nach ca. 8,5 Monaten Beziehung und ca. einem Jahr diese Person gekannt zu haben ist es nicht sooo schlimm wie nach meiner knapp 5,5-jährigen, ersten großen Liebe, die mich plötzlich verlassen und in eine emotionale Hölle geschickt hat. Wobei ich diesmal das Gefühl habe, jemanden verloren zu haben, die wirklich gut zu mir gepasst hätte, wären da nicht die äußeren Zwänge des alltäglichen Lebens (Job, räumliche Distanz, etwas für den/die andere*n aufgeben) gewesen. Ich war mental nicht stark genug und bereue es sehr, dadurch die Trennung ausgelöst zu haben.
Diese Hölle hat bei der aktuellen, frischen Trennung zum Glück nur manchmal um die Ecke geschaut und war/ist (war wäre mir lieber...) eher am Wochenende mal mein dauerhafter Gast inkl. einem hohen Verbrauch an Taschentüchern, allerdings hilft dir die Hölle auch, wenn du sie voll von dir Besitz ergreifen lässt. Sie durchfährt dich durch Mark und Bein, am besten machst du dir noch ein Lied an, was dich an Ex und die gemeinsame Zeit erinnert, schaust dir mal ein Paar Päärchenbilder an und schreist tränenüberströmt los. Und dann, nach einigen Stunden, fühlst du dich leer, befreit, beruhigt, machst dir ein cooles Lied an, das dich daran erinnert, wer DU bist und nicht, was IHR wart, gehst raus in die Welt, ggf. jemanden treffen/anrufen, was dir hilft, dich wieder bei dir und alleine stark zu fühlen. Die Ruhe kann anhalten, das Leid kann zurückkommen, vielleicht geht es auch ganz in die Gleichgültigkeit über, was ich aber bei keiner Ex bisher je so in meinem Inneren erlebt habe. Auf jeden Fall solltest du dir Zeit lassen, das ist das Wichtigste.

Jetzt habe ich ja doch mit meiner Story losgelegt. Mir fällt auch echt viel in die Richtung ein, da ich mich ja auch schon sehr ausgiebig mit diesem Thema auseinandersetzen durfte?/musste! Ggf. gibt's da ja doch für den/die eine*n oder andere*n was rauszuziehen. Für meinen Geschmack bin ich jedenfalls ein sehr komplizierter Mensch, es gibt einige Baustellen, an denen ich mal was machen sollte und deren Beseitigung mir sicher hinsichtlich Beziehung und anderem Lebensglück um einiges weiterhelfen könnte. Aber ich bemühe mich trotzdem, der beste Mensch zu sein, der ich kann, denn am Ende möchte ich ja auch nur glücklich sein, wie ihr alle, sei es alleine oder mit Beziehung. Man macht doch in kleinen Schritten immer mal Fortschritte und ich erwische mich, wo ich denke, da wärst du früher ausgetickt, das hätte dich früher aber sehr gestört. Aber ihr wisst ja, wie das ist... Man ist nicht perfekt, und deshalb ging es auch bei mir wieder zu Bruch. Aber: Niemals aufgeben, ihr habt nur dieses eine Leben und deshalb geht's immer nur vorwärts und damit meine ich entweder zurück zur/zum Ex (wie mein Cousin, da hat's wohl wieder gepasst) oder wie in 97% der Fälle: Auf zu neuen Ufern, sie sind auch zu Anfang heller, leuchtender Sand, vielleicht zuerst nicht ganz so hell wie früher, aber sobald du tiefer im Sand runter gräbst, wirst du entweder den reinsten Sand finden, den du dir je erträumt hast oder du triffst irgendwann auf... nassen, dunklen Matsch Dann nimm die Beine in die Hand, höre auf dein Bauchgefühl und lauf los, auch, wenn die Trennung weh tut. Es ist besser, zu gehen als in einer unglücklichen Lage zu verharren. Aber: Sprecht vorher miteinander über die Probleme, beherrscht eure negativen Gefühle, drückt diese überlegt, wertschätzend und ruhig gegenüber der/dem Partner*in aus und tut nichts Unüberlegtes, wie eine zu schnell ausgesprochene Trennung. Dafür bin ich Fachmann und bereue es jedes Mal. Übung macht den Meister und aus Fehlern lernt man (normalerweise), manchmal macht man die Fehler auch zwei oder drei Mal, aber irgendwann hat jeder mal etwas dazugelernt und wenn die andere Person der Beziehung dann auch noch zu uns passt, dann sind wir dort mit all unserer über die Jahre gesammelten Erfahrung, erstarkten Persönlichkeit und gefestigter Willensstärke angelagt, wo lange Partnerschaften gedeihen können. Aber jetzt soll es das mal gewesen sein, sonst drehe ich mich hier gleich im Kreis...

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Abend, in der Hoffnung, dass der Text trotz leichter Übernächtigung annehmbar geworden ist und ich jemandem dadurch vielleicht etwas zurückgeben konnte von dem, was mir diese 45 Seiten Thread alles seit letztem Jahr geholfen haben.

Silver

Gerade eben • #662




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