Zitat von Kern: Dass das Gespräch gestern wieder dahin ging war eigentlich der Frage geschuldet ob sie denn Schuldgefühle hat. Da hat sie allergisch reagiert und gesagt es bestünde gar kein Bedarf darüber nochmal zu reden.
Hey Kern,
also irgendwie hört sich das alles völlig verkorkst an. Jemanden zu fragen, ob dieser Schuldgefühle hat, ist nicht einfach nur eine Frage und in Eurer Situation eben ganz sicher auch eine die Sprengkraft hat und absolut komplex ist.
Die Position Deiner Frau, so wie Du sie hier schilderst, erscheint mir ziemlich unklar. Sei es nun ein Haus am Meer oder die Frage, ob und wie man eine Affäre aufarbeitet, ich kann vieles, was Du schreibst nicht gut nachvollziehen und um Dir meinen Eindruck zu schildern, habe immer wieder das Gefühl, daß mir wesentliche Teile der Geschichte fehlen.
Damit meine ich nicht unbedingt, daß Du bewusst etwas unterschlägst, sondern ich frage mich hin und wieder, ob ihr einander überhaupt hört.
Was Dich angeht, ist es ähnlich. Als Menschen machen wir in Ausnahmesituationen die seltsamsten Dinge, eben auch solche, die im Außen erst einmal schräg, unlogisch oder kontraproduktiv erscheinen. Dennoch folgt unserem Verhalten einer inneren Logik. Ich kann sehr, sehr gut verstehen, daß Du hin und her gerissen bist, zwischen etwas retten wollen und sich aber eben auch langsam Wut und ähnliches durchsetzt und Du überlegst, ob es überhaupt etwas gibt, was es wert wäre zu retten.
Was ich aber irgendwie schwierig finde, ist, daß Du meinem Empfinden nach, nicht mal ansatzweise in die klare Kommunikation gehst.
Nehmen wir die Frage nach den Schuldgefühlen. Die war doch nicht aus der Luft heraus gegriffen. Sondern die war doch eher in dem Kontext, gibt es für mich hier tatsächlich noch etwas zu retten, gestellt. Heißt die Antwort, ja, manchmal habe ich Schuldgefühle, dann können wir vielleicht noch etwas retten. Heißt sie nein usw.
Merkst Du, wie Du zu Euren völlig verfahrenen Kommunikationsstruktur beiträgst?
Ein echten Gespräch kommt nicht dadurch zustande, daß ich mit einem ganz bestimmten von mir vorab alleine definierten Ziel eine Frage stelle. (Das ist doch kein Verhör als Beispiel).
Warum fragst Du nach Schuldgefühlen? Warum fragst du nicht, was für sie ganz konkret (!) an dieser Beziehung Rettens wert ist und begibst Dich selbst aus der Deckung, ebenfalls ganz konkret die Dinge aufzuzählen, die für Dich der Grund sind, die Beziehung retten zu wollen?
Und schließlich empfinde ich Deine Schilderung so, daß ihr beide (!), also auch Deine Frau, massiv wütend aufeinander seid. Sprecht ihr das an? Oder wie habt ihr denn vorher Konflikte gelöst?