Hey Du Süße,
jetzt möchte ich Dir einmal "den Zahn" ziehen.
Ich finde, dass Deine "Selbstherrlichkeit" nicht zutrifft.
Denn:
Selbstherrlichkeit bedeutet, dass man sich nicht um die Interessen und Meinungen anderer kümmert. Dafür bedarf es ein grandioses Selbsthbild und man maschiert ohne Respekt für andere durch das Leben. Immerzu nur die eigenen Ziele und Wünsche im Kopf, um diese, ohne Rücksicht auf andere, durchzusetzen.
Hier einmal Zitate aus Deinen Beiträgen:
Zitat:Ich kenne meine Stärken und akzeptiere meine Schwächen.
Zitat:fühle ich mich unterlegen, minderwertig
Zitat:irgendetwas lässt ihn auf diesem Sockel verharren
Zitat:Ich fühle mich so schuldig
Zitat:Ich war immer zu hart zu mir selbst.
Zitat:Ich befinde mich gerade wieder tief in diesem Opfermodus
Alles Aussagen die sicherlich nicht darauf zurück schließen lassen, dass du selbstherrlich bist.
Dem Ex gegenüber vielleicht. Das nennt sich aber nicht selbstherrlich, das nennt sich Selbstschutz und ist völlig legitim!
Du möchtest verzeihen?
Ich denke, dafür braucht man seine eigenen Schwächen. Du sagst, dass Du diese kennst. Akzeptierst Du sie denn auch? Denn durch Schwächen machen wir halt Fehler. Und eigene Fehler sich selbst zu verzeihen, kann durchaus Kraft rauben.
Du darfst verzeihen, egal was er, andere Dir oder Du Dir selbst angetan hast. Es ist Deine Entscheidung. Es wird nicht bedeuten, dass Du vergessen wirst! Denn verzeihen bedeutet nicht, einen Freibrief für alles zu verteilen.
Du möchtest nicht mehr vergleichen?
Auch dazu benötigt es seine eigenen Schwächen. Eigene Schwächen, Unzulänglichkeiten ect. machen Menschen neidisch, weil einem vor Augen geführt wird, worin man sich "verbessern" könnte. Vergleichen bedeutet "(ex-)Ist-Zustand" mit "Soll-Zustand" gegeneinander aufzupendeln. Man vergleicht und bleibt damit oftmals in der Komfortzone stecken. Das, was man kennt und gelebt hat in der Vergangenheit, ist schwer aufzugeben, wenn die Zukuft ungewiss ist, weil der Weg zwar rational vorhanden ist, das Herz jedoch Ausflüge in "irgendwas Gewohntes in der Vergangenheit" macht und wenn man so einen arsxxvoll wie Du noch zu wuppen hat.
Du möchtest abschließen?
Auch hier ein Zitat von Dir selbst:
Zitat:dass du nicht abschließen kannst liegt nicht zuletzt auch darin, dass du - wie du ja selbst schreibst - immer für sie da bist. Das ist nicht gut für dich. Du sollst natürlich für die Kinder da sein, aber bitte nicht mehr für sie. Sie führt nun ihr eigenes Leben und das solltest du auch tu...
Du bist für den Ex auch noch da. . .gedanklich. Ihr habt das gemeinsame Band der Kinder, daher ist es schwerer loszulassen, da man ständig Absprachen und Co. treffen kann. Außerdem kommt hier noch ein Rattenschwanz an weiteren Dingen. . .ist Dir eigentlich bewusst was Du da alles zu tragen hast?
Du hast den Entwurf des Kaufvertrages bekommen.
Du hattest den Geburtstag Deiner Tochter.
Deine neue Wohnung. . .
Du hast Kinder die sich schwer tun mit den Papoa-Wochenenden. . .
Die 7jährige hängt wie eine Klette an Dir. . .
Er lässt Dich nicht in Ruhe. . .
Scheidungsverfahren läuft. . .
Was erwartest Du von Dir?
Zack, Karrenzzeit vorbei, hier bin ich und nun ist alles gut?
Das was Du gerade alles um die Ohren hast, lässt Dir kaum einen Raum um zu "genesen". Ich könnte in solcher Umgebung, mit derartigen weiteren Baustellen noch nicht mal im Mindesten daran denken, dass es mir besser geht, weil ich verarbeiten kann.
Trennung bedeutet nicht, getrennte Betten zu haben und kein Liebespaar mehr zu sein.
Trennung bedeutet in erster Linie getrennte Wege zu gehen. Ihr zwei habt noch zu viele gemeinsame Kreuzungen, Ampeln, Kurven, die ihr gemeinsam noch irgendwie regeln "müsst". Wie will man sich da auch gedanklich und herztechnisch trennen?
Du wist an allen Ecken und Kanten getriggert bis ins Nirvana, ständig!
@scallisia . . .ganz im Ernst!
Es darf Dir so gehen, wie es Dir gerade geht.
Daran ist nichts Verwerfliches, es ist keine Schwäche, es ist kein Versagen, das ist MENSCHLICH.
Deine Löcher, Deine Opferrolle, Deine schlechten Tage, Dein Leid, Dein Schmerz. . .es hat >15 Monate gedauert die Scheidung, das Haus und Co. in Angriff zu nehmen und dich abzugrenzen. Jetzt wurde Dir noch mal die Endgültigkeit vor Augen geführt, dass ein neuer Abschnitt beginnt. Ich finde es völligst normal, dass alles einen dann wieder einholt, was man vor die Augen gesetzt bekommt. Du hast viele Monate, harte Monate hinter Dir, Du hast mit Dir selbst gearbeitet und verarbeitet. Dir ging es langsam besser (siehe Dein Beitrag September 18). Nun kommen die engültigen Aufgaben auf Dich zu (siehe z.B. Aufstellung oben) und damit holt dich die Vergangenheit auch ein. Es geht auch um Deine Existenz.
Dein Akku hatte bisher nicht die Möglichkeit sich wieder richtig aufzuladen.
Gib Dir Zeit, habe Verständnis für Dich, sei gut zu Dir und vertraue darauf, dass die Vergangenheit Etappen benötigt um abschließen zu können. Eines nach dem anderen, Stück für Stück, Rückschläge inklusive. Du schaffst das!
Ich drück Dich jetzt ganz feste und biete Dir virtuell Taschentücker und meine Schulter.
Ach ja. .einen Tip?!
Dein Haus, Deine Regeln. Du hast den Alltag mit den Kindern! Alles was also Deine Regeln betrifft, braucht er weder zu wissen, noch muss es mit ihm diskutiert werden. Gleiches Recht gilt für ihn. Die Kinder sollten das schon merken können, wo sie was dürfen. Ist wie die Oma-Zeit ausserhalb des Hauses

Er kürzt wieder den Unterhalt? Hey, dafür hast Du einen Anwalt. Nicht darüber aufregen, es steht Dir eh gesetzlich zu, das kann er drehen und wenden wie er will. Locker bleiben.
Falsche Schuhe für den Sohn? Zu kurzen Hosen?
Prima. . .schönen Gruß, er kann ja Geld in die Hand nehmen und neue Sachen kaufen, wenn er es besser weiß. Nicht aufregen. . .prompt agieren.
Er spielt Deine Kinder gegen Dich aus, weil Du Deine Haltung überdenken musst, damit er in den Urlaub mit ihnen fahren kann?
Leg ein Buch an. . .Datum . . Situation dazu. . .führe Buch darüber, damit kannst Du Deinen Ärger schon mal schriftlich etwas verarbeiten und Du führst Dir zeitgleich vor Augen was für ein x. er ist. Verteidige Dich selbst niemals vor Deinen Kindern, das hast Du nicht nötig. Sei eher verständnisvoll ála: Papa hatte hohe Kosten wegen neuer Wohnung (oder irgendwie sowas). Glaub mir. . .die Kids werden selbst irgendwann merken wo der Hase lang läuft. Bleibst Du neutral dem Kindsvater gegenüber, lässt kein böses Wort gegen ihn und verteidigst Du Dich selbst nicht vor den Kids, ist es sonnenklar, was die Kinder früher oder später darüber denken. Versprochen! Die sind nicht dumm.
Warum nicht verteidigen? Meist geht man dabei in den Agriff über. . .auch das merken die Kids. Ich bin nahezu 100% neutral geblieben, verständnisvoll dem Vater gegenüber, habe sogar die Neue "geschützt". . .es hat zwei Jahre gedauert und dann waren die Mädels voll bei mir und grenzen sich sogar so extrem mittlerweile von den Beiden ab, dass sie noch nicht mal Lust haben Feiertage mit denen beiden gemeinsam zu verbringen. Ich rede ihnen sogar gut zu, wenn es um Urlaub geht.
Je neutraler Du wirst, um so besser wird es auch Dir gehen, weil Du damit seine Problem nicht zu Deinen machst. Jeder Funken den Du Dich über seine Art aufregst, lässt Dich triggern. Du bist damit bei ihm und nicht bei Dir. Und entsprechend machst Du seine Probleme (mit Dir) zu Deinen Problemen (mit Dir)
