Lieber Manfredus,
ich lese Deine Geschichte jetzt schon eine Zeitlang mit, weil sie der meinigen so ähnelt
Mein Partner, mit dem ich 12 jahre zusammengelebt habe, mit dem ich kurz vorher noch Zukunftspläne geschmiedet habe, hat mich nach seiner 6-wöchigen stationären Reha in einer psychosomatischen Klinik ohne Erklärung verlassen.
Zur Halbzeit hatte ich ihn noch besucht, war übers WE, auf seinen Wunsch hin, bei ihm, alles war wie immer, er hat sich sichtlich gefreut, mich zu sehen, hat mich überall vorgestellt und war tieftraurig, als ich wieder wegfuhr.
Seine letzten Worte waren: "Ich liebe Dich über alles, mein Schatz, und bin heilfroh, wenn ich endlich wieder bei Dir sein kann"
Kurz danach begann er sich, zurückzuziehen, keine Anrufe mehr wie zuvor, SMS nur noch sporadisch und sehr distanziert, seltsame Aussagen a ´la "heile Welt in der Klinik" und "rosa Wolke, in die sie alle gebettet seien" "die hektische, raue Aussenwelt überfordert mich", "Ich mag hier gar nimmer rausgehen, aus meinem sicheren Kokon" etc. pp..... Das von ihm, einem gestandenen Mann mit 50, der mit beiden Beinen im Leben stand, sich niemals die "Butter vom Brot" hat nehmen lassen
Egal, was ich versuchte, ich kam einfach nicht mehr an ihn ran
Er kam wieder heim, und machte noch am selben Abend Schluss mit mir! Erzählte mir was von: "Keine Liebe mehr da ... muss mich selber finden... bin nicht beziehungsfähig zur Zeit .....brauche ne eigene Wohnung ... muss erst mal lernen, für mich selber zu sorgen ... kann ja nicht mal bügeln und meine Wäsche waschen"
Ich stand da, wie der sprichwörtliche Ochs vor´m Berg, mir hat´s komplett den Boden unter den Füßen weggezogen
Das Ganze ist jetzt fast 3 Monate her, er zieht das konsequent durch, hat jetzt auch zum 01.04. eine eigene Wohnung gefunden, und ich suche immer noch nach Erklärungen, dem "Warum"
Mir geht´s immer noch richtig mies

ich kapier´s einfach nicht ! Was, verflixt, passiert auf diesen ReHa´s ?
Mein Ex fühlte sich nach 3 Wochen in seinem "geschützten Kokon" schon überfordert von all der Hektik und den "lauten" Menschen, die auf einem Kleinstadtbahnhof waren
