Zitat von Perzet:Du, ich habe eine Verständnisfrage: ist er der Typ, der denkt, er könne herumstänkern, meckern, sich beschweren etc o h n e daß dies jemand ernst nehmen darf im Sinne von wörtlich? Also zb daß das alles seins ist und er damit das Sagen hat. Aber wehe, es sieht wirklich chaotisch aus. Oder daß er überlegt hat, ...
@Perzet: Und genau dieses Gefühl habe ich bei ihm auch immer mehr.
Ich denke dass er selber Hilfe braucht.
Er hat auch so viele Baustellen. Er stört sich an Dingen, die eigentlich schön sind.
Er kann sich nicht richtig begeistern, er kann sich nicht aufrichtig für andere Menschen freuen und er kann sich nicht entspannen.
Seine Arbeit dominiert sein Leben.
Beispiel Weihnachtsmarkt an einem Sonntag: für mich und sicher auch für viele andere ist das doch ein Moment, wo man mal einfach abschaltet. Da denke ich nicht an die Firma, die Kinder denken nicht an die Schule oder an sonstige Verpflichtungen. Glühwein, Mandeln, vielleicht eine Kleinigkeit essen und ein bisschen flanieren. Bekannte Gesichter treffen, sich verquatschen und einfach mal alle Fünf gerade sein lassen.
Bei ihm ist es immer so eine gewisse Unruhe, so eine Hektik. Wann geht der Zug, wir müssen uns beeilen. Ich muss morgen früh raus,. Ich muss noch an den Computer...
Er hat wahrscheinlich auch große Baustellen aus seiner Kindheit dabei. Da drehte sich auch viel um die Arbeit, den Laden...
Inzwischen habe ich immer mehr den Eindruck, dass weder ich noch eine Affärenfrau noch sonstwer ihn momentan "heilen" können. Ich empfind sogar die Distanz als bitter nötig, auch der Kinder wegen.
Aber ich hoffe es hilft ihm dabei, mal aufzuwachen und an sich zu arbeiten anstatt die Schuld ständig bei den anderen Mitmenschen zu suchen.
Meine Tür wird nach einer gewissen Zeit der Ruhe immer offen sein für ihn aber ich werde auch neue Spielregeln aufstellen müssen.
Der Mittelfinger gestern war, wie Du sagst, das bockige Verhalten eines Kindes. Ein "Du bist doof!"
Und ich bin froh das sich mich nicht habe verlocken lassen, darauf einzusteigen und eine sinnlose Diskussion loszutreten. Das hat er wahrscheinlich erwartet, damit er Dampf ablassen kann, aber den Gefallen tu ich ihm nicht.